Back in Nyon
August 22 in Switzerland ⋅ ⛅ 18 °C
Wir sind zurück in Nyon und starten heute die Stage 2 des HexaTrek! Mindestens 385 Kilometer liegen vor uns durch die nördlichen französischen Alpen. Wir freuen uns riesig auf die Wege die vor uns liegen! 🤗 Jetzt geht’s erstmal mit der Fähre über den Genfer See nach Yvoire zum Startpunkt. ⛴️Read more
Start in Yvoire: die ersten 35 Kilometer
August 22 in France ⋅ ☀️ 18 °C
Unsere Fährfahrt nach Nyon dauert gute 20 Minuten. Gut bestückt mit Touristen legen wir am Anleger in Yvoire an. Schon auf dem ersten Metern stapfen wir durch das wirklich schöne alte Dorf. Wunderschön!
Nach ein paar Metern sehen wir Menschen in pompösen Venezianischen Kostümen mal mehr mal weniger über den Asphalt tanzen. Da bleibt keine Kamera kalt! Die Touristen schleichen um die Kostüme, um den besten Blick für ein Foto zu finden.
Aber ab der normalen Touristenspiele, zeigt sich Yvoire von seiner schönsten Seite. Die Sonne scheint und die alten Häuser, Türme und auch Schlösser strahlen vor Schönheit. Toll!
Unser Weg führt uns mal mehr mal weniger am Ufer des Sees Kilometer für Kilometer weiter in Richtung Thonon les Brains. Dem nächsten größeren Ort an dem wir den See verlassen werden um Richtung Berge abzubiegen. Auf diesen ca. 18 Kilometern kommen wir an Freizeitpark ähnlichen Urlaubsregionen, Pferdewiesen, Große Villen aus den 70ern usw vorbei. Zumeist auf Asphalt. Irgendwann wechselt der Trail in einen Ufer-Singeltrail und, komischer Weise, laufen wir fast durch die Gärten der Villen. Ja, das ist auch so gedacht. 😅 Wir kommen an alten Bootsgaragen der Villen vorbei und kühlen selber bei einer ersten Pause unser Füße im See. Herrlich. Aber, wir müssen weiter. Die Kilometer drücken heute etwas. Nach 35 KM sollen wir am ersten Biwakplatz des HexaTrek Stage 2 vorbei kommen.
Es ist warm aber nicht heiß. Erste Wasserquellen lassen uns im Stich und wir besuchen einen Supermarkt. Cola, Pain au chocolat, Bananen & Äpfel sollen es für die kommende Pause sein. Um einen zweiten Besuch im Supermarkt kommen wir nicht drum rum, da wir das Wasser vergessen haben. Oh man!
In der zweiten Tageshälfte geht eigentlich nur noch bergauf um zum Ende fast alles wieder runter zu gehen. Moderate Steigungen und vorwiegend breite Wege.
Da wir heute nicht viel Wasser tragen möchten, nutzen wir alle Wasserpunkte entlang des Weges. Der letzte liegt nach langer Zeit mal wieder auf einem Friedhof.
Gerade waren wir vom besagten Friedhof auf die letzten KM des Tages aufgebrochen, hallen wichtige Worte durch die frühe Abendluft. Franzi ruft von hinten: „sehe ich da etwa einen Boulangerie Automaten?“. Ganz alleine, an einem Parkplatz. Wir sprinten schon fast die 150 Meter um sicherzugehen das dieser befüllt ist. Und das ist er. Direkt wird ein Baguette für das Abendessen per Aufzug nach unten gefahren. Geil! Um die leckeren, süßen Backwaren schaffen wir es einen Bogen zu machen. Unsere Rucksäcke sind heute am ersten Tag prall gefüllt, das muss erstmal gegessen werden.
Am Biwakplatz angekommen, sind wir etwas erstaunt das die 35 KM recht einfach durch in 7 Stunden Bewegungszeit durch die Beine liefen.
Morgen geht es bergauf und wir sind gespannt war alles tolles auf uns wartet.
Jetzt gibt es Cheese Macaroni!
PS: gerade haben wir den ersten Löffel gekostet, läuft ein Wildschwein in 8-10 Metern an unserem Zelt vorbei und grunzt. 🙈
➡️ 35,1 KM ⬆️ 651 HM ⬇️ 309 HMRead more
Wolkenlos in die ersten Höhenmeter
August 23 in France ⋅ ⛅ 16 °C
Ein wolkenloser Tag.
Es ist 07:45 und es kann losgehen!
Auf den ersten 10 Kilometern passiert, bis auf das atemberaubende Wetter, nichts besonderes. Im Wechselspiel laufen wir an unzähligen Wiesen vorbei und lassen einige kleiner Dörfer hinter uns. Immer parallel zum Genfer See zumeist bergauf.
Auf einem Forstweg spricht uns Kevin Costner an. Er ist auf seinem Morgenspaziergang unterwegs. Gesicht & Haare, der Typ ist einfach Kevin Costner zum Verwechseln ähnlich. Wir halten einen netten Plausch bis wir an seinem Haus vorbei kommen. Einzig der französische Akzent bei nahezu perfektem Englisch verrät ihn.
Am Mont Baron machen wir auf 1.450 M eine Pause. Leider wird uns im Schatten schneller kalt als gedacht und so fällt der kurze wichtige Nap aus. Am dann folgenden Anstieg ist bei uns beiden die Puste aus. Unsere Energie ist weg. Jeder Schritt fühlt sich an, als wenn Blei an den Beinen hängt und die nur aus Gummibändern bestehen. Wir haben gestern Abend einfach zu wenig gegessen. Und jetzt hängen wir hier rum und schleichen keuchend die Steigungen hoch.
Am finale Aufstieg zum Tête des Fieux auf 1.772 Meter haben wir uns ordentlich abgearbeitet. Leider bekommen wir das Problem bis zum Ende des Tages nicht mehr in den Griff. Gähnend, schieben wir uns Riegel und das, was die Taschen so hergeben, in uns rein. Total platt, aber wir sind unterwegs.
Am heutigen Tage ist viel los auf dem Trail. Unzählige Tagestourer sind hier hoch gekommen um scheinbar Kühe zu streichen oder einfach anzufassen. DO NOT TOUCH! Wir halten da nichts von, es passiert mit Kühen schon ausreichend auf Wanderwegen. Auch ein paar Hikern mit grösserem Gepäck sind wir über den Weg gelaufen. Noch wissen wir nicht wo die Community hier so hinwandert.
Hinter dem Chalet Vert wird es nochmal schöner: Weiße Felsen, Gründe Wiesen und in der Ferne thront der Mont Blanc. Eine schöne Gegend hier.
Hinter dem Lac de Dardon treffen wir auf unzählige Steinböcke, klein, groß, alt und ganz ganz klein. Sicherlich 60-70 Tiere denen wir auf 200 Metern über den Weg laufen. Die Tiere lassen sich von nichts Stören und so steht man nur ein paar Meter vor den teils großen Tieren entfernt. Irre-Toll!
Nach dem Spektakel möchten wir den in direkter Nähe befindlichen Biwakspot für die Nacht nutzen.
Leider ist es am Platz unsagbar windig. Typisch für einen Pass.
Am Stream nehmen wir noch Wasser zum kochen auf und finden 15 min später eine Lücke im unruhigen Rasen. Zelt ist schnell aufgebaut und so kann es sich für heute nur noch ums Essen sich drehen. Der Hunger ist groß. Heute Biwak auf 1.882 M. 😴
➡️ 24,1 KM ⬆️ 1.980 HM ⬆️ 840 HMRead more
Col de Pavis nach Les Mattes
August 24 in France ⋅ 🌧 15 °C
Unser Zelttüren haben wir über Nacht aufgelassen und am Morgen genießen wir den Blick auf den See. Um 06:00 Uhr ist der Himmel als ein rotes Band zu erkennen. Darüber befinden sich dunkle Wolken, die aber später keinerlei Auswirkungen haben.
07:30 meistern wir ein paar Höhenmeter und stehen am Eintritt zu einem ersten Ridge Hike der Tour. Ein feiner schmaler Pfad führt den mit Gras bewachsenen Berg hinauf. Wir überschreiten den Tête de Charousse 2.003 Meter. Ein wunderschöner Weg den wir hier am frühen Morgen gehen dürfen. Frau Steinbock ist auch auf dem Pfad unterwegs, allerdings in die andere Richtung. Wir laufen aufeinander zu. Das Tier interessiert sich überhaupt nicht für uns, weicht 5 Meter vor uns in den steilen Hang aus und schert hinter uns wieder ein. Ach, das ist doch schön.
Einen Moment später beginnt es zu regnen. Dicke Tropfen fallen vom Himmel. Rucksack runter Regenjacke an, Kameras und Handy in die Regenjacke. Weiter geht’s. 200 Meter später ist alles vorbei und wir kleiden um.
Am Dent du Lan, einem großem herausragenden Fels, müssen wir klettern. Wir haben den Pfad verpasst der etwas unterhalb verläuft und stehen vor einem 2,5 Meter Drop. Wir klettern runter und an der anderen Seite wieder hoch. Dann noch ein paar Meter und wir erreichen das Ende des Ride Walks.
Es folgt der recht einfache Abstieg zum Refuge de Bise, nehmen dort Wasser auf und essen einen Portion unsers selbst gemixten Power-Energie-Reis-Pudding. Das Zeug sieht aus wie die Pampe die Neo im Film Matrix 1 zu essen bekommt, als der in der realen Welt aufwacht.
Wer hat‘s gesehen?
Nach dem Aufstieg zum Pass geht es bergab nach La Chapelle d‘Abondance. In der bestens ausgestatteten Boulangerie gibt für uns etwas Pizza ähnliches. Absolut leckere Madeleines zum Nachtisch. Unser Energieloch von gestern konnten wir heute gut wieder ausgleichen.
Käse und Salami so wie Baguette fürs Abendessen im Berg gibt’s noch obendrauf.
Auf dem Weg zurück zum Trail halten wir am Touristoffice, um die Handys zu laden, die Toiletten zu nutzen und uns ein wenig zu waschen. Das ein Service!! 🤗 14:30 geht’s für uns weiter in den nächsten 900 Meter Aufstieg zum Les Mattes. Der Trail windet sich fast komplett durch den Wald. An einem Stream nehmen wir Wasser für den Abend und den nächsten Tag auf und legen die nächste Waschsession ein. Viel hilft viel 😅
Um 18:30 erreichen wir die herrliche Wiesenlandschaft um Les Mattes auf 1.938 Metern.
Ein Rest Cheese Macaroni muss noch gegessen werden, also schmeißen wir den Kocher an. Vor uns braut sich etwas zusammen. Innerhalb von 10 Minuten ziehen sich die Wolken zusammen, türmen sich auf und Wechsel ständig ihre Form. Lauter Donner und weiße Blitze treiben vor unseren Augen ihr Spielchen. Bis der Regen auch uns trifft und wir schnell, mit all unseren Sachen ins Zelt springen. Die Vorspeise gibt also im Zelt.
20 Minuten später, alles ist wieder ruhig, wir setzten uns wieder vor unser Zelt. Salami, Käse und Baguette sollen auch noch verspeist werden. Währenddessen türmen sich, bedrohlich nah, die Wolken erneut auf. Dieses Mal ohne zu eskalieren und so folgen wir dem dunklen Wolkenschwarm, wie er still und leise immer größer werdend über uns hinweg zieht.
➡️ 20 KM ➡️ 1.574 HM ⬇️ 1.494 HMRead more
Les Mattes nach Col de Cou
August 25 in France ⋅ ☀️ 14 °C
22:00 Uhr - Blitze ziehen durch die noch junge Nacht. Erst in östliche Richtung, dann auch südlich von uns. Im nächsten Moment ist der gesamte Himmel hell erleuchtet. Es donnert am Stück, hört nicht mehr auf. Aus allen Richtungen zucken die weißen Ungetüme durch den fast schwarzen Himmel. Es beginnt zu regnen.
Von tosendem Donner begleitet prasselt der starke Regen gegen unsere Zeltwände. Der Wind wird stärker und unruhiger. Von jetzt auf gleich fällt Hagel. Viel Hagel. Nicht groß aber sehr viel. Verzweifelt halten wir die Hände gegen die beiden großen Zeltwände.
20-30 Minuten später ist alles vorbei und es kehrt Ruhe ein, nicht für lange. Die Blitze ziehen weiterhin ihre Bahnen am Himmel und es beginnt erneut zu regen. In einer Tour bis morgens 05:00 Uhr.
Wir starten heute später!
Der Wind ist einfach zu stark, aber die Sonnen wird es richten und so kommt etwas Ruhe in den Morgen.
Nach 8 Kilometern kommen wir am Refuge de la Haut Bise vorbei und essen Omelett Fromage und 4 Kaffee Grande. Toilette, Handy laden, weiter geht’s.
Die nächsten 9 Kilometer verlaufen durch eher langweiliges Skigebiet. Es ist mal mehr, mal weniger viel los, ein paar Mountainbiker ein paar Wanderer, aber nicht viel. 90% der Lifte sind ausser Betrieb.
Wir laufen schon länger an der Schweizer Grenze und bewundern die tollen Felsformationen auf der anderen Seite des Tals.
Das Laufen auf den vielen Schotterwegen macht uns müde. Der Schlafmangel kickt rein. Aber dann legt der Trail nochmal nach. Hinter dem La Patenaille auf 2.219 Meter geht es auf einen Singeltrail. Dieser verläuft teils auf der Ridge, teils im Hang. Konzentration bei den Seilpassagen ist geboten. Wie schön sich dieser Tag von uns verabschiedet. So ein schöner Weg.
Am Ende sind wir platt und müde. Und so entscheiden wir den Tag zu schließen. Wir sind in einer grünen Zone und so laufen wir einen Hang hinauf und suchen eine passende Stelle für unser Zelt. Das dauert heute länger als normal und ein klein wenig nervt es gerade. Aber wir finden alles was wir brauchen. Es soll heute Nacht und morgen trocken bleiben und so versuchen wir mehr Schlaf zu bekommen als gestern.
➡️ 21,8 KM ⬆️ 1.085 HM ⬇️ 1.121 HMRead more

StartTheTrailSehr tolle Bilder. Aber Gewitter im Zelt (und dann noch am Berg) sind schon Scary! 😱

Alex und Franzi on traildas stimmt. Hagel macht allerdings nochmal einen Unterschied! Zum Glück waren es relativ kleine Körner.😅

TravelerJa Hagelgewitter sind echt speziell. Egal ob im Zelt oder mit Zelt auf dem Rücken! Zum Glück ist ja alles gut gegangen. Ich wünsche euch eine Zeit ohne solche Überraschungen.😎

Alex und Franzi on trailDie Hagelkörner auf dem Rücken waren aber noch weitaus grösser! 😱 Danke dir.
Col de Cou nach Lac de la Vogealle
August 26 in France ⋅ 🌙 14 °C
Von unserem Biwakplatz auf 1.920 Metern in der Nähe des Cols suchen wir uns am steilen Grashang einen passenden Weg, um heile die Dirtroad wieder zu erreichen.
Nach 3 Kilometern erreichen wir den Fluss, an dem wir mittels installierten Schlauch’s frisches Wasser aufnehmen können. Wir nutzen direkt auch die Gelegenheit und waschen unsere Handtücher - natürlich ohne Seife! Dann geht es weiter. Leider träumen wir zu viel und setzten unseren Weg auf der Dirtroad fort. Fehler! Das ist die komplett falsche Richtung! Also den Berg wieder hoch. Oh man!
Der Trail führt uns meist über eine recht stark bewanderte Dirtroad. Hier gibt es viel Tagestourer. Die Fernwanderer, die wir auf dem Weg bis heute getroffen haben, haben wir alle nicht wieder gesehen. Nur mit einem französischen Pärchen laufen wir ab und an zusammen. Sie sind auf dem Weg nach Chamonix, auf dem GR5.
Bis auf 1.000 Meter steigen wir auf der langweiligen und echt nervig zugehenden Kieselstein-Dirtroad ab. Puh, das hat Kraft gekostet. Und nach Abstieg folgt, richtig, der nächste Aufstieg.
Bis zu unserem nächsten Zwischenziel, dem Refuge la Folly sind es auf knapp 4 Kilometer 600 Meter hoch. Es ist warm. Dieses ansteigende Tal ist hier unten recht trocken. Es geht eine ganze Zeit steil im Fels bergauf. Ketten helfen beim hochkrackseln. Auf dem doch recht anstrengenden Pfad kommen uns auch einige Tagestourer entgegen. Hier ist es wieder wunderschön und still. Am Refuge angekommen müssen wir erstmal trocknen. Wir sind komplett nass geschwitzt!
Wir brauchen Energie! Also bitte jeweils zwei mal Omlette + Fromage + Pomme de Terre, 2 Cola, 2 Kaffee. Booarr! Das Omelette schmeckt hervorragend. Zum Desert darf des noch je ein Crêpe mit dunkler Schokolade und Kokosraspeln sein. Trotz der begrenzten Strommenge im Refuge, dürfen Hexatrekker ihre Devices hier aufladen. Mega! Wir kaufen noch Brot, das hier auf dem Refuge selbst verbacken wird, füllen noch einen Liter Wasser nach und dann geht’s auch schon wieder los.
Weitere 700 Meter bergauf und 240 bergab befindet sich in einem Cirque ein See. Dort gibt es Biwakspots und Wasser.
Die 700 Meter versuchen wir unabsichtlich in Zeitlupe zu gehen. Es ist Nachmittags und die Sonne hat sich zur Aufgabe gemacht, uns ordentlich einzuheizen. Gerade getrocknet sind wir pledder nass. Der Aufstieg gefällt uns aber richtig gut. Es ist hier oben wunderschön, keiner ist da und nur die Rufe der zahlreichen Alpendohlen hallen im Berg.
Das Murmeltier ist heute eher leise und beschäftigt. Dem kräftigen kleinen Racker ist scheinbar langweilig. Ein Stein nach den nächsten wird sichtlich mit Absicht vom Felsvorsprung runter geschubbst.
Oben angekommen staunen wir nicht schlecht. Hier ist kein See! Hier ist eine ein Kilometer langer, stark ausgewaschene Area. Combes aux Puaires.
Unglaublich wie es hier aussieht! Unfassbar. Und da werden wir jetzt durchlaufen? Toll!
Den Weg müssen wir öfter suchen. Steinmännchen und ein paar kleine Schilder weisen uns den Weg. Hier haben wir viel Spaß! Keiner da, alles still und leise. Wunderbar ist es hier. Die Bilder können einfach nicht wiedergeben, wie u glaublich es hier oben ist.
Am Ende dieser zerklüfteten Ebene können wir immer noch keinen See sehen. Final wartet ein steiler Abstieg in den besagten Cirque. Und dann können wir den See endlich sehen. Gleich sind wir da.
Wir laufen die letzten Meter entlang des Sees, treffen ein paar shiner die hier schon ihre Zelt aufgeschlagen haben. Auch wir werden heute hier schlafen, auf 1.969 Meter. Perfekt!
Ein toller Mittag und ein noch besser Nachmittag und Abend.
➡️ 22,3 KM davon 1,8 Umweg
⬆️ 1.710 HM
⬇️ 1.577 HMRead more

Alex und Franzi on trailJa. Nur in den tiefen Spalten und Löchern hat es „Reste“. Vor dem See sind wir 10 Meter über Schnee…
Lac de la Vogealle nach Nahe Col Anterne
August 27 in France ⋅ ⛅ 18 °C
Der Wecker reist uns aus dem tiefen Schlaf.
Der Abstieg zum Viewpiont Le Bout du Monde
Im Cirque du Fer à Cheval ist einfach aber recht steil. Die Luft ist diesig, es ist schwierig Fotos zu machen. Unzählige Wasserfälle zieren den Cirque. Ihr Wasser fällt teils tief in den Canyon. Wir genießen die Weite Sicht aus dem Canyon. Ziehen aber zügig weiter. Die ersten Besucher sind schon wie eine Perlenkette auf dem langen Weg hier hoch zu erkennen.
Wir machen Rast am ersten Restaurant.
Ich (Alex) muss mich um meine oberen Waden kümmern. Irgendwie wollen die heute nicht so. Alles ist kurz davor zu zumachen. Das wäre fatal. Neben Kaffee und Cola wird fleißig massiert und gedehnt.
Wir treffen den ersten HexaTrek Thru Hiker.
Er ist in Hendaye gestartet und hat/musste die Stage 4 skippen. Ankunft in Wissenbourg Ende September.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Route über den Le Cheval Blanc schon gestrichen. Wir hatten gelesen, das die Seile, eher für’s Hochgehen geeignet wären. Jetzt kommen heute die Waden dazu.
Am nächsten Campingplatz essen wir erstmal ordentlich. Wir entscheiden den bevorstehenden Aufstieg von 1.000 Metern und den dazugehörigen Abstieg zu umgehen um in Sixt-fer-à-cheval noch etwas zu essen zu kaufen. Von dort geht es dann recht einfach auf die HT Alternative. Sicherlich ist das so besser für die Waden!
Der Supermarkt hat leider Mittags zu. Rund 50 Minuten liegen wir wie der klassische Hikertrash vor dem Supermarkt im Schatten. Wir kaufen Kekse, eine Packung Nudeln, Nüsse, Äpfel und Bananen für den Sofortverzehr.
Wir nutzen noch das verfügbare Internet und checken das Wetter. Ohje, für den morgigen Tag ist kein gutes Wetter gemeldet. Bis zu 100 km/h Wind, Regen und am Nachmittag Gewitter für die Region, durch die uns die HT Alternative führt.
Da wir nicht hier bleiben möchten plane wir den heutigen Tag um und folgen kurzzeitig dem GR 5. Wir erhoffen uns dadurch etwas Strecke zu sparen und bekommen Zeit, das schlechte Wetter morgen im Reserve Naturelle Sixt-fer-à-cheval / Passy abzuwarten.
Im Refuge Anterne reservieren wir uns sicherheitshalber 2 Plätze für die morgige Nacht.
Am Eingang zum Reserve Naturelle finden wir ein neues Schild mit ergänzenden Biwakregeln. Oder ist das Biwakieren jetzt verboten? Das wäre schlecht. Es ist schon spät!
Da wir das Schild nicht richtig lesen oder interpretieren können und kein Handynetz verfügbar ist, fragen wir Wanderer, die wir auf dem Weg treffen. Zweit junge Mädchen, die auch auf dem Weg hoch sind klären uns auf. Biwaken ist erlaubt, allerdings gibt es erweiterte Regularien, die für uns kein Probleme darstellen. Also alles gut!
Um 20:30 erreichen wir etwa 30 Minuten vom Refuge entfernt eine wunderschöne Area auf 1.753 Metern, wo wir unser Zelt aufbauen.
Morgen früh schauen wir wie das Wetter ist und gehen zunächst zum Refuge. Dort können wir zur Not das Gewitter aussitzen.
➡️ 27,5 KM ⬆️ 1.215 HM ⬇️ 1.431 HMRead more

TravelerBis auf Aiguilles Rouges und TMB ist das biwakieren zum Glück noch überall erlaubt. Die Restriktionen stören uns Thruhiker zum Glück nicht. 🤘

Alex und Franzi on trailDanke dir. Man steht ja trotzdem dann da, ist müde, im Film oder denkt das ist jetzt neu, heute🤣
Das Wetter macht den Plan
August 28 in France ⋅ 🌧 12 °C
17 Grad waren es gestern Abend um 23 Uhr an unserm Biwakplatz unterhalb des Tête à l'Àne auf 2.804 Meter. Ein warmer Föhn wehte durch unser Zelt. Wieder schlafen wir mit offenen Türen. Doch der Wind nimmt wie angekündigt zu. Starke Böen ziehen am Zelt und machen eine Menge Lärm. Aber der Ausblick ist eine glatte 10 von 10.
Gegen 05 Uhr beginnt der Tag mit dem angekündigtem Wetter: Regen!
Wir haben den Tag auf dem Trail abgeschrieben, zu schlecht sind die Vorhersagen. 07:30 ist der erste Regen vorbei und der Wind ist stärker geworden. Wir trinken Kaffee, räumen schnell das Zelt zusammen bevor es wegfliegt und auf gehst zum Refuge Alfred Wills. Für heute haben wir hier eine Übernachtung gebucht.
Wir rufen über unser Inreach das Wetter ab. Das Gewitter hat sich nach hinten verschoben, aktuell ist es trocken und wir würden gerne lieber weiterlaufen. Wir fragen nach Stornierung. Bist du auf dem HexaTrek unterwegs, zeigen die Menschen in den Refuges Verständnis und so gehen wir weiter (ohne Stornokosten).🙏🏻 Schnellen Schrittes gehts die nächsten knapp 500 Höhenmeter nach oben. Die Landschaft ist einfach schon wieder atemberaubend!
Am Col d‘Anterne auf 2.258 Meter erblicken wir die Gletscher des Mont Blanc. Wieder ein toller Anblick! Wir steigen ab zum Refuge de Moede Anterne auf 2.000 Meter. Ganz trocken kommen wir nicht an. Der Regen hat uns zum ersten Mal erwischt!
3 Stunden sitzen wir dort und warten ab, was das Wetter macht. Auch das französische Pärchen ist seit gestern hier und hat auf Grund des Wetters eine weitere Nacht gebucht. Heute Nachmittag soll das Gewitter hier los stürmen. Wir unterhalten uns mit einer Frau aus Deutschland die den GR 5 bis Nitza läuft. Jede Nacht im Refuge alles genau geplant. Sie berichtet von der vielen Arbeit der Planung und was Tage wie diese für die Art der Tour bedeuten. Stress!
Im Refuge gibt es Kaffee, Omlette und eine ordentliche Lautstärke.
Wie prüfen erneut das Wetter. Wenn wir Netz haben nutzen wir die App Meteoblue, wenn kein Netz das Garmin Inreach. Das Gewitter hat sich nochmal verschoben.
Wir gehen also weiter. Vielleicht schaffen wir es ja zu einem Biwakplatz in 3 Kilometern.
Aber klar, nach knapp 20 Minuten beginnt es zu Regnen und leichter Hagel kommt dazu. Wir erreichen schnell den angestrebten Biwakplatz.
Unser Zelt bauen wir und einer mystischen Umgebung im Regen auf und verschwinden in unsere geliebte Plastiktüte. Das Gewitter bricht los. Leichter Donner brummt durch die Berge und starker Regen prasselt auf unser nieder. Wir vertreiben uns die Zeit mit Tee und Cookies und ein paar Spielen auf dem Handy: Yazi,Schiffeversenken, Darts… 😂
Um 20 Uhr ist alles vorbei. Die Natur kommt wieder zur Ruhe und der Steinbock steht minutenlang am Berg. Wie seine Majestät blickt er auf seine Berge.
Ganz verloren ist der Tag nicht. Wichtige Kilometer konnten wir heute abreißen und sind jetzt, was mögliche Biwakspots für den kommenden Tag angeht, in einer besseren Situation. Und Alex Waden sind auch wieder dabei und machen mit 💪🏻
Morgen wird das Wetter wieder besser und einer pünktlichen Ankunft am Sonntag in Les Houches zu Fußes des Mont Blanc Massives steht nicht mehr viel im Wege.
Biwak auf 2.098 Meter
➡️ 9,7 KM ⬆️ 745 HM ⬇️ 401 HMRead more
Biwak nahe Tête de Moëde nach La Flégère
August 29 in France ⋅ 🌙 12 °C
Es war eine der bisher ruhigsten Nächte - kein Wind, kein Regen, kein Gewitter. Aus den erwarteten 7 Grad in der Nacht wurde nichts. Bis auf kalte 2 Grad kühlte es sich ab und sorgt für eine eisige Nacht. Darauf waren wir nicht eingestellt und es fröstelte uns etwas in der Nacht.
Wie üblich nach so viel Regen legen sich die letzten Wolken über die umliegend Gipfel. Socken und Schuhe sind noch von gestern nass und so lassen sich die ersten Schritte im tiefen nassen Wiesengrass ertragen.
Wir klettern auf den Hügel hinter unserem Zelt und genießen einen tollen Blick auf das Mont Blanc Massiv. Sie Sonne stiegt über die Gipfel im Osten auf und beginnt unser Zelt zu trocken. Bei DCF dauert das nur ein paar Minuten. Den Rest wischen wir ab und packen ein.
Die Murmeltiere in naher Umgebung machen mit ihren typischen Rufen auf sich aufmerksam und wir starten um 09:00 Uhr in einen anstrengenden Tag.
Der Anstieg zum Col de Salenton auf 2.525 Meter ist gut zu gehen. Was nicht bedeutet, dass wir oben nicht durchgeschwitzt ankommen. 😅 Der Wind ist eisig und so steigen wir auf der anderen Seite direkt wieder ab.
Der Abstieg führt über große und kleiner Boulder und über riesige Felsen. Der Fels ist sehr griffig und so können wir einige Passagen einfach so runterlaufen. Unser Gelenke sind heute nicht unbedingt pfiffig und geschmeidig. Bei vielen Tritten bergab sind wir doch recht steif unterwegs.
Von jetzt auf gleich ist hier im Blockgelände eine Menge los. Trailrunner laufen nach oben oder fliegen in kleinen Gruppen den Berg hinunter. Schon irre was die teils hier im Berg so veranstalten. Hinzu kommen Touristengruppen, Familien usw. Wir sind ein wenig überfordert. Nach dem ersten Abstieg durch das felsige Gelände machen wir eine Pause und essen etwas. Der Berg ist wieder Menschen leer. So schnell wie plötzlich alle da waren, sind sie jetzt wieder weg. Es geht weiter bergab, kein Schritt gerade, immer über Steine und Felsen.
Wir folgen dem Eau de Bérard weiter Richtung Tal bis zum Restaurant Buvette de la Cascade Bérard auf 1.430 Meter. Es ist laut hier direkt neben dem Fluss und Wasserfall, das Personal sehr freundlich und fix. Toiletten gibt es hier nicht. Hände waschen dürfen wir einfach in der Küche. Cola, Eistee Hotdog, La Croûte ( Brot, Schinken, Käse, mit noch mehr Köse in der Auflaufform überbacken). Das ist ein altes alpines Gericht. Die Käsemassen erinnern uns an die italienische GTA 2024 wo wir in den kleinen italienischen Bergdörfern öfters Polenta mit Käse und Käse (in unseren Worten) gegessen haben, was bei Anstiegen doch recht schwer im Magen lag. 🤣 Zum Glück ist das heute nicht der Fall.
Wir haben heute noch einiges vor. Besser wir sorgen für noch mehr Energie und essen noch Crêpe mit Nutella bzw. Zucker und einer Kugel Vanille Eis zum Nachtisch on top.
Wie schon üblich an diesem Tage geht es etwas schwerfällig weiter. Es kurzes Stück gehen wir parallel zu einer Straße. Wir hören Rasseln und Glocken. Etwas später sehen wir ein paar Trail Runner und Schaulustige, die die Runner anfeuern. Muss wohl irgend ein Runner Event sein. 🤷🏼 Danach geht es selbsterklärend natürlich bergauf. Wir betreten das Réserve Naturelle des Aiguilles Rouges. Ab jetzt führt uns der Trail parallel zum Mont Blanc Massiv.
Wir kommen gut in den Rhythmus und beißen erstaunlich leichtfüßig die Höhenmeter aus dem Berg. Steinböcke und große Raben begleiten uns auf dem Weg zum Lac de Chésery und zum Lac Blanc auf 2.350 Meter Höhe. Am erst genannten werden 30 Biwakplätze angeboten die man vorab buchen muss. Eine doch recht wilde und unaufgeräumte Szenerie bietet sich bei unser Ankunft. Ein ordentlicher Wind pustet den zumeist nicht so geübten Zeltaufbauern um die Ohren. Wer sein Setup fertig errichtet hat, steht in dicker Jacke vor dem Zelt. Die einen liegen Probe und müssen noch entscheiden, ob die Zeltposition passt, andere kämpfen mit dem Zelt direkt. Das internationale Publikum scheint aber gut drauf zu sein und einer unvergesslichen Nacht gegen über des Mont Blanc entgegen zu fiebern.
Die letzten Meter zum Lac Blanc geht es über Leitern und an den Fels geschraubte Holzbalken. Es fühlt sich an wie das Grand Finale für unseren Tag und das ist es auch. Am Lac Blanc ist tote Hose, sicherlich ist es mit 19:45 Uhr eher zu spät, das sich hier noch viele Bergfanatiker rumtreiben. Wir haben unser Ziel fest im Blick und steigen, gerade oben angekommen wieder ab. Die grüne Zone, in der Biwakieren erlaubt ist, müssen wir heute noch erreichen. Der Weg ist zwar breit aber aufgeräumt hat hier schon lange keiner mehr. 😅. Alles ist voll mit losem Geröll, was das Gehen nach so einem Tag wirklich nicht einfacher macht.
Auf dem Weg üben junge Steinböcke den Rivalenkampf und lassen sich 5 Meter neben uns dabei in keinster Weise stören.
Mit Blick auf die HexaTrek App erreichen wir die Biwakzone und prüfen sofort die Umgebung. Um 20:30 Uhr und 100 Meter später werden wir fündig. Ein Platz für unser Zelt! Windstill, ruhig, mit Blick auf das Bergmassiv, bei bestem Wetter. Grüße gehen raus an den Lac de Chésery🤗.
We call it a day! Ein unvergesslicher Blick zum weißen Riesen, schnell etwas essen und wir fallen müde und kaputt in den Schlaf.
Biwak auf 2.022 Meter.
➡️ 23,1 KM ⬆️ 1.620 HM ⬇️ 1.698 HMRead more

Alex und Franzi on trailJa, das finden wir auch klasse. Etwas zu viel Schatten. Aber Filter o.ä. gibt es bei uns nicht, sind wir was die Natur angeht kein Fan von. 💪🏼
La Flégère nach Les Houches
August 30 in France ⋅ ☀️ 23 °C
Der Morgen ist vom weißen Riesen bestimmt. Dem Mont Blanc! Nahezu wolkenfrei richten wir beim Kaffee unsere Blicke Richtung Süden zum Massiv. Der Tag droht mit bestem Wetter!
Die Nacht war wieder kühler als die Tage zuvor. Auf die 3,5 Grad an unserem Zelt haben wir uns allerdings besser eingestellt als gestern. Der Berg macht halt das Wetter und was das bedeutet haben wir 2023 schon auf unser Kombi Wanderung TMB x WHR kennenlernen dürfen. Eiskristalle prasselten damals die gesamte Nacht gegen unsere Zeltwände und schenkten uns eine unverwechselbare Nacht. Schneetreiben Anfang August am Grande Col de Ferret. Der Berg hat hier das Sagen und auch an diesem Tag vernehmen wir ab und an ein Grollen und poltern von Eis und Stein, die der Berg losgelassen hat.
Unser Ziel ist heute Les Houches! Wir rechnen mit meist einfach zu gehenden Wegen, was wieder mal zeigt, wir haben uns nicht vorbereitet. 🙈 Naja, und alles was Louder nur wenige Wochen vorher berichtet haben wir uns nicht gemerkt. 🫠
Es geht etwas bergab zum Refuge La Flégère. Wir sind komplett trocken gelaufen und leer. Aber was ist denn hier los?
An diesem Wochenende ist UTMB? Dann gehörten die Läufer gestern auch dazu? Crazy! (Das erklärt auch die horrenden Hotelzimmerpreise in Les Houches!) Am vermeintlichen Checkpoint hier oben am Refuge steht auf der Digitalanzeige 15:45 Uhr. Das wird sicherlich das Timelimit sein. Kommst du später als die Zeit, bist du raus! Wir fragen Google was hier los ist und werden fündig. Während der Sieger in unter 19 Std die 170 Kilometer und 10.000 HM hoch und runter, rund um das Massiv bewältigte und seit mehr als 20 Std. seinen Sieg feiert, schleppen sich immernoch tapfere Athleten weiter wie kryptische Figuren über die Strecke, um am heutigen Tage vor Ablauf des Timelimits nach Chamonix ins Ziel zu schaffen. Teils sieht das wirklich nicht mehr gesund aus. Aber Respekt und Anerkennung für eure Leistung!
Im Refugee gibt es Wasser und einen Crêpe zum Start in den Tag. Mit dem UTMB Läufern haben wir im weiteren Tagesverlauf keine Überschneidungen mehr.
Der Trail führt auf einfachen Wegen leicht bergauf und bergab, bevor es final zum Aufstieg des Le Brévent auf 2.525 Meter geht. In Serpentinen geht es steil mit größeren Stufen bergauf. Am Ende wird es noch mal spannend. Der Trail verliert sich im Blockgelände und wir suchen nach den gelben Markierungen, um auf der Spur zur bleiben. Etwas klettern bleibt final auch nicht aus. Leitern helfen senkrechte Passgen zu meistern. Oben am Gipfel ist eine Seilbahn und es ist hier mehr hässlich als schön. Der Ausblick allerdings ist überwältigend. Das brillante Wetter spielt uns in die Karten. Es ist eine Menge los. Wir brauchen Energie und Wasser und bestellen 2 Cola, 2 Wasser und 2 Sandwich = 39€. 😳 HusteHuste!
Zum ersten Mal auf dieser Tour bezahlen wir für Wasser Geld. Naja…
Auf geht es in den finalen Abstieg. Etwa 1.550 Meter geht’s bergab. Herr oder Frau Murmeltier ist auf der Suche und lässt sich nicht Stören. In einer Kurve stehen die Steinböcke am Rand des Trails und gucken. Bewegungslos und ruhig stehen klein und Groß zusammen.
Der Trail windet sich in kurzen Serpentinen mit ständigem Blick zum weißen Riesen bergab. Vorbei am Refuge de Bellachat geht es mit kleineren Kletterpassagen über Fels und Stein und durch sehr trockenen Nadelwald. Die Sonne sticht, es ist warm. Es ist Sonntag und es sind einige Wanderer unterwegs. Trailrunner fliegen natürlich auch hier über den Trail. Wir glauben aber, das zur Hochsaison sicherlich noch mehr los sein wird, als wir es hier am letzten Wochenende der Ferien in Frankreich erleben. Am Ende zieht es sich, bis wir Les Houches auf 1.006 Meter erreichen. Gegen 17 Uhr haben wir es geschafft 💪🏻
Restaurants haben leider noch geschlossen, Supernärkte sind schon dicht. Wohin also mit dem Hiker Hunger? Im Le Solery werden wir fündig. Burger & Pommes und 2 alkfree Bier sind ein guter Start. Auf dem Weg zu unserem Apartment halten wir noch an der Boulangerie, die in 10 Minuten schließt und kaufen ein paar Sweets für den Abend. Auf den letzten Metern werden noch zwei Pizzen to go gebacken. 🤭 Dann gehts endlich ins Apartment! Nach dem verspeisen der Pizza beginnt die groß angelegten Waschsession - zum Glück gibt es eine Waschmaschine, denn in das Waschbecken passen nicht mehr als 2 Paar Socken 😂. Das Programm lassen wir uns noch schnell per KI erklären und dann ab dafür! 🧺Die ersten Akkus und Kameras müssen vorsorglich an den Strom und auch der morgige Zeroday muss zumindest etwas geplant werden. Nach der ersehnten heißen Dusche (die erste seit Start der Tour) ist es Zeit für eine unkontrollierte Zuckerzufuhr, die mit direktem Schlaf nach dem letzten Bissen im großen Bett endet.
➡️ 21,2 KM ⬆️ 855 HM ⬇️ 1.884 HM
Zwischenstand der Tour:
➡️ 205 KM ⬆️ 11.318 HM ⬇️ 10.713 HM
Das ist überschlagen die Hälfte der Stage 2 des HexaTrek nach 9 Tagen inkl. der Mehrkilometer der Alternative und der Abkürzung durch die Alternative der Alternative 🙄. Uns bleibt also, bei normalem bis gutem Wetter ausreichend Zeit für die Tour und Abenteuer entlang des Trails bis zum Col de Lautaret.Read more
🚷 Zeroday
August 31 in France ⋅ ☀️ 23 °C
Resupply Time! 🤩
In der Nacht hat es geregnet. Das stört uns aber nicht, weil wir heute ohne Wecker ausschlafen und erstmal 2 Stunden gemütlich Kaffee im Bett trinken. Dazu gibt’s noch Pizzarest von gestern. 🤭 Herrlich!
Wir lassen es heute langsam angehen.
Gegen Mittag besorgen wir Nachschub an Gas im ecosport. Nebenan serviert uns der Herr in der Fromagerie de la fruitiere Sandwiche des Hauses sowie Salami und Comté für den Trail. In der Boulangerie gibt es Törtchen und Schokolade. Im Carrefour contact kaufen wir weitere Lebensmittel für die nächsten Tage ein.
Da wir kein Interesse an einer lauten Restaurantkulisse haben, muss Frau Pizzabäckerin schon wieder eine französische Pizzavariante für uns backen.
Und da die Couch kleiner ist als das Bett, verbringen wir den Rest der Zeit einfach dort da die Matratze einfach tip top ist.
Ansonsten reicht es auch schon wieder mit dem normalen Leben. Morgen geht es für uns weiter. Mal sehen ob wir vom TMB Trouble verschon bleiben. Die Saison ist hier im Grunde vorbei. Einen großen Teil der Strecke für die kommenden zweit Tage kennen wir schon.
Wir freuen uns auf das was noch vor uns liegt.
Bonne nuit
➡️ 0 Trail-KM ⬆️ 0 Trail-HM ⬇️ 0 Trail-HMRead more

Traveler….eat…. sleep…. walk…. repeat… nur das Beste für euch beim weiteren Verlauf!

Alex und Franzi on trailDanke schön. Das Wetter macht schon mal mit. Vlt bleibt es ja so!
Les Houches nach Camping le Pontet
September 1 in France ⋅ ☁️ 14 °C
Es ist 10:00 Uhr wir checken aus, was bedeutet, wir legen den Schlüssel in die Küche und ziehen die Tür des Apartments zu.
Die Boulangerie liegt auf dem Weg, also wird noch ein Baguette für unterwegs und 2 Pain au chocolate für sofort gekauft.
Die ersten Kilometer bergauf kennen wir schon von der TMB aus 2023. Aber das es so anstrengend ist, hatten wir scheinbar verdrängt. Steil und steinig quälen wir uns bergauf. An der Zahnradbahnstation trennen sich Bekannte Wege und wir erkunden Neuland.
Bis auf die Querung eines Schmelzwasserflusses des Gletschers, wo der Trail einmal runter und wieder hoch führt geht es bis zum Col de Tricot auf 2.120 Meter nur bergauf. Heute ist es unsagbar heiß. Die Sonne brennt schon früh am Tag. Ohne Stop reißen wir die 1.250 Höhenmeter ab. Der Grund dafür: es ist so so viel los hier auf dem Weg. Das haben wir selten erlebt. Wir sind doch etwas verwundert. 2023 waren wir Anfang August hier. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass der Trail Anfang September noch so stark belaufen ist.
Zum Refuge du Miage geht es vom Col gute 550 Meter bergab. Dort angekommen haben wir unser ausgemachtes Ziel für heute erreicht.
Eigentlich wollten wir nur einen kurzen Tag machen. Irgendwie schaffen wir es aber nicht hier am Nachmittag für heute Stop zu machen und entscheiden uns, weiter zu gehen. Neues Ziel ist ein Campingplatz auf der anderen Talseite vom Mont Tuc. Ob das eine gute Idee ist?
Der kurze Aufstieg ist schnell passiert. Wo es geht stehen die Wanderer am Trail und holen auf dem Weg noch kurz Luft. Der Abstieg zum Campingplatz le Pontet ist einfach, auch wenn es doch steile Passagen auf breiten Wegen gibt.
Am Csmpingplatz angekommen trauen wir unseren Augen nicht. Was ist den hier los?
Unzählige Hiker sind schon da. Wir haben keine Reservierung und stellen uns zur Anmeldung an. Der Plan des Campingplatz hat eine ausgewiesen Zeltfläche auf der steht TMB. 20€ für das Zelt und zwei Personen.
Wir erreichen die Zeltwiese und staunen ein weiteres Mal. Die gesamte Fläche voll mit Zelten. Alles voll! Oh man, wo sind wir den hier gelandet. Ist die Saison denn doch noch nicht vorbei? Laufen die alle die Tour Mont Blanc? Das geht ja überhaupt nicht!
Okay, da müssen wir jetzt durch. Wir finden eine Stelle wo unser Zelt noch hinpasst und bauen es auf. Auf einem Holzbalken (Zaun der Wiese) finden wir Platz zum sitzen und essen erstmal in Ruhe. Wir brauchen weit über eine Stunde um zu verstehen, dass die alle hier die TMB laufen. Ohje, ne, das brauchen wir nicht wirklich! Krass!
Nun ja, jetzt ist es so. Unser Zeltnachbar kommt aus Deutschland. An seinem ersten Tag hat er beide Knie getappt und hat Schmerzen. Ob das noch was wird? Ein Hiker aus den USA spricht uns auf unser Zpacks Zelt an. Er hat auch eines. Ach ja, so geht die Zeit am Abend rum.
Morgen gegen Nachmittag sollten wir die TMB verlassen und den Trubel hinter uns lassen können. 🍻
Campingplatz auf 1.173 Meter
➡️ 21,3 KM ⬆️ 1.494 HM ⬇️ 1.319 HMRead more

Alex und Franzi on trailIst das bei den Murmeltieren auch so nass wie hier in direkter Nähe zum Fluss. Alles feucht hier😱
Camping le Pontet nach Col du Grand Fond
September 2 in France ⋅ ⛅ 11 °C
Wir wollen unter Berücksichtigung der Anzahl an Zelten auf der Fläche nicht über unser Nacht meckern. Irgendwann wurde es still und das blieb es auch bis 06:00 Uhr. Passt!
Das man auf einem Campingplatz sowas von Schieflage hat, hätten wir nicht gedacht. 🫠
Um 07:30 Uhr geht’s los. Nach dem wir unsere erste 230g Gaskatusche auf dem Campingplatz entsorgt haben, ging es direkt auf den Trail der am CP vorbei führt. BTW die Kartusche hat exakt 10 Tage gehalten. Jeden Morgen Kaffee und Abend in der Regel 2 mal gekocht. Mal nur Wasser erwärmt, mal Nudeln o.ä. gemacht.
Ab jetzt kennen wir den Trail bis zum Refuge Col De La Croix Du Bonhomme auf 2.450 Meter. Vorbei am Refuge de la Balme und über den Col de Bonhomme auf 2.325 Meter.
Hinter dem Refuge de la Balme machen wir eine Pause und essen etwas. Bis hierher war es schon ein echter Wahnsinn, wie viele Hiker am Morgen den Berg besiegen möchten. Es müssen hunderte sein! In unser Pause trocknen wir das Zelt und zählen die Hiker, die wir auf einem vllt. 200 Meter Trailabschnitt sehen können: 32 Stk.
Während wir 20 Minuten sitzen, laufen sicherlich weitere 32 vorbei. 32 sind dann noch am Refuge um Wasser zu holen und weitere 32 sind außer Sicht auf dem Weg zum Col. Macht dann überschlagen… Das sind dann 128 Hiker zur selben Zeit. Das ist wirklich so!
Der Weg bis zum Refuge Croix du Bonhomme ist somit schwierig. Wir kommen nicht in den eigenen Flow. Sind mit überholen beschäftigt oder ein Trailrunner überholt. Manche stürmen den Berg hoch, um nach 300 Metern voll außer Atem eine Pause zu machen. Einige sind verletzt, tappen sich ihre Knie. Ach - usw usw. Allerdings muss man sagen, ALLE haben ihr Ziel scheinbar fest im Visier. Egal wie, Hauptsache ankommen. 👏🏽
Ach ja, Biker dürfen heute auch nicht fehlen, jeder gerade Meter wird gefahren, alles andere geschoben und weiter geht es mit dem Bike auf dem Rücken. Challenge accepted!
Am Refuge Croix de Bonhomme, zur Zeit eine Baustelle, füllen wir Wasser auf und gehen ein paar Meter weiter. Ab hier folgen wir bis zum Nachmittag dem GR5und verlassen somit auch wieder die Tour du Mont Blanc! 😮💨
Das Wetter ist prächtig und es soll erstmal so bleiben. Der folgende Ridge Walk ist klasse, einfach und wenn man auf Grund von Wind nicht seine Cap festhalten muss, hat man im Grunde frei. Es geht nicht bergauf und bergab. Schön hier. Am Ende der Bergkette führt ein einfacher Weg runter an die Straße, wo wir uns für eine Pause ins Chalet du Berger auf 1.813 Metern setzen, Blaubeer Tarte, 4 Grand Café und zwei Cola gönnen. 1 1/2 Stunden machen wir Pause. Wir haben Zeit!
Nach dem Schmaus und Schatten geht es für ca. 4 Kilometer entlang der Straße. Unattraktiv wenn Motorräder dicht an einem vorbei fahren. An einem Parkplatz, auf dem einige weiße Camper stehen, wechseln wir auf eine Dirtroad. Sehr flach ohne hoch oder runter genießen wir die einfachen Schritte auf diesem Abschnitt. Dieser eignet sich scheinbar gut für Abendspaziergänge. Einige älter Paare kommen uns entgegen. Sicherlich gehören die zu den Campern. Am Ende der DR geht es auf einem Single Trail weiter. Wir filtern etwa 3 Liter Wasser an dem Stream den wir überqueren.
Wie immer probieren wir nach dem Filtern das Wasser. Uuaargh! Das schmeckt irgendwie nach Landwirtschaft. Ohje. Wir überlegen, wie wir es jetzt machen und entscheiden uns Chlortabletten in das Wasser zu tun. Dann ist der Spuck vorbei. In erster Linie brauchen wir es zum Kochen, dabei verfliegt der Chlorgeschmack.
Weiter gehts das Tal bergauf. Nach wenigen 100 Metern sehen wir schon einige Übeltäter. Rinder! Wir folgen dem Trail immer höher, zwischen die beiden Bergkämme. Hier soll es ein Biwakplatz geben. Diesen steuern wir an.
Leider haben sich die Rinder auch hier länger aufgehalten und dabei ihren Unrat umfangreich hier verloren. Also weiter geht’s.
Wir entscheiden auf die bergauf laufende linke Seite des Tals zu gehen. Das bedeutet, Trail verlassen und querfeldein. Bis an den Rand, wo die Geröllmassen beginnen. Hier gibt es immer wieder grüne Stellen. Und die Rinder gehen wie es aussieht nie hier her.
Wir finden eine tolle Stelle, prüfen im Berg ob es frische Ausbrüche gibt oder Steine auf dem Boden und Umgebung, die frisch runter gekommen sind. Sieht soweit alles gut aus.
Des Weiteren sehen wir das der Boden mal mit Wasser bedeckt war aber aktuell nicht feucht ist. Der Schutt am Berg zeigt teils tiefe Rinnen die darauf schließen lassen, dass dort das Wasser bei Regen sich sammelt und runter läuft, direkt in unsere Biwakspot. Sicherheitshalber checken wir mit dem Garmin Inreach das Wetter. 0% Regenwahrscheinlichkeit für die Nacht und die Tage und Nächte danach. Also, kein Problem. Mit dem Blick auf den Mont Blanc bauen wir das Zelt auf, waschen uns und schmeißen den Kocher an. Viel Essen steht auf dem Plan.
Aktuell sind wir gut drauf, es hätten noch weitere Höhenmeter und Kilometer in uns gesteckt, aber hier ist es wunderschön, es ist leise und friedlich, sollte nicht gerade auf der anderen Bergseite des Tals Felsbrocken oder Steine runterpoltern.
Biwak auf 2.311 Meter
➡️ 25,8 KM ⬆️ 1.966HM ⬇️ 839 HMRead more
Col De Grand Fond nach Landry
September 3 in France ⋅ ⛅ 27 °C
Nach dem der Wind am späten Abend seine letzten Brisen hauchte, wurde es Still hier oben. Absolute Stille! Wir verschwanden satt gegessen im Zelt. Alles wurde schnell feucht, draußen, aber auch im Zelt. Es sollte eine kalte Nacht für uns werden. Mit 4 Grad nicht die kälteste, sie fühlte sich aber so an. Am Morgen war unser Zelt trocken, innen wie außen. Die Luftfeuchtigkeit ist von 84% auf 51% gefallen. Wir finden so etwas total spannend.
Eilig haben wir es heute nicht damit, unseren traumhaften Biwakplatz zu räumen. Nur langsam trinken wir den letzten Schluck Kaffee und lassen unsere Blicke über den MB schweifen. Keine Wolke am Himmel, kein Wind und nur 4,4 Grad! In Daumenjacke und kurzer Hose packen wir zusammen und schauen mal wie wir von unserer Position wieder weg kommen. Am Abend ist man meist so im Film, dass man alle möglichen Hürden, Berg hoch Berg runter meistert. Am Morgen sind diese imaginären Wege verschwunden, einfach weg. Die Sehen und Muskeln lahm, im Kopf treibt ein zufriedener und glücklicher Brei herum. Alles bestens wir suchen uns einfach einen Weg, den der Körper um diese Uhrzeit schafft, egal wie weit der ist.
Ach ja, und das auf direktem Wege zum Col de Grand Fond auf 2.671 Meter. Die 350 Meter Anstieg gehen wir nicht alleine. Eine Gruppe Steinböcke hat sich dazu gesellt und läuft am Hang mit uns mit. Vllt. 15 Tiere. Den Weg teils über Boulder finden wir am Morgen sehr schön.
Auf dem Col können wir schon das Refuge de Presset an einem kleinen See erspähen.
Naja, wir sehen Kaffee, Schokokuchen und Cola, so ehrlich müssen wir schon sein. Wie beim Aufstieg gehen die ersten 200 Höhenmeter über Boulder zur Hütte.
Ein schönes Refuge muss man sagen! Wir verweilen mit Blick in die Ferne eine ganze Weile hier oben. Keiner von uns beiden hat wirklich Bock auf 1.900 Meter Abstieg.
Irgendwie eisen wir uns doch von unserem Tisch los, füllen unsere Flaschen mit je 1 Liter und dann geht die wilde Abstiegsfahrt los.
Wir folgen dem Singletrail bis zu einer Dirtroad, die selbstverständlich mit faustgroßen Steinen geziert ist. Wie immer halt!
Die Sonne knallt schon den gesamten Morgen vom strahlend blauen Himmel. Nur der Mond ist als weißer Farbklecks zu entlarven.
Nach weiteren Stunden verlassen wir die DR und wechseln auf die linke Hangseite die uns um den Berg herum etwas mehr Richtung Osten führt. Über grüne Wiesen und durch zahlreiche springende und hüpfende Insekten. Wir haben uns auch als Schmetterlingsfotografen versucht, sind aber kläglich gescheitert.
Mit den Wiesen wird irgendwie alles anders. Die Temperatur ist nochmal gestiegen. Der Boden ist staubtrocken. 35,1 Grad! Und in Teilen des Hangs laufen wir durch so heiße Luftschichten, das man denken könnte es brennt. Hier ist es locker über 40 Grad. Was ist hier bloß los? Wir ziehen nochmal mit Sonnencreme nach, aber wohl zu spät.
Schon etwas gerädert kommen wir in Valezan, dem ersten von 3 kleinen Dörfern heute an. Die Gite/Auberge wird am Ortseingang mit übergroßen Schildern angekündigt. Die HT App sagt das es durchgehend Essen usw gibt. Final gibt es nur Eis. Die Küche ist leider noch geschlossen. Wir winken ab und folgen dem Trail nach Bellentre. Dort soll es eine HexaTrek friendly Bar - Restaurant Café geben. Also nix wie hin. Wir kommen mit dem Wetter nicht so richtig zurecht. Auf einen Schlag ist es unerträglich heiß. Je tiefer wir absteigen um so heißer wird es.
An der Bar in Bellentre angekommen stehen wir vor dem Schild mit den Öffnungszeiten. 17 Uhr geht es hier erst weiter. Es ist 15:20 Uhr. PUH! Jetzt ist erstmal die Luft raus. Auf der der geräumigen Terrasse machen wir uns erstmal breit. Schuhe aus, Beine hochlegen. Augen zu, nichts geht mehr. Hikertrash par excellence!
Ein Blick in die App zeigt, im nächsten Ort gibt es weitere Möglichkeiten auf Essen und Schatten. Wir ziehen weiter.
Die folgenden 2,9 KM sind die, an die man sich nach seiner Rückkehr und weit darüber hinaus noch erinnern wird. Wir laufen von Schatten zu Schatten. Tja, wir haben uns wohl nicht ordentlich mit Sonnencreme eingeschmiert. Die Waden sagen danke und bitzeln, vor sich hin. Mental geht gerade nichts mehr. Alle Energie wird in Ankommen und Essen investierst.
Es ist Mittler Weile kurz vor 17 Uhr. Ein Restaurant in Landry hat geöffnet. Die Küche hat aber noch geschlossen. 19:30 geht es hier weiter. Frust! Die freundliche ältere Dame verweist uns zum Proxy Supermarkt um die Ecke. Und da sie auch Apartments vermietet, bleiben wir einfach heute hier! Nochmal den nächsten Berg wieder rauf, schaffen wir einfach nicht mehr…
Also ab zum Supermarkt, 2 Stücke frische Tarte mit Pilzen, Lauch und Hähnchen, Baguette mit Schinken, Cola, Eistee sollten es sein. Verspeist wird alles in Windeseile im Schatten an Supermarkt. Schon wieder liegen wir in mitten des regen Treibens vor dem Supermarkt als klassischer Hikertrash rum und essen. Lecker! Die meisten vorbeikommenden Menschen freut es. 😅
Jetzt aber ab ins Apartment, duschen und dann ins Restaurant, richtig essen!
Morgen geht es wieder weit weit bergauf. Wir freuen uns schon sehr.
Wir haben uns heute etwas verbrannt. Es sollte aber nichts hinderliches für die Tour bleiben.
Apartment - Bar Restaurant au col du Palet auf 776 Meter. Damit das erste Mal seit Tag 2 der Tour unter 1.000 Meter Höhe.
➡️ 21 KM ⬆️ 481 HM ⬇️ 1.998 HMRead more
Landry nach Col du Palet
September 4 in France ⋅ ☀️ 15 °C
Bei bestem Wetter verlassen wir das Apartment in Landry und gehen die paar Meter zum Proxy Minimarkt. Zum Start in den Tag werden 2 Bananen und zwei Croissants geköpft! 2 Packungen Riegel dürfen es noch sein um unterwegs noch einfache Energie aufnehmen zu können. Heute geht es wie gesagt einfach nur bergauf! In der ersten Tageshälfte folgen wir dem Fluss Le Ponturin und durchqueren ein paar kleine schöne Dörfer. Leider wird in Peisey-Nancoix mal wieder eine weitere Seilbahn gebaut und damit weitere tiefe Riefen in den Berg gemetzelt. 🙄
An der örtlichen Fromagerie kaufen wir, wie üblich auf dieser Tour, Käse und Salami. Zu Hause verarbeiten wir schön länger keine tierischen Produkte mehr und Fleisch wird sehr wenig konsumiert. Auf unseren Wanderungen gehen wir bei diesem Thema einen anderen Weg.
Die Orte sind hier echt süß mit teils schönen alten Häusern. In der Boulongerie setzten wir uns, trinken Kaffee, essen ein Baguette und ein Pain au chocolate.
Nach rund 11 Kilometern und einigen Höhenmetern später machen wir eine ausgiebige Pause im Schatten. Die Mittagssonne regiert am sonst so blauen Himmel und heizt uns ordentlich ein. Da wir von gestern noch leicht geschädigt ins Rennen gehen, wollen wir etwas vorsichtig sein.
Ab jetzt beginnt der Singletrail der uns weiter nach oben bringt. Ein recht hoher Wasserfall begleitet uns auf der anderen Flussseite.
Wir erreichen den Nationalpark de la Vanoise auf 2.100 Metern Höhe. Ein paar Tagestourer kommen uns noch entgegen, ansonsten sind wir hier ab jetzt alleine. Ruhe kehrt ein und wir können unseren anstrengen Aufstieg genießen. Es ist wirklich schön hier oben!
Auf 2.330 Metern machen wir nochmals Pause und legen uns in den Schatten auf die Wiese.
Unzählige Murmeltiere sind auf der weitläufigen Wiese unterwegs, die laut Karte ein See sein sollte, und scheinen etwas zu suchen oder zu essen. Auf jeden Fall sind sie sehr beschäftigt. Ein Greifvogel (leider keine Ahnung um was für ein Tier es sich genau handelt - vllt ein Falke 🤷🏼) ist im Anflug. Der typische Murmeltier Laut hallt lautstark durch den Berg. Alle Murmeltiere heben die Köpfe. Große Tiere stehen fast auf zwei Beinen. Andere rennen und verschwinden in eines der Löcher im Boden. 3-4 Meter über dem Boden gleitet der recht hell gefiederte Greifvogel über die 200 Meter lange Wiese. Schon spannend das so zu sehen.
Wir gehen weiter. Unser nächstes Ziel ist das Refuge du col du Palet wo wir Wasser brauchen für den Abend und für die ersten Morgenstunden. Die Wasserquelle läuft nur sehr langsam und es stehen 3 Personen drum herum. Die Gäste des Refuges bereiten sich schon auf den morgigen Abmarsch vor. Für 3 Liter braucht es ca 10min. Wir machen rund 4 Liter voll, packen wieder ein und gehen weiter. Das Ende der roten Zone in der wir nicht biwakieren dürfen ist hinter dem Col. Ein paar hundert Meter entfernt, und 75 Neter höher als das Refuge.
Wir passieren wieder die Nationalparkgrenze. Und ab hier wird wieder gebaut. Lift für Lift usw. usw. Tja, das sind nicht unsere Baustellen. Skifahren darf gerne doppelt so teuer werden und mit dem Mehr an Geld sollten Naturschutzprojekte tatkräftig unterstützt werden. Die Bauherren sollen sich selbsterklärend großspurig daran beteiligen.
Wir erreichen unseren Biwakplatz. Wir haben noch etwas Sonnenlicht. Also schnell noch die Wärme der Sonne nutzen, waschen und warm anziehen. Wird, denken wir, eine kalte Nacht. Ab morgen sinken die Temperaturen im Allgemeinen etwas, dann wird das laufen hoffentlich wieder etwas entspannter.
Schön war’s heute!
We call it a day. Bis morgen!
Biwak auf 2.638 Meter.
➡️ 23,2 KM ⬆️ 1.965 HM ⬇️ 121 HMRead more
Col du Palet nach Refuge D‘entre Deux E.
September 5 in France ⋅ ☁️ 16 °C
Unter Berücksichtigung, dass wir uns auf 2.625 Metern befinden, hängen die Wolken am frühen Morgen tief. Es war eine durchwachsene Nacht in der wir beide zwar geschlafen haben aber, naja…c
Wie am Abend zuvor weht ein ordentlicher Wind, es ist kühl. Die kälteste gemessene Temperatur in der Nacht waren 5,2 Grad, da war es schon weit kälter auf dieser Tour.
Der Abstieg ins durchaus unschöne Ski-Urlaubsparadies Val Claret mit Golf- und Fußballplatz, ist nicht der Rede wert. Der Ort ist verlassen. Vereinzelt sehen wir offene Türen und Fenster in den mehrstöckigen Häusern. Supermärkte, Bars, Outdoorläden usw. haben geschlossen. Teils zugeklebte Fensterfronten. Manchmal läuft jemand mit Hund durch die leeren Gassen, ein Auto passiert uns und der Postbote läuft in einige Häuser rein. Leichte apokalyptische Stimmung kommt auf.
Der Supermarkt und die Boulangerie, die laut unserer Info offen haben sollten, sind selbsterklärend geschlossen. Vor dem nächsten Aufstieg brauchen wir zumindest Wasser! Wir haben bereits gelernt, das zu dieser Jahreszeit lange nicht jeder Stream auch noch Wasser führt. Also möchten wir lieber vollgetankt wieder in den Berg. Wir stehen etwas auf dem Schlauch. Bis wir eine offene Tür erspähen! Über dieser steht Restaurant-Bar. Wir treten ein. Der Postbote sitzt mit einem weiteren Herren an der Bar. Eine ältere Dame und ein älter Herr stehen hinter der Bar. Ein großer Hund will einfach nur gestreichelt werden. Wir fragen ob geöffnet ist.
Eine einstimmige Meinung hallt uns entgegen. Nein! Kaffee wäre da, so wird ergänzt. Wir fragen: Kaffee und Wasser fürs wandern? Ein wohlwollendes Ja schlägt uns laut entgegen. Also, kurzer Break zum Wassertanken und zur Koffeinzufuhr, dann geht es weiter. Der Postbote steigt wieder in sein Auto und wir gehen in den Aufstieg.
Kurze Zeit später laufen wir mit Victor zusammen. Er ist auf dem GR 5 bis ans Mittelmeer unterwegs. Wir plaudern über die aktuelle Wanderung und sehen uns in den kommenden Stunden häufiger. Heute geht es wieder in den Vanoise Nationalpark.
Wir haben blauen Himmel. Die angekündigten Wolken finden wir sichtbar meist nur über den hohen Gipfeln und Gletschern. Nach einem ersten Aufstieg wird es ein traumhafter Tag und einfacher, wunderbarer Hike hier im Nationalpark. Krass schön hier! Nach 19 Kilometern erreichen wir den Col de la Lassie auf 2.758 Metern. Möglicherweise der flachste, höchste Col, den wir kennen.
Wir genießen das Ambiente, wünschen Victor eine gute Lunchbreak und traben leichtfüßig weiter durch diese tolle Bergwelt.
Das Refuge erreichen wir gegen 13:30 Uhr.
Da es draußen keinen Schatten gibt setzten wir uns rein. 2 x Omelett mit Pilzen, Käse, Zwiebeln und selbst gemachter Limonade.
14:15 erricht Victor das Refuge und wir quasseln über Trails, den GR5 und und und...
Während wir weiter ziehen, bleibt Victor zum Biwakieren am Refuge. Viel Spaß und happy trails für dich. Wir drücken dir die Daumen, dass du es bis 24/25 September bis ans Mittelmeer schaffst.
Die kommenden 6,5 Kilometer zum nächsten Refuge, an dem wir biwakieren möchten verlaufen bergab immer entlang des Flusses Torrent de la lassie. Was für tolle Bergflanken dürfen wir hier über Kilometer bestaunen.
Wir treffen auf eine große Schafsherde. Wir suchen den Hirten und seinen Hund oder Hunde. Wir müssen mitten durch die Herde laufen, was, so kennen wir es, die Hütehunde semi gut finden. Es dauert etwas, aber dann hat der Hütehund mit Abstammung aus den Pyrenäen uns erblickt und spurtet auf uns zu.
Schnell verliert der Tempo und auch das Bellen/Knurren wird leiser. Etwas geschnuppert und das war’s. Das kennen wir von der italienischen GTA aber anders. Direkter, bestimmender von Seiten der Hunde.
Wir erreichen das Refuge recht früh. Wir haben keine Reservierung und die Wirtin klärt uns auf das wir Glück haben, normalerweise ist alles voll. Wir setzen uns an die großen Tische vor dem Haus, essen leckere Cookies und trinken local Cola und alkfree Bier.
Und dann werden wir plötzlich erkannt.
Ein Herr aus den Niederlanden spricht uns an. Er fragt ob wir Alex und Franzi vom gleichnamigen YouTube Kanal wären. Crazy!
Wir tauschen uns eine ganze Weile aus, er fragt zu unseren Touren, da er die meisten ja von YT kennt. Er selber läuft seit 2021 den GR 5 von den Niederlanden bis an Mittelmeer. Von dort möchte er rüber in die Pyrenäen und den GR11 laufen. Auch bis nach Norwegen ist er von seiner Haustür aus schon gekommen.
Für uns ein witziger und schöner Moment.
Viel Spaß auf deiner noch Jahre dauernden Wanderung!!
Trotz der Böen von 60 Km/h Wind bauen wir Punkt 19 Uhr unser Zelt auf und kochen. Für die Salami aus der Fromagerie von gestern haben wir noch homemade Bread im Refuge gekauft.
Morgen machen wir in Pralognan-la-Vanoise Resupply. Dann geht es weiter durch den Nationalpark.
Biwak am Refuge D’entre Deux Eaux auf 2.127 Meter.
➡️ 21,3 KM ⬆️ 699 HM ⬇️ 1.212 HMRead more
Refuge d‘entre Deux Eaux nach Ritord
September 6 in France ⋅ ☀️ 18 °C
Gut geschlafen, das ist wichtig! Um 08:00 Uhr ist hier späteste „Abreise“ auf der Biwakarea vor dem Refuge. Der Wind hat sich übernacht komplett gelegt und wir konnten in aller Ruhe recovern.
Heute geht es weiter durch den Vanoise Nationalpark. Wir starten als letztes vom Refuge in unseren Tag und am ersten Aufstieg überhohlen wir zunächst faste alle, die auch im Refuge geschlafen haben 😅. Der HexaTrek folgt heute, wie auch schon gestern, weiter dem GR55.
Auf der Hochebene wird uns klar, heute wird ein voller Tag auf dem Trail. Es ist Sonntag. Wenn einem weiße lange Hosen entgegen kommen, könnte man ahnen, dass es sich um Tagestourer handeln könnte. Ganze Gruppen kommen uns entgegen. Krass! Nach 1,75 Stunden, gegen 09:45 erreichen wir das Refuge Du Col de la Vanoise auf 2.523 Meter. Das große Haus mit 130 Schafplätzen ist wunderschön gelegen. In direkter Nachbarschaft liegt der Glacier des Grand Couloir. Allerdings hat sich der Gletscher schon stark zurück gebildet und gibt mittlerweile frisches Gestein frei, was vor kurzem noch unter Eis war. Leider!
Trotzdem ist es heute noch recht imposant und schön anzuschauen. Wie es wohl vor 15 Jahren hier ausgesehen haben muss?
Hier am Refuge sind schon einige Wanderer unterwegs. Der Anblick dreier Gämse löst Geschrei und Verwunderung aus. Naja… 🙄
Nach einer Snackpause ziehen wir weiter. Hier beginnt der Abstieg in den Ort Pralognan. Zu Beginn jagt ein Fotostop den nächsten und wir bahnen uns unseren Weg auf dem vollen Trail.
Wir erblicken einen Seilbahn. Jetzt wird uns einiges klar. Wir hatten uns auf den letzten Höhenmetern ernsthaft gefragt, wie die einen oder anderen die 1.100 Meter Aufstieg überhaupt gemeistert haben. Nunja, der Abstieg entlang der Seilbahn ist unspektakuläre und so erreichen wir zur Mittagszeit den Ort.
Nach etwas Suche finden wir in einem Restaurant Plätze im Schatten. Klar die möchten, bei diesem Wetter, alle haben. Es sind etwa 30 Grad. 🥵
Gute Burger mit krossen Pommes dürfen es heute Mittag schon sein. Recht erledigt und satt hängen wir in den Stühlen. Eine HexaTrekkerin aus den USA kommt auf die Terrasse an unseren Tisch und fragt was wir laufen. Sie hat unsere Rucksäcke gesehen und fragt ob wir damit zufrieden wären. Sie hat viel Rucksackgewicht, da ist der Unbound von HMG nicht für geeignet. Lauft ihr North or South? Leider waren wir zumüde alle Fragen beantworten zu können. Dabei hätten wir selber ja welche gehabt! Ein großer Continental Divide Trail Sticker ist auf der Front ihres Fannypack genäht. Sie ist müde und kaputt, nimmt jetzt eine Dusche und bleibt heute im Ort, der Supermarkt hat noch geschlossen, warten wollte sie auch nicht.
Und da war sie wieder weg.
Wir schlendern vollgefuttert zum Supermarkt, der um 15 Uhr wieder öffnet. Ein kleiner Nudelsalat, Hummus, ein Maisbrot, zwei Birnen und eine Packung Kekse sollten zur Ergänzung unser Reste ausreichen.
In der Nachmittagshitze treten wir den finalen Aufstieg zur Käserei an. Der Betreiber stellt ein Teil seines Grundstückes zum biwaken für Wanderer zur Verfügung. Kostenlos! 18:15 erreichen wir die Alpage de Ritfort. Der Weg, eine breite Dirtroad, nichts spannendes. Gletscher begleiten uns an den Bergspitzen und lassen erahnen, was sich im Nationalpark dahinter versteckt. Wir haben etwas Zeit und setzen uns auf die Bänke vor dem Haus. Birnesaft und local Icetea passen locker bei uns rein. Für einen schmalen Taler teilen wir uns noch einen frischen 400g Sérac. Einen Naturkäse!
Dazu gibt es Walnussöl, Salz und Pfeffer, Zucker und homemade Erdbeermarmelade. Je nach Wunsch den Käse einstreichen oder beträufeln und rein damit. Lecker und frisch.
Auf dem Hof sehen wir ausschließlich junge Menschen, nicht schlecht!
Wir haben uns dazu entschieden morgen auf die Alternativroute zu wechseln. Bis 3.000 Meter geht es rauf. Es wartet ein langer anstrengender Tag auf uns. Biwakieren ist verboten und somit ist unser Ziel, ein Refuge, fix. In den darauf folgenden Tagen kommt nochmal reichlich Regen und evtl. ein Gewitter auf uns zu. Wenn alles passt sind wir dann in Modane und können es aussitzen. 🤞🏻
Biwak an der Alpage de Ritord auf 1.970 Meter.
➡️ 25,8 KM ⬆️ 1.049 HM ⬇️ 1.205 HMRead more

Alex und Franzi on trailViele sind wirklich schön. Ein paar sind aber auch schon gekippt und schauen nicht sooo brillant aus. Je nach dem wie viel Zufluss es gibt.

Alex und Franzi on trailIm Hintergrund lasst du Stallungen sehen die zu der Käserei gehören. Dort werden Schweine gehalten. Haben wir so das erstmal auf der Tour gesehen. Eine HT Alternativroute führt direkt hinter diesen Gebäuden den Berghoch in den Nationalpark.
Alpage de Ritord nach Valfréjus
September 7 in France ⋅ ☀️ 21 °C
Um 04:30 werden wir wach. Es beginnt zu winden und zu regen. Die Wolken fallen oben von den Gipfeln herab durch das Tal. Schon vor einigen Tagen wurde Regen für diesen Morgen vorhergesagt. Auf dem Trail ist das Wetter immer ein Gesprächsthema. Victor hat diesen Morgen in seiner Planung berücksichtigt, ein französisches Pärchen im Refuge beratschlagte wie sie damit umgehen und auch die CDT Hikerin aus US überlegte noch wo sie diese Zeit verbringen möchte.
Gestern Abend war der Regen auf unserem Garmin Inreach weg. Für diesen Tag waren „nur“ noch Bewölkung angesagt, über die wir uns nach den letzten sehr heißen Tagen nicht beschweren möchten.
Jetzt regnet es. Der Wind zieht kühl durch unser luftiges Zelt.
Unser Wecker meldet sich und erinnert an eine pünktlichen Start in die Alternative. Rund 3.700 Höhenmeter (hoch+runter) warten auf 16,5 Kilometer, bis wir ein Refuge erreichen an dem wir biwakieren dürfen. Eine Reservierung haben wir wie immer natürlich nicht! Schon im letzten Refuge wurde uns mitgeteilt, dass das hier im Nationalpark keine so gute Idee ist, da die Plätze rah sind.
Es regnet noch eine Weile und somit entscheiden wir uns final doch gegen die Alternative. Wir kommen hier einfach nicht pünktlich weg und das unbeständige Wetter lässt uns zweifeln, ob wir es schaffen würden. Es ist Anfang September und die Sonne geht hier schon gegen 20:00 Uhr unter. Die Zeit des Hochsommers ist vorbei, wo wir noch länger in den Abend bei Licht laufen könnten.
Das Ende dieser Tour rückt näher und wir kalkulieren auch wann wir wie am South Terminal der Stage 2 rauskommen werden und müssen. Wir brauchen noch eine Pause bevor es in den Endspurt geht.
Verspätet aber gut drauf starten wir in den Tag. Der Anstieg bis zum Col de Chavière auf 2.796 Meter bleibt bis auf die letzten Meter einfach zu gehen. Noch hängen die Wolken hier und da in den Bergen. Auch sind noch einige Gletscherreste erkennbar. Teils ragt das Eis oben am Grad über das Gestein und wir können nur mutmaßen, wie es dahinter aussieht. Final geht es über Felsbrocken, hier und da helfen Steinmännchen den vermeintlich einfachsten Weg nach oben zu folgen.
Leider wurden hier auch hunderte sinnlose Steinmännchen von Besuchern gebaut. Das verändert das Landschaftsbild total. Es sieht halt „menschengemacht“ aus. Sehr schade. Wir sind keine Fans davon. Der Weg ist halt viel begangen. Aber die Steinfarben hier oben sind krass. Das Lila färbende Gestein sticht ins Auge.
Vom Col erwartet uns ein langer Abstieg bis zum Ort Modane. Auf der rechten Seite haben wir lange gute Sicht auf zwei Wasserfälle die recht nah bei einander vom Fels in die Tiefe abfließen. Der rechte sieht weiß aus, der linke ist stark mit Sedimenten durchsetzt und grau. Kein gutes Zeichen für den Gletscher auf der andern Bergseite!
Schon wieder sticht die Sonne vom fast blauen Himmel auf uns herab. Lange nicht so stark wie die Tage zu vor, trotzdem ist es heiß. Wo ist die angesagte Bewölkung? Nur wenige Sonnenstunden waren ursprünglich vorher gesagt.
Wir erreichen das Chalet Restaurant L‘Estiva Polset an der Chapelle Saint-Laurent auf 1.830 Metern. Crêpe mit Ei, Beaufort Käse und getrocknetem Schinken. 🤗
Die nette Wirtin fragt, was wir laufen, wo wir gestartet sind, wo wir herkommen und wo wir hin möchten. Final legt sie uns das HexaTrek Gästebuch auf den Tisch. So muss es wohl auch dir am 24. Juli ergangen sein lieber Louder 🤩. Beim Stöbern durch das Buch haben wir deinen Eintrag entdeckt 😅.
Nach der Stärkung fliegen wir auf dem einfachen Waldtrail nach Modane bis auf 1.055 Meter. So weichen Boden hatten wir schon eine ganze Weile nicht mehr unter den Füßen.
Im Tal ist es heiß. Der Ort wirkt um 15:45 leer & ausgestorben. Wir müssen etwas planen und recherchieren und nutzen das erste Café.
Wir brauchen einen Geldautomaten, einen Supermarkt, um unseren letzten Resupply zu tätigen und eine Unterkunft für unseren zweiten Pausentag. Es soll nochmal Gewittern und länger Regen. Das könnte sich mit einem Pausentag vielleicht gut ausgehen.
In Modane gibt es wenig bis nichts an Unterkünften. Einen Ort weiter und höher gelegten finden wir etwas passendes direkt auf der Route. Wir telefonieren kurz mit dem Hotel ob es Verfügbarkeiten gibt - wir sollen einfach vorbei kommen. 🙏🏻 Bevor es los geht machen wir noch einen leichten Umweg durch den Ort, der uns zum Geldautomaten und zum Supermarkt führt. Perfekt! Für den letzten Aufstieg wählen wir eine Abkürzung durch Modane die uns final wieder auf den Trail führen soll. Und wie es sich für Abkürzungen gehört wird es abenteuerlich! Ein paar Wege können wir über Outdooractive navigieren, andere sind in der HT App zu sehen. Keine der Wege sind viel belaufen und bringen neben steilem Gelände, umgestürzte Bäume und stacheliges Gestrüpp mit sich. Also, alles wie es sich für eine Abkürzung gehört! Zumindest nach unserer Erfahrung. 😅 Am Ende schaffen wir den wohl kompliziertesten Abschnitt der Tour und landen wieder auf dem Trail. Auf der anderen Seite dieses Berges liegt Italien und die LKW neben uns auf der Straße stehen Schlange vor dem Tunnel.
Kurz vor unserem Ziel passieren wir die Notre Dame du Charmaix. Eine schöne, in den Fels gebaute Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.
Am Ziel erreichen wir den Skiort Valfréjus, wo unsere Unterkunft wartet. Hier ist nix los. Ein paar Monteure und Urlauber auf der Durchreise, das war’s.
Hoffentlich macht das Wetter es so ähnlich wie angesagt, dann ist unser Zeroday hier gut gelegen. ⛈️
Unterkunft in Valfréjus auf 1.550 Meter.
➡️ 26,4 KM ⬆️ 1.369 HM ⬇️ 1.791 HMRead more
🚷 Zeroday
September 8 in France ⋅ ⛅ 23 °C
➡️ 0 km ⬆️ 0 hm ⬇️ 0 hm
Verbleibend: 44,6 km
Valfréjus nach Lac du Peyron
September 9 in France ⋅ ☁️ 8 °C
Uns war ja schon vor diesem Tag klar, dass wir warten werden bis das Wetter besser wird.
Gestern Abend zog, wie erwartet, ein ordentliches Gewitter mit lautem Donner und Blitzen über den kleinen Ort. Es regnet, es regnete viel!
Der heutige Tag startet durchwachsen und das sollte er auch bleiben.
Da wir für den restlichen Weg noch ausreichend Zeit haben, haben wir keinen Stress und warten bis sich der Regen gegen Mittag verzieht.
Heute möchten wir den Lac du Peyron auf 2.450 Meter Höhe erreichen. 11 KM Strecke und 950 Meter im Anstieg stehen ab heute Mittag auf dem Zettel.
Wir verlassen Valfréjus. Die Wolken hängen tief und nur selten gelingt ein Blick auf die umliegenden Berge und Gipfel. Die breite Dirtroad ist einfach zu gehen und wir kommen gut in den Tritt. Wir merken die 370 KM und die vielen Höhenmeter im Körper. WIR sind stärker geworden, der Körper hat sich angepasst. 💪
Ab und an lichten sich die Wolken und wir erhalten die typischen Panoramen. Wolken umschließen die schroffen Felsen und Wiesen leuchten fast schon in den Sonnenstrahlen, die es zwischen den Wolken bis auf den Boden schaffen.
Warm ist es nicht. Es hat sich ordentlich abgekühlt. Wenn wir gehen, braucht es zwar keine Jacke, aber stehen bleiben wird meist direkt mit einem kühlen Schauer bestraft.
Je höher wir kommen, je kühler der Wind. Es ist Zeit sich ein Buff über Hals und Ohren zu ziehen.
Die Murmeltiere in dieser Gegend sind aus irgendwelchen Gründen weniger scheu als andere Artgenossen ein, zwei Bergketten weiter im Norden. Teils rennen sie gar nicht weg und bleiben an einem ihrer Eingänge zum Höhlensystem, direkt neben dem Weg, stehen. 1,5 Meter entfernt. Spannend!
Am Passo Di Vallée étroite auf 2.434 Meter genießen wir die Aussicht in ein schmales Tal und wählen dann leider den falschen Pfad!
Heute folgt der HexaTrek in erster Linie dem GR57 und an diesem Col trennen sich GR57 und der GR5, dem wir ja immer wieder, oder auch mal nicht, folgen.
Die 800 Meter Umweg sind schnell vergessen. Schnell biegen wir auf den richtigen Trail und sind wieder auf Kurs.
45 Minuten später sind wir schon in der Nähe des Sees und schauen direkt nach einem Biwakplatz. Suchen brauchen wir nicht lange, hier gibt es ausreichend gerade Flächen und Steinkreise, die einem auch aus der Entfernung signalisieren, hier kannst‘de schlafen.
Es ist wirklich sehr frisch und der Wind macht es final kalt. Wir ziehen uns erstmal um, Zelt aufbauen ist ja erst um 19 Uhr. Doch dann ziehen die Wolken in unsere Ebene und es wird etwas Nass. Sicherheitshalber bauen wir unser Zelt schon früher auf und verstauen unsere Sachen. Essen wollten wir gerne draußen, es ist aber dann doch mit 5 Grad zu kalt, um nicht im Schlafsack zu sitzen.
Ab und an kriechen wir nochmal aus dem Zelt um die Stimmung hier zwischen den Bergen in mitten der Wolken zu genießen.
Morgen haben wir noch einmal auf dieser Tour einen vollen Tag. Ab 14 Uhr ist für den Nachmittag Gewitter angekündigt, da möchten wir dann schon am nächsten Refuge sein um dort das schlechte Wetter abzuwarten. Zum Abend hin stehen noch ein paar Kilometer auf dem Plan, bevor dann unsere letzte Nacht, auf der Stage 2 des HexaTrek ansteht.
Biwak auf 2.439 Meter.
➡️ 12,1 KM ⬆️ 1.017 HM ⬇️ 132 HMRead more

Alex und Franzi on trailJa richtig. Wer die Wahl hat….. wir haben den kleineren gewählt da der Boden dort besser war 🏕️
Lac du Peyron nach irgendwo am Galibier
September 10 in France ⋅ ☁️ 5 °C
What a day!
Am am Morgen rufen wir als erstes über das Garmin das Wetter für unsere Position ab.
Ergebnis: Regen möglich ab 12 bis 17 Uhr. Teils starker Regen und irgendwas darunter.
Gestern Abend, als auch die Tage zuvor wurde uns Gewitter ab 14 Uhr bis 18 Uhr angezeigt. 🤷🏼♀️
3,4 Grad hatten wir in der vergangen Nacht. Es war kalt! Wir starten um 08:00 Uhr in den Anstieg Richtung Mont Thabor. Die 250 Höhenmeter und 2 KM bis zum Weggabelung reißen wir schnell ab. Hier entscheiden wir uns, die Alternativroute des Hexatrek zu gehen und entscheiden spontan auch noch den Gipfel zu besteigen. Der Weg ist einfach zu gehen. Allgemein ist der Mont Thabor ein einfach zu besteigender Gipfel. Als wir die 3.000er Höhenlinie knacken, beginnt es zu schneien. 😳
Bevor wir anfangen uns Sorgen zu machen, hört es schon wieder auf. Plötzlich taucht ein Hubschrauber auf und fliegt mit einem Affenzahn Richtung Gipfel, bleibt am Gipfel in der Luft stehen, dreht sich und lässt sich an der anderen Seite des Berges wieder runterfallen. Was war das denn?
Die Wolken liegen zwischen den Bergen und immer wieder bieten sie uns traumhafte Ausblicke. Auf den letzten Metern zieht eine Wolke hinter uns über den 3.178 Meter hohen Gipfel. In letzter Sekunde machen wir ein Foto. That’s it.
Keine Aussicht mehr, wir sind zu spät. Und das gerade heut. Es sind so viele Wolken in den Tälern und überall, dass wir wirklich beeindruckende Views gehabt hätten. Aber nein, so ist es und macht nix. Hier oben haben wir 2 Grad. Gefühlt locker -3 Grad, also schnell wieder runter. 🥶
„Runter“ bedeutet allerdings nur bis auf 3.060 Meter und dann gehen wir den alternativen Weg, der uns über nette Umwege Stunden später wieder auf den Trail bringt.
Die ersten paar hundert Meter sind recht einfach. Berg ab an einem steilen Hang aus Sand entlang. Alles ist hier nass, das scheint ein Vorteil zu sein. Kein Rutschen oder loser Sand. Sehr gut!
Das Terrain wechselt zum Blockgelände. Alles voller Steine. Boulderfields kennen wir viel vom HRP. Hier sind leider die Boulder doch recht klein und irgendwie ist es nicht sooo entspannend von Stein zu Stein zu springen. Dafür sind sie schon bunt: lila, grün, orange… Das sieht schon toll aus.
Wieder kommt der Heli mit hohem Tempo über einen Pass geflogen und fliegt wirklich krasse Manöver. Mehrfach sehen wir den Heli in der Steilwand des Mont Thabor crashen. Allerding passiert genau das Gegenteil. Mit wirklich irren Manöver fliegt der Heli im Seitwertsflug die Bergwand entlang. Wir staunen nur. Aber was ist den eigentlich los? Sehr dicht über unseren Köpfen dreht der Helikopter und verschwindet hinter dem nächsten Berg.
Wir krackseln weiter über die Steine, bis wir feststellen, dass wir dem falschen Pfad folgen. Sehr ärgerlich in diesem Gelände. Zum Glück hat es noch nicht zu Regnen begonnen!
Wir kehren also um und erreichen nach 15
Minuten wieder unseren Pfad. Laute Rufe hallen im Berg. Wir können niemanden erkennen. Langsam basteln wir uns unseren Weg über die Steinblöcke. Wir erkennen zwei Blau gekleidete Menschen, die unserem Weg folgen. Wow, die sind schnell und haben uns eingeholt. Wir erkennen offizielle Kleidung, Klettergurt, Helm, Stöcke. Die Bergrettung ist da. Sie suchen einen 80 Jahre alten Herren der gestern Abend nicht im Refuge angekommen ist. So werden wir gefragt, ob wir etwas gesehen haben, welche Kleidung der Mann getragen hat und wann er wo das letzte Mal gesehen wurde. Leider können wir nicht helfen. Die Herren von der Bergrettung enteilen so schnell wie sie gekommen sind und wir folgen, im Verhältnis zu ihnen, im Schneckentempo dem vermeintlichen Pfad im Blockgelände.
Wir erreichen die Ridge und folgen ihr eine ganze Weile, bis der eigentliche HexaTrek mit unserm Pfad am Col auf 2.840 Meter wieder zusammen kommen.
Der Helikopter fliegt ein letztes Mal seine krassen Manöver entlang der Bergketten. Wir können sehen, wie mehrer Gesichter an den Scheiben kleben und die Bergflanken absuchen. Oh Mann.
Der Abstieg vom Col zum Refuge des Drayeres 2.200 Metern war sehr schön und entspannend. Der Trail folgt hier einem grünen Tal. Am Refuge angekommen verlassen gerade zwei weitere Bergretter das Haus. Der Mann wurde bislang nicht gefunden. Er war hier an diesem Refuge am gestrigen Tage gestartet.
Wir bestellen Raviolli Gratin mit Spinat, zwei Limonaden, zwei große Kaffee. Da es angefangen hat zu regnen, drücken wir uns noch jeder ein großes Stück Brownie rein.
Wir warten eine gute Stunde, der Regen hat vorerst aufgehört und wir entscheiden weiter zu gehen.
Nach kurzer Zeit beginnt es wieder zu regen. In der Ferne donnert es, der Himmel ist schwarz. Wir gehen davon aus das, das Gewitter nicht zu uns zieht und das wird auch der Fall sein. Der Regen treibt uns an Meter zu machen und so kommen wir gut voran. Nach 1 1/2 Stunden lässt der Regen nach, bis er dann vollends aufhört.
Aktuell sind wir auf 2.500 Meter und die Berglandschdft um uns herum erhebt sich langsam aus den schwinden Wolken. Wie erwähnt, wir lieben diese Stimmung. Der Regen ist vergessen! Auf dem nächsten Kilometer treibt, typisch für diesen Tag, eine Wolke aus dem Tal hier hoch und die Sicht ist gänzlich weg. Wir erreichen les Mottets, ein paar Häuser und ein Chalet wo ein Wasserpunkt auf der Karte verzeichnet ist. Hier machen für den Abend unsere Flaschen voll.
Die Wolke hat sich mittlerweile zu echtem Nebel entwickelt, der immer dichter wird. Es geht bergauf, auf kleinen unscheinbaren Pfaden. Unsere Sicht ist mittlerweile unter 10 Meter gefallen. Navigieren wird schwer. Wir tasten uns nur noch langsam voran, da der Trail nicht klar ist.
Es ist 19:15 Uhr, unsere Sicht hat sich nochmals verschlechtert. Es ist unmöglich rechts wie links vom Trail nach einem Schlafplatz zu suchen. Wir müssen weiter gehen. Wir verpassen den Pfad und laufen geradeaus in ein Sumpf-Moos Abschnitt. Jetzt haben sich doch unsere Lone Peak 9+ so gut im Regen geschlagen und jetzt sind die Füße, Socken usw. komplett nass. Na toll! 🤦🏼
Uns bleibt nichts außer weiter gehen, bis uns der Trail ein gerades, flaches Stückchen für unser Zelt schenkt. Es ist kalt. Wir erreichen laut Karte eine flache Grasebene. Es wird Zeit den Tag zu schließen. Unsere Sicht ist bei nicht mehr als 5 Meter. Eigentlich ist es nicht mehr möglich weiter zu gehen! Wir basteln das Zelt an Ort und Stelle zusammen und verkriechen uns rein. Wir haben 20:15 Uhr, es ist nahezu dunkel und wir haben 3,5 Grad.
Schnell ist unser Single-Wall-Tent nass von innen und wir machen die Schlafsäcke zu und das Licht aus.
Es soll eine sehr kalte Nacht geben.
Wie immer hält die letzte Nacht auf dem Trail für uns Besonderheiten bereit.
Biwak auf 2.347 Meter.
➡️ 26,0 KM ⬆️ 1.594 HM ⬇️ 1.643 HMRead more

TravelerDas war ja eine spezielle Etappe! Der Trail auf der Seite des Galibier ist ja wirklich nicht klar zu erkennen und versteckt sich immer wieder. Bei eurem Wetter eine echte Challenge!

Alex und Franzi on trailvor allem am Ende des Tages. Da ist meist zwar fokussiert aber sich schon etwas müde. Aber auch das ist, wirklich toll gewesen.
Irgendwo am Galibier nach Col d Lautaret
September 11 in France ⋅ ⛅ 11 °C
Immer wieder drehen wir uns im Schlafsack und versuchen das Kopfteil enger zu zuschnüren. Es ist eine sehr kalte Nacht.
Als der Wecker uns um 06 Uhr das letzte mal daran erinnert aufzustehen, ist es -2,5 Grad. 🥶 Wir entscheiden uns, noch eine Stunde länger liegen zu bleiben und auf die hoffentlich wärmende Sonne zu warten.
Unsere Zeltwände sind dick mit Eis überzogen. Innen als auch außen. Die nassen Socken hängen über der Leine. Jetzt sind sie an der Zeltwand festgefroren. Unsere Zelttüren sind wie eine Brett. Die Schuhe und unsere Gaiters sind steif gefroren. Draußen um unser Zelt herum ist das Gras komplett weiß.
Selten haben wir eine solch dicke Eisschicht von Innen im Zelt gehabt. Trotzdem haben wir ausreichend geschlafen. Der Schlafsack hat eine Comfort Temperatur von nur 4 Grad. Das zweite Paar Socken und die Alpha Socken haben die Füße ausreichend warm gehalten. Das Buff doppelt um den Kopf gelegt und die Kapuze des Alpha Hoodies zugezogen, so das nur noch die Nase raus schaut.
Leider bleibt am Morgen die Sonne hinter den Wolken und es wird nur sehr langsam wärmer. Das Eis versuchen wir mit einem Lappen von der Außenseite fast schon abzukratzen. Der Rest wird nach Abbau abgeschüttelt und anschließend aus dem Zelt „gekippt“. 😅
Rein in die nassen Socken und nass kalten Schuhe. Frostig starten wir in unsere letzten 11 Kilometer dieser Tour. Erst am Morgen sehen wir überhaupt, wo wir die Nacht verbracht haben. Der Nebel des letztes Tages ist Geschichte und wir sehen ein wunderbares Bergpanorama um uns herum. Grün, hügelig, felsig.
Noch einmal geht es bergauf auf über 2.650 Meter Höhe. Hier oben neben dem Gipfel des Petit Galibier (2.765 Meter) weht ein eisiger Wind. Nach dem wir die Passstraße mit ihrem tosenden Lärm der Motorradfahrer überquert haben, wartet ein letzter, einfacher Walk runter ins Tal. Die Dirtroad gibt uns die Möglichkeit zu entspannen und erstmals die letzten Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen. Das Wetter ist gut, die Sonnen kommt hinter den Wolken hervor und unsere Füße trocken langsam.
Tja, das war sie, unsere Version der Stage 2 des HexaTrek. Hier also am Col de Lautaret auf 2.058 Meter starten wir, irgendwann, in die Stage 3 dieses fabelhaften Fernwanderwegs. Noch steht nicht fest wann, aber wir möchten den Weg, möglicherweise bis in die geliebten Pyrenäen fortsetzen.
Die Stage 2 ist für uns eine tolle, anstrengende aber meist gut zu gehende Bergwanderung gewesen. Wir werden das Gefühl vermissen, sich frei hier in dieser fabelhaften Berglandschaft bewegen zu dürfen. Der Umgang und das Angebot für Fernwanderer auf dem Trail ist vorbildlich!
Frankreich hat was Fernwanderungen angeht, eine Kultur und klare Regeln. Vielleicht gibt es so etwas in D eines Tages auch einmal.
Für uns war es neben der GTA und der Kombi TMB und WHR die dritte Fernwanderung durch und über die Alpen. Dieses Mal sind wir später aufgebrochen um „besseres“ Wetter zu haben. Weniger Gewitter, weniger Hitze, weniger Tourismus. Selten hatten wir eine solch hoch frequentierte Tour, wobei das Wetter in den letzten 3 Wochen wirklich gut war. Trotzdem hatten wir, wie üblich in den Bergen von allem etwas. Sonne, Hitze, Regen, Hagel, Kälte und Frost. Am Ende macht das unsere Tour aus und besonders.
Auf keiner anderen Fernwanderung haben wir täglich so wenig Wasser getragen wie auf dieser. Die aller meiste Zeit war es nicht mehr als 1 Liter. Wasser zum Kochen am Abend, für den Kaffee am Morgen und die ersten Stunden des Tages haben wir meist kurz vor dem Biwakspot oder direkt am Biwakspot geholt. Oft gefiltert, oft so getrunken.
Was für uns hervorzuheben ist, der wenige Müll entlang des Trails. Es ist hier, das muss man sagen, wirklich sauber! Nur auf einem einzigen Biwakspot lang merklich Müll. Das meiste davon haben wir mitgenommen. Gläser mit Peanut-Butter haben wir stehen gelassen. Sollte das als lustige Trailmagic gedacht sein, lasst das einfach sein und nehmt eure angefangen Essensreste mit ins Tal. Auch an den Touristischen Orten lag wenig Müll. Vereinzelt lag mal ein einzelnes Taschentuch am Wegesrand.
Abschliessend wird uns, wie schon auf der Stage 1, der freundliche und oft herzliche Umgang entlang des Trails besonders positiv in Erinnerung bleiben. Die aller aller meisten sprechen englisch und scheuen keinen individuellen Umgang mit uns Fernwanderern.
Ohne Reservierung am Refuge biwakieren, Reservierungen canceln oder ein Baguette am Frühstücksbuffet kaufen - alles kein Ding und uns wurde immer geholfen.
Jetzt geht es für uns mit dem Bus 55 nach Grenoble, morgen mit dem TGV nach Paris und von dort mit dem Eurostar nach Köln.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Abschnitt des HexaTrek Stage 3 und 4 warten schon. ❤️🏔️🏕️🥾
➡️ 11 KM ⬆️ 543 HM ⬇️ 835 HM
Gesamt Tour:
➡️ 419 KM ⬆️ 23.491 HM ⬇️ 21.808 HM
🥾19 Tage on Trail
🚷 2 ZerodaysRead more

TravelerHerzlichen Glückwunsch zum Hike von Section 2. Und freut auf auf Section 3, die ist genauso schön!


































































































































































































































































































































































































































































































TravelerIch wünsche Euch eine rundum gelungene Tour!
Alex und Franzi on trailDanke schön. Machen wir! 😅😎
TravelerHappy Trails
Alex und Franzi on trailHappy Trails🎉