• Tag 2: Houston bis Buenos Aires

    September 22 in Argentina ☁️ 15 °C

    Wir starten mit leichter Verspätung und nach einem weiteren Essen, sehr scharfes Curry, dass noch länger im Mund nachbrennt, geht dann auch recht schnell das Licht aus.
    Unser Schlaf wird nur etwas unterbrochen von mehreren regelmäßigen Turbulenzen, die uns nicht gerade angenehm in den Schlaf schaukeln.
    Etwa eine Stunde vor Landung bekommen wir noch einen Wrap mit Kartoffeln und wieder Getränke, dann geht es bald an die Landung. Mit wieder etwas Verspätung erreichen wir Buenos Aires.
    Geduldig warten wir, bis wir unser Handgepäck aus den oberen Fächern haben, dann verlassen wir das Flugzeug. Ein kalter Luftzug kommt uns zwischen Flugzeug und Verbindungsgang entgegen. Kein Wunder! Obwohl es kurz nach 8 Uhr morgens ist, ist es nur 6 Grad warm. Hier ist ja auch erst Frühling.
    Wir gehen also durch die erste Passkontrolle und bekommen unser 90 Tage Visum. Dann geht es weiter zur Gepäckaufnahme. Ein Fahrradkarton steht schon da und unsere beiden Gepäckkartons drehen schon ihre Runde auf dem Gepäckband. Das ging ja schnell! Bleibt nur noch, auf das andere zu warten, dann die Fahrräder zusammenzubauen und dann ins Zentrum zu fahren.
    Ich mache mich also auf die Suche nach meinem Rad, als eine Frau zu Lukas kommt und ihn fragt, ob die Kartons von ihm sind. Dann sagt sie ihm noch etwas anderes. Als ich zu ihnen dazu stoße, erfahre ich, dass wir nicht länger warten brauchen. Mein Fahrrad wird nicht mehr kommen. Es ist noch in Houston.
    Was? Wie kann das denn sein? Die Frau führt uns an den Schalter (wohl der für verlorene Gepäckstücke) und klärt es. Das Fahrrad wird morgen nachkommen, wenn der nächste Flieger Buenos Aires erreicht.
    Und wie kommen wir dann in die Innenstadt? Wir haben nämlich noch 40 km zu fahren. Unser Plan, die Fahrräder am Flughafen zusammenzubauen und dann schonmal die erste Erkundungstour zu machen, ist also aufgehoben. Und jetzt? Ein Fahrrad haben wir ja und die zwei Boxen auch. Bauen wir dann eins zusammen?
    Wir beschließen, dass das keinen Sinn macht, weil wir dann größere Probleme haben werden, das Fahrrad in einen Bus oder ähnliches zu bekommen. Wir erklären unsere Situation der Frau und sie meinte, wir können ein Taxi nehmen und dann das Ticket einreichen. Ok, das wäre dann also geklärt!
    Aber wie komme ich wieder an mein Fahrrad? Wir bekommen eine WhatsApp-Nummer und geben die Adresse an, wo unsere WarmShowers-Hosts für die nächsten zwei Tage wohnen. Zunächst befürchten wir, dass wir das Fahrrad wieder am Flughafen abholen müssen, erfahren dann aber zu unserer Erleichterung, dass es geliefert wird. Und falls es Probleme geben sollte, können wir über die Nummer nachhaken.
    Solange wir noch WLAN haben, nutzen wir also die Zeit um noch ein bisschen was zu klären, eilig haben wir es jetzt ja nicht mehr, da Julia, unser einer Host, erst gegen Mittag nach Hause kommt.
    Draußen vor dem Flughafengebäude nehmen wir uns also ein Taxi und bekommen mit Mühe und Not das Gepäck rein. Dann bezahlen wir und die Fahrt geht los.
    Der Taxifahrer spricht nur wenig Englisch und mit unseren geringen Spanischkenntnissen und der Übermüdung dauert es erstmal eine Weile, bis wir so richtig ins Gespräch kommen. Dann unterhalten wir uns in einem Mix aus Englisch und Spanisch und versehentlich eingebaute Brocken von Deutsch, Französisch und sogar Suaheli über unsere Reise, den patagonischen Wind und Fußball. Schließlich sieht man immer wieder die Plakate von Maradona und Messi neben der Straße.
    Problemlos erreichen wir die Adressen von Julia und Lee, beide aus den Staaten. Da Julia noch nicht da ist, warten wir vor der Tür.
    Als sie dann kommt, laden wir die Kartons und den sehr kleinen und alten Fahrstuhl und fahren damit in die in 7. Stock gelegene Wohnung. Nach kurzem Austausch machen wir uns erstmal auf die Umgebung zu erkunden, da Julia noch arbeiten muss.
    Zunächst holen wir bei Western Union Geld, das wir allerdings nur sehr zögerlich bekommen. Argentinien, so muss man wissen, ist wegen der hohen Inflation etwas kompliziert was die Bezahlung angeht. Bargeld abheben an Automaten lohnt sich wegen der hohen Gebühren nicht, also kann man sich Geld über Western Union schicken. Aber Geld auszuzahlen statt zu wechseln machen sie nur ungern, da der Verdienst so natürlich geringer ist. Natürlich haben wir auch Dollar mitgebracht, aber nicht genug, um damit die ganze Reise zu finanzieren. Später stellen wir auch fest, dass die Bezahlung per Kreditkarte auch nicht immer problemlos funktioniert. Das ganze stellt sich also als schwieriger, da es gedacht.
    Nachdem wir also ein paar Scheine des argentinischen Pesos ergattern konnten, machen wir uns auf eine Simkarte zu besorgen. Wir haben gelesen, dass die Simkarte von Claro die beste Abdeckung hat. Deshalb suchen wir einen Shop. Dort erfahren wir dann, dass wir in dem Shop nur eine Simkarte kaufen können, allerdings nicht aufladen. Dazu müssen wir einen Kiosk aufsuchen, in dem wir dann die Karte aufladen können. Die Einheimischen können das direkt über die App bezahlen, aber da wir keine argentinische Steuernummer haben, müssen wir das immer in Kiosks erledigen.
    In dem ersten Kiosk, den wir erreichen, können wir nur in bar zahlen und da das mit der Bargeldbesorgung sowieso so schwierig ist, lehnen wir ab. Wir suchen also einen weiteren Kiosk. Dort sitzen zwei junge Mitarbeiter hinter der Theke und versuchen mit Begeisterung ein paar Worte Englisch in das Gespräch einfließen zu lassen.
    Wir laufen noch ein bisschen durch die umliegenden Parks, beobachten das Gewusel und essen Empanadas, also Blätterteigtaschen gefüllt mit Gemüse und besonders mit Käse. An dem einen Kiosk fragen wir die Besitzerin, mit was die Taschen gefüllt sind. Käse, antwortet sie und zwar bei jeder einzelnen Tasche.
    Danach kaufen wir noch in einem großen Supermarkt ein und sind etwas überrascht über die hohen Preise. Abends lernen wir dann Lee kennen und verbringen noch einen schönen Abend mit Julia und Lee zusammen.
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