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Hexatrek Stage 2

385 Kilometer von Nyon bis Col du Lautaret Read more
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    🇫🇷 La Plagne-Tarentaise, France

    Camping le Pontet nach Col du Grand Fond

    Yesterday in France ⋅ ⛅ 11 °C

    Wir wollen unter Berücksichtigung der Anzahl an Zelten auf der Fläche nicht über unser Nacht meckern. Irgendwann wurde es still und das blieb es auch bis 06:00 Uhr. Passt!
    Das man auf einem Campingplatz sowas von Schieflage hat, hätten wir nicht gedacht. 🫠

    Um 07:30 Uhr geht’s los. Nach dem wir unsere erste 230g Gaskatusche auf dem Campingplatz entsorgt haben, ging es direkt auf den Trail der am CP vorbei führt. BTW die Kartusche hat exakt 10 Tage gehalten. Jeden Morgen Kaffee und Abend in der Regel 2 mal gekocht. Mal nur Wasser erwärmt, mal Nudeln o.ä. gemacht.

    Ab jetzt kennen wir den Trail bis zum Refuge Col De La Croix Du Bonhomme auf 2.450 Meter. Vorbei am Refuge de la Balme und über den Col de Bonhomme auf 2.325 Meter.

    Hinter dem Refuge de la Balme machen wir eine Pause und essen etwas. Bis hierher war es schon ein echter Wahnsinn, wie viele Hiker am Morgen den Berg besiegen möchten. Es müssen hunderte sein! In unser Pause trocknen wir das Zelt und zählen die Hiker, die wir auf einem vllt. 200 Meter Trailabschnitt sehen können: 32 Stk.
    Während wir 20 Minuten sitzen, laufen sicherlich weitere 32 vorbei. 32 sind dann noch am Refuge um Wasser zu holen und weitere 32 sind außer Sicht auf dem Weg zum Col. Macht dann überschlagen… Das sind dann 128 Hiker zur selben Zeit. Das ist wirklich so!

    Der Weg bis zum Refuge Croix du Bonhomme ist somit schwierig. Wir kommen nicht in den eigenen Flow. Sind mit überholen beschäftigt oder ein Trailrunner überholt. Manche stürmen den Berg hoch, um nach 300 Metern voll außer Atem eine Pause zu machen. Einige sind verletzt, tappen sich ihre Knie. Ach - usw usw. Allerdings muss man sagen, ALLE haben ihr Ziel scheinbar fest im Visier. Egal wie, Hauptsache ankommen. 👏🏽
    Ach ja, Biker dürfen heute auch nicht fehlen, jeder gerade Meter wird gefahren, alles andere geschoben und weiter geht es mit dem Bike auf dem Rücken. Challenge accepted!

    Am Refuge Croix de Bonhomme, zur Zeit eine Baustelle, füllen wir Wasser auf und gehen ein paar Meter weiter. Ab hier folgen wir bis zum Nachmittag dem GR5und verlassen somit auch wieder die Tour du Mont Blanc! 😮‍💨

    Das Wetter ist prächtig und es soll erstmal so bleiben. Der folgende Ridge Walk ist klasse, einfach und wenn man auf Grund von Wind nicht seine Cap festhalten muss, hat man im Grunde frei. Es geht nicht bergauf und bergab. Schön hier. Am Ende der Bergkette führt ein einfacher Weg runter an die Straße, wo wir uns für eine Pause ins Chalet du Berger auf 1.813 Metern setzen, Blaubeer Tarte, 4 Grand Café und zwei Cola gönnen. 1 1/2 Stunden machen wir Pause. Wir haben Zeit!

    Nach dem Schmaus und Schatten geht es für ca. 4 Kilometer entlang der Straße. Unattraktiv wenn Motorräder dicht an einem vorbei fahren. An einem Parkplatz, auf dem einige weiße Camper stehen, wechseln wir auf eine Dirtroad. Sehr flach ohne hoch oder runter genießen wir die einfachen Schritte auf diesem Abschnitt. Dieser eignet sich scheinbar gut für Abendspaziergänge. Einige älter Paare kommen uns entgegen. Sicherlich gehören die zu den Campern. Am Ende der DR geht es auf einem Single Trail weiter. Wir filtern etwa 3 Liter Wasser an dem Stream den wir überqueren.

    Wie immer probieren wir nach dem Filtern das Wasser. Uuaargh! Das schmeckt irgendwie nach Landwirtschaft. Ohje. Wir überlegen, wie wir es jetzt machen und entscheiden uns Chlortabletten in das Wasser zu tun. Dann ist der Spuck vorbei. In erster Linie brauchen wir es zum Kochen, dabei verfliegt der Chlorgeschmack.
    Weiter gehts das Tal bergauf. Nach wenigen 100 Metern sehen wir schon einige Übeltäter. Rinder! Wir folgen dem Trail immer höher, zwischen die beiden Bergkämme. Hier soll es ein Biwakplatz geben. Diesen steuern wir an.
    Leider haben sich die Rinder auch hier länger aufgehalten und dabei ihren Unrat umfangreich hier verloren. Also weiter geht’s.

    Wir entscheiden auf die bergauf laufende linke Seite des Tals zu gehen. Das bedeutet, Trail verlassen und querfeldein. Bis an den Rand, wo die Geröllmassen beginnen. Hier gibt es immer wieder grüne Stellen. Und die Rinder gehen wie es aussieht nie hier her.
    Wir finden eine tolle Stelle, prüfen im Berg ob es frische Ausbrüche gibt oder Steine auf dem Boden und Umgebung, die frisch runter gekommen sind. Sieht soweit alles gut aus.
    Des Weiteren sehen wir das der Boden mal mit Wasser bedeckt war aber aktuell nicht feucht ist. Der Schutt am Berg zeigt teils tiefe Rinnen die darauf schließen lassen, dass dort das Wasser bei Regen sich sammelt und runter läuft, direkt in unsere Biwakspot. Sicherheitshalber checken wir mit dem Garmin Inreach das Wetter. 0% Regenwahrscheinlichkeit für die Nacht und die Tage und Nächte danach. Also, kein Problem. Mit dem Blick auf den Mont Blanc bauen wir das Zelt auf, waschen uns und schmeißen den Kocher an. Viel Essen steht auf dem Plan.

    Aktuell sind wir gut drauf, es hätten noch weitere Höhenmeter und Kilometer in uns gesteckt, aber hier ist es wunderschön, es ist leise und friedlich, sollte nicht gerade auf der anderen Bergseite des Tals Felsbrocken oder Steine runterpoltern.

    Biwak auf 2.311 Meter

    ➡️ 25,8 KM ⬆️ 1.966HM ⬇️ 839 HM
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  • Les Houches nach Camping le Pontet

    September 1 in France ⋅ ☁️ 14 °C

    Es ist 10:00 Uhr wir checken aus, was bedeutet, wir legen den Schlüssel in die Küche und ziehen die Tür des Apartments zu.

    Die Boulangerie liegt auf dem Weg, also wird noch ein Baguette für unterwegs und 2 Pain au chocolate für sofort gekauft.

    Die ersten Kilometer bergauf kennen wir schon von der TMB aus 2023. Aber das es so anstrengend ist, hatten wir scheinbar verdrängt. Steil und steinig quälen wir uns bergauf. An der Zahnradbahnstation trennen sich Bekannte Wege und wir erkunden Neuland.

    Bis auf die Querung eines Schmelzwasserflusses des Gletschers, wo der Trail einmal runter und wieder hoch führt geht es bis zum Col de Tricot auf 2.120 Meter nur bergauf. Heute ist es unsagbar heiß. Die Sonne brennt schon früh am Tag. Ohne Stop reißen wir die 1.250 Höhenmeter ab. Der Grund dafür: es ist so so viel los hier auf dem Weg. Das haben wir selten erlebt. Wir sind doch etwas verwundert. 2023 waren wir Anfang August hier. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass der Trail Anfang September noch so stark belaufen ist.

    Zum Refuge du Miage geht es vom Col gute 550 Meter bergab. Dort angekommen haben wir unser ausgemachtes Ziel für heute erreicht.
    Eigentlich wollten wir nur einen kurzen Tag machen. Irgendwie schaffen wir es aber nicht hier am Nachmittag für heute Stop zu machen und entscheiden uns, weiter zu gehen. Neues Ziel ist ein Campingplatz auf der anderen Talseite vom Mont Tuc. Ob das eine gute Idee ist?

    Der kurze Aufstieg ist schnell passiert. Wo es geht stehen die Wanderer am Trail und holen auf dem Weg noch kurz Luft. Der Abstieg zum Campingplatz le Pontet ist einfach, auch wenn es doch steile Passagen auf breiten Wegen gibt.

    Am Csmpingplatz angekommen trauen wir unseren Augen nicht. Was ist den hier los?
    Unzählige Hiker sind schon da. Wir haben keine Reservierung und stellen uns zur Anmeldung an. Der Plan des Campingplatz hat eine ausgewiesen Zeltfläche auf der steht TMB. 20€ für das Zelt und zwei Personen.

    Wir erreichen die Zeltwiese und staunen ein weiteres Mal. Die gesamte Fläche voll mit Zelten. Alles voll! Oh man, wo sind wir den hier gelandet. Ist die Saison denn doch noch nicht vorbei? Laufen die alle die Tour Mont Blanc? Das geht ja überhaupt nicht!

    Okay, da müssen wir jetzt durch. Wir finden eine Stelle wo unser Zelt noch hinpasst und bauen es auf. Auf einem Holzbalken (Zaun der Wiese) finden wir Platz zum sitzen und essen erstmal in Ruhe. Wir brauchen weit über eine Stunde um zu verstehen, dass die alle hier die TMB laufen. Ohje, ne, das brauchen wir nicht wirklich! Krass!

    Nun ja, jetzt ist es so. Unser Zeltnachbar kommt aus Deutschland. An seinem ersten Tag hat er beide Knie getappt und hat Schmerzen. Ob das noch was wird? Ein Hiker aus den USA spricht uns auf unser Zpacks Zelt an. Er hat auch eines. Ach ja, so geht die Zeit am Abend rum.

    Morgen gegen Nachmittag sollten wir die TMB verlassen und den Trubel hinter uns lassen können. 🍻

    Campingplatz auf 1.173 Meter

    ➡️ 21,3 KM ⬆️ 1.494 HM ⬇️ 1.319 HM
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  • 🚷 Zeroday

    August 31 in France ⋅ ☀️ 23 °C

    Resupply Time! 🤩

    In der Nacht hat es geregnet. Das stört uns aber nicht, weil wir heute ohne Wecker ausschlafen und erstmal 2 Stunden gemütlich Kaffee im Bett trinken. Dazu gibt’s noch Pizzarest von gestern. 🤭 Herrlich!

    Wir lassen es heute langsam angehen.

    Gegen Mittag besorgen wir Nachschub an Gas im ecosport. Nebenan serviert uns der Herr in der Fromagerie de la fruitiere Sandwiche des Hauses sowie Salami und Comté für den Trail. In der Boulangerie gibt es Törtchen und Schokolade. Im Carrefour contact kaufen wir weitere Lebensmittel für die nächsten Tage ein.

    Da wir kein Interesse an einer lauten Restaurantkulisse haben, muss Frau Pizzabäckerin schon wieder eine französische Pizzavariante für uns backen.

    Und da die Couch kleiner ist als das Bett, verbringen wir den Rest der Zeit einfach dort da die Matratze einfach tip top ist.

    Ansonsten reicht es auch schon wieder mit dem normalen Leben. Morgen geht es für uns weiter. Mal sehen ob wir vom TMB Trouble verschon bleiben. Die Saison ist hier im Grunde vorbei. Einen großen Teil der Strecke für die kommenden zweit Tage kennen wir schon.

    Wir freuen uns auf das was noch vor uns liegt.

    Bonne nuit

    ➡️ 0 Trail-KM ⬆️ 0 Trail-HM ⬇️ 0 Trail-HM
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  • La Flégère nach Les Houches

    August 30 in France ⋅ ☀️ 23 °C

    Der Morgen ist vom weißen Riesen bestimmt. Dem Mont Blanc! Nahezu wolkenfrei richten wir beim Kaffee unsere Blicke Richtung Süden zum Massiv. Der Tag droht mit bestem Wetter!

    Die Nacht war wieder kühler als die Tage zuvor. Auf die 3,5 Grad an unserem Zelt haben wir uns allerdings besser eingestellt als gestern. Der Berg macht halt das Wetter und was das bedeutet haben wir 2023 schon auf unser Kombi Wanderung TMB x WHR kennenlernen dürfen. Eiskristalle prasselten damals die gesamte Nacht gegen unsere Zeltwände und schenkten uns eine unverwechselbare Nacht. Schneetreiben Anfang August am Grande Col de Ferret. Der Berg hat hier das Sagen und auch an diesem Tag vernehmen wir ab und an ein Grollen und poltern von Eis und Stein, die der Berg losgelassen hat.

    Unser Ziel ist heute Les Houches! Wir rechnen mit meist einfach zu gehenden Wegen, was wieder mal zeigt, wir haben uns nicht vorbereitet. 🙈 Naja, und alles was Louder nur wenige Wochen vorher berichtet haben wir uns nicht gemerkt. 🫠

    Es geht etwas bergab zum Refuge La Flégère. Wir sind komplett trocken gelaufen und leer. Aber was ist denn hier los?
    An diesem Wochenende ist UTMB? Dann gehörten die Läufer gestern auch dazu? Crazy! (Das erklärt auch die horrenden Hotelzimmerpreise in Les Houches!) Am vermeintlichen Checkpoint hier oben am Refuge steht auf der Digitalanzeige 15:45 Uhr. Das wird sicherlich das Timelimit sein. Kommst du später als die Zeit, bist du raus! Wir fragen Google was hier los ist und werden fündig. Während der Sieger in unter 19 Std die 170 Kilometer und 10.000 HM hoch und runter, rund um das Massiv bewältigte und seit mehr als 20 Std. seinen Sieg feiert, schleppen sich immernoch tapfere Athleten weiter wie kryptische Figuren über die Strecke, um am heutigen Tage vor Ablauf des Timelimits nach Chamonix ins Ziel zu schaffen. Teils sieht das wirklich nicht mehr gesund aus. Aber Respekt und Anerkennung für eure Leistung!

    Im Refugee gibt es Wasser und einen Crêpe zum Start in den Tag. Mit dem UTMB Läufern haben wir im weiteren Tagesverlauf keine Überschneidungen mehr.

    Der Trail führt auf einfachen Wegen leicht bergauf und bergab, bevor es final zum Aufstieg des Le Brévent auf 2.525 Meter geht. In Serpentinen geht es steil mit größeren Stufen bergauf. Am Ende wird es noch mal spannend. Der Trail verliert sich im Blockgelände und wir suchen nach den gelben Markierungen, um auf der Spur zur bleiben. Etwas klettern bleibt final auch nicht aus. Leitern helfen senkrechte Passgen zu meistern. Oben am Gipfel ist eine Seilbahn und es ist hier mehr hässlich als schön. Der Ausblick allerdings ist überwältigend. Das brillante Wetter spielt uns in die Karten. Es ist eine Menge los. Wir brauchen Energie und Wasser und bestellen 2 Cola, 2 Wasser und 2 Sandwich = 39€. 😳 HusteHuste!
    Zum ersten Mal auf dieser Tour bezahlen wir für Wasser Geld. Naja…

    Auf geht es in den finalen Abstieg. Etwa 1.550 Meter geht’s bergab. Herr oder Frau Murmeltier ist auf der Suche und lässt sich nicht Stören. In einer Kurve stehen die Steinböcke am Rand des Trails und gucken. Bewegungslos und ruhig stehen klein und Groß zusammen.

    Der Trail windet sich in kurzen Serpentinen mit ständigem Blick zum weißen Riesen bergab. Vorbei am Refuge de Bellachat geht es mit kleineren Kletterpassagen über Fels und Stein und durch sehr trockenen Nadelwald. Die Sonne sticht, es ist warm. Es ist Sonntag und es sind einige Wanderer unterwegs. Trailrunner fliegen natürlich auch hier über den Trail. Wir glauben aber, das zur Hochsaison sicherlich noch mehr los sein wird, als wir es hier am letzten Wochenende der Ferien in Frankreich erleben. Am Ende zieht es sich, bis wir Les Houches auf 1.006 Meter erreichen. Gegen 17 Uhr haben wir es geschafft 💪🏻

    Restaurants haben leider noch geschlossen, Supernärkte sind schon dicht. Wohin also mit dem Hiker Hunger? Im Le Solery werden wir fündig. Burger & Pommes und 2 alkfree Bier sind ein guter Start. Auf dem Weg zu unserem Apartment halten wir noch an der Boulangerie, die in 10 Minuten schließt und kaufen ein paar Sweets für den Abend. Auf den letzten Metern werden noch zwei Pizzen to go gebacken. 🤭 Dann gehts endlich ins Apartment! Nach dem verspeisen der Pizza beginnt die groß angelegten Waschsession - zum Glück gibt es eine Waschmaschine, denn in das Waschbecken passen nicht mehr als 2 Paar Socken 😂. Das Programm lassen wir uns noch schnell per KI erklären und dann ab dafür! 🧺Die ersten Akkus und Kameras müssen vorsorglich an den Strom und auch der morgige Zeroday muss zumindest etwas geplant werden. Nach der ersehnten heißen Dusche (die erste seit Start der Tour) ist es Zeit für eine unkontrollierte Zuckerzufuhr, die mit direktem Schlaf nach dem letzten Bissen im großen Bett endet.

    ➡️ 21,2 KM ⬆️ 855 HM ⬇️ 1.884 HM

    Zwischenstand der Tour:
    ➡️ 205 KM ⬆️ 11.318 HM ⬇️ 10.713 HM

    Das ist überschlagen die Hälfte der Stage 2 des HexaTrek nach 9 Tagen inkl. der Mehrkilometer der Alternative und der Abkürzung durch die Alternative der Alternative 🙄. Uns bleibt also, bei normalem bis gutem Wetter ausreichend Zeit für die Tour und Abenteuer entlang des Trails bis zum Col de Lautaret.
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  • Biwak nahe Tête de Moëde nach La Flégère

    August 29 in France ⋅ 🌙 12 °C

    Es war eine der bisher ruhigsten Nächte - kein Wind, kein Regen, kein Gewitter. Aus den erwarteten 7 Grad in der Nacht wurde nichts. Bis auf kalte 2 Grad kühlte es sich ab und sorgt für eine eisige Nacht. Darauf waren wir nicht eingestellt und es fröstelte uns etwas in der Nacht.

    Wie üblich nach so viel Regen legen sich die letzten Wolken über die umliegend Gipfel. Socken und Schuhe sind noch von gestern nass und so lassen sich die ersten Schritte im tiefen nassen Wiesengrass ertragen.

    Wir klettern auf den Hügel hinter unserem Zelt und genießen einen tollen Blick auf das Mont Blanc Massiv. Sie Sonne stiegt über die Gipfel im Osten auf und beginnt unser Zelt zu trocken. Bei DCF dauert das nur ein paar Minuten. Den Rest wischen wir ab und packen ein.

    Die Murmeltiere in naher Umgebung machen mit ihren typischen Rufen auf sich aufmerksam und wir starten um 09:00 Uhr in einen anstrengenden Tag.

    Der Anstieg zum Col de Salenton auf 2.525 Meter ist gut zu gehen. Was nicht bedeutet, dass wir oben nicht durchgeschwitzt ankommen. 😅 Der Wind ist eisig und so steigen wir auf der anderen Seite direkt wieder ab.

    Der Abstieg führt über große und kleiner Boulder und über riesige Felsen. Der Fels ist sehr griffig und so können wir einige Passagen einfach so runterlaufen. Unser Gelenke sind heute nicht unbedingt pfiffig und geschmeidig. Bei vielen Tritten bergab sind wir doch recht steif unterwegs.

    Von jetzt auf gleich ist hier im Blockgelände eine Menge los. Trailrunner laufen nach oben oder fliegen in kleinen Gruppen den Berg hinunter. Schon irre was die teils hier im Berg so veranstalten. Hinzu kommen Touristengruppen, Familien usw. Wir sind ein wenig überfordert. Nach dem ersten Abstieg durch das felsige Gelände machen wir eine Pause und essen etwas. Der Berg ist wieder Menschen leer. So schnell wie plötzlich alle da waren, sind sie jetzt wieder weg. Es geht weiter bergab, kein Schritt gerade, immer über Steine und Felsen.

    Wir folgen dem Eau de Bérard weiter Richtung Tal bis zum Restaurant Buvette de la Cascade Bérard auf 1.430 Meter. Es ist laut hier direkt neben dem Fluss und Wasserfall, das Personal sehr freundlich und fix. Toiletten gibt es hier nicht. Hände waschen dürfen wir einfach in der Küche. Cola, Eistee Hotdog, La Croûte ( Brot, Schinken, Käse, mit noch mehr Köse in der Auflaufform überbacken). Das ist ein altes alpines Gericht. Die Käsemassen erinnern uns an die italienische GTA 2024 wo wir in den kleinen italienischen Bergdörfern öfters Polenta mit Käse und Käse (in unseren Worten) gegessen haben, was bei Anstiegen doch recht schwer im Magen lag. 🤣 Zum Glück ist das heute nicht der Fall.

    Wir haben heute noch einiges vor. Besser wir sorgen für noch mehr Energie und essen noch Crêpe mit Nutella bzw. Zucker und einer Kugel Vanille Eis zum Nachtisch on top.

    Wie schon üblich an diesem Tage geht es etwas schwerfällig weiter. Es kurzes Stück gehen wir parallel zu einer Straße. Wir hören Rasseln und Glocken. Etwas später sehen wir ein paar Trail Runner und Schaulustige, die die Runner anfeuern. Muss wohl irgend ein Runner Event sein. 🤷🏼 Danach geht es selbsterklärend natürlich bergauf. Wir betreten das Réserve Naturelle des Aiguilles Rouges. Ab jetzt führt uns der Trail parallel zum Mont Blanc Massiv.

    Wir kommen gut in den Rhythmus und beißen erstaunlich leichtfüßig die Höhenmeter aus dem Berg. Steinböcke und große Raben begleiten uns auf dem Weg zum Lac de Chésery und zum Lac Blanc auf 2.350 Meter Höhe. Am erst genannten werden 30 Biwakplätze angeboten die man vorab buchen muss. Eine doch recht wilde und unaufgeräumte Szenerie bietet sich bei unser Ankunft. Ein ordentlicher Wind pustet den zumeist nicht so geübten Zeltaufbauern um die Ohren. Wer sein Setup fertig errichtet hat, steht in dicker Jacke vor dem Zelt. Die einen liegen Probe und müssen noch entscheiden, ob die Zeltposition passt, andere kämpfen mit dem Zelt direkt. Das internationale Publikum scheint aber gut drauf zu sein und einer unvergesslichen Nacht gegen über des Mont Blanc entgegen zu fiebern.

    Die letzten Meter zum Lac Blanc geht es über Leitern und an den Fels geschraubte Holzbalken. Es fühlt sich an wie das Grand Finale für unseren Tag und das ist es auch. Am Lac Blanc ist tote Hose, sicherlich ist es mit 19:45 Uhr eher zu spät, das sich hier noch viele Bergfanatiker rumtreiben. Wir haben unser Ziel fest im Blick und steigen, gerade oben angekommen wieder ab. Die grüne Zone, in der Biwakieren erlaubt ist, müssen wir heute noch erreichen. Der Weg ist zwar breit aber aufgeräumt hat hier schon lange keiner mehr. 😅. Alles ist voll mit losem Geröll, was das Gehen nach so einem Tag wirklich nicht einfacher macht.
    Auf dem Weg üben junge Steinböcke den Rivalenkampf und lassen sich 5 Meter neben uns dabei in keinster Weise stören.

    Mit Blick auf die HexaTrek App erreichen wir die Biwakzone und prüfen sofort die Umgebung. Um 20:30 Uhr und 100 Meter später werden wir fündig. Ein Platz für unser Zelt! Windstill, ruhig, mit Blick auf das Bergmassiv, bei bestem Wetter. Grüße gehen raus an den Lac de Chésery🤗.

    We call it a day! Ein unvergesslicher Blick zum weißen Riesen, schnell etwas essen und wir fallen müde und kaputt in den Schlaf.

    Biwak auf 2.022 Meter.

    ➡️ 23,1 KM ⬆️ 1.620 HM ⬇️ 1.698 HM
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  • Das Wetter macht den Plan

    August 28 in France ⋅ 🌧 12 °C

    17 Grad waren es gestern Abend um 23 Uhr an unserm Biwakplatz unterhalb des Tête à l'Àne auf 2.804 Meter. Ein warmer Föhn wehte durch unser Zelt. Wieder schlafen wir mit offenen Türen. Doch der Wind nimmt wie angekündigt zu. Starke Böen ziehen am Zelt und machen eine Menge Lärm. Aber der Ausblick ist eine glatte 10 von 10.
    Gegen 05 Uhr beginnt der Tag mit dem angekündigtem Wetter: Regen!

    Wir haben den Tag auf dem Trail abgeschrieben, zu schlecht sind die Vorhersagen. 07:30 ist der erste Regen vorbei und der Wind ist stärker geworden. Wir trinken Kaffee, räumen schnell das Zelt zusammen bevor es wegfliegt und auf gehst zum Refuge Alfred Wills. Für heute haben wir hier eine Übernachtung gebucht.

    Wir rufen über unser Inreach das Wetter ab. Das Gewitter hat sich nach hinten verschoben, aktuell ist es trocken und wir würden gerne lieber weiterlaufen. Wir fragen nach Stornierung. Bist du auf dem HexaTrek unterwegs, zeigen die Menschen in den Refuges Verständnis und so gehen wir weiter (ohne Stornokosten).🙏🏻 Schnellen Schrittes gehts die nächsten knapp 500 Höhenmeter nach oben. Die Landschaft ist einfach schon wieder atemberaubend!
    Am Col d‘Anterne auf 2.258 Meter erblicken wir die Gletscher des Mont Blanc. Wieder ein toller Anblick! Wir steigen ab zum Refuge de Moede Anterne auf 2.000 Meter. Ganz trocken kommen wir nicht an. Der Regen hat uns zum ersten Mal erwischt!

    3 Stunden sitzen wir dort und warten ab, was das Wetter macht. Auch das französische Pärchen ist seit gestern hier und hat auf Grund des Wetters eine weitere Nacht gebucht. Heute Nachmittag soll das Gewitter hier los stürmen. Wir unterhalten uns mit einer Frau aus Deutschland die den GR 5 bis Nitza läuft. Jede Nacht im Refuge alles genau geplant. Sie berichtet von der vielen Arbeit der Planung und was Tage wie diese für die Art der Tour bedeuten. Stress!
    Im Refuge gibt es Kaffee, Omlette und eine ordentliche Lautstärke.

    Wie prüfen erneut das Wetter. Wenn wir Netz haben nutzen wir die App Meteoblue, wenn kein Netz das Garmin Inreach. Das Gewitter hat sich nochmal verschoben.

    Wir gehen also weiter. Vielleicht schaffen wir es ja zu einem Biwakplatz in 3 Kilometern.

    Aber klar, nach knapp 20 Minuten beginnt es zu Regnen und leichter Hagel kommt dazu. Wir erreichen schnell den angestrebten Biwakplatz.
    Unser Zelt bauen wir und einer mystischen Umgebung im Regen auf und verschwinden in unsere geliebte Plastiktüte. Das Gewitter bricht los. Leichter Donner brummt durch die Berge und starker Regen prasselt auf unser nieder. Wir vertreiben uns die Zeit mit Tee und Cookies und ein paar Spielen auf dem Handy: Yazi,Schiffeversenken, Darts… 😂

    Um 20 Uhr ist alles vorbei. Die Natur kommt wieder zur Ruhe und der Steinbock steht minutenlang am Berg. Wie seine Majestät blickt er auf seine Berge.

    Ganz verloren ist der Tag nicht. Wichtige Kilometer konnten wir heute abreißen und sind jetzt, was mögliche Biwakspots für den kommenden Tag angeht, in einer besseren Situation. Und Alex Waden sind auch wieder dabei und machen mit 💪🏻

    Morgen wird das Wetter wieder besser und einer pünktlichen Ankunft am Sonntag in Les Houches zu Fußes des Mont Blanc Massives steht nicht mehr viel im Wege.

    Biwak auf 2.098 Meter

    ➡️ 9,7 KM ⬆️ 745 HM ⬇️ 401 HM
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  • Lac de la Vogealle nach Nahe Col Anterne

    August 27 in France ⋅ ⛅ 18 °C

    Der Wecker reist uns aus dem tiefen Schlaf.
    Der Abstieg zum Viewpiont Le Bout du Monde
    Im Cirque du Fer à Cheval ist einfach aber recht steil. Die Luft ist diesig, es ist schwierig Fotos zu machen. Unzählige Wasserfälle zieren den Cirque. Ihr Wasser fällt teils tief in den Canyon. Wir genießen die Weite Sicht aus dem Canyon. Ziehen aber zügig weiter. Die ersten Besucher sind schon wie eine Perlenkette auf dem langen Weg hier hoch zu erkennen.

    Wir machen Rast am ersten Restaurant.
    Ich (Alex) muss mich um meine oberen Waden kümmern. Irgendwie wollen die heute nicht so. Alles ist kurz davor zu zumachen. Das wäre fatal. Neben Kaffee und Cola wird fleißig massiert und gedehnt.

    Wir treffen den ersten HexaTrek Thru Hiker.
    Er ist in Hendaye gestartet und hat/musste die Stage 4 skippen. Ankunft in Wissenbourg Ende September.

    Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Route über den Le Cheval Blanc schon gestrichen. Wir hatten gelesen, das die Seile, eher für’s Hochgehen geeignet wären. Jetzt kommen heute die Waden dazu.

    Am nächsten Campingplatz essen wir erstmal ordentlich. Wir entscheiden den bevorstehenden Aufstieg von 1.000 Metern und den dazugehörigen Abstieg zu umgehen um in Sixt-fer-à-cheval noch etwas zu essen zu kaufen. Von dort geht es dann recht einfach auf die HT Alternative. Sicherlich ist das so besser für die Waden!

    Der Supermarkt hat leider Mittags zu. Rund 50 Minuten liegen wir wie der klassische Hikertrash vor dem Supermarkt im Schatten. Wir kaufen Kekse, eine Packung Nudeln, Nüsse, Äpfel und Bananen für den Sofortverzehr.

    Wir nutzen noch das verfügbare Internet und checken das Wetter. Ohje, für den morgigen Tag ist kein gutes Wetter gemeldet. Bis zu 100 km/h Wind, Regen und am Nachmittag Gewitter für die Region, durch die uns die HT Alternative führt.

    Da wir nicht hier bleiben möchten plane wir den heutigen Tag um und folgen kurzzeitig dem GR 5. Wir erhoffen uns dadurch etwas Strecke zu sparen und bekommen Zeit, das schlechte Wetter morgen im Reserve Naturelle Sixt-fer-à-cheval / Passy abzuwarten.
    Im Refuge Anterne reservieren wir uns sicherheitshalber 2 Plätze für die morgige Nacht.

    Am Eingang zum Reserve Naturelle finden wir ein neues Schild mit ergänzenden Biwakregeln. Oder ist das Biwakieren jetzt verboten? Das wäre schlecht. Es ist schon spät!

    Da wir das Schild nicht richtig lesen oder interpretieren können und kein Handynetz verfügbar ist, fragen wir Wanderer, die wir auf dem Weg treffen. Zweit junge Mädchen, die auch auf dem Weg hoch sind klären uns auf. Biwaken ist erlaubt, allerdings gibt es erweiterte Regularien, die für uns kein Probleme darstellen. Also alles gut!

    Um 20:30 erreichen wir etwa 30 Minuten vom Refuge entfernt eine wunderschöne Area auf 1.753 Metern, wo wir unser Zelt aufbauen.
    Morgen früh schauen wir wie das Wetter ist und gehen zunächst zum Refuge. Dort können wir zur Not das Gewitter aussitzen.

    ➡️ 27,5 KM ⬆️ 1.215 HM ⬇️ 1.431 HM
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  • Col de Cou nach Lac de la Vogealle

    August 26 in France ⋅ 🌙 14 °C

    Von unserem Biwakplatz auf 1.920 Metern in der Nähe des Cols suchen wir uns am steilen Grashang einen passenden Weg, um heile die Dirtroad wieder zu erreichen.

    Nach 3 Kilometern erreichen wir den Fluss, an dem wir mittels installierten Schlauch’s frisches Wasser aufnehmen können. Wir nutzen direkt auch die Gelegenheit und waschen unsere Handtücher - natürlich ohne Seife! Dann geht es weiter. Leider träumen wir zu viel und setzten unseren Weg auf der Dirtroad fort. Fehler! Das ist die komplett falsche Richtung! Also den Berg wieder hoch. Oh man!

    Der Trail führt uns meist über eine recht stark bewanderte Dirtroad. Hier gibt es viel Tagestourer. Die Fernwanderer, die wir auf dem Weg bis heute getroffen haben, haben wir alle nicht wieder gesehen. Nur mit einem französischen Pärchen laufen wir ab und an zusammen. Sie sind auf dem Weg nach Chamonix, auf dem GR5.

    Bis auf 1.000 Meter steigen wir auf der langweiligen und echt nervig zugehenden Kieselstein-Dirtroad ab. Puh, das hat Kraft gekostet. Und nach Abstieg folgt, richtig, der nächste Aufstieg.

    Bis zu unserem nächsten Zwischenziel, dem Refuge la Folly sind es auf knapp 4 Kilometer 600 Meter hoch. Es ist warm. Dieses ansteigende Tal ist hier unten recht trocken. Es geht eine ganze Zeit steil im Fels bergauf. Ketten helfen beim hochkrackseln. Auf dem doch recht anstrengenden Pfad kommen uns auch einige Tagestourer entgegen. Hier ist es wieder wunderschön und still. Am Refuge angekommen müssen wir erstmal trocknen. Wir sind komplett nass geschwitzt!

    Wir brauchen Energie! Also bitte jeweils zwei mal Omlette + Fromage + Pomme de Terre, 2 Cola, 2 Kaffee. Booarr! Das Omelette schmeckt hervorragend. Zum Desert darf des noch je ein Crêpe mit dunkler Schokolade und Kokosraspeln sein. Trotz der begrenzten Strommenge im Refuge, dürfen Hexatrekker ihre Devices hier aufladen. Mega! Wir kaufen noch Brot, das hier auf dem Refuge selbst verbacken wird, füllen noch einen Liter Wasser nach und dann geht’s auch schon wieder los.

    Weitere 700 Meter bergauf und 240 bergab befindet sich in einem Cirque ein See. Dort gibt es Biwakspots und Wasser.

    Die 700 Meter versuchen wir unabsichtlich in Zeitlupe zu gehen. Es ist Nachmittags und die Sonne hat sich zur Aufgabe gemacht, uns ordentlich einzuheizen. Gerade getrocknet sind wir pledder nass. Der Aufstieg gefällt uns aber richtig gut. Es ist hier oben wunderschön, keiner ist da und nur die Rufe der zahlreichen Alpendohlen hallen im Berg.
    Das Murmeltier ist heute eher leise und beschäftigt. Dem kräftigen kleinen Racker ist scheinbar langweilig. Ein Stein nach den nächsten wird sichtlich mit Absicht vom Felsvorsprung runter geschubbst.

    Oben angekommen staunen wir nicht schlecht. Hier ist kein See! Hier ist eine ein Kilometer langer, stark ausgewaschene Area. Combes aux Puaires.
    Unglaublich wie es hier aussieht! Unfassbar. Und da werden wir jetzt durchlaufen? Toll!

    Den Weg müssen wir öfter suchen. Steinmännchen und ein paar kleine Schilder weisen uns den Weg. Hier haben wir viel Spaß! Keiner da, alles still und leise. Wunderbar ist es hier. Die Bilder können einfach nicht wiedergeben, wie u glaublich es hier oben ist.

    Am Ende dieser zerklüfteten Ebene können wir immer noch keinen See sehen. Final wartet ein steiler Abstieg in den besagten Cirque. Und dann können wir den See endlich sehen. Gleich sind wir da.

    Wir laufen die letzten Meter entlang des Sees, treffen ein paar shiner die hier schon ihre Zelt aufgeschlagen haben. Auch wir werden heute hier schlafen, auf 1.969 Meter. Perfekt!
    Ein toller Mittag und ein noch besser Nachmittag und Abend.

    ➡️ 22,3 KM davon 1,8 Umweg
    ⬆️ 1.710 HM
    ⬇️ 1.577 HM
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  • Les Mattes nach Col de Cou

    August 25 in France ⋅ ☀️ 14 °C

    22:00 Uhr - Blitze ziehen durch die noch junge Nacht. Erst in östliche Richtung, dann auch südlich von uns. Im nächsten Moment ist der gesamte Himmel hell erleuchtet. Es donnert am Stück, hört nicht mehr auf. Aus allen Richtungen zucken die weißen Ungetüme durch den fast schwarzen Himmel. Es beginnt zu regnen.

    Von tosendem Donner begleitet prasselt der starke Regen gegen unsere Zeltwände. Der Wind wird stärker und unruhiger. Von jetzt auf gleich fällt Hagel. Viel Hagel. Nicht groß aber sehr viel. Verzweifelt halten wir die Hände gegen die beiden großen Zeltwände.

    20-30 Minuten später ist alles vorbei und es kehrt Ruhe ein, nicht für lange. Die Blitze ziehen weiterhin ihre Bahnen am Himmel und es beginnt erneut zu regen. In einer Tour bis morgens 05:00 Uhr.

    Wir starten heute später!
    Der Wind ist einfach zu stark, aber die Sonnen wird es richten und so kommt etwas Ruhe in den Morgen.

    Nach 8 Kilometern kommen wir am Refuge de la Haut Bise vorbei und essen Omelett Fromage und 4 Kaffee Grande. Toilette, Handy laden, weiter geht’s.

    Die nächsten 9 Kilometer verlaufen durch eher langweiliges Skigebiet. Es ist mal mehr, mal weniger viel los, ein paar Mountainbiker ein paar Wanderer, aber nicht viel. 90% der Lifte sind ausser Betrieb.

    Wir laufen schon länger an der Schweizer Grenze und bewundern die tollen Felsformationen auf der anderen Seite des Tals.

    Das Laufen auf den vielen Schotterwegen macht uns müde. Der Schlafmangel kickt rein. Aber dann legt der Trail nochmal nach. Hinter dem La Patenaille auf 2.219 Meter geht es auf einen Singeltrail. Dieser verläuft teils auf der Ridge, teils im Hang. Konzentration bei den Seilpassagen ist geboten. Wie schön sich dieser Tag von uns verabschiedet. So ein schöner Weg.

    Am Ende sind wir platt und müde. Und so entscheiden wir den Tag zu schließen. Wir sind in einer grünen Zone und so laufen wir einen Hang hinauf und suchen eine passende Stelle für unser Zelt. Das dauert heute länger als normal und ein klein wenig nervt es gerade. Aber wir finden alles was wir brauchen. Es soll heute Nacht und morgen trocken bleiben und so versuchen wir mehr Schlaf zu bekommen als gestern.

    ➡️ 21,8 KM ⬆️ 1.085 HM ⬇️ 1.121 HM
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  • Col de Pavis nach Les Mattes

    August 24 in France ⋅ 🌧 15 °C

    Unser Zelttüren haben wir über Nacht aufgelassen und am Morgen genießen wir den Blick auf den See. Um 06:00 Uhr ist der Himmel als ein rotes Band zu erkennen. Darüber befinden sich dunkle Wolken, die aber später keinerlei Auswirkungen haben.

    07:30 meistern wir ein paar Höhenmeter und stehen am Eintritt zu einem ersten Ridge Hike der Tour. Ein feiner schmaler Pfad führt den mit Gras bewachsenen Berg hinauf. Wir überschreiten den Tête de Charousse 2.003 Meter. Ein wunderschöner Weg den wir hier am frühen Morgen gehen dürfen. Frau Steinbock ist auch auf dem Pfad unterwegs, allerdings in die andere Richtung. Wir laufen aufeinander zu. Das Tier interessiert sich überhaupt nicht für uns, weicht 5 Meter vor uns in den steilen Hang aus und schert hinter uns wieder ein. Ach, das ist doch schön.
    Einen Moment später beginnt es zu regnen. Dicke Tropfen fallen vom Himmel. Rucksack runter Regenjacke an, Kameras und Handy in die Regenjacke. Weiter geht’s. 200 Meter später ist alles vorbei und wir kleiden um.
    Am Dent du Lan, einem großem herausragenden Fels, müssen wir klettern. Wir haben den Pfad verpasst der etwas unterhalb verläuft und stehen vor einem 2,5 Meter Drop. Wir klettern runter und an der anderen Seite wieder hoch. Dann noch ein paar Meter und wir erreichen das Ende des Ride Walks.

    Es folgt der recht einfache Abstieg zum Refuge de Bise, nehmen dort Wasser auf und essen einen Portion unsers selbst gemixten Power-Energie-Reis-Pudding. Das Zeug sieht aus wie die Pampe die Neo im Film Matrix 1 zu essen bekommt, als der in der realen Welt aufwacht.
    Wer hat‘s gesehen?

    Nach dem Aufstieg zum Pass geht es bergab nach La Chapelle d‘Abondance. In der bestens ausgestatteten Boulangerie gibt für uns etwas Pizza ähnliches. Absolut leckere Madeleines zum Nachtisch. Unser Energieloch von gestern konnten wir heute gut wieder ausgleichen.
    Käse und Salami so wie Baguette fürs Abendessen im Berg gibt’s noch obendrauf.

    Auf dem Weg zurück zum Trail halten wir am Touristoffice, um die Handys zu laden, die Toiletten zu nutzen und uns ein wenig zu waschen. Das ein Service!! 🤗 14:30 geht’s für uns weiter in den nächsten 900 Meter Aufstieg zum Les Mattes. Der Trail windet sich fast komplett durch den Wald. An einem Stream nehmen wir Wasser für den Abend und den nächsten Tag auf und legen die nächste Waschsession ein. Viel hilft viel 😅
    Um 18:30 erreichen wir die herrliche Wiesenlandschaft um Les Mattes auf 1.938 Metern.

    Ein Rest Cheese Macaroni muss noch gegessen werden, also schmeißen wir den Kocher an. Vor uns braut sich etwas zusammen. Innerhalb von 10 Minuten ziehen sich die Wolken zusammen, türmen sich auf und Wechsel ständig ihre Form. Lauter Donner und weiße Blitze treiben vor unseren Augen ihr Spielchen. Bis der Regen auch uns trifft und wir schnell, mit all unseren Sachen ins Zelt springen. Die Vorspeise gibt also im Zelt.
    20 Minuten später, alles ist wieder ruhig, wir setzten uns wieder vor unser Zelt. Salami, Käse und Baguette sollen auch noch verspeist werden. Währenddessen türmen sich, bedrohlich nah, die Wolken erneut auf. Dieses Mal ohne zu eskalieren und so folgen wir dem dunklen Wolkenschwarm, wie er still und leise immer größer werdend über uns hinweg zieht.

    ➡️ 20 KM ➡️ 1.574 HM ⬇️ 1.494 HM
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  • Wolkenlos in die ersten Höhenmeter

    August 23 in France ⋅ ⛅ 16 °C

    Ein wolkenloser Tag.
    Es ist 07:45 und es kann losgehen!
    Auf den ersten 10 Kilometern passiert, bis auf das atemberaubende Wetter, nichts besonderes. Im Wechselspiel laufen wir an unzähligen Wiesen vorbei und lassen einige kleiner Dörfer hinter uns. Immer parallel zum Genfer See zumeist bergauf.

    Auf einem Forstweg spricht uns Kevin Costner an. Er ist auf seinem Morgenspaziergang unterwegs. Gesicht & Haare, der Typ ist einfach Kevin Costner zum Verwechseln ähnlich. Wir halten einen netten Plausch bis wir an seinem Haus vorbei kommen. Einzig der französische Akzent bei nahezu perfektem Englisch verrät ihn.

    Am Mont Baron machen wir auf 1.450 M eine Pause. Leider wird uns im Schatten schneller kalt als gedacht und so fällt der kurze wichtige Nap aus. Am dann folgenden Anstieg ist bei uns beiden die Puste aus. Unsere Energie ist weg. Jeder Schritt fühlt sich an, als wenn Blei an den Beinen hängt und die nur aus Gummibändern bestehen. Wir haben gestern Abend einfach zu wenig gegessen. Und jetzt hängen wir hier rum und schleichen keuchend die Steigungen hoch.

    Am finale Aufstieg zum Tête des Fieux auf 1.772 Meter haben wir uns ordentlich abgearbeitet. Leider bekommen wir das Problem bis zum Ende des Tages nicht mehr in den Griff. Gähnend, schieben wir uns Riegel und das, was die Taschen so hergeben, in uns rein. Total platt, aber wir sind unterwegs.

    Am heutigen Tage ist viel los auf dem Trail. Unzählige Tagestourer sind hier hoch gekommen um scheinbar Kühe zu streichen oder einfach anzufassen. DO NOT TOUCH! Wir halten da nichts von, es passiert mit Kühen schon ausreichend auf Wanderwegen. Auch ein paar Hikern mit grösserem Gepäck sind wir über den Weg gelaufen. Noch wissen wir nicht wo die Community hier so hinwandert.

    Hinter dem Chalet Vert wird es nochmal schöner: Weiße Felsen, Gründe Wiesen und in der Ferne thront der Mont Blanc. Eine schöne Gegend hier.

    Hinter dem Lac de Dardon treffen wir auf unzählige Steinböcke, klein, groß, alt und ganz ganz klein. Sicherlich 60-70 Tiere denen wir auf 200 Metern über den Weg laufen. Die Tiere lassen sich von nichts Stören und so steht man nur ein paar Meter vor den teils großen Tieren entfernt. Irre-Toll!

    Nach dem Spektakel möchten wir den in direkter Nähe befindlichen Biwakspot für die Nacht nutzen.
    Leider ist es am Platz unsagbar windig. Typisch für einen Pass.
    Am Stream nehmen wir noch Wasser zum kochen auf und finden 15 min später eine Lücke im unruhigen Rasen. Zelt ist schnell aufgebaut und so kann es sich für heute nur noch ums Essen sich drehen. Der Hunger ist groß. Heute Biwak auf 1.882 M. 😴

    ➡️ 24,1 KM ⬆️ 1.980 HM ⬆️ 840 HM
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  • Start in Yvoire: die ersten 35 Kilometer

    August 22 in France ⋅ ☀️ 18 °C

    Unsere Fährfahrt nach Nyon dauert gute 20 Minuten. Gut bestückt mit Touristen legen wir am Anleger in Yvoire an. Schon auf dem ersten Metern stapfen wir durch das wirklich schöne alte Dorf. Wunderschön!
    Nach ein paar Metern sehen wir Menschen in pompösen Venezianischen Kostümen mal mehr mal weniger über den Asphalt tanzen. Da bleibt keine Kamera kalt! Die Touristen schleichen um die Kostüme, um den besten Blick für ein Foto zu finden.

    Aber ab der normalen Touristenspiele, zeigt sich Yvoire von seiner schönsten Seite. Die Sonne scheint und die alten Häuser, Türme und auch Schlösser strahlen vor Schönheit. Toll!

    Unser Weg führt uns mal mehr mal weniger am Ufer des Sees Kilometer für Kilometer weiter in Richtung Thonon les Brains. Dem nächsten größeren Ort an dem wir den See verlassen werden um Richtung Berge abzubiegen. Auf diesen ca. 18 Kilometern kommen wir an Freizeitpark ähnlichen Urlaubsregionen, Pferdewiesen, Große Villen aus den 70ern usw vorbei. Zumeist auf Asphalt. Irgendwann wechselt der Trail in einen Ufer-Singeltrail und, komischer Weise, laufen wir fast durch die Gärten der Villen. Ja, das ist auch so gedacht. 😅 Wir kommen an alten Bootsgaragen der Villen vorbei und kühlen selber bei einer ersten Pause unser Füße im See. Herrlich. Aber, wir müssen weiter. Die Kilometer drücken heute etwas. Nach 35 KM sollen wir am ersten Biwakplatz des HexaTrek Stage 2 vorbei kommen.

    Es ist warm aber nicht heiß. Erste Wasserquellen lassen uns im Stich und wir besuchen einen Supermarkt. Cola, Pain au chocolat, Bananen & Äpfel sollen es für die kommende Pause sein. Um einen zweiten Besuch im Supermarkt kommen wir nicht drum rum, da wir das Wasser vergessen haben. Oh man!

    In der zweiten Tageshälfte geht eigentlich nur noch bergauf um zum Ende fast alles wieder runter zu gehen. Moderate Steigungen und vorwiegend breite Wege.

    Da wir heute nicht viel Wasser tragen möchten, nutzen wir alle Wasserpunkte entlang des Weges. Der letzte liegt nach langer Zeit mal wieder auf einem Friedhof.

    Gerade waren wir vom besagten Friedhof auf die letzten KM des Tages aufgebrochen, hallen wichtige Worte durch die frühe Abendluft. Franzi ruft von hinten: „sehe ich da etwa einen Boulangerie Automaten?“. Ganz alleine, an einem Parkplatz. Wir sprinten schon fast die 150 Meter um sicherzugehen das dieser befüllt ist. Und das ist er. Direkt wird ein Baguette für das Abendessen per Aufzug nach unten gefahren. Geil! Um die leckeren, süßen Backwaren schaffen wir es einen Bogen zu machen. Unsere Rucksäcke sind heute am ersten Tag prall gefüllt, das muss erstmal gegessen werden.

    Am Biwakplatz angekommen, sind wir etwas erstaunt das die 35 KM recht einfach durch in 7 Stunden Bewegungszeit durch die Beine liefen.

    Morgen geht es bergauf und wir sind gespannt war alles tolles auf uns wartet.

    Jetzt gibt es Cheese Macaroni!
    PS: gerade haben wir den ersten Löffel gekostet, läuft ein Wildschwein in 8-10 Metern an unserem Zelt vorbei und grunzt. 🙈

    ➡️ 35,1 KM ⬆️ 651 HM ⬇️ 309 HM
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  • Back in Nyon

    August 22 in Switzerland ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir sind zurück in Nyon und starten heute die Stage 2 des HexaTrek! Mindestens 385 Kilometer liegen vor uns durch die nördlichen französischen Alpen. Wir freuen uns riesig auf die Wege die vor uns liegen! 🤗 Jetzt geht’s erstmal mit der Fähre über den Genfer See nach Yvoire zum Startpunkt. ⛴️Read more

    Trip start
    August 22, 2026