• Alex und Franzi on trail
  • Alex und Franzi on trail

Hexatrek - Sektion 1 - 2/2

Für uns geht es weiter auf dem Hexatrek: 460 Kilometer von Châtenois, wo wir letztes Jahr pausiert haben, bis nach Nyon an den Genfer See. Read more
  • Trip start
    May 14, 2026

    Châtenois - Koenigsstuhl

    May 14 in France ⋅ ☁️ 6 °C

    Es ist 09:20 Uhr. Wir stehen am Busbahnhof in Selestat! Als wir den Bus betreten und am Scanner unsere Tickets bestätigen, fragt der sympathisch lächelnde Busfahrer: Ist euch nicht kalt? - dann lacht er! Er spricht unsere kurzen Hosen an! Der Bus ist voll mit Wanderern, alle in voller Montour! Lange Hose, schwere Schuhe, dicke Jacken. Und wir? Neben der kurzen Hosen haben wir spontan noch ein T- Shirt unter Sunhoody oder Hemd gezogen und denken das sollte, abgesehen vom Regen, passen!

    Wir steigen 10 Minuten später wieder aus und stehen an der Hauptstrasse in Châtenois. Genau hier haben wir vor einem Jahr den Hexatrek verlassen. Und heute geht es für uns weiter. Geplant sind die nächsten 460 Kilometer bis zum Ende der Sektion 1. 🤗

    Es geht für uns direkt rein in den Wald und erstmal bergauf. Nach kurzer Zeit auf dem Trail erreichen wir das Highlight der Region. Das Chateau du Haut Koenigsbourg. Da waren die ersten 450 HM im Kasten. Viel los hier oben am Chateau! 45 min lang waren wir auf dem Trail nicht alleine. Viele Tagestourer sind hier am Feiertag unterwegs. Doch dann waren plötzlich alle weg, wie vom Erdboden verschluckt.

    In Thannenkirch machen wir nach ca 3 Stunden auf der Bank der Publictoilet unsere erste Pause. Die Mägen sind erstaunlich leer! Nach dem Wettercheck tigern wir direkt wieder los. Es soll regnen. Vllt schaffen wir es noch vor dem Regen bis zum nächsten Ort Ribeauville. Nein, natürlich nicht! Aber der Regen hält sich in Grenzen und liefert nicht wie angekündigt.

    An den Ruinen Trois Chateau, kurz vor Ribeauville, treffen wir wieder auf eine ganze Menge Tagestourer. BTW - wirklich tolle Ausblicke Richtung Freiburg im Breisgau. Toll! In Ribeauville gibt es im örtlichen Hotel einen Kaffee, noch schnell am Brunnen des Dorfes unser Wasser aufgefüllt und weiter geht’s. Berg auf! Puh! Das zieht sich fast 10 km nur bergauf. Klar nicht soo steil aber trotzdem. Um 18:25 erreichen wir die angepeilte Area für heute Nacht. Auf 954 Meter Höhe sind wir jetzt, direkt am Koenigstuhl. Der Wald hier oben ist unglaublich schön! Hohe Kiefern, Moos, die Vögel trällern. Wir hätten uns nicht schöneres für die erste Nacht wünschen können. Aber es wird schnell kalt… Das Wetter sagt für heute Nacht Schnee vorher 😵‍💫 und um 07:00 Uhr am nächsten Morgen sollen es 0 Grad sein. Ohje. Jetzt, um 21:00 Uhr haben wir 3,5 Grad, Windstill. Ab und an zieht eine leichte Briese durch den lichten Wald. Die sind auf jeden Fall kalt! Zumindest mal haben wir jetzt alles an Klamotten an, was wir dabei haben. Für uns geht ein wunderbarer erster Tag auf unserem Weg nach Nyon am Genfer See vorbei!
    Jute Nacht und bis Moijen

    ➡️ 29,2 km ⬆️ 1.418 hm ⬇️ 678 hm
    Read more

  • Koenigsstuhl bis Lac Vert

    May 15 in France ⋅ ⛅ 2 °C

    Es regnet in der Nacht. Die Wolken wechseln sich mit den Sternen ab. Es ist kalt. 2,9 Grad, für mehr hat es auch am Morgen nicht gereicht. Die Vögel trällern schon längst ihre Lieder, die Sonne ist aufgegangen und wir starten in den Tag, klar - mit Kaffee! ☕️
    Beim Abbau und Räumen beginnt es schon wieder zu regnen.

    Die ersten 4 km auf dem Trail sind sehr schön und ruhig. Es geht unbeschwerlich auf einem schönen Pfad durch den grünen Wald. Alleine, keiner da!
    Nach kurzer Zeit erreichen wir Aubure.
    In der kleinen Bar & Epicerie genehmigen wir uns jeweils 2 Café Americano, 1 Croissant mit Mandel und zwei Croissant mit Mandel und Schoko. Damit wäre die Auslage… leer. 🤣
    Ein wirklich sehr süßer kleiner Laden ist das.

    Nach einer ausgiebigen Pause geht es für uns bergauf final bis auf 1.229 Meter.
    Im Schneetreiben erreichen wir bei 1,7 Grad Le Grand Brezouard. Es schneit, es ist kalt!
    Was ist hier bloß los! Keiner ist hier, diese mystische Stimmung und die Kälte gehört uns. Es ist sehr schön hier im verwunschenen Wald.
    Im Abstieg läuft ca 10-15 Meter vor uns ein Wildschwein von rechts nach links über den Weg. Ups. Es ist schon eine ganze Weile her, dass wir mal eines Gesehen haben. Nunja, da war es wieder weg. 🐗

    Auf dem weiteren Abstieg zum Col des Bagenelles bleibt der Weg matschig und die Forstarbeiter stehen auch lieber beim Rauchen zusammen. Das Refuge am COL hat natürlich geschlossen. Also schnell in den Abstieg nach le Bonhomme auf 670 Meter.
    Es regnet! Es ist ein schönes Tal finden wir. Wir machen Pause in einer „La Schlitte“. Ein Bar/Restaurant. Die Küche ist bis 19 Uhr dicht, aber es gibt Apfeltart, Café und Cola. Perfekt! Wir warten etwas den Regen ab, zum Abend hin soll sich das Wetter bessern. 🤞🏻

    20,5 km haben wir heute bis hier her gelaufen. Wollen wir den Biwak Regularien aus der HexaTrek App folgen, kommen noch weiter 14,5 km hinzu! Der Regen wird weniger und wir starten wieder los. Ein recht langer Aufstieg durch den Wald, final bis auf 1.300 Meter steht uns bevor. Eigentlich geht es bis auf kleine Ausnahmen ab jetzt nur noch bergauf.
    Das Wetter hält, bis wir den Téte des Faux auf 1.208 Metern erreicht. Es beginnt zu regnen… Schneeregen! Die eh schon niedrigen Temperaturen ziehen nochmals an!

    Nach einer Weile kreuzen wir eine Straße. Hier gibt es Liftanlagen, Sommerrodeln, Hotels und trotz der recht widrigen Bedingungen ist hier oben einiges los! Nichts für uns und so geht es für uns direkt weiter. Vorbei an Lac Blanc wo wir die Hochebene auf 1.300 Metern erreichen. Die Sonne kommt raus! ☀️ Wääärme uns!! Biiitte! Der Wind hier oben und krass und kalt! Auch das noch! schnellen Schrittes verpassen wir den Weg direkt am Steilhang mit Blick auf den See. Wir laufen weitere 5 Km mit eisigem Wind aus Westen, bevor wir den Abzweig zum Biwakspot nach Osten folgen und somit aus dem Wind sind! 130 Meter Abstieg in Richtung Lac Vert und wir erreichen ein altes Haus mit der sehr geraden Grasfläche. Und Wasser! Nice.

    Nach dem wir das nasse Zelt aufgebaut haben, gefriert das Wasser an den Zeltwänden. 🧊 Wir haben einfach 0 Grad. Irre! Da bleibt keine Zeit mehr. Wir ziehen alles an was wir dabei haben und verkriechen uns in die Sommerschlafsäcke. 😅 Hunger! Um es heut unkompliziert zu halten gibt es Trek‘nEat! Es beginnt zu regnen. Eiskristalle prassen gegen die DCF Wände. Dann folgt Schnee. Viel Schnee! Die Schneeflocken sind so dick, das sie Geräusche machen wenn sie auf dem Boden aufkommen. Gute Nacht

    ➡️ 35,7 km ⬆️ 1.425 hm ⬇️ 1.200 hm
    Read more

  • Lac Vert bis Abri du Neurod

    May 16 in France ⋅ ⛅ 5 °C

    Dicke Schneeflocken fallen am späten Abend vom Himmel und frieren an den Zeltwänden fest! Trotz der in Spitze minus 1,1 Grad hatten wir eine erstaunlich warme Nacht. Zum Glück, denn unser Setup ist nicht für diese Temperaturen ausgelegt. Am Morgen gibt es pünktlich zum Kaffee ☕️ ein bisschen Eis und Schneefall und der örtliche Jäger (glauben wir) grüßt und fragt ob wir auch gut geschlafen haben. Das Zelt müssen wir nass einpacken.

    Durch die zauberhaft, weiß gezuckerte Hochebene laufen wir Richtung Col de la Schlucht. Keiner ist hier, der Wind aus Westen ist beachtlich und kalt! Verdammt kalt.
    Zwischen den Wolken kommt die Sonne raus um uns zu wärmen, Zack da ist sie wieder weg. Traumhaft schön hier oben und unangenehm zu gleich.
    Bis zum Abstieg zum Col de la Schlucht sind wir alleine hier oben. Dann fluten Tagestouristen den Berg. Wir runter, alle anderen hoch. 😅

    Nach 6,3 Km machen wir am COL im Bistro eine Pause. Je 2 Kaffee und 2 Croq. Powerbank laden, Toilette usw. Gute 1,5 Stunden sitzen und essen wir. Dann geht der Tag erst so richtig los. Ab in die Steilwand!
    Kraxel, klettern, festhalten. Auf 4 km Länge dürfen wir achtgeben wo die Füße treten. Leitern, Seile, Geländer, gut ausgebaut ist der Abschnitt schon. Muss auch, da sehr viele Menschen diesen Weg gehen. Sehr viele! Hier ist was los! Tja, nicht so unser Ding aber weiter geht es. Am Ende steht eine kleine Hütte, wo sich alle tapferen Kraxler erfrischen.

    Wir nutzen hingegen den Wind und trocknen unser Zelt. 💨 Das hat gut funktioniert. Innerhalb von 8-10 Minuten war das DCF fast ganz trocken. Durch den Wald starten wir steil bergauf durch. Allerdings mit vielen anderen. Nicht nur auf dem Trail ist viel los, leider auch daneben. Die Rettungsdecke war schon von Weiten zu sehen. 3 Männer stehen telefonierend neben einer Person. Okay hier ist ausreichend Hilfe. Weiter geht’s. Kurze Zeit später sehen wir schon den Rettungshubschrauber im Anflug… 🚁

    Oben angekommen, geht es ein paar Minuten recht flach. Vorwärtskommen! Dann steigen wir zum Lac du Schiessrotried ab. Dort angekommen folgt der nächste Abstieg zum Lac du Fischboedle. Die folgende Waldautobahn sollte uns eigentlich ein paar mehr Meter an diesem Tag schenken. Plötzlich Motorgeräusche! Ein Polaris Buggy ballert an uns vorbei. Die Steine fliegen nur so durch die Luft. Was soll der Mist? Ein paar Kurven später lüftet sich das Geheimnis.

    Almaufstieg, so könnte man es nennen. Rund 10 Kühe & Kälber 🐮 stapfen vor uns auf die Straße. Heute macht man das alles mit Hilfe von Polaris Buggy’s. Schwierig finden wir. 1 Std hat uns der ganze Scheiss gekostet, mal ab der Motorengeräusche. Ach ja, das Personal zur Verstärkung wurde mit einem Quad nach oben gebraucht. Selbsterklärend sehr schnell und laut. Schwierig! Wir folgen den Kühen nicht nur auf den Forstweg, nein auch auf die Weide tapern wir hinter her. Der Weg führt ganz genau über diese Wiese. Und die Kühe? Na die mögen die Blätter unserem Wegesrand scheinbar lieber als das Gras auf der Wiese und so müssen wir den großen Bogen in Kauf nehmen. Logo!!

    Gerade mal ein paar hundert Meter können wir uns über einen schönen Wald-Single-Trail freuen. Dann geht es rund 2 Km über Boulder, immer entlang der Steilwand zum Lac du Altenweiher. Puh, echt anstrengend, kein normaler Tritt ist möglich, Wahnsinn! Klar, hier ist es mega schön! Absolut. Seit Stunden keinen Wander gesehen. Nach diesem Weg folgt der steile Aufstieg zum Refuge Du Rainkopf. Am Ende haben wir also die Hochebene wieder erreicht.

    Wir sind schon recht müde, müssen aber die paar Meter Umweg zum Refuge zur Wasseraufnahne in Kauf nehmen. Nach dem wir erfolgreich unser Rucksackgewicht erhöht haben, geht es über den 1.309 Meter hohen Rainkopf. Anschließend folgt der Rothenbachkopf Gipfel und schlussendlich der Batterienkopf. Der Wind ist zurück und treibt uns aus Westen die Kälte in den Körper. 🥶

    Puh, arsch kalt hier oben! Die unbemannten Hütte Abri du Neurod erreichen wir gegen 20:20 Uhr. Das Shelter ist schon belegt und so bauen wir unser Zelt davor auf. Den gesamten Tag über wechselten sich Sonne, Regen und Schnee ab. Irgend was war immer. Irgendwie war es ein krasser Tag an dem viel passiert ist. Wir sind platt, haben Hunger und müssen uns wärmen. Ab ins Zelt & Essen! 🥱

    ➡️ 29,3 km ⬆️ 1.454 hm ⬇️ 1.373 hm
    Read more

  • Abri du Neurod nach Thann

    May 17 in France ⋅ ☀️ 15 °C

    Eine ruhige Nacht liegt hinter uns. Mit minus 0,2 Grad etwas wärmer als zuvor.😆 Dafür war es gefühlt die kälteste der 3 bisherigen Nächte. Kurz nach Sonnenaufgang scheint die Sonne direkt in unser Zelt! Perfekt, so wird direkt die Trocknung eingeleitet.👌🏽 Pünktlich 08:00 Uhr verlassen wir den Spot und traben entspannt die ersten 6,3 Km zum Le Markstein. Wir haben klare Sicht und können bis in die Alpen blicken. Die weißen Riesen müssen zum Mont Blanc Massiv gehören. 🤔 Ein toller Anblick am Morgen.

    Am Le Markstein hat nur eine der 4 Gastronomien geöffnet. Unser Wunsch, ein ähnlich tolles Bistro wie am Col de la Schlucht vorzufinden, geht nicht in Erfüllung. Das Personal in dem in die Jahre gekommenen Selfservice war zwar sehr nett, leider hatten sie außer Croissants, Brezeln und Creps mit verschieden Füllungen nix zu verkaufen. Okay dann halt Croissants, Creps und Kaffee. 😅 Nach der kurzen Stärkung geht es für uns zum Grand Ballon, dem höchsten Gipfel der Vogesen.

    Auf dem Weg philosophieren wir über mögliche Veränderungen an unserem Setup, sollten wir jetzt einfach auf dem HexaTrek weiter laufen. 😬 Weiter immer weiter, bis nach Banyuls am Mittelmeer wo wir Anfang August‘22 den HRP beendet hatten. Und zack, da ist es passiert. Abzweig verpasst und geradeaus gelaufen statt abzubiegen! Puh, zum Glück brauchen wir nicht zurücklaufen, einfach weiter gehen und wir kommen ganz bald wieder auf unseren Trail, der uns zum höchsten Berg bringt. Oben auf dem Plateau des Grand Ballon angekommen begrüßen uns die letzten Schneereste. Hier befindet sich eine recht hässliche Radarstation. Ein paar Höhenmeter tiefer suchen wir für eine erneute Stärkung die Gastronomie auf. 🍟

    Der bisherige Weg heute war sehr einfach. Nach den letzten Tage darf das auch mal so sein. Ab jetzt geht es bergab Richtung Thann. Unserem heutigen Ziel. Der Weg führt hauptsächlich in der Nähe der Straße entlang auf der viele Motorräder lautstark die Kurven Richtung Grand Ballon nach oben ballern. Nicht so dolle. Auf einem sehr schönen Teilstück steht auf einmal eine Gams vor uns. Direkt vor uns an der rechten Seite des Trails. Wir haben uns ganz schön erschrocken. Die Gams natürlich auch. Nach dem ersten Schreck springt sie mit 3 lässigen Sätzen auf einen Felsen, 3 Meter über uns. Sie guckt uns an und „faucht“. Sicherlich eine Drohgebärde.
    Nach 3 maliger Wiedeholung spring das Tier locker lässig weiter nach oben und verschwindet aus unserem Sichtfeld. Crazy! So nah hatten wir noch nie eine Gams gesehen. Schon recht groß!

    Nach dem letzten Aufstieg machen wir eine letzte kurze Pause an der Refuge de Molkenrain. Mit Blick auf Freiburg legen wir die Beine hoch und halten kurz inne. Puh, wir sind schon recht kaputt. Von hier sind es immer noch 8,5 Km bis zum Hotel in Thann, was wir just hier auf der Holzbank für heute Nacht gebucht haben. Heute ist Sonntag, Morgen geht es in den Supermarkt zum Resupply. Um Punkt 20 Uhr kriechen wir auf das Hotelgelände. Wir sind angekommen. Zuerst etwas zu essen organisieren, duschen und ab ins Bett!

    ➡️ 38,4 Km ⬆️ 992 Hm ⬇️ 1.879 Hm
    Read more

  • Thann nach Haute Bers

    May 18 in France ⋅ ☀️ 10 °C

    Da es um die Ecke unseres Hotels einen Kebab Laden gibt, war die Wahl des Essens gestern schnell getroffen. 2x Kebab Tasche und eine Pizza mit Gemüse. Alles wurde auf unserem Zimmer zeitorientiert verzehrt und für gut befunden. Die vergangen 4 Tage waren kalt und so tat uns die warme Dusche sehr sehr gut.

    Unser Wecker geht heute erst um 07:30. Leicht unbeholfen kletterten wir die Treppe ins Erdgeschoss, nach draußen und ab in den Supermarkt, der sich um die Ecke befindet. Ganz schön überfordernd so ein großer Laden… 🙄

    Nach unserem Resupply statten wir der Boulangerie noch einen Kaffee-Besuch ab und entführen 2 Baguettes. Eines zum Frühstück mit allerlei schönen Sachen, eines geht heute mit auf Tour. Um 12 Uhr starten wir wieder auf den Trail. Heute möchten wir etwa langsamer machen.

    Für uns geht es direkt in den Wald, bergauf. Die ersten 300 Hm sind schnell Geschichte und den ersten Regen des Tages sitzen wir praktischer Weise in einer Schutzhütte inkl. Hornissennest aus. Der Weg führt immer weiter bergauf. Bänke nutzen wir für kurze Pausen und irgendwie kehrt gerade etwas Ruhe für uns ein.

    Es ist nicht all zu kalt und so können wir relativ entspannt die Höhenmeter bearbeiten. Es beginnt schon wieder zu regnen. Jacken an und weiter geht es. Die Wasserquellen unterwegs nutzen wir alle regelmäßig und so tragen wir meist nur ein paar 100 ml.
    .
    Wir haben bisher niemanden unterwegs getroffen und genießen die Ruhe hier im Wald. Nicht das wir noch in eine Art Erholung abdriften! 😅 Am späten Nachmittag erreichen wir die Auberge Belacker auf 1.050 Meter Höhe. Geöffnet! Also nix wie rein. Bei dem netten älteren Herren können wir 2 Grand Café ordern und ein Stück selbstgemachten Käse für das Abendessen. 🤤

    Es sind noch rund 8 Km bis zum ausgemachten Ziel, einem Biwakspot auf 1.129 Meter Höhe auf einer Lichtung im Wald! Es kommt nochmal die Sonne hervor und schenkt uns tolle Ausblicke Richtung Osten. Nach etwas Suchen im Wald finden wir den Richtigen Ort und erreichen um 20:30 nach 21,5 Km unser Ziel. Das Zelt steht schnell, Baguette, Käse und Wildschwein Salami sind schnell verdrückt. Jetzt heißt es alles anziehen was wir so dabei haben, denn die Nacht wird wieder kalt. Jetzt um 22:37 Uhr haben wir 2,8 Grad. Gute Nacht👋🏻

    ➡️ 21,5 Km ⬆️ 1.220 Hm ⬇️ 451 Hm
    Read more

  • Haute Bers nach Bas Évette

    May 19 in France ⋅ ☁️ 14 °C

    Kurz bevor wir den Tag final schließen wollen, knallt es im Zelt!
    Was ist passiert? 😳
    Die vorletzte Kammer am Fußende meiner Isomatte (Alex) delaminiert und öffnet sich mit einem Knall.
    So eine Schei**! Aus Erfahrung wird es sicherlich nicht nur bei einer Kammer bleiben. Dann werden wir wohl übermorgen in Belfort eine kleine Sidequest haben und den Trail für ein Resupply und den Besuch im Outdoor Geschäft verlassen müssen. 🙈

    Die Nacht war ruhig, nicht so kalt wie erwartet hier oben auf dem „Gipfel“. Zum Glück, auch nicht so feucht und nass. So ist der sonnige Morgen unkompliziert und alles schnell verpackt.
    Nochmals gehen wir zurück zur Quelle nahe der kleinen schönen Hütte und füllen unser Wasser auf. Da auf dem Weg einige Möglichkeiten auf Wasser gegeben sind belassen wir es bei einem Liter.

    Durch den Wald am Hang entlang geht es meist bergauf und bergab. Immer zwischen 900 und 1250 Meter Höhe über Waldboden, Felsen mal bemoost mal natural. Nach kurzer Zeit haben wir wieder das Glück die Schweizer-Alpen (nicht wie angenommen den Mont Blanc) zu erblicken. Wie schön😍. Auch wenn sich die Sonne zumeist wieder hinter den aufziehenden Wolken versteckt, dürfen wir die Blicke in das weit unten liegende platte Land immer wieder genießen.

    Zur Mittagszeit erreichen wir den höchsten Punkt des Tages, den Ballon d‘Alsace. Das Restaurant um die Ecke ist geöffnet, das werden wir nutzen. Kaffee, Cola und etwas zu essen, so können wir die Pause gut verbringen.

    Im Anschluss, verlassen wir den GR5 und biegen zum Abstieg nach Belfort ein. Tja, das war’s dann praktisch auch mit den schönen Wegen und Pfaden. Auf breiten Forstwegen geht es erstmal bergab.
    An einer Skianlage machen wir Pause. Auch wenn wir nach Belfort absteigen möchten, macht die Trailführung hier gerade irgendwie keinen Sinn. Immer wieder verlaufen wir uns…

    Auch nach der Skianlage wird es nicht besser. Dazu kommt, das wir noch nicht wissen wo wir heute schlafen werden. Gerne möchten wir es so nah als möglich nach Belfort schaffen. Final finden wir in einem Vogelbeobachtungshaus an einem See ein Dach über dem Kopf. Im ersten Stock angekommen treffen wir zwei Hiker aus Frankreich. Die beiden sind auf dem HexaTrek ThruHike unterwegs. Happy Trails guys! Sie werden auch hier die Nacht verbringen, also teilen wir uns die Hütte.

    Die Vögle und Frösche hier sind richtig laut. 🐸Viele verschiedene Arten sind auf einen Blick zu erkennen. Mega! Auch der Eisvogel hat sofort unsere Aufmerksamkeit. Leider nur eine Attrappe! 😭 Nach einer ausgiebigen Beobachtung kochen wir und schmeißen unser Setup in der doch recht großen Etage auf den Boden.

    Mein (Alex) rechtes Fussgelenk hat sich mittlerweile gemeldet und beantragt inoffiziell Ruhe. Die neuen Schuhe sind zwar eingelaufen, trotzdem sind die Fußgelenke nach über 5.000 Km Altra Lone Peak laufen noch nicht auf Altra Olympus 275 eingestellt, die ich extra wegen der geringeren Höhenmeter bis nach Nyon angeschafft habe. Hoffentlich ist es morgen besser, ansonsten müssen wir einen Zeroday einschieben. Nach dem die Sonne untergegangen ist, gehen wir 4 direkt schlafen. In der Nacht setzt Regen ein! War nicht angesagt! Ist das Dach des im Wasser auf Stelzen stehenden Hauses überhaupt dicht? 🤔

    ➡️ 33,9 km ⬆️ 825 hm ⬇️ 1.556 hm
    Read more

  • Bas Évette nach Vandoncourt

    May 20 in France ⋅ ☀️ 17 °C

    Der Regen wird in der Nacht immer stärker und die Vögel und Frösche merken, dass sie keiner mehr versteht und fahren ihre Anstrengungen zurück. 🙃 Mittlerweile tropft es aber irgendwo bei uns im ersten Stock aus der Decke. Wo denn? Ah, direkt neben uns! Na super! Nach dem wir die ersten Stunden Schlafplatz-hopping, weg von der Pfütze gespielt haben, mussten wir um 02:00 Uhr doch komplett das Feld räumen und mit unseren Geraffel in eine andere Ecke der Etage umziehen. Irgendwann hörte der Regen auf, es wurde für etwa eine Stunde leise bis die Vögel und Frösche ihr morgendliches Konzert wieder aufnahmen. 🎶 Wirklich schön. Nur der Schlaf, der kam in dieser Nacht zu kurz.

    Nach dem der Wecker sich meldet packt wir alles so leise als möglich zusammen, machen noch einen Kaffee und begrüssen den ersten Ornithologen, der mit einem riesigen Nikon Objektiv zum See gekommen war mit „Bonjour“. Den beiden Franzosen wünschen wir „happy trails“ und sind um 07:20 auf dem Weg Richtung Belfort.

    Tja, was heute ansteht ist nicht ganz klar. Zeroday für die Füße & Gelenke? 1 Nacht oder 2 Nächte? Isomatte kaufen und die alte Matte nach hause schicken? Resupply? Wir sind etwas unschlüssig und versuchen auf dem Weg in die Stadt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Erstmal Matte erneuern. Also auf zum Outdoorladen. Dafür fahren wir ein kleine Stück, etwa 10 Minuten, mit dem Bus in die City.

    Im Geschäft „SLE la Boutique Montagne“ fragen wir einfach mal, ob die den Garantiefall mit Therm a Rest, ohne Rechnung und der Tatsache, dass die Isomatte in Deutschland gekauft wurde, abwickeln können und wir mit einer neuen Matte im Austausch wieder auf den Trail Richtung Süden gehen könnten!? Da der Inhaber überlegt sich als Partner des HexaTrek auf die Webseite setzen zu lassen, fand er unser Anliegen als auch unser gesamtes Equipment sehr interessant.

    „Ich ruf mal kurz bei Therm a Rest an und frage was wir da machen können“ sagt er. Nach 10 min Frage-Antwort Spiel mit uns, dem Google Translator und Therm a Rest am Telefon war alles klar. Ich bekomme einfach eine neue Matte. That’s it! Irre, einfach irre! Und das alles ohne Rechnung in einem anderen Land. Die alte Matte wurde im Laden auf Anweisung zerschnitten, was andere Kunden gleichermaßen in Richtung Theke lockte. 😂 Der Inhalt meines Rucksacks lag auf dem Boden des kleinen Ladens der stark an „Sack und Pack in Krefeld“ erinnerte. Wie schwer sind eure Rucksäcke, was ist da alles drin?! So ging es weiter... Einen Moment später stand eine Küchenwaage auf dem Verkaufstresen und unser Zpacks Triplex Zelt wurde nachgewogen. Fotos von verschieden Dingen wurden gemacht und ein, für uns, einmaliger Geartalk mit Google translater in Deutsch, Französisch sowie Englisch wurde geführt.

    Wir nehmen noch ein paar Packungen Trekkingnahrung, eine Kartusche Gas und einen neuen Wasserfilter mit. Unser Platypus Filter hatte es dummerweise in keiner der letzten Nächte in einen Schlafsack geschafft und war sicherlich das eine oder andere Mal eingefroren. Da kommt einfach kein Tropfen mehr raus! Der Zulauf an Wanderern im Outdoorladen vom HexaTrek nimmt zu wurde uns gesagt. Zumeist möchten die Hiker Gear wieder nach Hause schicken 🙈 und bitten um Hilfe. Die anderen brauchen neue Schuhe. Es war wirklich sehr nett, direkt mit Therm a Rest alles per Telefon für uns abzuwickeln und nichts zu zahlen. Wirklich toller, unkomplizierter Service über Ländergrenzen hinaus. Echt klasse. Wenn ihr in Belfort den GR5, den HexaTrek oder eine Vogesen Wanderung macht, besucht unbedingt die Jungs vom „SLE La Boutique montagne“. Und besorgt euch dort was ihr braucht und wenn es nur ein Snack ist. Vielen Dank!! Ach ja, und wir durften uns auch noch ins HexaTrek Hiker „Gästebuch“ eintragen. ✍️

    Mit dieser Erfahrung war der Zeroday irgendwie Geschichte und auch die in Mitleidenschaft gezogenen Fußgelenke mussten ihren Stimmzettel für diesen Tag als ungültig abgeben. Erst mal einen Kaffee und einen Snack in der nächsten Boulongerie dann sehen wir weiter.

    Da uns keine bessere Lösung einfällt, laufen wir einfach wieder und treffen, hier in Belfort wieder auf unseren Trail. Im nächsten Aldi noch ein paar Riegel gekauft und weiter geht es.

    Der Weg am Kanal entlang, teilweise direkt neben der Autobahn, ist schon sehr eintönig und so beschließen wir, etwas Strecke mit dem Bus zurückzulegen. Aber irgendwie schaffen wir es, wie auch schon heute Morgen nicht, per sms ein Ticket für den Bus zu kaufen! Dankbarer, nimmt uns auch der zweite Busfahrer, genau wie heute Morgen einfach ohne Ticket mit. Vielen Dank! 🙏

    Die Regenwolken haben sich mittlerweile verzogen und die Sonne treibt die Temperaturen drastisch in die Höhe.

    Nach geraumer Zeit ist unser Wasser leer und außer einen Brunnen, der laut Schild kein Trinkwasser führt haben wir hier keine weiteren Möglichkeiten. Also mit dem neuen Filter filtern, Tablette rein und weiter gehen. Bei uns kommt heute, in dieser Gegend kein wirkliches Biwakgefühl auf und so versuchen wir gegen 17:00 Uhr in der Gîte du Pont Sarrazin in Vandencourt ein Zimmer für eine Nacht zu bekommen. 🏠

    Da auf unsere spontane Mail aus dem Wald keine Reaktion folgte, finden wir die Tel Nummer im Netz und rufen an. Das Telefonat um 18:00 Uhr war von Sprachbarrieren geprägt, es war aber auch sehr lustig. Somit trafen wir um 19:30 an der Gîte ein und wie verabredet tauchte eine ältere Dame dort auf die uns die gesamte Gîte in einem langen Check-in Prozedere übergab. Jeder Löffel, jede Gabel, jede Schublade und jeder technische Einrichtungsgegenstand wurde angesprochen und per Protokoll an uns übergeben. Und wir?

    Wir denken nur, man was stinken wir denn bloß so dolle! Puuuhhh!!! Jetzt sitzen wir in einer mehr als 80 m2 großen, neu eingerichteten Gite mit 3 Schlafzimmern der Stadt Vandoncourt, brauchen außer der Dusche und dem großen Bett nichts davon und genießen den Abend, hier am Dorfrand nah der Schweizer Grenze. Tja, so kann auch ein Tag verlaufen und Strecke konnten wir final auch noch machen.

    ➡️ 32,5 Km (+6,2 Km Bus) ⬆️ 323 Hm ⬇️ 248 Hm
    Read more

  • Vandoncourt nach St. Hippolyte

    May 21 in France ⋅ ⛅ 20 °C

    Nun ja, vieles, oder anders gesagt, fast nichts haben wir aus dieser luxuriös eingerichteten Gîte benötigt. Das Bett, zwei Handtücher, einen Teelöffel und zwei Tassen. Zeitorientiert kommen noch zwei Steckdosen hinzu. 🤷🏼‍♀️ Geschlafen haben wir gut! Um Punkt 09:00 Uhr steht die ältere Dame wieder in der Tür. Mit selbiger Gründlichkeit wie die bei der Übergabe werden alle Schubläden sorgfältig auf Vollständigkeit überprüft.

    0915 stehen wir in der prallen Sonne und verstehen - der Sommer ist da! Ab heute werden die Temperaturen steigen und wir sind nicht hoch oben in den Bergen.

    Viel gibt es zum heutigen Tage nicht zu sagen. Nach 20 Minuten erreichen wir die „Pont de Sarrazin“. Eine natürliche Felsbrücke die durch Erosion entstand.

    Nach 5 km erreichen wir den Ort Abbévillers wo wir die kleine Epicerie „le marché des coucous“, direkt am Trail aufsuchen. Wir besorgen Bananen, Äpfel, Croq, Muffins, Fanta und Eistee. Der Kaffee geht aufs Haus! Wir sagen Merci🤗! Dieses üppige Frühstück lassen wir uns direkt vie dem Laden schmecken.

    Weiter geht es für uns durch den Wald, entlang bewirtschafteter Felder und wieder in den Wald. Auf einmal stehen wir vor einem Grenzstein. Links Schweiz, rechts Frankreich. Äh? Wir stehen in der Schweiz? Sind wir schon so weit südlich?
    Na, zum Glück haben wir ein Datenpaket für die Schweiz schon parat! 📱

    Wie bereits erwähnt, heut hat der Trail kein vorne oder hinten, eine Suppe aus Wald, Matsch, Zecken und Feldern.

    Am frühen Abend erreichen wir Saint- Hippolyte am Fluss le doubs wo wir uns entscheiden, auf den kleinen örtlichen Campingplatz unser Zelt aufzuschlagen. Das letzte Mal waren wir 2023 bei unserer Kombi Tour TMB meets WHR in Zinal auf einem Campingplatz. Bevor es allerdings zum CP geht, statten wir dem großen Supermarkt für einen weiteren Resupply einen Besuch ab.

    Morgen und übermorgen geht es für uns durch das Tal des le doubs. Wir sind schon gespannt, wie sich die Temperaturen im Canyon so entwickeln werden.

    ➡️ 28 Km ⬆️ 794 Hm ⬇️ 869 Hm
    Read more

  • St. Hippolyte nach Le Doub

    May 22 in France ⋅ ☀️ 18 °C

    Boar, was für eine kondenswasserreiche Nacht! Wenn es im Triplex Zelt von der Decke tropft, dann ist es weit gekommen. Das hat es in den letzten 4 Jahren nicht oft! Im Tarptent Double Rainbow passiert das weit aus schneller, wenn man zu zweit darin pennt.
    Nunja, dafür kam die Sonne sehr früh um die Ecke und hat, nach unserer Wisch-Action, den Rest getrocknet.

    Beim Zähneputzen auf‘m Camingplatz lernt man die einen oder anderen kennen. Ein älterer Mann spricht uns an, da wir so aussehen als würden wir länger unterwegs sein. Der gute Mann (leider nicht nach dem Namen gefragt) ist „auf Französische Art“ 60+10 Jahre alt. Ihm gefällt die französische Zählweise besser. 😂

    Er und seine Frau fahren aktuell mit dem Fahrrad durch das Jura. Toll! Er hatte mal ein Schuhgeschäft, wo er unter anderem auch klassische Outdoor Schuhe verkauft hat. Heute träger er nur noch Schuhe mit 0mm Sprengung und gerne die von Altra. „Was ich den Leuten damals für einen Scheiss verkauft haben, nicht zu fassen! Aber wir wussten es damals auch nicht besser.“ erzählte er.

    Nun ja, wir philosophieren über das Weitwandern und erzählen von Trails tauschen uns aus. Vielen Dank das wir dich kennenlernen durften! Wir sind begeistert was ihr zwei erlebt und wie ihr Reisen interpretiert.
    Danke schön.

    Irgendwann ging es für uns dann auch mal los. Entlang des Le Doubs. Nach dem wir den Fluss über eine Brücke überquert haben, ging es die ganze Zeit bergauf. Zwar auf einfachen Pfaden allerdings hatte das Wetter mittlerweile auf Sommer geschaltet und somit war es warm. Es riecht nach gemähtem Gras, Traktoren fahren wild durch die Gegend. Gegen 11:45 erreichen wir den Ort Courtefontaine wo wir am alten Waschhaus des Dorfes eine Pause im Schatten machen und essen.

    Wir nehmen Wasser auf und weiter geht es. Schnell erreichen wir den höchsten Punkt des Tages mit knapp über 900 Meter. Sobald der steile Abstieg beginnt, haben wir Probleme dem Trail durch den Wald ins Tal des Le Doubs zu folgen. Nach mehreren Querläufern schaffen wir es diesen Abschnitt hinter uns zulassen. Aber der nächste steht direkt bevor 🙈 An der Straße angekommen nimmt das Verlaufen eine neue Dimension für diese Tour an.

    Die HexaTrek App weist uns den Weg nach rechts, Outdooractive nach links. Warum wir uns für links entschieden haben, liegt wohl einzig daran, das wir sonst immer mit Outdoor Active laufen und uns „eigentlich“ darauf verlassen können.

    Tja, was sollen wir sagen. Die dann folgende Stunde gleicht einer Durchschlagübung. Unser Trost hier im tiefen Wald ist, das wir immer wieder Fußspuren finden die darauf hinweisen, dass auch andere Hiker es auf dieser Route versucht haben. Naja, irgendwie sind wir dann runter an den Fluss gekommen. Die dann folgenden 4 Km auf der Straße entlang des Le Doubs bis zum Grenzort Goumois waren die unangenehmsten am heutigen Tage.

    Unsere Akkus sind leer! Jeder Tritt ist schwer, einfach so, aus dem Nichts. Auf der anderen Flusseite liegt die Schweiz. Der Fluss stellt in diesem Bereich die Grenz da. In Goumois nehmen wir direkt vor der Epicerie auf den langen Bänken und Tischen im Schatten Platz. Schuhe aus, Füße hoch! Das muss jetzt sein. Der Besitzer stürmt nach draußen um uns zu sagen das er gleich da ist, er hat grade Kunden. Alles gut, Monsieur, keine Panik!

    Dann steht er vor unserem Tisch. 2 Kaffee, 2 Cola und 2 Sandwich oder so etwas? Der Besitzer druckst rum und erzählt er hat nur noch so ein halbes Baguette und etwas Toast. Klar! Machen wir so! Belegen sie mit was sie wollen oder was sie uns anbieten können. Und Zack stehen zwei relativ hilflos zusammengestellte Sandwiche vor uns.

    Für uns, wie immer wenn wir unterwegs sind, das Beste was es gibt. Fernwandern verändert und zwar ins Positive. Wir verdrücken noch je 2 Bananen und tauschen uns mit dem aufgeweckten Inhaber aus. Er sagt uns wo wir heute Nacht entlang des Weges schlafen können und das wir unser Wasser bei ihm holen sollen nicht am örtlichen Brunnen.

    Wir sollen die Inhaberin vom nächsten Foodstop auf unserem Weg in 13 Km schön von ihm grüßen und wenn wir möchten, können wir noch die Toilette beim benutzen. Vielen Dank! Bester Mann! Aber auch diese Pause ist nach mehr als 1 Stunde dann vorbei und es geht wieder los. Mittlerweile ist es kurz vor 17 Uhr.

    Kraftvoll und ausgeruht legen wir los. Mindestens doppelt so schnell wie auf dem Weg hier in. Die Power ist zurück und so genießen wir den Weg entlang des le Doubs, dessen Wasser man nicht trinken sollte. Sonst ☠️.

    Nach einer gewissen Zeit ist der kleine Pfad vor uns gesperrt, Forstarbeiten usw. Na, das hält uns nicht ab, besonders wenn die Schilder und das rote Flatternand schon am Boden liegen.
    Tja, und dann sehen wir das Ausmaß der Katastrophe. Der Harvister ist leider auch hier durch die schöne Landschsft gefräst und lässt eine pure Spur der Zerstörung auf einer Länge von ca 1,4 Km zurück. Krass! So ein Schei**. Am Ende liegt unser geplanter Schlafspot, der zwar noch existiert, allerdings jetzt innerhalb einer zerstörten und zerfahren Umgebung liegt, in Mitten des Harvister Parkplatzes.

    Wir entscheiden uns dazu weiterzulaufen, bis zur ehemaligen Kapelle in der Nähe eines Wasserwerks. Die Kapelle steht für Hiker zu Verfügung um dort zu nächtigen. Also nochmal 2,4 Km weiter. Das ist übrigens auch der Platz, der uns der Mann empfohlen hatte.

    Schnellen Schrittes erreichen wir um 2030 die Kapelle, die sich direkt am Fluss vor einer weiß strahlenden Steilwand befindet.

    Wir sind nicht die Ersten am heutigen Abend. Eine ältere Dame begrüßt uns schon am Wegesrand: „ Bonsoir!“ Französisch, Englisch deutsch ist schnell geklärt. Die Gute spricht etwas deutsch. Sie sage, sie sei alleine und es ist viel Platz in der Kapelle. Wir sollen eintreten. Sie wandert von Nyon nach Wissenbourg. Also in der direkten Gegenrichtung. Beim Essen tauschen wir Infos über Wasserquellen und Wegebeschaffenheit aus und neben bei skizziert sie eine Amsel und schreibt ihre Notizen des Tages in ein kleines Buch. Wir fragen sie ob sie am Ende des le doubs die Route auf der französischen Seite oder die alternative Route durch die Schweiz und das Jura gewählt hat. Sie ist auf der französischen Seite gelaufen, kennt aber die Route durch die Schweiz sehr gut. Es sei die schönere der beiden Möglichkeiten und wir sollten diese Route wählen! Okay! In 22 Km sind wir am Punkt auf unser Tour wo sich die beiden Wege zweigen. Dann wissen wir jetzt schon wo es für uns langgeht. Prima! Wir haben zwar keine Franken dabei, hoffen also das wir auch mit Euro zahlen können.

    ➡️ 38 Km ⬆️ 1.157 Hm ⬇️ 983 Hm
    Read more

  • Le Doubs nach Les Brenets

    May 23 in Switzerland ⋅ ☀️ 19 °C

    In unserer Kapelle ist heute Früh schon eine Menge los. Unsere Kapell-Nachbarin ist gegen 05:45 aufgestanden, um draussen ein paar Fotos der weißen Steinwände zu schiessen. Bei uns gibt es um 06:30 das typische Geräusch des Gaskochers, gefolgt von leckerem Kaffeegeruch. ☕️ In der Zeit wird auf der anderen Seite des Raume bereits der Rucksack ready gemacht und um 06:50 heißt es „Bonne route“! Bye Bye. happy Trails für dich auf deinem Weg nach Wissenbourg!

    Nach dem gestrigen Tag muss heute definitiv ein zweiter Kaffee rein! Los geht es dann für uns gegen 08:30. Wir kommen genau 300 Meter weit, dann treffen wir wie erhofft auf das Schild es Food Trucks. Ja, für die üblichen Öffnungszeiten sind wir zu früh, aber neben der Klingel, die auf das Schild geklebt wurde steht: „Klingen, ich wohne direkt neben an“. Okay, nichts einfacher als das! Es klingelt, der Hund kommt angerast und bellt. 🐾 Der Zaun stoppt den Hund. Und hier wieder die Frage, wenn kein Zaun da wäre, würde der Hund das selbe machen??

    Eine junge, gerade aufgewachte Frau, eilt zu uns auf die Straße. Wir können ihr 1,5 Liter Wasser und 2 Panini‘s aufs Auge drücken. Im Gegenzug drück sie uns 17 Euro rein. Passt.
    Merci für den Service!! 🤤

    Heute geht es den gesamten Tag am Le Doubs entlang. Früh am Morgen ist es schon sehr warm und wir können erahnen, was noch kommt. Unsere Beine sind schwer und so schleichen wir durch den schönen Canyon. Leider teils durch Forstarbeiten aufgehellt.

    Ca 10 Km bis zur nächsten brauchbaren Wasserquelle, so lange müssen wir laufen, das hatte uns am Abend die ältere Dame mitgegeben. Die Quelle ist so in unseren Karten nicht verzeichnet. Der Le Doubs wird immer wieder gestaut und es reihen sich ein paar Wasserwerke den Weg entlang auf.

    Plötzlich stehen wir vor einer fast senkrechten Leiter. Schrill, damit hatten wir nicht gerechnet. Kein Problem, nix wie hoch. Immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf die gegenüberliegende Seite, die mit schroffen sehr hellen Felsen auf sich aufmerksam macht. Mittlerweile ist es schlicht weg heiß. Wind gleich Fehlanzeige!

    Wir erreichen nass geschwitzt und klebrig eine Hütte mit einer Quelle. Bänke und Tische stehen im Schatten unter einem großen Ahorn und warten auf unsere Pause. Schnell die Klamotten vom Leib und waschen was nur geht. Hier ist Hochsommer. Unzählige Insekten fliegen durch die Luft, am Boden huschen Käfer und Ameisen herum. Hummeln suchen im Tiefflug jeden Zentimeter und jede Pflanze ab. Die Abkühlung tut sehr gut. Erst einmal essen und trinken, etwas ruhen und den Ort wirken lassen. Schön hier! Und sehr ruhig!

    Wie folgen weiter dem Trail entlang der Steilküste, der Weg erfordert, möchte man schnell sein, etwas Konzentration, da viele Steine, groß oder klein rum liegen. Wir möchten trotz Schnelligkeit nicht umknicken, ne!

    Wir erreichen eine nächste Bank mit Tisch, einfach so mitten am Weg. Irgendwie unerwartet! Schnell sind unsere Schaummatten ausgelegt, Schuhe aus und schon liegen wir. Wir schlafen kurz ein. 15 min später, stehe ich ( Alex) auf und fange an die Sachen wieder zusammen zu packen, da saust ein faustgroßer Stein aus der Felswand an der wir liegen, mit einem Knall auf meine Liegefläche, wo noch meine Schaummatte liegt. Der Stein zerspringt auf der Holzbank in mehrte Stücke und hinterlässt ein Loch in meiner Matte. PUH! Wenn das mal nicht Glück ist. Vor 30 Sec habe ich da noch gelegen! 🥺Krass! Wir fragen besser nicht was mich dazu veranlasst hat aufzustehen. Ich bin aufgestanden und das war mehr als wichtig!

    Der Trail zieht sich und gefühlt dauert es viel zu lange bis wir den Wasserfall „Saut du Doubs“ erreichen. Hier wechseln wir die Flussseite in die Schweiz und starten in die HexaTrek Alternativ Route nach Nyon.

    Heute ist Samstag. Sonntag und Montag ist Feiertag und wir müssen unsere Verpflegung der nächsten Tage planen. Einen Supermarkt oder einen kleinen Marché werden wir heute nicht mehr erreichen. Wir gehen rüber in die Schweiz und nehmen im Aussenbereich des Restaurants „Saut du Doubs“ Platz. Es ist wenig los und nach 10 min sind wir die einzigen Gäste. Das Restaurant schließt um 19:00 Uhr, jetzt ist es 17:15. 4 Sinalco, 2 Flammkuchen, 2 Tagliatelle mit Morcheln stopfen wir uns rein. Lecker! Okay, das Abendessen für heute ist gerettet. Am Kiosk/Bar kurz vor der Grenze konnten wir noch 2 Packungen Kekse ergattern. Essen für einen Tag haben wir noch im Rucksack. Fehlt nur noch ein Tag den wir überbrücken müssen.

    Um 19:15 Uhr verlassen wir unser Plätze und gehen bergauf Richtung „Les Brenets“, füllen am örtlichen Brunnen vor der Kirche unser Wasser auf und meistern die letzten Höhenmeter zum „Tour Jurgensen“ einem Turm auf rund 980 Meter Höhe, auf dem die Schweizer Flagge thront. Der Turm soll 24 Std. zugänglich sein, doch stehen wir vor verschlossener Tür aus Stahl. Hmmm. 🤷🏼‍♂️

    Der Schlüssel, großer alter Buntbartschlüssel lässt sich zwar drehen aber die Stürze bleibt verschlossen. 20:25 Uhr und wir brauchen einen neuen Plan für die Nacht. Beim Abstieg über die ersten Stufen der Treppe vor dem Turm kommt uns eine Schweizer Familie entgegen. Kurze Zeit später hören wir Stimmen, oben aus dem Turm. Wir gehen zurück und warten bis die Familie auf der doch engen Wendeltreppe am Eingang angekommen ist.

    Vielen Dank für‘s öffnen. Tja, Kraft und etwas Gewalt war dann doch notwendig um die Stahltür zu öffnen. Perfekt! Nix wie hoch und die Lage checken. Oben ist Platz für unsere Isomatten. Nice! Die Sonne ist jetzt untergegangen, sicherlich wird keiner mehr den mühsamen Weg hier hoch auf sich nehmen. Wir schließen die quietschende Stahltür und richten uns ein. Wir sind müde vom Tag, genießen noch dein paar Momente die Aussicht und legen uns weg.

    ➡️ 29,6 Km ⬆️ 773 Hm ⬇️ 335 Hm
    Read more

  • Les Brenets nach La Truite

    May 24 in Switzerland ⋅ ☀️ 22 °C

    Früh werden wir auf dem Turm wach. Eine kurze, aber schöne Nacht liegt hinter uns. Punkt 0700 Uhr hören wir, wie jemand versucht die schwere Stahltür im Erdgeschoss zu öffnen. Nach ein, zwei Versuchen ist Schluss und keiner kommt hoch. Okay, wir sind also nicht die einzigen, die die Tür beim erstmal nicht aufbekommen. Einmal selber geöffnet ist es ein Klacks, so behalten wir hier oben unsere Ruhe und wir erschrecken niemanden bei Ankunft hier oben auf dem Turm. 😝

    Die 6,7 Km bis zum Ort Le Loc sind unspektakulär aber anstrengend für uns. Unverhofft finden wir hier am Pfingst-Sonntag viele geöffnete Gastronomien. Wir nehmen auf der weitläufigen Terrasse eines Cafés platz. Direkt neben dem, typischen, großen Brunnen an dem „Trinkwasser“ steht. 💦

    Bevor wir wieder losziehen, füllen wir die Flaschen auf. Das übliche Gedeck soll es auch für uns hier sein. Hmmm, der Kaffee schmeckt, wir ordern direkt noch zwei. Die Küche ist noch nicht geöffnet und so organisiert Franzi an einer fussläufigen Boulongerie ein Baguette für‘s Abendessen, Pain Au chocolat auf die Hand und zwei belegte Baguettes für den Tag. Unsere Vorräte sind ja bekanntlich down!

    1 1/4 Stunden sitzen wir bestimmt hier und machen uns dann auf den Weg Richtung…. ja wohin eigentlich? Der Tag hat kein richtiges Ziel oder Ähnliches. Es geht quasi immer Richtung Süden, zum Lac de Neuchâtel über den Grand Sommartel, 1.337 Meter. Wir haben wolkenfreien Himmel und die Sonne sticht und es ist richtig heiß. Nach einer Pause im Schatten eines Baumes, steuern wir eine der auf dem Weg befindlichen Hütten an.

    Leider ist hier einfach zu viel los. Die Hütte ist mit dem Auto erreichbar, somit fahren viele für einen Drink oder Eisbecher hier hoch. Es herrscht Trubel! Wir müssen dringend mal mindestens eine Powerbank laden, sonst würde es morgen mit unserer Stromversorgung eng werden. Das klappt, die Kellnerin / Inhaberin verschwindet mit unserem nicht Schweizer Stecker im Haus und meinte, das sie sicherlich jemanden finden wird der das laden kann (eigene Intepretation, da die Dame nur auf Französisch vor sich her gebabbelt hat 🤣). Vielen Dank!

    Da so viel los ist braucht es Zeit um unsere 0815 Bestellung und Rechnung aufzugeben, Getränke zu bekommen und zu bezahlen. 2 von 3 Ladepunkten einer Nitecore 10.000 Gen2 hat‘s gedauert, bis alles abgewickelt ist. Nunja, wir wagen uns wieder in die Hitze.

    Zum Glück ein einfacher Abstieg bevor der Trail über rund 3 Km über plattes, bewirtschaftetes Feld führt. Sonne pur, ohne Schatten. Die Sonnencreme läuft heiß! Und wir, wir staunen über eine Vielzahl an großen Möwen, die auf einer frisch gemähten Wiese systematisch picken und picken. Möwen? Wo kommen die her. Nach der Taldurchquerung geht es wieder bergauf in den Wald. Schatten!

    Allmählich wirken bei uns die Sonnenstrahlen und wir werden immer langsamer. Jetzt nochmal ein paar 100 Meter hoch und dann nochmal mehr wieder runter. Und unten auf 600 Metern ist es verdammt heiß! Damit nicht genug: Um unseren Plan, morgen Abend wieder in einem Hotel zu nächtigen, umzusetzen, müssten wir heute noch einige Kilometer und Höhenmeter schrubben, sonst sind es morgen zu viele. Okay, das klappt heute nicht mehr. 🙈 Ein alternativ Plan muss her. Wir finden ein recht gutes Hotel in direkter Nähe unseres Abstiegs. Vielleicht haben die noch ein Zimmer frei!?

    Wir haben Glück! Um 20:30 erreichen wir das Hotel La Truite in Champ du Moulin Dessus. Ein letztes Zimmer ist noch frei und wir freuen uns auf eine kalte Dusche!! Heute haben wir wirklich Federn gelassen. Ausgelaugt und ein paar rote Stellen von der Sonne treiben die Müdigkeit voran. Morgen frühstücken wir in Ruhe, gehen etwas später in einen längeren Anstieg rein. Wir freuen uns schon auf die kommenden Tage, da es jetzt wieder etwas höher in die Berge des Jura geht. Bis nach Nyon sind es noch ca. 130 Km. Läuft!

    ➡️ 29,6 Km ⬆️ 959 Hm ⬇️ 1.534 Hm
    Read more

  • Hôtel La Truite nach Le Gillardes

    May 25 in Switzerland ⋅ ⛅ 19 °C

    0745 klingelt unser Wecker! Heute wird es ein kurzer Tag für uns auf dem Trail. Duschen und los geht’s zum Frühstück. Der SEHR freundliche und aufgeschlossene Gastgeber deckt den Tisch ein und serviert so so viel leckere Dinge und wir, wir essen einfach alles auf. 🤤 Egal was er noch gebracht hätte, wir hätten es gegessen. Selbst als wir auschecken gibt es noch einmal leckeren Kaffee und ein paar Sandwiches für unser gebeuteltes Foodpack.
    Vielen Dank für die Gastfreundschaft und eure unkompliziertere Art und Weise!

    Es ist 1109 Uhr als wir los gehen. Heute ist Feiertag und das beschreibt auch unseren gesamten Weg hoch zum Aussichtspunkt Creux du Van auf 1.448 Meter: es ist viel los! Unser Aufstieg war anstrengend. Abgesehen davon, dass er steil ist, lahmen unsere Beine heute doch merklich. Während des Aufstiegs kommen uns hunderte Menschen entgegen, nur wenige laufen in unsere Richtung, nämlich bergauf. Who knows. Oben angekommen versuchen wir im Trubel der Besucher irgendwie die Szenerie zu genießen. Creux du Van, eine Art Amphitheater, ist 1,4 Kilometer lang uns 150 Meter tief - absolut beeindruckend.

    Infotafel teilen mit, das es hier auch Luchse geben soll. Hmm. Da Studien bereits bewiesen haben, dass das Territorium der Luchse in dieser Region bis nach Freiburg in Deutschland reicht und wir uns hier die absolut glatt abgelaufenen Steine durch die vielen Besucher ansehen, würden wir vermuten, dass wir eher auf dem Marktplatz in Freiburg einen Luchs zu sehen bekommen als hier. Okay, wir beruhigen uns wieder, is ja Feiertag.

    Von diesem schönen Fleckchen Erde geht es auf einem entspannten Weg bis zur Hütte “Le Barones“. Wir staunen nicht schlecht, als wir sehen wie leer die Terrasse ist! Perfekt! Ab in den Schatten und ruhen! Noch die Tart des Tages verdrücken, Wasser auffüllen und weiter ruhen. Wir haben ja Zeit!
    16:30 geht es weiter. Beide haben wir jeweils 3 Liter Wasser dabei. Auf den kommenden 11,5 Km gibt es keine Möglichkeit auf Versorgung. Neben dem Kochen heute Abend, brauchen wir morgen auch noch Wasser für die ersten Stunden.

    Prinzipiell ist der Trail bis zum ausgemachten Biwakspot einfach. Etwas schwerfällig versuchen wir so leichtfüßig wie möglich diesen zu bewältigen. Heute ein nicht so leichtes Unterfangen!

    18:45 erreichen wir den Spot im Wald wo bereits zwei Hiker ihre Tarps aufgebaut haben. Sie wandern auf dem HexaTrek Richtung Norden, sind vor 4 Tagen in Nyon gestartet und haben sich eine individuelle 9 Tages Tour gestrickt. Ein entspannter Talk über das Hiken, Gear und Trails füllt den Abend! Schön das wir uns kennen gelernt haben. Wir lernen immer dazu und freuen uns eure Geschichten zu hören! Mega gut!
    22:58 Uhr Licht aus, Vögel aus. Jetzt ist Ruhe im Wald! Gute N8.

    ➡️ 22,5 ⬆️ 1.192 Hm ⬇️477 Hm
    Read more

  • Le Gillardes nach Le Suchet

    May 26 in Switzerland ⋅ ⛅ 19 °C

    Diese Nacht im Wald war eine eher bescheidene. Warum, können wir nicht genau sagen. Es ist halt so, einfach zu wenig Schlaf gehabt. Ab 0600 Uhr regt es sich in unserem kleinen Camp hier am Waldesrand. Marco & Patrick eröffnen den Tag mit Kaffee. Etwas zeitverzögert ziehen wir mit.

    Die kommenden 5 Tage dürften für uns entspannter werden als die 13 Tage zuvor. Wir haben ausreichend Zeit unser Ziel Nyon am Genfer See pünktlich am Samstag zu erreichen.

    Wir benötigen Wasser. Da wir leer gelaufen sind gerne direkt, denn die Sonne macht vor der frühen Uhrzeit kein Halt und brennt erbarmungslos auf den Trail nieder.

    Nach 7 km erreichen wir die Hütte La GrandSonnaz. Wir stehen vor dem Tor - öffnet um 10:00 Uhr, jetzt ist es 0930 Uhr. Puh! Den Schatten eines einsam geparkten Autos müssen wir zum Schutz vor der Sonne nutzen und warten bis sich das Türchen öffnet.

    2 Kaffee und 2 x Rösti bitte. Die Wirtin fragt verdutzt: „Jetzt?“. Ja bitte schon um 1000 Uhr Morgens! 😅 Wir entspannen und schauen den kleinen Ziegen beim Weltentdecker-Seminar im Vorgarten der Alm zu. Wir sind müde. Egal! Wasser möchte man uns nicht auffüllen da es sich um Regenwasser handelt. Überteures Wasser aus PET Flaschen möchten wir aber auch nicht kaufen! Wir füllen einen Liter aus dem Hahn ab, filtern diesen und schauen ob wir an der nächsten Hütte mehr Glück haben.

    Auf dem Weg zur Les Avattes erreichen wir den bisher höchsten Punkt auf unser Tour. Den Petites Roches auf 1.608 Meter Höhe.
    Auch an der zweiten Hütte möchte man uns auch kein Wasser abfüllen, denn es ist, auch hier Regenwasser. Okay, dann muss erstmal eine Cola rein und im Anschluss nichts wie ab ins Tal in den Supermarkt!

    In Sachen Essen und Trinken sind wir komplett blank! Wir brauchen etwas zu Essen für heute Abend und Sacks für den morgigen Tag, ausreichend Flüssigkeit und Nahrung für sofort. Kein Problem! 1,5 Liter Magnesiumdrink, Avocado, Creme Fraiche, 500g Fertig-Reisgericht, Paprika, Tomate, Baguette, Eistee, Proetinriegel, Nussriegel, Nussmischung und Vanillepuddingschnecken. Ach ja, 2 Äpfel nicht zu vergessen! Im Park nahe dem Supermarkt belegen wir eine Bank im Schatten und betreiben Reload, denn unsere Akkus sind leer!

    Um 1600 Uhr ziehen wir weiter. Ausgearbeitetes Ziel ist der Gipfel Le Suchet auf 1.588 Meter! Dort oben möchten wir die Nacht verbringen. Und da er auf unserem Weg liegt brauchen wir nicht mal einen Umweg in Kauf nehmen! Aber leider folgt die HexaTrek-Alternative einer Strasse. Was auf Dauer unattraktiv und nervig ist, da die Autos auf der 2,5 breiten Fahrspur ein gutes Tempo fahren.

    Ein Gewitter zieht auf, es grummelt am Himmel und ab und zu zucken Blitze weit weg in den Wolken. Als wir endlich die Straße verlassen um in den letzten Anstieg zum Gipfel zu kommen, lösen sich die dunklen Wollen auf und die Sonne kommt wieder raus.

    Nein! Es hat doch keiner gesagt, dass das was schönes ist. Es hatte doch gerade abgekühlt, der Wind trocknete unser Kleidung! Und jetzt, hier mitten im anstrengenden Aufstieg brennt es wieder ohne Ende aus dem Feuerball am Himmel!
    Nass geschwitzt kommen wir oben auf der grünen Wiese des Le Suchet an! Auch wenn es etwas diesig ist, haben wir Weitsicht. Die Alplen bleiben uns allerdings visuell verschlossen. Leider!

    Wir finden am Süd-Ost Hang, relativ weit oben eine grade Fläche für unsere Isomatten. Perfekt! Das Wetter soll sich, nicht nur heute Nacht, auch am morgigen Tage halten.

    23:30, 13 Grad, 80,5 % Luftfeuchtigkeit. Der Berg kommt zur Ruhe, wir kochen, fallen auf unsere Isomatten und genießen den Ausblick und die Luft aus unserem Bett. Hier oben ist Niemand nur wir und der Berg. Gute Nacht!

    ➡️ 25,4 Km ⬆️ 1.171 Hm ⬇️ 884 Hm
    Read more

  • Le Suchet nach irgendwo

    May 27 in Switzerland ⋅ ☀️ 19 °C

    Besser kann es doch kaum sein! Unser Abendessen war sehr schnell verdrückt, der Wind wird schwächer und wir genießen die Freiheit unter den Sternen. Schnell schlafen wir ein. Nachts dreht der Wind nochmal etwas auf und lässt das dünne Obermaterial der Schlafsäcke im Wind flattern. Unbezahlbar! Der Wecker erinnert uns um 0530 daran, dass wir die Kamera für den Sonnenaufgang aufstellen wollen. Als die Cam positioniert ist, schlafen wir wieder ein. Leider haben wir nicht auf Aufnahme gedrückt. 😭 Na prima! Verschlafen und diese Userfehler…

    Die Sonne geht auf und aus allen Löchern des Berges kommen seine Bewohner wieder ans Tageslicht und beginnen mit der Arbeit.
    Welchen Auftrag dabei die Schwebwespen haben, bleibt unklar. Wie unsere persönlichen Sateliten stehen sie in der Luft. Sauber und akkurat, egal was der Wind auch macht, sie schweben 10cm neben unsern Köpfen und spielen Wecker. Okay Okay ihr habt gewonnen, wir machen Kaffee.

    Die Sonne ist mir alter Stärke von gestern zurück und begleitet uns auf dem Weg ins Tal. Der Abstieg ist nicht schwer, aber Koordination aller beteiligten Körperteil sollte funktionieren. Schwierig heute in der Früh. Leicht niedergekämpft erreichen wir den Ort Ballaigues. Wir suchen Schatten und brauchen eine Pause. Das Hotel Restaurant Croix d‘Or mit einem Michelinstern kommt gerade passend zu unser Figur die wir abgeben… nicht. 😅 Trotzdem nehmen wir auf der Terrasse Platz. Cola und Kaffee sind bestellt und die beiden Mini Croissant als Gruß aus der Küche waren weg, da stand der Teller noch nicht auf dem Tisch! 😬 Herrlich hier!

    Die großräumigen und gut eingerichteten Toiletten sind ein ausgezeichneter Ort für eine Hiker-Grundüberholung oder besser gesagt Wiederherstellung. Naja, ihr wisst was wir meinen. In jedem Falle ganz lieben Dank, ihr seid Spitzenklasse!

    Vallorbe ist jetzt unser Ziel. 1 1/4 Stunden dauert es, bis wir dort im Tal ankommen. Hier steht die Luft und die Temperaturen in der Stadt steigen weit über 30 Grad! Zunächst steht der Resupply im Supermarkt an. Wir haben uns gegen ein Restaurant entschieden und kaufen auch das Essen für heute Mittag ein. Schnell noch der Apotheke einen kurzen Besuch abgestattet um etwas zur Linderung von Ameisen oder Spinnen Bissen zu besorgen. Davon haben meine Füße (Alex) einige! Wir gehen in einen Park und suchen Schatten unter den Bäumen. Kartoffelsalat, Nudelsalat, Bananen, Baguette alkoholfreies Bier usw. Wir ruhen auf der Wiese für weitere 90 min.

    Nach Prüfung der weiteren Route stellen wir fest, dass die weitere Versorgung durch geschlossene Hütten und kleine Läden unterbrochen ist und ziehen ein zweites Mal in den Supermarkt und legen nochmals mit Riegeln, Brot und Hummus nach!

    16:45 geht es dann endlich los in die zweite Hälfte des Tages. Kühler ist es bis her nicht geworden und so streunern wir mit langsamen Schritten schnell voran. Es geht, is klar, bergauf. Wir sparen uns das Tragen von viel Wasser und peilen eine Wasserquelle etwas abseits des Trails an. 11,5 Km liegen vor uns. Zunächst geht es durch ein beachtlich feuchtes Gebiet mit vielen Mücken. Mensch, war soll das denn, war doch vor 5min noch bums heiß in der Wüste und jetzt kannste nicht mal stehen bleiben, ohne das wir als Landeplatz zum Auftanken genutzt werden. Erstaunlich steil geht es hoch. Plötzlich fährt ein Zug etwas höher gelegen an uns vorbei. Sieht es aus als wäre die Linie 1 in Köln an uns vorbei. Komisch! 🤣

    Nach gesamt 2 1/2 Stunden führt uns der Trail in ein Gebiet, was uns dazu verleitet, jetzt schon nach einem geeigneten Platz für die Nacht zu suchen. Und wir haben Glück. Eine große Freifläche mit Hügeln und Bäumen lädt uns freundlich ein, die Nacht doch hier zu bleiben. Da wir unser Avebdessen auch ohne Wasser gestalten können, beenden wir den Tag schon hier und gehen am nächsten Morgen noch die letzten 1,5 Km zur Quelle und füllen uns dann dort auf!

    Auf dem Weg hier zu diesem Platz weisen Schilder darauf hin, dass durch die Anwesenheit des Wolfes die Rinder ihre Herde wieder stärker verteidigen und man aus diesem Grund Herden weiträumig umlaufen sollte. Jetzt drücken wir die Daumen, dass wir vielleicht in den frühen Morgenstunden ein Wolf hier auf der Wiese zu sehen bekommen und lassen unsere Zelttüren offen und schließen nur das Mesh. 😝
    Daumen sind gedrückt!

    Heute schließen wir diesen heißesten Tag etwa früher und machen die Augen um 22:30 zu.

    ➡️ 26,6 Km ⬆️ 526 Hm ⬇️ 958 Hm
    Read more

  • Irgendwo nach Crêt de la Neuve

    May 28 in Switzerland ⋅ ☀️ 19 °C

    Die Temperaturen waren heute Nachr stabil bei 13 Grad und somit ist es am Morgen auch trocken auf unserer riesigen hügeligen Wiese.
    Recht ausgeschlafen folgen wir dem
    inneren Prozedere und geniessen die Stille und das Erwachen der Natur. Sprich alle möglichen Käfer werden aktiv und haben sich zur Challenge gemacht, irgendwo am Zelt den höchsten Punkt zu erreichen. Einen Wolf, den haben wir selbstverständlich nicht gesehen. Trotz der offenen Windtüren vom Zelt mit freiem Blick über die Landschaft.

    Der Weg bis zur gestern erwähnten Wasserstelle war unbequem und nervig. 10 min entlang der kurvigen, stärker befahren Straße, die nicht zum Trail gehört. Angekommen an der „Wasserquelle“ ist unsere Ernüchterung groß. Nix Wasser! Der Wasserfluss steht still! Mist! Mit der Wasserversorgung hier im Jura ist es schwierig und wir haben gerade erst Ende Mai. Ohne einen Tropfen Wasser mehr auf Tasche stehen wir wie bestellt und nicht abgeholt jetzt hier rum. 🥵

    Ein Auto biegt in die Straße ein, spontan stoppte Franzi einfach den Wagen und fragte den Fahrer wo wir Wasser bekommen würden. Der Fahrer, sichtlich überfordert, zuckte mit den Schultern. Wir danken und er fährt weiter. Ratlose Sekunden vergehen. Trinken wäre echt nicht schlecht, denn bis zum nächsten Restaurant entlang des Trails sind es noch 10 Km. 🥺

    Ein orangener Mercedes Baustellenbulli fährt auf den Platz und parkt. 2 Männer und eine Frau steigen aus. Alle in Arbeitskleidung. Franzi fragt, ob einer eine Flasche Wasser über hat. Ohne zu zögern wird aus dem Laderaum eine Flasche Wasser geholt und uns gegeben. Wir füllen in unsere Flasche um und geben das Leergut zurück. Vielen Dank Freunde! Eine gute Tat am Morgen! Sehr stabil von euch. 🙏🏻

    Mit einem Liter Wasser kann es jetzt ab zur Hütte gehen. Die schmale Asphaltstraße führt erst durch Wald, später durch die eine oder andere schöne Wiese mit Waldlandschaft. Als wir straight auf eine Alm zu gehen steht eine Herde Jungbullen Rinder, unter anderem auf der Straße. Der Zaun, der die Weide begrenzt, zu unser rechten Seite, wir auf der Straße und die Weide auf unser linken Seite.

    Okay, da müssen wir jetzt wohl durch. Schnellen Schrittes machen wir Meter zu den Rindern, hinter denen sich der Ausgang der Weide befindet. 3-4 Rinder sind sehr neugierig und gehen direkt auf uns zu. Hmm, wir gehen weiter, die Tiere sind interessiert, stoppen allerdings 1,5 Meter vor uns, und lassen uns passieren. Puh! Das ist zwar immer noch nichts im Vergleich zu den Aufgaben, die uns der HRP damals stellte, als wir mehrfach direkt durch Herden gelaufen sind. Das war nochmal etwas anderes. Aber gut, heute hat es gereicht. 😮‍💨

    Wir kommen an der Alpage du Mont Tendre um 11:15 Uhr an. Die Küche ist noch nicht soweit und wir können nur zwischen Fondue oder Brotzeit wählen. Also erstmal Kaffee & Brotzeit. Es ist windig hier oben auf über 1.600 Metern Höhe und so zieht es die einzelnen Leckereien zeitnah in unsere Münder und wir stehen wieder am Anfang. Nach geraumer Zeit wird ein Tisch an der Hauswand frei wo es nicht so doll zieht. Auf dem Weg zum neuen Tisch wird kurzerhand der Ovomaltine Schokosnack vom noch nicht abgeräumten Tisch verschwundener Gäste gezockt! Wertvolle Energie lassen wir nicht liegen! 😬

    Wir prüfen unsere Stromreserven und müssen mit Bedauern feststellen, dass eine unser 4 10.000 mAh Powerbanks scheinbar kaputt ist und sich entlädt. Wir können in der Hütte an einer Steckdose laden, also bleiben wir noch eine Stunde länger hier.

    Jetzt ist genug mit Laden und sitzen im Wind, also ziehen wir wieder los. Es dauert nur einen Hikermoment und wir stehen auf dem Gipfel des Mont Tendre auf 1.679 Meter Höhe. Wir haben bessere Sicht als die letzten Tage und können endlich die französischen Alpen erkennen.

    Heute ist bisher der schönste Tag im Jura für uns. Es ist nicht viel los, die Wege sind toll und wir lassen es gemächlich angehen und sammeln nebenbei unsere Kilometer.

    Neben einem Plausch mit einem Schweizer über die Welt, den Meeresboden des Jura, die Toten Hosen, den HexaTrek, andere Trails und seine sehr alte Hündin, werden wir von einem älteren Herren angesprochen der hier in den Beegen arbeitet und gerade mit dem Quad irgendwas macht, arbeitet oder einfach Punkt A nach B für sich verbindet. Auf Franzdeutsch geht die Verständigung sehr gut und ihn interessiert wo wir lang gehen, wo wir sonst wandern usw usw. Achso, er sitzt auf dem Quad, seine Frau im Fashion T-Shirt mit Pailetten-Fahrrad als Schmuck auf der Front des Shirts, laufend mit Trekkingstöcken hinterher. Beide sehr sehr nett, es ist aber auch leicht schrill. 🤪

    Wir erreichen das Restaurant du Marchairuz an einer Straßenkreuzung. Wir setzten uns natürlich an den Tisch der noch nicht abgeräumt wurde. Zwei leere Gläser und die nicht verzehrte Snackschale, die es standardmäßig zum Getränk gibt. Wir setzten uns und leeren zunächst die Schale. 😬 Da kommen echte HRP Gefühle auf: Immer die Reste der Tischnachbarn weg snacken… 😅

    Der Kellner kommt, räumt ab und bringt eine neue Schale. Für uns gibt es alkoholfreies Bier! Lecker! Lange möchten wir nicht bleiben, nur noch etwas die Powerbank laden, Wasser aufnehmen dann soll es auch wieder los gehen. Es kommt eine Kellnerin zu uns an den Tisch und fragt wo wir jetzt noch hin wollen.
    Weiter auf dem Jura-Höhenweg geht es für uns. Sie versteht das wir unser Schlafsetup dabei haben und freut sich, bleibt aber skeptisch. Sie sagt es gibt Wölfe hier, und meemt das typische Wolfsgeheule nach. Ja! Wir bitten darum! Wo sind den jetzt diese Wölfe? Sie lacht und wünscht uns viel Glück!

    Wir möchten es heute noch bis zum Aussichtspunkt Crêt de la Nueve auf 1.494 Meter schaffen und schauen ob wir dort irgendwo die Nacht verbringen können, das sind in etwa noch 5,5 Km auf dem Jura-Höhenweg.

    Dort angekommen finden wir leicht abgelegen vom Viewpoint eine alte Feuerstelle und eine in den Fels geschlagene Ausbuchtung neben einem knöchernen alten Baum. Perfekt! Hier werden wir unsere Matten auf den Boden legen und Cowboy Camping mit Anblick auf den Genfer See und das Mont Blanc Massiv machen.

    Für die Nacht sind Böen bis 65 Km gemeldet und der Wind hat auch schon zugenommen. Der alte Baum unter dem wir liegen werden, wird heute Nacht sicherlich nicht unbedingt einen Ast verlieren, der auf uns herabfällt. 🤞🏻 Zu viele Stürme hat er bereits erlebt und sein breitgefächertes Ästwerk wurde dafür entsprechend ausgebildet. Passt!

    Zum Abendessen verschlingen wir rund 400g Nudeln in Minestrone Suppe. Als Topping haben wir 100g gehobelten Parmesan dabei. Ein halbes Nussbrot und eine halbe Salami runden als Vorspeise das Abendessen ab. 🤤 Als besonderes Highlight hat am Abend die Sicht nochmal mehr aufgeklart und das Mont Blanc Massif kommt zum Vorschein! Großartig!! 🤩 Nicht desto trotz hängen einige dicke Wolken über den Alpen.

    Jetzt sitzen wir hier, und blicken gespannt über den GenferSee und staunen über die Vielzahl an Blizen und Lichtern in den Wolken die sich wie von rechts bis nach links einmal über das Alpenpanorama strecken und zucken. Krass!

    Das Essen zeigt seine Wirkung. Wir legen uns hin, einfach so hier. Die Äste des Baumes winden sich im Wind und wir schlafen ein. Gute N8

    ➡️ 24 Km ⬆️ 986 Hm ⬇️ 603 Hm
    Read more

  • Crêt de la Neuve nach Forêt de la Combe

    May 29 in Switzerland ⋅ ☀️ 20 °C

    In der Nacht weht der Wind ordentlich und die Baumkrone über uns wiegt sich stark in Wind.
    Eine tolle Nacht! Um 0530 Uhr bimmelt unsere zweite Chance den Sonnenaufgang zu filmen. Schnell raus aus dem Schlafsack und schnell wieder rein. Wir schlafen wieder ein!

    Ein tolles Panorama bietet sich uns heut beim morgendlichen Kaffeeklatsch! ☕️ Etwas später gegen 0830 Uhr geht es weiter auf dem Jura-Höhenweg. Wir haben jeder noch ca 750ml Wasser und das muss bis zum nächsten vermeintlichen Wasserspot an einer Viehhütte in 6 Km reichen.

    Dort angekommen, schreibt die nächste Wasserknappheit in den Flaschen an unseren Rucksäcken ihre Story! Schon wieder kein Wasser. So ist das eben mit diesen niedrigen Bergen. Quellen gibt es hier nicht viele, zu meist wird sich mit Regenwasser geholfen. Dafür muss es allerdings auch ausreichend regnen! Für uns geht es mit wenigen Milliliter weiter. 6,6 Km bis zum Ort St. Cergue wo wir unseren letzten Resupply auf dieser Tour machen werden.

    Im Ort erwartet uns wiedermal brüllende Hitze. 🥵 Den ersten Halt machen wir in der Boulangerie für 2 Baguette. Danach statten wir dem kleinen Einkaufsladen einen ersten Besuch ab. 1 Liter Apfelschorle, 1 x Magnesium Drink und 3 pain au cholcolat sollten für eine kurze Pause auf einer Bank im Schatten eines Baumes reichen. Ein paar Minuten später ist alles verdrückt und wir sitzen auf der Terrasse eines Restaurants. Wir essen die „Plate de jour“: Fisch, Reis und Gemüse der Saison. Zum Nachtisch wird mittags automatisch so ein Küchlein mit… in 30 Sekunden war der Teller leer 🤤 Dazu gabs 2 alkoholfreie Bier und 2 Kaffee. Unter der Markise ist es viel zu warm und wir ziehen weiter…

    Und nochmal rein in den kleinen Einkaufsladen, Teil 2! Wir organisieren nochmal jeweils 0,5 Liter Apfelschorle und Orangina, eine Packung Kekse mit Vanillefüllung, Käse, Salami, 2 Bananen. That’s it. Heute Abend bleibt die Küche kalt.

    Schnell zurück auf die Bank im Schatten des großen Baumes! Wir verspeisen wir den Rest und verpacken, was verpackt werden muss. Danach legen uns kurz hin, schlafen direkt ein. 15:15 Uhr. Jetzt geht es für uns zum La Dôle, einer Radarstation für den zivilen Luftverkehr auf 1.677 Metern Höhe. Mehr als 600 Höhenmeter und 10 Kilometer liegen vor u s. Das ist der letzte Anstieg dieser Tour, alles unter Beobachtung des Mont Blanc und vielen weiteren Gipfeln der französischen und Schweizer Alpen! Wir haben heute echt gute Sicht!

    Als wir in den Abstieg gehen entscheiden wir uns früher als geplant einen Schlafplatz zu suchen. Uns gefällt es hier oben sehr gut und denken, dass wir hier die letzte Nacht verbringen möchten. Doch unsere Suche ist nicht erfolgreich. Überall gibt es hier riesige Waldameisen-Hügel-Nester. 🐜🐜🐜 So viele und so groß. Das ist sehr Bemerkenswert, aber leider nix für eine gute Nacht.

    Okay, dann also Kommando zurück und doch wie ursprünglich gedacht noch weiter in den Abstieg und auf zum letzten markierten Biwakspot vor Nyon, den die HexaTrek-App ausweist. Die 4 Km sind schnell abgespult und auch die Freude über einen Schlafplatz ist schnell vorbei. Baustelle, Baustelle usw. Puh! 🚧

    Wir bleiben trotzdem hier, weiter absteigen möchten wir nicht. Auf dem Grundstück des ausgeschriebenen Spots stehen sehr neue riesige Tische und Bänke aus ganzen Baumstämmen. Na gut, dann schlafen wir heute auf den Tischen! Das hat uns die ältere Dame vor vielen Tagen in der ehemaligen Kappelle ja bereits vorgemacht, wie das geht! 😉 Noch 14 km bis zum Fähranleger in Nyon am Genfer See. 🤗

    ➡️ 26,2 Km ⬆️ 839 Hm ⬇️ 1.183 Hm
    Read more

  • Fôret de la Combe nach Nyon

    May 30 in Switzerland ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach 16 1/2 Tagen, erreichen wir am Ende dieser Tour um Punkt 13:00 Uhr in Nyon am Genfer See den Fähranleger, wo die Stage 1 des HexaTrek offiziell endet.

    Am Ticketschalter versuchen wir unsere Ticket für die Überfahrt nach Yvoire schon heute zu kaufen. Abfahrt ist für uns zwar erst am 22.08.2026 aber wir denken, was gemacht ist, ist gemacht. 😅

    Leider, wir haben es uns gedacht, ist ein Ticketkauf 84 Tage im Voraus nicht möglich.
    Aber egal, wir sind jetzt hier und unsere Vorbereitungen zur Durchquerung der französischen Alpen ist damit abgeschlossen.

    Wenn wir das nächste Mal hier stehen geht es endlich wieder in die hohen Berge. Gerne möchten wir dann die Stage 2 in einem Rutsch erlaufen. Wir werden es zumindest versuchen und freuen uns schon heute auf dieses neue Abenteuer.
    Tschüüüsss! 👋🏻

    ➡️ 14,1 Km ⬆️ 37 Hm ⬇️ 801 Hm

    Gesamt:
    ➡️ 484,5 km ⬆️ 16.091 Hm ⬇️ 16.011 Hm

    Statistik:
    ⏰ 16 1/2 Tage
    🏨 3 Nächte im Hotel
    🚿 3 x Duschen
    🤠 3 x Cowboy Camping
    🕷️ 3 Zeckenbisse
    ❄️ 2 x Schnee
    🥶 minus 1,1 Grad
    🥵 36 Grad
    Read more

    Trip end
    May 30, 2026