• Die Schlucht Aït Mansour

    19. februar 2025, Marokko ⋅ ☀️ 14 °C

    Was für ein Tag! Ich habe beschlossen, noch einen Tag hier zu bleiben und das Tal Aït Mansour zu besuchen. Es war der Wahnsinn.

    Am Morgen hingen noch ein paar Wolken in den Bergen vom Regen der letzten Nacht. Vor dem Losfahren kamen noch ein paar Ziegen und Schafe vorbei, um einmal Hallo zu sagen.

    Um zu den Schluchten von Aït Mansour zu kommen bin ich aus Tafraoute gen Süden die R107 gefahren und dann links in die Berge abgebogen. Ein Teil der Strecke führte mich über Serpentinen 700 Meter in die Höhe, bevor der Abstieg (500 Meter Gefälle) zu den Schluchten von Aït Mansour begann. Es eröffneten sich wunderbare Ausblicke. Die Straße war einspurig, aber gut zu befahren. Das Überholverbotsschild auf der einspurigen Straße machte mich kurz etwas stutzig, aber hier fahren alle entspannt und defensiv.

    Überall am Wegesrand tauchten Mandelbäume auf und standen zusehends in voller Blüte – was für ein tolles Bild! Angekommen im Tal, eröffnete sich eine Palmenoase – einfach atemberaubend! Nach den kargen Felsen tauchte ich hier nun ins wahre Grün ein. Ich hätte alle drei Meter anhalten können. Ich fuhr zu einem Parkplatz und wanderte durch die Palmenoase.

    Weiter ging es durch kleine Dörfer und enge Gassen. Teilweise hatte ich Angst, dass ich nicht durchkomme, aber es klappte ganz gut.

    Die Rückkehr nach Tafraoute habe ich, wie empfohlen, über Timgdicht und Tizerkine angetreten. Die gute Straße nach Tizerkine war ein Klacks, doch dann ging es los – fast 30 km nur Schotter und ausgefahrene Spuren, teilweise kaum als Straße zu erkennen 🙈🙈🙈. Mit unter hatte ich das Gefühl, im Flussbett zu fahren. Das bedeutete max 25 km/h, aber Umdrehen war keine Option, also: Augen zu und durch.

    An einer super engen Stelle (rechts Fels, links Abhang) habe ich mir dann auch noch eine Schramme eingefangen, weil am Boden ein kleiner Fels herausragte, den ich nicht gesehen hatte. Ich war sehr erleichtert, als ich für die letzten Kilometer wieder auf eine asphaltierte Straße abbog. Aber am Abend war ich zwar fix und fertig, aber froh, diese Tour gemacht zu haben. Die Bilder geben diese Wahnsinns-Anblicke nicht wirklich wieder.
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