Lac du Peyron nach irgendwo am Galibier
September 10 in France ⋅ ☁️ 5 °C
What a day!
Am am Morgen rufen wir als erstes über das Garmin das Wetter für unsere Position ab.
Ergebnis: Regen möglich ab 12 bis 17 Uhr. Teils starker Regen und irgendwas darunter.
Gestern Abend, als auch die Tage zuvor wurde uns Gewitter ab 14 Uhr bis 18 Uhr angezeigt. 🤷🏼♀️
3,4 Grad hatten wir in der vergangen Nacht. Es war kalt! Wir starten um 08:00 Uhr in den Anstieg Richtung Mont Thabor. Die 250 Höhenmeter und 2 KM bis zum Weggabelung reißen wir schnell ab. Hier entscheiden wir uns, die Alternativroute des Hexatrek zu gehen und entscheiden spontan auch noch den Gipfel zu besteigen. Der Weg ist einfach zu gehen. Allgemein ist der Mont Thabor ein einfach zu besteigender Gipfel. Als wir die 3.000er Höhenlinie knacken, beginnt es zu schneien. 😳
Bevor wir anfangen uns Sorgen zu machen, hört es schon wieder auf. Plötzlich taucht ein Hubschrauber auf und fliegt mit einem Affenzahn Richtung Gipfel, bleibt am Gipfel in der Luft stehen, dreht sich und lässt sich an der anderen Seite des Berges wieder runterfallen. Was war das denn?
Die Wolken liegen zwischen den Bergen und immer wieder bieten sie uns traumhafte Ausblicke. Auf den letzten Metern zieht eine Wolke hinter uns über den 3.178 Meter hohen Gipfel. In letzter Sekunde machen wir ein Foto. That’s it.
Keine Aussicht mehr, wir sind zu spät. Und das gerade heut. Es sind so viele Wolken in den Tälern und überall, dass wir wirklich beeindruckende Views gehabt hätten. Aber nein, so ist es und macht nix. Hier oben haben wir 2 Grad. Gefühlt locker -3 Grad, also schnell wieder runter. 🥶
„Runter“ bedeutet allerdings nur bis auf 3.060 Meter und dann gehen wir den alternativen Weg, der uns über nette Umwege Stunden später wieder auf den Trail bringt.
Die ersten paar hundert Meter sind recht einfach. Berg ab an einem steilen Hang aus Sand entlang. Alles ist hier nass, das scheint ein Vorteil zu sein. Kein Rutschen oder loser Sand. Sehr gut!
Das Terrain wechselt zum Blockgelände. Alles voller Steine. Boulderfields kennen wir viel vom HRP. Hier sind leider die Boulder doch recht klein und irgendwie ist es nicht sooo entspannend von Stein zu Stein zu springen. Dafür sind sie schon bunt: lila, grün, orange… Das sieht schon toll aus.
Wieder kommt der Heli mit hohem Tempo über einen Pass geflogen und fliegt wirklich krasse Manöver. Mehrfach sehen wir den Heli in der Steilwand des Mont Thabor crashen. Allerding passiert genau das Gegenteil. Mit wirklich irren Manöver fliegt der Heli im Seitwertsflug die Bergwand entlang. Wir staunen nur. Aber was ist den eigentlich los? Sehr dicht über unseren Köpfen dreht der Helikopter und verschwindet hinter dem nächsten Berg.
Wir krackseln weiter über die Steine, bis wir feststellen, dass wir dem falschen Pfad folgen. Sehr ärgerlich in diesem Gelände. Zum Glück hat es noch nicht zu Regnen begonnen!
Wir kehren also um und erreichen nach 15
Minuten wieder unseren Pfad. Laute Rufe hallen im Berg. Wir können niemanden erkennen. Langsam basteln wir uns unseren Weg über die Steinblöcke. Wir erkennen zwei Blau gekleidete Menschen, die unserem Weg folgen. Wow, die sind schnell und haben uns eingeholt. Wir erkennen offizielle Kleidung, Klettergurt, Helm, Stöcke. Die Bergrettung ist da. Sie suchen einen 80 Jahre alten Herren der gestern Abend nicht im Refuge angekommen ist. So werden wir gefragt, ob wir etwas gesehen haben, welche Kleidung der Mann getragen hat und wann er wo das letzte Mal gesehen wurde. Leider können wir nicht helfen. Die Herren von der Bergrettung enteilen so schnell wie sie gekommen sind und wir folgen, im Verhältnis zu ihnen, im Schneckentempo dem vermeintlichen Pfad im Blockgelände.
Wir erreichen die Ridge und folgen ihr eine ganze Weile, bis der eigentliche HexaTrek mit unserm Pfad am Col auf 2.840 Meter wieder zusammen kommen.
Der Helikopter fliegt ein letztes Mal seine krassen Manöver entlang der Bergketten. Wir können sehen, wie mehrer Gesichter an den Scheiben kleben und die Bergflanken absuchen. Oh Mann.
Der Abstieg vom Col zum Refuge des Drayeres 2.200 Metern war sehr schön und entspannend. Der Trail folgt hier einem grünen Tal. Am Refuge angekommen verlassen gerade zwei weitere Bergretter das Haus. Der Mann wurde bislang nicht gefunden. Er war hier an diesem Refuge am gestrigen Tage gestartet.
Wir bestellen Raviolli Gratin mit Spinat, zwei Limonaden, zwei große Kaffee. Da es angefangen hat zu regnen, drücken wir uns noch jeder ein großes Stück Brownie rein.
Wir warten eine gute Stunde, der Regen hat vorerst aufgehört und wir entscheiden weiter zu gehen.
Nach kurzer Zeit beginnt es wieder zu regen. In der Ferne donnert es, der Himmel ist schwarz. Wir gehen davon aus das, das Gewitter nicht zu uns zieht und das wird auch der Fall sein. Der Regen treibt uns an Meter zu machen und so kommen wir gut voran. Nach 1 1/2 Stunden lässt der Regen nach, bis er dann vollends aufhört.
Aktuell sind wir auf 2.500 Meter und die Berglandschdft um uns herum erhebt sich langsam aus den schwinden Wolken. Wie erwähnt, wir lieben diese Stimmung. Der Regen ist vergessen! Auf dem nächsten Kilometer treibt, typisch für diesen Tag, eine Wolke aus dem Tal hier hoch und die Sicht ist gänzlich weg. Wir erreichen les Mottets, ein paar Häuser und ein Chalet wo ein Wasserpunkt auf der Karte verzeichnet ist. Hier machen für den Abend unsere Flaschen voll.
Die Wolke hat sich mittlerweile zu echtem Nebel entwickelt, der immer dichter wird. Es geht bergauf, auf kleinen unscheinbaren Pfaden. Unsere Sicht ist mittlerweile unter 10 Meter gefallen. Navigieren wird schwer. Wir tasten uns nur noch langsam voran, da der Trail nicht klar ist.
Es ist 19:15 Uhr, unsere Sicht hat sich nochmals verschlechtert. Es ist unmöglich rechts wie links vom Trail nach einem Schlafplatz zu suchen. Wir müssen weiter gehen. Wir verpassen den Pfad und laufen geradeaus in ein Sumpf-Moos Abschnitt. Jetzt haben sich doch unsere Lone Peak 9+ so gut im Regen geschlagen und jetzt sind die Füße, Socken usw. komplett nass. Na toll! 🤦🏼
Uns bleibt nichts außer weiter gehen, bis uns der Trail ein gerades, flaches Stückchen für unser Zelt schenkt. Es ist kalt. Wir erreichen laut Karte eine flache Grasebene. Es wird Zeit den Tag zu schließen. Unsere Sicht ist bei nicht mehr als 5 Meter. Eigentlich ist es nicht mehr möglich weiter zu gehen! Wir basteln das Zelt an Ort und Stelle zusammen und verkriechen uns rein. Wir haben 20:15 Uhr, es ist nahezu dunkel und wir haben 3,5 Grad.
Schnell ist unser Single-Wall-Tent nass von innen und wir machen die Schlafsäcke zu und das Licht aus.
Es soll eine sehr kalte Nacht geben.
Wie immer hält die letzte Nacht auf dem Trail für uns Besonderheiten bereit.
Biwak auf 2.347 Meter.
➡️ 26,0 KM ⬆️ 1.594 HM ⬇️ 1.643 HMRead more



























TravelerDas war ja eine spezielle Etappe! Der Trail auf der Seite des Galibier ist ja wirklich nicht klar zu erkennen und versteckt sich immer wieder. Bei eurem Wetter eine echte Challenge!
Alex und Franzi on trailvor allem am Ende des Tages. Da ist meist zwar fokussiert aber sich schon etwas müde. Aber auch das ist, wirklich toll gewesen.
Travelerein grausames Unterfangen!
Alex und Franzi on trail😱🤗😅