Irgendwo am Galibier nach Col d Lautaret
September 11 in France ⋅ ⛅ 11 °C
Immer wieder drehen wir uns im Schlafsack und versuchen das Kopfteil enger zu zuschnüren. Es ist eine sehr kalte Nacht.
Als der Wecker uns um 06 Uhr das letzte mal daran erinnert aufzustehen, ist es -2,5 Grad. 🥶 Wir entscheiden uns, noch eine Stunde länger liegen zu bleiben und auf die hoffentlich wärmende Sonne zu warten.
Unsere Zeltwände sind dick mit Eis überzogen. Innen als auch außen. Die nassen Socken hängen über der Leine. Jetzt sind sie an der Zeltwand festgefroren. Unsere Zelttüren sind wie eine Brett. Die Schuhe und unsere Gaiters sind steif gefroren. Draußen um unser Zelt herum ist das Gras komplett weiß.
Selten haben wir eine solch dicke Eisschicht von Innen im Zelt gehabt. Trotzdem haben wir ausreichend geschlafen. Der Schlafsack hat eine Comfort Temperatur von nur 4 Grad. Das zweite Paar Socken und die Alpha Socken haben die Füße ausreichend warm gehalten. Das Buff doppelt um den Kopf gelegt und die Kapuze des Alpha Hoodies zugezogen, so das nur noch die Nase raus schaut.
Leider bleibt am Morgen die Sonne hinter den Wolken und es wird nur sehr langsam wärmer. Das Eis versuchen wir mit einem Lappen von der Außenseite fast schon abzukratzen. Der Rest wird nach Abbau abgeschüttelt und anschließend aus dem Zelt „gekippt“. 😅
Rein in die nassen Socken und nass kalten Schuhe. Frostig starten wir in unsere letzten 11 Kilometer dieser Tour. Erst am Morgen sehen wir überhaupt, wo wir die Nacht verbracht haben. Der Nebel des letztes Tages ist Geschichte und wir sehen ein wunderbares Bergpanorama um uns herum. Grün, hügelig, felsig.
Noch einmal geht es bergauf auf über 2.650 Meter Höhe. Hier oben neben dem Gipfel des Petit Galibier (2.765 Meter) weht ein eisiger Wind. Nach dem wir die Passstraße mit ihrem tosenden Lärm der Motorradfahrer überquert haben, wartet ein letzter, einfacher Walk runter ins Tal. Die Dirtroad gibt uns die Möglichkeit zu entspannen und erstmals die letzten Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen. Das Wetter ist gut, die Sonnen kommt hinter den Wolken hervor und unsere Füße trocken langsam.
Tja, das war sie, unsere Version der Stage 2 des HexaTrek. Hier also am Col de Lautaret auf 2.058 Meter starten wir, irgendwann, in die Stage 3 dieses fabelhaften Fernwanderwegs. Noch steht nicht fest wann, aber wir möchten den Weg, möglicherweise bis in die geliebten Pyrenäen fortsetzen.
Die Stage 2 ist für uns eine tolle, anstrengende aber meist gut zu gehende Bergwanderung gewesen. Wir werden das Gefühl vermissen, sich frei hier in dieser fabelhaften Berglandschaft bewegen zu dürfen. Der Umgang und das Angebot für Fernwanderer auf dem Trail ist vorbildlich!
Frankreich hat was Fernwanderungen angeht, eine Kultur und klare Regeln. Vielleicht gibt es so etwas in D eines Tages auch einmal.
Für uns war es neben der GTA und der Kombi TMB und WHR die dritte Fernwanderung durch und über die Alpen. Dieses Mal sind wir später aufgebrochen um „besseres“ Wetter zu haben. Weniger Gewitter, weniger Hitze, weniger Tourismus. Selten hatten wir eine solch hoch frequentierte Tour, wobei das Wetter in den letzten 3 Wochen wirklich gut war. Trotzdem hatten wir, wie üblich in den Bergen von allem etwas. Sonne, Hitze, Regen, Hagel, Kälte und Frost. Am Ende macht das unsere Tour aus und besonders.
Auf keiner anderen Fernwanderung haben wir täglich so wenig Wasser getragen wie auf dieser. Die aller meiste Zeit war es nicht mehr als 1 Liter. Wasser zum Kochen am Abend, für den Kaffee am Morgen und die ersten Stunden des Tages haben wir meist kurz vor dem Biwakspot oder direkt am Biwakspot geholt. Oft gefiltert, oft so getrunken.
Was für uns hervorzuheben ist, der wenige Müll entlang des Trails. Es ist hier, das muss man sagen, wirklich sauber! Nur auf einem einzigen Biwakspot lang merklich Müll. Das meiste davon haben wir mitgenommen. Gläser mit Peanut-Butter haben wir stehen gelassen. Sollte das als lustige Trailmagic gedacht sein, lasst das einfach sein und nehmt eure angefangen Essensreste mit ins Tal. Auch an den Touristischen Orten lag wenig Müll. Vereinzelt lag mal ein einzelnes Taschentuch am Wegesrand.
Abschliessend wird uns, wie schon auf der Stage 1, der freundliche und oft herzliche Umgang entlang des Trails besonders positiv in Erinnerung bleiben. Die aller aller meisten sprechen englisch und scheuen keinen individuellen Umgang mit uns Fernwanderern.
Ohne Reservierung am Refuge biwakieren, Reservierungen canceln oder ein Baguette am Frühstücksbuffet kaufen - alles kein Ding und uns wurde immer geholfen.
Jetzt geht es für uns mit dem Bus 55 nach Grenoble, morgen mit dem TGV nach Paris und von dort mit dem Eurostar nach Köln.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Abschnitt des HexaTrek Stage 3 und 4 warten schon. ❤️🏔️🏕️🥾
➡️ 11 KM ⬆️ 543 HM ⬇️ 835 HM
Gesamt Tour:
➡️ 419 KM ⬆️ 23.491 HM ⬇️ 21.808 HM
🥾19 Tage on Trail
🚷 2 ZerodaysRead more
















TravelerHerzlichen Glückwunsch zum Hike von Section 2. Und freut auf auf Section 3, die ist genauso schön!
Alex und Franzi on trailDanke. Das klingt gut!🔊🥾🏕️🏔️
Traveler
Gratulation!
Alex und Franzi on trailMerci😊