Auf zur Kurischen Nehrung
April 28 in Lithuania ⋅ 🌬 5 °C
Gestern haben wir endgültig beschlossen: Wenn das Wetter hält, fahren wir zur Kurische Nehrung. Diese einzigartige, schmale Landzunge an der Ostsee trennt das Kurische Haff von der offenen See und gehört teils zu Litauen, teils zu Russland (Kaliningrader Gebiet).
Vor uns liegen allerdings erst einmal rund 220 Kilometer. Die Strecke ist eher unspektakulär – perfekt, um noch alles zu erledigen: Diesel und Gas tanken, Frischwasser auffüllen und den Kühlschrank für die nächsten Tage bestücken.
Von Klaipėda aus setzen wir schließlich mit der Fähre über. Die Überfahrt ist kurz, kostet aber stolze 47 Euro. Und auch die Weiterfahrt auf der Nehrung selbst ist gebührenpflichtig: außerhalb der Saison 20 Euro, in der Hauptsaison sogar 50 Euro für Wohnmobile. Kein Wunder, dass wir kurz gezögert haben – aber bei diesem Wetter lohnt es sich.
Kaum angekommen, empfangen uns die typischen Kiefernwälder. Immer wieder blitzt das Haff durch die Bäume, während uns der Blick auf die Ostsee zunächst verborgen bleibt. Wir befinden uns mitten in einem Nationalpark, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Freies Übernachten ist hier streng verboten – also steuern wir den Campingplatz in Nida an, nur etwa 2,4 Kilometer Luftlinie von der russischen Grenze entfernt.
Ganz in der Nähe liegt die beeindruckende Parnidis-Düne – unser Ziel für den späten Nachmittag. Die etwa 50 bis 60 Meter hohe Wanderdüne bietet einen der schönsten Ausblicke der Region: Auf der einen Seite das Kurische Haff, auf der anderen die Ostsee. Und tatsächlich – wir können sogar bis nach Russland blicken. Ein besonderer Moment, so nah an der Grenze zu stehen.
Die Düne besteht fast vollständig aus hellem Quarzsand, dessen feine Körnung ihr die charakteristische helle Farbe verleiht. Ständige Westwinde verschieben sie jedes Jahr um bis zu mehrere Meter ostwärts. Sie ist Teil eines Systems sogenannter „weißer Dünen“, das sich über die gesamte Nehrung erstreckt.
Die Parnidis-Düne steht sinnbildlich für das empfindliche Gleichgewicht zwischen Natur und menschlicher Nutzung. Sie ist nicht nur ein geologisches Highlight, sondern auch ein kulturelles Wahrzeichen Litauens – streng geschützt und zugleich faszinierend zu erleben.
Die restlichen Highlights heben wir uns für morgen auf. Dann wollen wir die Gegend mit dem Fahrrad erkunden – und noch tiefer in diese besondere Landschaft eintauchen.Read more


























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🤩
M + M auf Reisen
Jean-Paul Sartre. 1965, 10 Jahre nach Thomas Manns Tod, lichtete der litauische Fotograf Antanas Sutkus den französischen Philosophen und Autoren Jean-Paul Sartre bei seinen Streifzügen über die Dünen Nidas ab. Auf Grundlage dieses Fotos entstand diese Skulptur in der Düne.
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Sehr schön👍🥰