• Tag Fünfundvierzig

    Jun 2–3 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.626
    02/06/2026
    Calvörde

    Zum zweiten Mal fliegt mir eine Hummel in den blauen Bus. Diese kann ich mit dem Handy hinaus begleiten. Trotzdem denke ich darüber nach, was das bedeuten könnte. Wir hatten zwar schon Wespen und Bienen, aber Hummeln sind neu für uns.

    Durch das ganze ungesunde Essen zwischen Joghurt und Wurst, Süßigkeiten und Säften habe ich richtig dolle zugenommen. Das muss auf Reisen wieder anders werden, wenn mein Zugang deutlich eingeschränkter ist.

    Für eins der Reiseländer habe ich letztes Jahr Geldscheine geschenkt bekommen und hoffe auf Bauernhöfe mit "meckernden" Tieren, um deren Milch, Käse und Joghurt kaufen zu können. Die Schenker werden jetzt wissen, wohin die Reise gehen soll.

    Alle anderen müssen sich gedulden, aber wenn alles gut geht, könnten wir uns Mitte Juni auf den Weg machen.

    Gestern habe ich ausprobiert, wie ich mit Hilde an der Leine gehen kann. Wird auf jeden Fall anstrengend für uns beide, aber ist machbar. Den Rollator haben wir im Bus verstaut, sodass ich ihn einfach rausnehmen kann, und er uns nicht im Wege ist.

    Mittag. Es ist sehr schwül. Hilde liegt schon seit Stunden im Bus in ihrem Viereck. Immer wieder lasse ich die Seitentür offen, und manchmal ernte ich ein wenig Wind.

    Spaziergang zur Bank an der Weide, wohin der Wind grade sehr angenehm weht. Plötzlich steigt das Weihenmännchen aus der Wiese, keine fünfzig Meter von uns entfernt, langsam auf, als wolle auch er sich von uns verabschieden. Er fliegt über die Wiese und kreist just über uns langsam hoch zur Sonne, wo er sich aus meinen Augen fliegt.

    Die Enkelin kommt, um den Bus zu entkernen. Wie müssen ihn so leicht wie möglich machen, damit das Gewicht nicht mit dem Trailer die erlaubte Zuglast überlastet. Gleichzeitig muss ich aber planen, dass alle wichtigen Sachen an Bord bleiben, denn wir können das Untergestellte erst am 13. Juni wieder an der Damm-Mühle abholen.

    Zusätzlich brauche ich noch für den Zwischenaufenthalt am Steinhuder Meer das Notwendige. Alles nicht so einfach. Am Ende hat die Enkeltochter hat den Bus noch gründlich ausgesaugt.

    Die Pferde vor uns auf der Weide, über ihnen der rüttelnde Falke. Hilde schläft im Bus, ich bin schweissnass.

    Seit gestern kann ich anfangen, Pläne zu machen und Verabredungen zu vereinbaren. Noch gibt es natürlich Unwägbarkeiten. Aber ohne Hoffnung keine Zielsetzung.

    Letzter Spaziergang heute mit der Familie. Danach endlich ein Fußbad. Ist wie am See. Füße im Wasser und nackte Haut im Wind. Nur auf die nasse, rauhe Zunge von Hilde könnte ich grade verzichten.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,626
    02/06/2026
    Calvörde

    For the second time, a bumblebee has flown into my blue bus. This time, I am able to guide it back outside using my mobile phone. Nevertheless, I find myself wondering what this might signify. We have certainly had wasps and bees visit us before, but bumblebees are a new phenomenon for us.

    Due to all the unhealthy food I’ve been consuming—a mix of yogurt and sausage, sweets and juices—I have gained a significant amount of weight. This will have to change once we are back on the road, when my access to such items will be far more limited.

    Last year, I received some banknotes as a gift specifically for one of our upcoming travel destinations; I am now hoping to find farms—ideally ones with "bleating" animals—so that I can use the money to purchase their milk, cheese, and yogurt. The people who gave me the gift will now know where our journey is headed.

    Everyone else will have to be patient, but if all goes well, we could be setting off by mid-June.

    Yesterday, I tried out what it would be like to walk Hilde on a leash. It’s definitely going to be strenuous for both of us, but it’s doable. We stowed the rollator inside the bus so that I can easily take it out, ensuring it doesn't get in our way.

    It’s midday. The air is very muggy. Hilde has been lying in her designated corner inside the bus for hours now. Every so often, I leave the side door open, and sometimes I catch a gentle breeze.

    We take a stroll over to the bench by the pasture, where the wind is currently blowing quite pleasantly. Suddenly, a male harrier rises slowly from the meadow—no more than fifty meters away from us—as if he, too, wanted to bid us farewell. He glides across the meadow, then circles slowly upward, directly above us, toward the sun, until he flies right out of my sight.

    In addition, I still need to gather the essentials for our stopover at Steinhuder Meer. None of it is particularly simple. In the end, my granddaughter gave the van a thorough vacuuming.

    The horses are grazing in the pasture before us; above them, a falcon hovers in the air. Hilde is asleep inside the van, while I am drenched in sweat.

    As of yesterday, I can finally start making plans and scheduling appointments. Of course, there are still uncertainties. But without hope, there can be no goals.

    Our final walk with the family takes place today. Afterward—at long last—a footbath. It feels just like being at the lake: feet in the water, bare skin exposed to the breeze. The only thing I could really do without right now is Hilde’s wet, rough tongue.
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