• Tag 21: RP 61 bis RP 60

    October 11 in Argentina 🌬 16 °C

    Die Nacht ist leider nicht ganz so leise wie erhofft. Die Straße ist doch noch zu nahe.
    Dafür haben wir aber Rückenwind und davon nicht zu wenig.
    Es folgt ein Hügel nach dem anderen! Ist man über eine Kuppe drüber, sieht man dahinter gleich unzählige weitere. Zusätzlich zu dem Rückenwind erfreuen wir uns hauptsächlich an den angenehmen Abfahrten, bei denen wir es einfach mal rollen lassen können. Und das lassen wir es auch!
    Das alleine wäre auch nicht zu einem Problem geworden, wäre da nicht ein Schlagloch auf einer Brücke, welches ich erst spät sehe. Ohne groß Zeit für eine Warnung zu haben, bremse ich ruckartig ab. Lukas, nicht darauf gefasst, schafft es nicht rechtzeitig zu bremsen und fährt von hinten in mich hinein. Es macht einen lauten Schlag, ein Schrei und ich hoffe nur, immer noch nach vorne schauend, dass Lukas nichts passiert ist.
    Mein Fahrrad bleibt abrupt stehen. Dann taucht Lukas neben mir auf, erschrocken aber ansonsten wohlauf. Puh!
    Wir steigen von den Rädern ab, um uns davon zu überzeugen, dass es dem anderen auch gut geht. Ja, nichts ist passiert!
    Also erstmal von der Brücke schieben und den Schock überwinden. Nur, dass das nicht geht. Mein Hinterrad dreht sich nicht mehr. Mist und jetzt?
    Ein Blick nach hinten und der Grund ist klar. Zum Glück ist das Ausmaß verhältnismäßig gering. Als wir die Taschen hinten abnehmen ist es doch schon witzig. Durch den Aufprall hat sich das hintere Schutzblech ans Rad gedrückt und durch die Geschwindigkeit zusammengefaltet, sodass es fein säuberlich unter dem Gepäckträger hängen geblieben ist.
    Ist einmal der Gepäckträger angenommen, ist der Schaden schnell behoben. Wir biegen einfach das Schutzblech auf und schon sieht es fast aus wie davor. Nochmal Glück gehabt, dass es nur das war!
    Ab jetzt fahren wir etwas langsamer und kommen bald in den Ort „Sierra Grande“, dem „Großen Gebirge“. Dort wollen wir Wasser auffüllen und vielleicht noch eine Kleinigkeit essen.
    Wasser bekommen wir an einer Tankstelle, an der es kostenlose Heißwasserautomaten gibt. Der hier so beliebte Mate darf nie ausgehen!
    Dann, fast schon aus dem Ort raus, entdecken wir ein Restaurant. Ich schaue mir kurz die Speisekarte an und dann entscheiden wir uns dazu, hier etwas zu essen. Wir entdecken zu viele leckere Dinge und bestellen sie einfach alle. Neben einer dick belegten Pizza bestellen wir ein Omelette mit Käse und Schinken, einen dicken Kartoffel-Ei-Pfannkuchen und zwei Spiegeleier. Die Bedienung ist sichtlich erstaunt und fragt uns noch, ob wir die ganze Pizza oder doch eher die halbe wollen. Das ist ganz üblich hier, dass ganze und halbe Pizzen angeboten werden. Wir nehmen aber die Ganze.
    Das Essen, das insgesamt für gut 4 Personen gereicht hätte, waren doch um die 10 Eier darin enthalten, ist am Ende bis auf zwei Stück Pizza aufgegessen. Und das für etwa 36 € mit Trinkgeld!
    Wir rollen merklich aus dem Restaurant und noch ein gutes Stück weiter. Kurz vor unserem Schlafplatz sehen wir einige Papageien auf einem Parkplatz und biegen dann auf eine kleinere Ruta ab. Daneben können wir dann ganz ohne Zaun das Zelt aufbauen und haben hoffentlich eine ruhigere Nacht als die zuvor.
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