• Der mit dem Wolf tanzt 🐺

    17 maggio, Stati Uniti ⋅ ☀️ 34 °C

    An diesem Morgen wünschte ich mir, noch ein paar Stunden länger schlafen zu können. Allerdings musste ich früh raus, um einen größeren Berg in der Kühle zu bewältigen. Ich snoozte etwas länger, als ich wollte, packte dann aber zügig meine Sachen zusammen und ging los.

    Glücklicherweise kamen keine Bären zu meinem Zelt. 😁

    Die etwa 600 Meter Aufstieg zu diesem Berg, den ich schon am Vortag gesehen hatte – dem mit den Antennen auf der Spitze – waren der steilste Anstieg, seitdem ich auf dem CDT unterwegs bin. Es lief überraschend gut und ich genoss das neue Umfeld. Den halben Morgen war ich zwischen Bäumen unterwegs und durfte endlich wieder Nadelwald riechen.

    Gegen Mittag kam ich an einem Water Cache an und machte dort eine kleine Pause. Die nächsten 15 Meilen zogen sich allerdings. Irgendwie kostete mich der Anstieg doch mehr Kraft, als ich erwartet hatte. Die Landschaft war leider auch nicht besonders spannend, bis ich schließlich in einen Canyon kam. Dort war es unglaublich schön.

    Außerdem hatte ich dort die Gelegenheit, einen Kojoten oder vielleicht sogar einen Wolf zu sehen. Erst dachte ich, es wäre ein Wolf, war mir dann aber doch nicht sicher. Das Tier war auf jeden Fall größer als ein Schäferhund. On top habe ich keine Stunde später auch noch Spuren von Bären gesehen. Hier scheint wirklich tierisch was los zu sein.

    Kurz vor dem zweiten Water Cache traf ich auf eine Frau, die gerade mit ihrem Hund spazieren war. Sie fragte mich, ob ich Wasser benötigte, was ich dankend ablehnte, da ich kurz vor dem Cache war. Sie meinte, dass dort genug Wasser sei, weil sie gerade selbst welches hingebracht hatte. Ich bedankte mich herzlich dafür, dass sie die Wanderer mit Wasser versorgt.

    Im Gespräch bestätigte sie mir, dass es hier in der Gegend Kojoten gebe und Wölfe vermutlich erst weiter nördlich unterwegs seien. Außerdem meinte sie, dass hier gelegentlich ein einzelner Schwarzbär herumstreife und die Fußabdrücke, die ich ihr zeigte, vermutlich von diesem stammten.

    Abschließend kann ich nicht sagen, ob es ein Kojote oder ein New Mexican Wolf war, aber es war ein tolles Erlebnis, ein solches Tier in der Wildnis zu sehen. Leider war das Tier so schreckhaft, dass ich es nur für einen kurzen Augenblick zu Gesicht bekam.

    Spannend war auch, wie viel die Frau über diese Gegend wusste. Ich fragte sie, ob sie Rangerin sei. Sie musste lachen und sagte: „Nein, bin ich nicht. Aber ich bin im Search-and-Rescue-Team, falls hier Wanderer verloren gehen.“ Der Hund sei sogar ein Suchhund.

    Nachdem wir uns verabschiedet hatten, lief ich noch etwa eine Meile weiter und schlug mein Zelt auf. Ich versuchte, ein wenig aus dem Tal herauszukommen, um möglichst weit weg von dem Bären zu sein.

    Im Zelt schlief ich dann ziemlich schnell ein.
    Leggi altro