• Essaouira die Zweite

    4. februar, Marokko ⋅ 🌬 18 °C

    Am Mittwoch bin ich wieder einmal nach Essaouira gefahren. Ich habe herausgefunden, dass ich direkt an der BAB Marrakesch auf einem Parkplatz vor der Medina stehen und sogar übernachten darf. Gar nicht so leicht, dort hinzukommen: Die Stadt ist sehr konsequent, was Camper angeht. Fast alle Einfahrtsstraßen sind für Wohnmobile gesperrt. Eine einzige Zufahrt führt zu diesem Parkplatz, auf dem offiziell Wohnmobile stehen dürfen, ebenso wie entlang der Zufahrtsstraße.

    Ich habe einfach einen Polizisten gefragt, wir haben nett geplaudert, und er hat mir das bestätigt. Das Ganze war ziemlich lustig: Ich stand mitten an einer Kreuzung, und während wir redeten, mussten alle um mich herumfahren, aber das stört hier wirklich niemanden.

    Über den Preis fürs Parken musste ich ordentlich verhandeln. Am Ende habe ich den angeschlagenen Preis bezahlt und keinen Dirham mehr. Ursprünglich wollte er nämlich das Doppelte 🙈.

    Diesmal habe ich mir die Stadtmauer von Essaouira genauer angeschaut. Sie wurde nicht nur zum Schutz vor Feinden errichtet, sondern auch, um die Stadt vor dem tosenden Atlantik zu verteidigen. Die heutigen Befestigungsanlagen stammen größtenteils aus dem 18. Jahrhundert und wurden unter Sultan Sidi Mohammed Ben Abdallah gebaut, der Essaouira gezielt als befestigte Hafenstadt plante. Der französische Militäringenieur Théodore Cornut war maßgeblich an der Planung beteiligt, was man an der fast europäischen Festungsarchitektur gut erkennt.

    Besonders beeindruckend ist die Skala de la Kasbah mit ihren alten Kanonen. Viele dieser Kanonen sind portugiesischen Ursprungs und stammen teils noch aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurden bewusst zum Meer ausgerichtet – weniger für tatsächliche Seeschlachten, sondern als klare Machtdemonstration gegenüber Piraten und fremden Mächten. Gleichzeitig bot die massive Mauer Schutz vor Sturmfluten und der permanenten Brandung des Atlantiks.

    Später habe ich noch etwas Schmuck gekauft und bei Ibrahim, meinem Wüstenguide vom letzten Jahr, Tajine gegessen und Tee in seinem Laden getrunken. Am Abend bin ich erschöpft in den Camper zurückgegangen und habe erstaunlich gut auf dem Parkplatz geschlafen.
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