Arctic Circle
August 1 in Norway ⋅ ☁️ 12 °C
(English Version Below)
SCANDINAVIEN TURN
Day 35
01/08/2026
Arctic Circle, Norwegen
Eine wilde, kalte, stürmische Nacht am Polarkreis wollte ich nochmal erleben. Ich weiß, die Ereignisse lassen sich nicht wiederholen und die Rentiere ziehen schon seit Jahren nicht mehr über die kargen Höhen.
Die kilometerlangen, bunten Güterzüge rattern nicht mehr lautstark im Tal zwischen den Steinen und dem Fluss, dessen Wasser mit dem Wind ständig singt.
Aber ich habe einige Waggons gesehen mit Menschen auf dem Weg von Bodø bestenfalls nach Oslo. Und einen Güterzug nach Narvik zum Hafen mit einigen Containern für die weite Fahrt übers Nordmeer.
So träume ich das mir zumindest zurecht. Wahrscheinlich ist alles profaner. Und wir stehen einfach auf stillen Parkplätzen und warten.
Wie die Wolken wandern und die Sonne sich auf die Hügel legt, es nie still ist hier oben, selbst wenn der Verkehr von Lastwagen, Pkw und Motorrädern abebbt.
Gerade eben kommt mir eine Wandergruppe entgegen, die deutsch spricht und da oben, so sagt er, auf dem Berg war. Er müsse zu seinen Kollegen, während ich noch überlegt habe, ob es eine Familie sei, eingedenk des kleinen Menschen mit den blonden, langen Haaren.
Ich wollte mich anhalten. Hier oben. Weil ich mich zu verlaufen drohe, in den Weiten der eigenen Geschichte. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die Geduld für mich selber aufbringen kann.
Mit Hilde bin ich einen Weg gegangen und habe den Rollator geschoben. Fünfhundert Meter hin und genauso weit zurück. Am Ende wird Hilde ungeduldig, als wäre sie es leid, mich hinter sich herzuziehen.
Ich habe die Seitentür geöffnet. Oben am Berg fährt ein gelber Arbeitszug nach Norden. Der Fluss redet ständig, ich sehe sein Fließen zwischen den Birken, deren Blätter im Wind sich bewegen.
---
SCANDINAVIA TOUR
Day 35
August 1, 2026
Arctic Circle, Norway
I wanted to experience a wild, cold, stormy night at the Arctic Circle once more. I know that events cannot be repeated, and the reindeer haven’t migrated across these barren heights for years.
The colorful freight trains, stretching for kilometers, no longer clatter loudly through the valley between the rocks and the river—whose waters sing ceaselessly in the wind.
But I did see a few carriages carrying people—traveling from Bodø to Oslo, at best. And a freight train bound for the port of Narvik, hauling containers for the long voyage across the North Sea.
At least, that is how I imagine it. In reality, things are likely far more mundane. We simply stand in quiet parking areas and wait.
Watching the clouds drift and the sun settle upon the hills—it is never truly silent up here, even when the traffic of trucks, cars, and motorcycles subsides.
Just now, a German-speaking hiking group passed me; one of them mentioned having been up there on the mountain. He said he had to get back to his colleagues—though I had been wondering if they were a family, given the small person with long blonde hair among them.
I wanted to pause here. Up here. Because I am in danger of losing my way in the vastness of my own history. Yet I am not sure if I can summon the patience for myself.
I walked a stretch of the path with Hilde, pushing her walker. Five hundred meters out and the same distance back. By the end, Hilde was growing impatient, as if she were tired of dragging me along behind her.
I opened the side door. High up on the mountain, a yellow work train is heading north. The river keeps up a constant conversation; I watch its flow through the birch trees, their leaves stirring in the wind.Read more































Traveler
Das schaut ja ganz schön traurig und einsam dort aus ....wie hält man das aus ?
TravelerIch liebe dieses karge Land, ich mag gar nicht wegfahren. Die Menschen, die du hier triffst, haben ein gutes Herz. Heute mit jemandem gesprochen, der jedes Jahr herkommt, um wochenlang alleine durch die Berge zu wandern.