Berg der Kreuze
April 27 in Lithuania ⋅ 🌬 8 °C
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen eines kleinen Umwegs – unser Ziel ist der Berg der Kreuze. Bei strahlendem Sonnenschein geht es früh los. Rund 110 Kilometer liegen vor uns – eine angenehme Strecke, die wir ganz entspannt angehen können.
Geschichte des Berges der Kreuze:
Der genaue Beginn ist unbekannt. Erste schriftliche Hinweise stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine überlieferte Geschichte berichtet von einem Dorfbewohner, der nach schwerer Krankheit im Jahr 1847 ein Kreuz errichtete, nachdem er Gott ein Gelübde gegeben hatte. Solche persönlichen Opfergaben waren typisch für die religiöse Praxis der Region.
Nach den gescheiterten Aufständen gegen das Russische Reich – insbesondere dem Novemberaufstand und dem Januaraufstand – bekam der Hügel eine neue Bedeutung: Kreuze wurden als Zeichen der Trauer, des Widerstands und der Erinnerung an die Gefallenen errichtet.
Während der sowjetischen Besatzung wurde der Berg der Kreuze zu einem „loco non grata“, einem unerwünschten Ort. Am 5. April 1961 fand die erste Aktion zur Zerstörung des Berges statt, nach der kein einziges Kreuz mehr dort stand. Doch schon bald wuchs die Zahl der Kreuze rasant wieder an, so dass ihr Erscheinen durch die wiederholten Zerstörungen in den Jahren 1973, 1974 und 1975 nicht überschattet werden konnte.
Die Situation auf dem Berg der Kreuze veränderte sich grundlegend 1988 mit dem Beginn der Unabhängigkeitsbewegung in Litauen. Heute zählt der Berg wieder etwa 100.000 Kreuze.
Am 7. September 1993 besuchte Papst Johannes Paul II. den Berg der Kreuze. Dank seines Besuchs wurde der Berg der Kreuze in der gesamten christlichen Welt bekannt.
Der Berg der Kreuze ist heute:
- ein Pilgerort
- ein Symbol für Glauben und Hoffnung
- ein Denkmal für nationale Identität und Widerstand
Er verbindet persönliche Schicksale mit der Geschichte Litauens und ist eines der eindrucksvollsten religiösen Wahrzeichen Europas.
Leider hat sich dieser Ort mittlerweile zu einem echten Touristenmagneten entwickelt. Schon bei unserer Ankunft war klar: Wir sind nicht allein. Neben einem weiteren Wohnmobil standen gleich fünf Reisebusse auf dem Parkplatz – entsprechend trubelig ging es zu.
Die sonst so besondere Atmosphäre wollte sich bei all dem Andrang einfach nicht einstellen. Statt Ruhe und Entdecken fühlte es sich eher nach Hektik an, fast so, als würde man nur noch „durchgeschleust“. Offenbar sind wir große Menschenmengen einfach nicht mehr gewohnt.
Auch die Parkplatzgebühren trugen nicht gerade zur Entspannung bei: 5 Euro pro Stunde sind schon eine Ansage – da überlegt man sich gut, wie lange man bleiben möchte.
Also haben wir kurzerhand beschlossen, weiterzufahren. Ein ruhiger Übernachtungsplatz in der näheren Umgebung klang einfach verlockender. Den restlichen Nachmittag lassen wir entspannt ausklingen – mehr steht heute nicht mehr auf dem Plan.Read more























Traveler
Suchen die keine Köchin?🤣🤣🤣 Spass bei Seite. Nein sehr eindrücklicher Ort, wenn man denkt nach so vielen Zerstörungen.
TravelerWir waren 2018 dort und sind fast alleine gewesen …Schade das es sich zu so einem Touristen Spott entwickelt hat. Wir fanden es damals faszinierend aber auch einwenig skurril !