• Vom Königsschloss zum Aussichtsturm

    April 2 in Poland ⋅ ☁️ 9 °C

    Nach unserem gestrigen Stadttag stand heute wieder das Ländliche auf dem Programm. Die Nacht auf unserem Übernachtungsplatz war herrlich ruhig – wir haben tief und erholsam geschlafen. Bevor wir weiterfahren, unternehmen wir noch einen gemütlichen Spaziergang durch das Dorf.

    Niepołomice blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins Mittelalter reicht. Besonders prägend ist das im 14. Jahrhundert erbaute Schloss, das einst unter König Kasimir dem Großen entstand. Nicht umsonst wurde es als „zweites Wawel“ bezeichnet – ein Ort, an dem polnische Könige jagten und residierten.

    Unser Rundgang führt uns zunächst durch einen gepflegten Park mit Reitanlagen, dann weiter über den Marktplatz zur Kirche und schließlich zurück zum ehemaligen Königsschloss. Heute beherbergt es ein Museum, ein Hotel und ein Restaurant. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich auf jeden Fall – die Atmosphäre dort ist besonders.

    Was uns immer wieder auffällt: die unglaubliche Sauberkeit. Kein Müll, keine Zigarettenstummel, nicht einmal ein Stück Papier liegt herum. Alles wirkt gepflegt und mit Liebe erhalten.

    Unser Tagesziel liegt heute nur etwa 50 Kilometer entfernt: ein Aussichtsturm in ländlicher Umgebung. Ob wir mit dem Wohnmobil bis dorthin fahren können? Die Antwort ist: ja! Die Anfahrt hat es mit einer Steigung von 16 % zwar in sich, aber unser Wohnmobil meistert auch diese Herausforderung problemlos. Oben angekommen, können wir direkt am Turm parken.

    Bevor wir uns an den Aufstieg machen, steht erst einmal eine Innenreinigung an. Der Matsch der letzten Tage hat sich auch im Wohnmobil bemerkbar gemacht. Also: Staubsauger raus, Lappen in die Hand – und los geht’s. Schnell ist wieder alles sauber und gemütlich.

    Dann geht es die rund 120 Stufen hinauf auf den etwa 25 Meter hohen Aussichtsturm. Oben angekommen werden wir mit einem weiten Blick über die Landschaft belohnt – auch wenn die Sicht heute etwas diesig ist.

    In der Nähe entdecken wir eine kleine Kapelle sowie eine Figur der heiligen Anna, unter der sich eine Quelle befindet, versteckt im Wald. Ihr wird eine heilende, fast wundersame Wirkung nachgesagt, und sie wird von Pilgern verehrt. Wieder einmal kreuzt sich unser Weg mit dem Jakobsweg – ein schöner Zufall.

    Auf dem Hügel selbst finden sich außerdem Reste eines alten Burgwalls. Es handelt sich dabei nicht um eine klassische Burg, sondern um eine frühmittelalterliche befestigte Siedlung. Heute sind nur noch Erdwälle zu erkennen – keine Mauern, keine Türme. Und doch erzählt der Ort seine eigene Geschichte.

    Am Ende des Tages bleibt einmal mehr die Erkenntnis:
    Wer die Augen offen hält, entdeckt auch abseits der bekannten Wege wunderschöne und überraschende Orte – selbst dort, wo man es am wenigsten erwartet.
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