Geschichten ausm Paulaner Garten
16 maggio, Stati Uniti ⋅ 🌙 12 °C
So langsam kann ich meine eigenen Stories nicht mehr glauben. Heute Morgen wollte ich früh loslaufen, da 23 Meilen ohne Wasser vor mir lagen und ich den Großteil in der kühlen Morgenluft bewältigen wollte. Natürlich wurde es später als geplant. Trotzdem ging es noch recht zeitig los. Allerdings merkte ich nach wenigen Minuten, dass ich die Schlüsselkarte vom Hotel noch in der Hosentasche hatte. Also durfte ich erst mal wieder zehn Minuten zurücklaufen, um sie abzugeben.
Als ich dann endlich richtig startete, konnte ich noch ein paar Sprachnachrichten an Freunde schicken und mit meinem Vater telefonieren.
Während des Telefonats kam ich an eine Kreuzung, an der ein Auto mit offenem Fenster anhielt. Kurz dachte ich schon, dass mich um sechs Uhr morgens irgendeine dubiose Person anquatschen wollte. Es war allerdings nur ein Polizist, der mich freundlicherweise über die Straße gehen ließ.
Kaum hatte ich das Gespräch mit meinem Vater beendet, rannte plötzlich ein Hund auf mich zu und knurrte mich heftig an. Ich konnte ihn mit meinen Stöcken auf Abstand halten und zurückdrängen. In genau diesem Moment kam der Polizist angefahren und verjagte den Hund mit seinem Auto. Er wäre beinahe über ihn drübergefahren, hielt ihn aber ziemlich souverän in Schach. Der Hund versuchte immer wieder, zu mir zu kommen, wurde jedoch vom Polizisten abgehalten, der sein Auto ständig zwischen uns manövrierte. Ich war ihm wirklich unglaublich dankbar und rief ihm ein lautes „Thank you!“ hinterher. Er antwortete mit einem noch lauteren „You’re welcome!“
Das ist schon wieder so eine Geschichte, die ich selbst kaum glauben würde, die aber wirklich keine Story aus dem Paulaner Garten ist. 😁
Der Vormittag lief ansonsten ganz gut, auch wenn ich mich einmal verlief und dadurch etwa 45 Minuten verlor. Immerhin lagen kleinere Berge vor mir, die etwas Schatten versprachen.
Oben auf einem der Berge wagte ich noch einmal einen letzten Blick zurück und konnte Lordsburg und die Big Hatchet Mountains sehen. Was für eine schöne Verabschiedung! Ein Blick zurück lohnt sich manchmal eben doch. Vor allem war ich in diesem Moment stolz darauf, diesen Teil der Wüste geschafft zu haben. Und das sogar ganz ohne Schlangenbiss. 😂
Der restliche Tag bescherte mir noch einen unerwarteten Anstieg, den ich aber sehr gerne in Kauf nahm, da ich endlich unter Nadelbäumen im Schatten laufen konnte. Was für ein Gefühl! Dabei hörte ich „Cardigan Song“ von Kikagaku Moyo und war einfach glücklich.
Auf dem Weg zum letzten Water Cache des Tages, das von Trail Angels betrieben wurde, traf ich einen Mann, der mich fragte, ob ich Wasser bräuchte. Das ist wirklich unfassbar nett, vor allem wenn man bedenkt, dass es hier keinerlei natürliche Wasserquellen gibt.
Abends gab es am Water Cache nach fast 32 Meilen erst einmal eine warme Sprite. Wie geil! Meine erste richtige Trail Magic.
Nach zwei Portionen Ramen mit Thunfisch und einer Behandlung meiner Blase bin ich direkt eingeschlafen. Allerdings schlief ich etwas unruhig, weil ich bei der Suche nach meinem Zeltplatz meinte, Bärenspuren gesehen zu haben. Außerdem stand dort noch ein großes Schild mit der Aufschrift „Bear Country“ inklusive entsprechender Hinweise.Leggi altro



























ViaggiatoreVon Schlangen zu Bären, herrlich 😂