• Col de Cou nach Lac de la Vogealle

    August 26 in France ⋅ 🌙 14 °C

    Von unserem Biwakplatz auf 1.920 Metern in der Nähe des Cols suchen wir uns am steilen Grashang einen passenden Weg, um heile die Dirtroad wieder zu erreichen.

    Nach 3 Kilometern erreichen wir den Fluss, an dem wir mittels installierten Schlauch’s frisches Wasser aufnehmen können. Wir nutzen direkt auch die Gelegenheit und waschen unsere Handtücher - natürlich ohne Seife! Dann geht es weiter. Leider träumen wir zu viel und setzten unseren Weg auf der Dirtroad fort. Fehler! Das ist die komplett falsche Richtung! Also den Berg wieder hoch. Oh man!

    Der Trail führt uns meist über eine recht stark bewanderte Dirtroad. Hier gibt es viel Tagestourer. Die Fernwanderer, die wir auf dem Weg bis heute getroffen haben, haben wir alle nicht wieder gesehen. Nur mit einem französischen Pärchen laufen wir ab und an zusammen. Sie sind auf dem Weg nach Chamonix, auf dem GR5.

    Bis auf 1.000 Meter steigen wir auf der langweiligen und echt nervig zugehenden Kieselstein-Dirtroad ab. Puh, das hat Kraft gekostet. Und nach Abstieg folgt, richtig, der nächste Aufstieg.

    Bis zu unserem nächsten Zwischenziel, dem Refuge la Folly sind es auf knapp 4 Kilometer 600 Meter hoch. Es ist warm. Dieses ansteigende Tal ist hier unten recht trocken. Es geht eine ganze Zeit steil im Fels bergauf. Ketten helfen beim hochkrackseln. Auf dem doch recht anstrengenden Pfad kommen uns auch einige Tagestourer entgegen. Hier ist es wieder wunderschön und still. Am Refuge angekommen müssen wir erstmal trocknen. Wir sind komplett nass geschwitzt!

    Wir brauchen Energie! Also bitte jeweils zwei mal Omlette + Fromage + Pomme de Terre, 2 Cola, 2 Kaffee. Booarr! Das Omelette schmeckt hervorragend. Zum Desert darf des noch je ein Crêpe mit dunkler Schokolade und Kokosraspeln sein. Trotz der begrenzten Strommenge im Refuge, dürfen Hexatrekker ihre Devices hier aufladen. Mega! Wir kaufen noch Brot, das hier auf dem Refuge selbst verbacken wird, füllen noch einen Liter Wasser nach und dann geht’s auch schon wieder los.

    Weitere 700 Meter bergauf und 240 bergab befindet sich in einem Cirque ein See. Dort gibt es Biwakspots und Wasser.

    Die 700 Meter versuchen wir unabsichtlich in Zeitlupe zu gehen. Es ist Nachmittags und die Sonne hat sich zur Aufgabe gemacht, uns ordentlich einzuheizen. Gerade getrocknet sind wir pledder nass. Der Aufstieg gefällt uns aber richtig gut. Es ist hier oben wunderschön, keiner ist da und nur die Rufe der zahlreichen Alpendohlen hallen im Berg.
    Das Murmeltier ist heute eher leise und beschäftigt. Dem kräftigen kleinen Racker ist scheinbar langweilig. Ein Stein nach den nächsten wird sichtlich mit Absicht vom Felsvorsprung runter geschubbst.

    Oben angekommen staunen wir nicht schlecht. Hier ist kein See! Hier ist eine ein Kilometer langer, stark ausgewaschene Area. Combes aux Puaires.
    Unglaublich wie es hier aussieht! Unfassbar. Und da werden wir jetzt durchlaufen? Toll!

    Den Weg müssen wir öfter suchen. Steinmännchen und ein paar kleine Schilder weisen uns den Weg. Hier haben wir viel Spaß! Keiner da, alles still und leise. Wunderbar ist es hier. Die Bilder können einfach nicht wiedergeben, wie u glaublich es hier oben ist.

    Am Ende dieser zerklüfteten Ebene können wir immer noch keinen See sehen. Final wartet ein steiler Abstieg in den besagten Cirque. Und dann können wir den See endlich sehen. Gleich sind wir da.

    Wir laufen die letzten Meter entlang des Sees, treffen ein paar shiner die hier schon ihre Zelt aufgeschlagen haben. Auch wir werden heute hier schlafen, auf 1.969 Meter. Perfekt!
    Ein toller Mittag und ein noch besser Nachmittag und Abend.

    ➡️ 22,3 KM davon 1,8 Umweg
    ⬆️ 1.710 HM
    ⬇️ 1.577 HM
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