• Nebelzauber in Montalcino

    February 27 in Italy ⋅ ☀️ 14 °C

    Gestern fehlte uns nach der Weindegustation schlicht die Motivation, noch hinauf ins Städtchen Montalcino zu laufen. Der Rückweg mit dem Fahrrad hatte es in sich. Also vertagen wir den Besuch – auf heute Morgen. Mit dem Wohnmobil fahren wir auf einen näher gelegenen Parkplatz, von wo aus wir das Zentrum in wenigen Minuten erreichen.

    Schon beim Betreten der Altstadt umfängt uns eine besondere Stimmung: Der Nebel hängt dicht und schwer zwischen den Häusern. Die Sonne versucht immer wieder, mit zaghaften Strahlen durchzubrechen, doch sie schafft es nicht ganz. Das Licht bleibt gedämpft, die Gassen wirken mystisch, fast ein wenig geheimnisvoll – und gerade deshalb wunderschön.

    Auf dem Wochenmarkt herrscht reges Treiben. Zwischen Marktständen, frischem Gemüse, Kleider, Taschen und lautem Stimmengewirr scheint ganz Montalcino unterwegs zu sein. An jeder Ecke wird diskutiert, gelacht, gestikuliert. Wir lassen uns treiben, beobachten, hören zu.

    Vorbei geht es an unzähligen Cantinas und Enotecas. In den Auslagen glänzt der berühmte Brunello di Montalcino. So verlockend es auch ist – wir bleiben standhaft.

    Zum Abschluss laufen wir hoch zur Fortezza di Montalcino. Normalerweise soll man von hier oben einen weiten Blick über die sanften Hügel der Toskana haben. Heute: nichts als Nebel. Die Landschaft bleibt verborgen, als wolle sie sich ihr Geheimnis bewahren.

    Unser nächstes Ziel liegt nur eine kurze Fahrt entfernt. Schon von Weitem entdecken wir den berühmten Zypressenkreis – eines der meistfotografierten Motive der Region. Andreas hält an, Yvonne steigt aus und läuft zum kleinen Zypressenwald und -kreis. Ein Anblick, den man aus Kalendern und Bildbänden kennt – und nun stehen wir selbst davor. Ein weiterer besonderer Moment auf unserer Reise.

    Am Nachmittag erreichen wir Pienza, unseren Übernachtungsort für die nächsten zwei Nächte. Das kleine Renaissance-Städtchen empfängt uns mit seinem ganz eigenen Charme. Heute erkunden wir die Gassen, morgen vielleicht eine Wanderung durch die umliegende Hügellandschaft.

    Kein fixer Plan. Kein Zeitdruck.
    Einfach treiben lassen.
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