• Salzmine - Salina Turda 🧂🎡🛶

    23. juli, Rumænien ⋅ ⛅ 15 °C

    Gleich um 9 Uhr ging es für uns in die Salina Turda – die perfekte Entscheidung, denn es war fast menschenleer. ✨

    Die Salina Turda zählt zu den beeindruckendsten Salzbergwerken Europas. Bereits seit der Römerzeit wurde hier Salz abgebaut, bis der Bergbau 1932 eingestellt wurde. Heute ist die Mine eine außergewöhnliche Touristenattraktion. In bis zu 120 Metern Tiefe erwarten einen riesige Hallen, ein unterirdischer See und sogar ein Riesenrad, Minigolf und ein Bootsverleih. ⛏️

    Als Erstes ging es über Holzstege und zahlreiche Stiegen hinunter in die große Halle. Dort steht tatsächlich ein Riesenrad – außerdem gibt es Minigolf, Tischtennis, einen Spielplatz und vieles mehr (alles gegen Aufpreis). Von einer Plattform blickt man durch eine riesige Öffnung auf den unterirdischen Salzsee.

    Da so wenig los war, gingen wir direkt zum See hinunter. Die Salzinsel in der Mitte entstand aus Salzblöcken, die früher nicht mehr verwertet wurden. Heute befindet sich darauf eine kunstvoll gestaltete und beleuchtete Plattform – wirklich wunderschön. 🤩

    Natürlich liehen wir uns ein Ruderboot und drehten ein paar Runden. Dieses Gefühl, 120 Meter unter der Erde in einer ehemaligen Salzmine über einen See zu rudern, war einfach einzigartig. Die gemusterten Salzwände rundherum sahen unglaublich schön aus und die Atmosphäre war etwas ganz Besonderes. Zeitweise waren wir dort unten fast allein.

    Anschließend erkundeten wir noch einmal die große Halle und machten uns über die vielen Treppen wieder auf den Weg nach oben (alternativ gibt es auch einen Lift). Auf jeder Ebene ist mit Jahreszahlen markiert, wie weit der Salzabbau zu dieser Zeit fortgeschritten war. An den Wänden konnte man die Abbauspuren noch gut erkennen.

    Oben konnten wir außerdem den historischen Förderantrieb, einen alten Transportwagen und verschiedene Werkzeuge besichtigen. Ein Modell zeigte, wie die riesigen Salzblöcke damals an die Oberfläche transportiert wurden. Besonders beeindruckend fanden wir, dass die schweren Förderanlagen früher von Pferden angetrieben wurden. 🐴 Durch die Dunkelheit verloren viele der Tiere nach etwa 2 Wochen ihr Augenlicht. Der Grund dafür war, dass die Pferde immer wieder nach draußen gebracht wurden, ohne ihre Augen abzudecken. Die plötzliche Umstellung von der völligen Dunkelheit der Mine (damals gab es dort nur Licht durch Fackeln) auf das helle Tageslicht führte zu schweren Schäden an den Augen. Nach ungefähr 6 Monaten harter Arbeit waren die Tiere erschöpft und wurden ausgetauscht – kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen damals Menschen und Tiere arbeiten mussten.

    Zum Schluss gingen wir noch durch einen langen Stollen, durch den früher ebenfalls mit Pferden die mit Salz beladenen Wägen gezogen wurden. Am Ende des Tunnels kehrten wir noch in einem kleinen Café ein und gönnten uns einen leckeren Kaffee, bevor wir denselben Weg wieder zurückgingen. ☕

    Einzig schade fanden wir, dass nur relativ wenig über den eigentlichen Salzabbau und die damaligen Arbeitsabläufe ausgestellt war. Wir hätten uns noch mehr originale Maschinen, Werkzeuge und Informationen gewünscht – das wäre für uns spannender gewesen als die vielen Freizeitanlagen.

    Trotzdem hat uns die Salina Turda unglaublich begeistert. Die besondere Atmosphäre, die stimmungsvolle Beleuchtung und dieser einzigartige Ort tief unter der Erde machen den Besuch zu einem echten Erlebnis. Für uns definitiv eine Sehenswürdigkeit, die lange in Erinnerung bleiben wird und die wir jedem empfehlen können. 💙
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