Dörnberg
September 25 in Germany ⋅ ⛅ 16 °C
PILGERREISE INS LEBEN
Tag 3.743 / 74 km
25/09/2026
Dörnberg, Deutschland
(English Version Below)
Die Sonne scheint. Hilde atmet mit einem leisen, stoßweisen Kratzen, als würde sie auf ihre Art Schnarchen. Ich mache mir Sorgen, weiß ich doch, dass der Krebs gerne in die Lunge wandert. Aber vermutlich liegt ihr Kopf nur unbequem.
Sie ist mit Silke oben auf dem Berg unterwegs. Soweit, dass der blaue Bus nicht mehr zu sehen ist. Ich komm da nicht mit dem Rollator hin, weil die Drehtore das nicht ermöglichen. Das ist schade.
Aber morgens sind wir schon auf dem holprigen Weg spazieren, der unterhalb zu einer weiteren Wiese führt, die im Sonnenschein liegt.
Die Nacht haben wir in Ehlen auf den Stellplatz übernachtet. Das ist von den Temperaturen her durchaus angenehmer gewesen, denn auf sechshundert Meter Höhe nähern sich diese den null Grad.
Tagsüber ist es warm. Fast zwanzig Grad. Wir treffen uns mit Silke am Fernsehturm, um dort spazieren zu gehen. Es ist Mittag, doch obwohl Hilde ausgeschlafen hat, ist sie so lustlos, dass wir sie immer wieder motivieren müssen.
So sitzen wir mit Silke noch ne Weile im Bus beim Gespräch, denn die Gelegenheit, uns an zwei Tagen zu treffen, wollte sie sich nicht nehmen lassen.
Nachmittags fahren wir hoch zur Kuhwiese am Berg. Ich genieße die Blicke ins Tal, den leicht kühlen Wind, die Weite über die kleinen Dörfer hinweg bis zu den Windrädern vor dem Höhenzug am Horizont.
Über dem Dörnberg verabschiedet sich die Sonne, in der Dämmerung fahren wir ins Tal. Zwischen den Hügeln liegt der rote Himmel, der klare Mond durchscheint die schwarze Nacht.
Vor der Brücke von Zierenberg hat das Wasser gekocht, die erste Tasse Tee steht auf dem Armaturenbrett, den Rest halte ich in der Thermoskanne für das Porridge heiß.
Oben auf dem Berg haben einige in ihren Campern übernachtet. Wir gehen spazieren, während der Nebel noch im Tal liegt, und frühstücken anschließend.
Silke parkt hinter uns. Sie hat mir leckere Schokoladencroissants mitgebracht, ein gutes Ritual unserer regelmäßigen Begegnungen am Berg. Auch Hilde bekommt noch eine zweite Tüte Leckerlis. Und auch ein köstliches Glas Zwetschgenmarmelade bleibt bei uns.
Gegen Mittag ist Silke gefahren, am späten Nachmittag wird Thomas aus Leipzig uns hier treffen. Zwischendrin müssen wir noch ein bisschen am Kissen schnüffeln und die Beine ausstrecken.
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PILGRIMAGE INTO LIFE
Day 3,743 / 74 km
September 25, 2026
Dörnberg, Germany
The sun is shining. Hilde is breathing with a faint, ragged rasping sound, as if she were snoring in her own way. I worry, knowing how cancer likes to spread to the lungs. But in all likelihood, her head is simply resting at an uncomfortable angle.
She is out with Silke up on the hill—far enough away that the blue bus is no longer in sight. I can’t get there with my walker because the turnstiles block the way. It’s a shame.
But in the morning, we do go for a walk along the bumpy path that leads down to another meadow bathed in sunshine.
We spent the night at the motorhome site in Ehlen. The temperatures were certainly more pleasant there; up at an altitude of six hundred meters, it gets close to freezing.
It is warm during the day—almost twenty degrees. We meet Silke at the TV tower for a walk. It is midday, yet despite having slept well, Hilde is so listless that we have to keep encouraging her.
Afterward, we sit in the bus chatting with Silke for a while; she didn't want to miss the chance to see us over the course of two days.
In the afternoon, we drive up to the cow pasture on the hill. I enjoy the view of the valley, the cool breeze, and the expanse stretching over small villages all the way to the wind turbines in front of the ridge on the horizon.
The sun bids farewell over the Dörnberg, and we drive down into the valley as dusk falls. A red glow lingers between the hills, and the clear moon shines through the black night. The water is boiling near the Zierenberg bridge; the first cup of tea is sitting on the dashboard, and I’m keeping the rest hot in the thermos for our porridge.
Some people spent the night in their camper vans up on the hill. We go for a walk while the fog is still lingering in the valley, then have breakfast.
Silke parks behind us. She’s brought along some delicious chocolate croissants—a nice ritual of our regular meet-ups on the hill. Hilde gets a second bag of treats, too, and we also end up with a delicious jar of damson plum jam.
Silke heads off around midday, and Thomas from Leipzig is due to meet us here later in the afternoon. In the meantime, we need to do a bit of snoozing and stretch our legs.Read more





















Traveler
😍 Ein schönes Foto ist das!
TravelerDanke schön