• Auf zum Kamelmarkt

    20.–21. feb., Marokko

    Am Tag vor dem Kamelmarkt kam ich in Guelmim an. Gegenüber vom Markt gibt es einen einfachen Schotterplatz, auf dem schon etwa dreißig andere Camper standen. Also stellte ich mich einfach dazu und verbrachte dort die Nacht.

    Am nächsten Tag bin ich früh aufgestanden und gegen sieben Uhr rüber zum Markt gegangen. Schon auf dem Weg dorthin fielen mir die riesigen Lastwagen auf, die bis oben hin mit Stroh beladen waren. Die Ladung war so hoch gestapelt, dass die Trucks fast doppelt so groß wirkten – kaum vorstellbar, wie sie damit über die Straßen gefahren sind.

    Zu dieser frühen Stunde waren schon viele Händler und Käufer unterwegs. Ich bin einfach eine Weile herumgelaufen und habe das Treiben beobachtet.

    Besonders spannend fand ich das Handeln. Die Männer stehen oft in kleinen Gruppen zusammen, schauen sich die Kamele genau an und diskutieren lange über den Preis. Dabei wird viel geredet, gestikuliert und verhandelt. Erst wird das Tier gründlich begutachtet – Zähne, Größe, Kondition – und dann beginnt das eigentliche Feilschen. Wenn man sich schließlich einig wird, besiegelt oft ein Handschlag den Handel. Man merkt schnell, dass hier viel Erfahrung und Tradition dahintersteckt.

    Zwischen den Tieren herrscht ein ziemliches Durcheinander: Kamele werden durch die Menge geführt, Händler rufen sich etwas zu, überall stehen Menschen zusammen und diskutieren. Staub, Stimmen und Bewegung – ein ziemlich lebendiges Bild.

    Nachdem ich eine ganze Weile zugeschaut hatte, bin ich noch auf den Markt nebenan gegangen und habe ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Danach ging es zurück zum Camper.

    Der Besuch auf dem Kamelmarkt war auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis und ein spannender Einblick in eine Tradition, die hier immer noch ganz selbstverständlich zum Alltag gehört.
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