• Zwischen Kloster, Wind und weitem Land

    April 16 in Poland ⋅ ⛅ 11 °C

    Wir haben auf unserem Übernachtungsplatz einfach himmlisch geschlafen – so gut, dass wir tatsächlich früher wach sind als sonst. Also nichts wie raus zu einem kleinen Morgenspaziergang. Und der hat es direkt in sich: Wir begegnen einem Pferd… und einem Mann, der auf einem alten Pneu sitzt und sich vom Pferd ziehen lässt. Was für ein Anblick! Wir müssen ziemlich schmunzeln – so beginnt der Tag doch perfekt.

    Bei der Abfahrt entscheiden wir uns spontan, noch einen Abstecher zum Kloster in Supraśl zu machen. Früher war dieser Ort eines der wichtigsten Zentren der orthodoxen Kultur, mit einer großen Bibliothek und sogar einer eigenen Druckerei. Heute gibt es dazu auch ein Museum, und außerdem beherbergt das Kloster eines der bedeutendsten Ikonenmuseen Polens.

    Leider bleibt es für uns bei einem Blick von außen. Die Führungen finden nur auf Polnisch statt, starten immer zur vollen Stunde und dauern bis zu eineinhalb Stunden – und ehrlich gesagt: So motiviert sind wir dann doch nicht, uns das komplett in einer Sprache anzuhören, die wir nicht verstehen.

    Also geht’s weiter – durch kleine Dörfer, dichte Wälder und weite Landschaften. Und die verändern sich langsam: Die Felder werden größer, die Höfe weitläufiger. Unser Ziel für heute: ein Übernachtungsplatz direkt an einem Freilichtmuseum. Dumm nur, dass es noch geschlossen ist – die Saison startet erst am 1. Mai.

    Trotzdem lohnt sich der Stopp. Schon von außen wirkt die Anlage richtig beeindruckend, fast ein bisschen wie eine Mischung aus Burg und Pfahlbauten. In der Saison wird hier traditionelles Handwerk gezeigt, man kann alte Bräuche erleben und es wird das Leben vergangener Zeiten lebendig gemacht. Besonders praktisch: Direkt am Parkplatz gibt es zwei kostenlose Stellplätze für Wohnmobile. Mit Strom und Toiletten – zumindest, wenn geöffnet ist.

    Das Wetter meint es heute richtig gut mit uns: sonnig, frisch, ein bisschen windig – genau richtig für einen Spaziergang. Also schnüren wir nochmal die Schuhe und erkunden die Umgebung. Es geht durch einen kleinen Weiler, vorbei an einer alten Mühle, bis hin zu einem See – und schließlich wieder zurück.

    Unterwegs entdecken wir sogar ein Feld mit roten Johannisbeeren, die schon ersten Fruchtansätze tragen. Ein kleines Highlight am Wegesrand.

    Am Ende stehen knapp 9 Kilometer und rund 13.000 Schritte auf der Uhr. Zurück am Wohnmobil genießen wir die Sonne – allerdings lieber von drinnen. Draußen ist es dann doch etwas zu windig. Aber mit Blick nach draußen und der Wärme im Gesicht lässt es sich auch so wunderbar entspannen.
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