• Das Manhattan des Mittelalters

    5 mars, Italie ⋅ ☁️ 17 °C

    Was wäre eine Toskana-Reise ohne das heutige Etappenziel – San Gimignano? Irgendetwas würde einfach fehlen. Obwohl wir das Städtchen bereits zweimal besucht haben, zieht es uns wieder hierher.

    Heute steht nur eine kurze Etappe auf dem Programm: gerade einmal rund 20 Kilometer bis nach San Gimignano. In der Toskana liegen die Ziele oft erstaunlich nahe beieinander. Unterwegs füllen wir noch Gas und Diesel in unser Johneli. An den Tankstellen herrscht im Moment grosser Andrang. Niemand weiss so genau, wie sich die Preise in den nächsten Tagen entwickeln werden. Wir bleiben ruhig, haben aber beschlossen, künftig spätestens bei halbvollem Tank nachzutanken. Keine Panik – nur etwas Vorsicht.

    Der Wohnmobilparkplatz von San Gimignano liegt etwas ausserhalb der Stadt. Praktisch ist jedoch, dass der Bus ins Zentrum bereits in der Parkgebühr inbegriffen ist. Und diese Busfahrt hat es in sich – die Strecke wird rasant zurückgelegt und ist fast schon ein kleines Erlebnis für sich.

    Im Dorf angekommen schlendern wir gemütlich entlang der Hauptstrasse. Unsere Blicke wandern immer wieder in die unzähligen kleinen Läden mit allerlei Leckereien. Schnell merkt man: Hier ist ein echter Hotspot. Alle Geschäfte sind geöffnet und in den Gassen tummeln sich viele Menschen auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Ja, San Gimignano ist wunderschön und definitiv einen Besuch wert – auch wenn wir finden, dass es in der Toskana durchaus schönere Orte gibt.

    San Gimignano wird nicht umsonst das „Manhattan des Mittelalters“ genannt. Heute stehen noch 13 der ursprünglichen Geschlechtertürme. Im Mittelalter sollen es einmal bis zu 65 oder sogar über 70 gewesen sein, die das Stadtbild prägten. Damals versuchten sich die wohlhabenden Familien gegenseitig mit immer höheren Türmen zu übertrumpfen, auch wenn darin kein besonders komfortables Leben möglich war.

    In einer kleinen Seitengasse entdecken wir ein gemütliches Restaurant und entscheiden uns spontan für ein kleines Mittagessen.

    Gut gestärkt schlendern wir anschliessend weiter durch die Gassen bis zur berühmten Gelateria Dondoli, wo wir uns natürlich noch ein Eis gönnen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: 14 Euro für zwei Cornetti mit Eis. Nicht gerade günstig – aber wirklich lecker. Danke Caro für den Tipp!

    Der Bus zurück zum Parkplatz fährt uns leider direkt vor der Nase davon. Eine Stunde auf den nächsten warten? Darauf haben wir keine Lust. Also machen wir uns zu Fuss auf den Rückweg. Der Spaziergang lohnt sich, denn unterwegs eröffnet sich uns noch einmal ein wunderschöner Blick auf die Türme von San Gimignano – ein perfekter Abschluss für unseren Besuch.

    Und schon sind wir wieder unterwegs zu unserem morgigen „Termin“.
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