Lemwerder
September 7 in Germany ⋅ ⛅ 28 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
Tag 3.720
08/09/2026
Lemwerder, Deutschland
Um drei Uhr morgens verabschiede ich endlich die beiden Mücken, die uns bis dahin drangsaliert haben.
Die Hitze bekomme ich immer noch nicht raus, obwohl der Ventilator alles gibt.
Hilde hat beim Sprung auf mein Bett die Matratze verfehlt, aber auf meinem Bein einen langen Kratzer oberhalb der Ferse hinterlassen, der sehr schmerzhaft ist.
Glücklicherweise blutet es nicht. Aber am Morgen verhakt sich die Sonne kurz am Zaun der Lürssen Schiffsbau Company und wird von Wolken bedeckt.
Hilde hechelt die halbe Nacht und muss um zwei Uhr morgens dringend raus. So wachen wir dann erst um neun Uhr endgültig auf, im Bus schwirren ein dutzend Fliegen. Keine Ahnung, wo die herkommen.
Als wir am Abend mit Edmund in den offenen Türen zusammensitzen, haben sie gar nicht so viel Freude dabei zu bleiben. Er hat einen langen Weg auf sich genommen, um uns zu treffen, und muss in der Nacht noch zurückfahren.
Das ist gentlelike, ich habe mich sehr gefreut. Wir teilen uns den Ziegenkäse von Lowes in Evessen, den ich gekauft habe. Und er beschenkt mich mit vielen Porridgetütchen und einem 18er Eierkarton, von denen er gleich ein Dutzend für mich hart kocht.
Ganz hinten auf dem Wiesenparkgelände vom Jadepark, wohin wir zum Frühstück gefahren sind, beginnen die ersten Regentropfen zu fallen. Die Flamme der Kerze spiegelt sich im Fenster.
Jemand schreibt mir, ob ich ein wenig die Heimat genieße. Eins der schwierigsten Worte meines Lebens. Es tingelt sogleich wieder in meinem Kopf herum, wie diffuser Schmerz.
Wir sind durch kleine Straßen gefahren. Baumwipfel, deren Kronen ein Dach bilden. Häuser am Wegesrand. Kühe und Schafe. Fahrräder. Der Belag ist sehr uneben, sodass der Bus schwankt wie ein Schiff im Wellengang.
Auf einem Parkplatz treffen wir auf ein fast achtzigjähriges Ehepaar, das nach einem langen Turn ihre Räder wieder einparkt. Wir haben ein interessantes Gespräch, wie man auch sein Leben miteinander sinnvoll gestalten kann.
Not my way.
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PILGRIMAGE INTO LIFE
Day 3,720
September 8, 2026
Lemwerder, Germany
At three in the morning, I finally bid farewell to the two mosquitoes that had been tormenting us up to that point.
I still can’t get the heat out, even though the fan is working at full blast.
When jumping onto my bed, Hilde missed the mattress but left a long, very painful scratch on my leg just above the heel.
Fortunately, it isn’t bleeding. But in the morning, the sun briefly catches on the fence of the Lürssen shipbuilding company before being obscured by clouds.
Hilde pants for half the night and urgently needs to go outside at two in the morning. Consequently, we don’t finally wake up until nine; a dozen flies are buzzing around inside the bus. No idea where they came from.
When we sit together in the open doorway with Edmund in the evening, the flies don't seem to enjoy sticking around. He made a long journey to meet us and has to drive back tonight.
That was a truly kind gesture; I was very happy about it. We share the goat cheese from Lowes in Evessen that I had bought. He also gifts me many packets of porridge and an 18-pack of eggs—a dozen of which he hard-boils for me right then and there.
At the far end of the meadow parking area at Jadepark—where we drove for breakfast—the first raindrops begin to fall. The candle flame is reflected in the window.
Someone messages me, asking if I’m enjoying "home" a little. One of the most difficult words of my life. It immediately starts drifting around in my mind again, like a vague, dull ache.
We drove along small roads. Treetops forming a canopy overhead. Houses along the roadside. Cows and sheep. Bicycles. The road surface is very uneven, causing the bus to sway like a ship in rough seas.
In a parking lot, we meet a couple in their late seventies who are putting their bikes away after a long ride. We have an interesting conversation about how to shape a meaningful life together.
Not my way.Read more










Traveler
Was für ein Licht!