• Unterwegs rund um Łańcut

    April 4 in Poland ⋅ ☁️ 14 °C

    Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein – genau die Art von Morgen, die Lust macht, draußen unterwegs zu sein. Nach einem kleinen Frühstück und einer schnell gestarteten Waschmaschine schwingen wir uns aufs Fahrrad. Unser Ziel: das beeindruckende Schloss Łańcut.

    Das Schloss Łańcut gehört zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen aristokratischen Residenzen in Polen und beeindruckt heute Besucher mit seiner prachtvollen Architektur, den reich ausgestatteten Innenräumen und einer weitläufigen Parkanlage. Das heutige Schloss entstand erst im 17. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, vor allem zwischen den einflussreichen Familien Lubomirski und Potocki, die das Schloss bis 1944 bewohnten. Besonders im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erhielt das Schloss sein heutiges Erscheinungsbild. Die Innenräume des Schlosses zählen zu den schönsten in Polen. Besucher finden hier: prächtige Ballsäle, kunstvoll dekorierte Salons im Barock- und Rokoko-Stil, eine große Kunst- und Möbelsammlung und historische Kutschen (eine der größten Sammlungen Europas). Leider ist das gesamte Schloss heute nicht geöffnet, nur die Parkanlage ist begehbar. So machen wir einen kleinen Spaziergang durch den wunderschön angelegten Park.

    Weiter führt unsere Radtour durch unzählige kleine Dörfer in den Wald. Wie herrlich es nach frisch geschlagenem Holz riecht. Gefühlt alle 300 Meter wechselt der Wald sein Gesicht. Mal sind nur Laubbäume, dann wieder nur Nadelgehölze, dann gemischter Wald, er wechselt sich ab von licht bis dunkel und eng. Die Wege sind sehr gut befahrbar und immer wieder gelangt man an einer Lichtung an eine Waldkapelle oder Verehrungsstätten wie Kreuze oder Bilder. Auch finden wir unterwegs zwei Kirchen, die wir heute nur von Aussen anschauen, da wir die Gläubigen heute nicht stören möchten.

    Unsere Tour fällt in die Osterzeit – und damit in eine der schönsten Traditionen Polens: die Święconka.

    Am Karsamstag bringen Familien einen kunstvoll geschmückten Korb in die Kirche, um die Speisen segnen zu lassen. Jeder Inhalt hat dabei eine tiefere Bedeutung:

    🥚 Eier: Symbol für Leben und Auferstehung, oft bunt bemalt oder verziert
    🍞 Brot: steht für den Leib Christi und das tägliche Leben
    🥩 Wurst oder Schinken: Symbol für Wohlstand und Freude nach der Fastenzeit
    🧂 Salz: Zeichen für Reinheit und Schutz vor Verderben
    🌶️ Meerrettich: Symbolisiert die Bitterkeit des Leidens Jesu, aber auch Kraft
    🧈 Butter (oft als Lamm geformt): häufig als kleines Lamm - Symbol für Christus
    🍰 Kuchen (z. B. Babka): steht für Freude und Festlichkeit
    🌿 Zweige (z. B. Buchsbaum): Symbol für Leben und Hoffnung

    Der Korb wird meist mit einer weißen Serviette bedeckt und liebevoll dekoriert. Nach der Segnung werden die Speisen am Ostersonntag gemeinsam gegessen – oft als erstes Festessen nach der Fastenzeit.

    https://www.komoot.com/tour/2862482926?ref=itd&…
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