• Lac Vert bis Abri du Neurod

    May 16 in France ⋅ ⛅ 5 °C

    Dicke Schneeflocken fallen am späten Abend vom Himmel und frieren an den Zeltwänden fest! Trotz der in Spitze minus 1,1 Grad hatten wir eine erstaunlich warme Nacht. Zum Glück, denn unser Setup ist nicht für diese Temperaturen ausgelegt. Am Morgen gibt es pünktlich zum Kaffee ☕️ ein bisschen Eis und Schneefall und der örtliche Jäger (glauben wir) grüßt und fragt ob wir auch gut geschlafen haben. Das Zelt müssen wir nass einpacken.

    Durch die zauberhaft, weiß gezuckerte Hochebene laufen wir Richtung Col de la Schlucht. Keiner ist hier, der Wind aus Westen ist beachtlich und kalt! Verdammt kalt.
    Zwischen den Wolken kommt die Sonne raus um uns zu wärmen, Zack da ist sie wieder weg. Traumhaft schön hier oben und unangenehm zu gleich.
    Bis zum Abstieg zum Col de la Schlucht sind wir alleine hier oben. Dann fluten Tagestouristen den Berg. Wir runter, alle anderen hoch. 😅

    Nach 6,3 Km machen wir am COL im Bistro eine Pause. Je 2 Kaffee und 2 Croq. Powerbank laden, Toilette usw. Gute 1,5 Stunden sitzen und essen wir. Dann geht der Tag erst so richtig los. Ab in die Steilwand!
    Kraxel, klettern, festhalten. Auf 4 km Länge dürfen wir achtgeben wo die Füße treten. Leitern, Seile, Geländer, gut ausgebaut ist der Abschnitt schon. Muss auch, da sehr viele Menschen diesen Weg gehen. Sehr viele! Hier ist was los! Tja, nicht so unser Ding aber weiter geht es. Am Ende steht eine kleine Hütte, wo sich alle tapferen Kraxler erfrischen.

    Wir nutzen hingegen den Wind und trocknen unser Zelt. 💨 Das hat gut funktioniert. Innerhalb von 8-10 Minuten war das DCF fast ganz trocken. Durch den Wald starten wir steil bergauf durch. Allerdings mit vielen anderen. Nicht nur auf dem Trail ist viel los, leider auch daneben. Die Rettungsdecke war schon von Weiten zu sehen. 3 Männer stehen telefonierend neben einer Person. Okay hier ist ausreichend Hilfe. Weiter geht’s. Kurze Zeit später sehen wir schon den Rettungshubschrauber im Anflug… 🚁

    Oben angekommen, geht es ein paar Minuten recht flach. Vorwärtskommen! Dann steigen wir zum Lac du Schiessrotried ab. Dort angekommen folgt der nächste Abstieg zum Lac du Fischboedle. Die folgende Waldautobahn sollte uns eigentlich ein paar mehr Meter an diesem Tag schenken. Plötzlich Motorgeräusche! Ein Polaris Buggy ballert an uns vorbei. Die Steine fliegen nur so durch die Luft. Was soll der Mist? Ein paar Kurven später lüftet sich das Geheimnis.

    Almaufstieg, so könnte man es nennen. Rund 10 Kühe & Kälber 🐮 stapfen vor uns auf die Straße. Heute macht man das alles mit Hilfe von Polaris Buggy’s. Schwierig finden wir. 1 Std hat uns der ganze Scheiss gekostet, mal ab der Motorengeräusche. Ach ja, das Personal zur Verstärkung wurde mit einem Quad nach oben gebraucht. Selbsterklärend sehr schnell und laut. Schwierig! Wir folgen den Kühen nicht nur auf den Forstweg, nein auch auf die Weide tapern wir hinter her. Der Weg führt ganz genau über diese Wiese. Und die Kühe? Na die mögen die Blätter unserem Wegesrand scheinbar lieber als das Gras auf der Wiese und so müssen wir den großen Bogen in Kauf nehmen. Logo!!

    Gerade mal ein paar hundert Meter können wir uns über einen schönen Wald-Single-Trail freuen. Dann geht es rund 2 Km über Boulder, immer entlang der Steilwand zum Lac du Altenweiher. Puh, echt anstrengend, kein normaler Tritt ist möglich, Wahnsinn! Klar, hier ist es mega schön! Absolut. Seit Stunden keinen Wander gesehen. Nach diesem Weg folgt der steile Aufstieg zum Refuge Du Rainkopf. Am Ende haben wir also die Hochebene wieder erreicht.

    Wir sind schon recht müde, müssen aber die paar Meter Umweg zum Refuge zur Wasseraufnahne in Kauf nehmen. Nach dem wir erfolgreich unser Rucksackgewicht erhöht haben, geht es über den 1.309 Meter hohen Rainkopf. Anschließend folgt der Rothenbachkopf Gipfel und schlussendlich der Batterienkopf. Der Wind ist zurück und treibt uns aus Westen die Kälte in den Körper. 🥶

    Puh, arsch kalt hier oben! Die unbemannten Hütte Abri du Neurod erreichen wir gegen 20:20 Uhr. Das Shelter ist schon belegt und so bauen wir unser Zelt davor auf. Den gesamten Tag über wechselten sich Sonne, Regen und Schnee ab. Irgend was war immer. Irgendwie war es ein krasser Tag an dem viel passiert ist. Wir sind platt, haben Hunger und müssen uns wärmen. Ab ins Zelt & Essen! 🥱

    ➡️ 29,3 km ⬆️ 1.454 hm ⬇️ 1.373 hm
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