• Einsiedelei Majk

    October 28, 2025 in Hungary ⋅ ☁️ 12 °C

    Der heutige Morgen beginnt mit Kaiserwetter. Ich nutze den noch frühen Morgen und laufe nochmals zur Basilika hoch und mache noch ein paar Fotos. Danach spazieren wir noch in die Stadt Esztergom und suchen uns ein Kaffee für ein kleines Frühstück.

    Kurz darauf geht die Fahrt entlang der Donau in die Gegend von Oroszlány. Ursprünglich wollten wir die Floating houses in Bokod besichtigen, leider beginnt es zu nieseln und wir verschieben dies auf Morgen. So fahren wir gleich zum Übernachtungsplatz beim Kloster Majk. Nach einer kurzen Pause beginnt das Wetter sich zu bessern und wir entscheiden uns für die Besichtigung des ehemaligen Klosters.

    Das Ticket lösen war nicht ganz einfach. Wir sprechen kein Ungarisch und am Ticketschalter wird nur ungarisch gesprochen (wie sonst auch in Ungarn, also nichts Neues). Mit Google-Translator finden wir heraus, dass der Einlass ins Kloster jede halbe Stunde ist und es sich um keine Führung handelt. Mit unseren Tickets in der Hand machen wir uns auf den Weg. Beim Eingang empfängt uns eine sehr freundliche Frau, die sehr gut englisch spricht (was für eine Seltenheit).

    Die Einsiedelei beherbergte im 18. Jahrhundert die Mönche des Kamaldulenser Ordens, die ein Schweigegelübde abgelegt haben. Zuvor haben wir von diesem Orden noch nie etwas gehört.

    Zu Beginn des 11. Jahrhunderts gründete der hl. Romuald von Camaldoli, ein Benediktiner, eine Gemeinschaft, deren Regel die mönchische Lebensform mit Traditionen des Eremitentums verbinden sollte. Aus mehreren unabhängigen Klöstern und Einsiedeleien entstand der Orden der Kamaldulenser. Die Kamaldulenser leben sowohl nach der Benediktsregel als auch den Ordensstatuten des hl. Romuald. Sie tragen einen weißen Habit, zu dem eine Kukulle gehört, und wohnen in einzelnen Zellenhäuschen mit kleinen Gärten, die von einer Klausurmauer eingefasst sind. Das Gebet, zu dem das Stundengebet gehört, das teils gemeinsam in der Kirche, teils allein in der Zelle verrichtet wird, die Arbeit und die geistliche Lesung füllen den Tag eines Kamaldulensers aus. Das ganze Leben der Kamaldulenser konzentriert sich auf die Verbindung mit Gott im Gebet und der Kontemplation.

    In Majk kamen die ersten 3 Kamaldulenser 1735 an. Nach knapp 50 Jahren wurden sie vertrieben und das Gelände wurde zuerst als Schloss benutzt, danach als Krankenhaus und dann nach Verstaatlichung Gymnasium und Arbeiterheim. Seit den 1980er Jahren ist die Einsiedelei von Majk eine Touristenattraktion. In den letzten 10 Jahren wurde die gesamte Anlage umfassend renoviert.

    Uns hat dies sehr fasziniert und ein Besuch lohnt sich!
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