• Skulpturenpark Parikkala

    May 24 in Finland ⋅ ☁️ 17 °C

    Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht machen wir uns früh auf den Weg. Das erste Etappenziel liegt nur knapp zehn Kilometer entfernt – und ist definitiv kein Ort, den man so schnell vergisst: der Parikkala Skulpturen Park.

    Er liegt ganz in der Nähe der russischen Grenze. Geschaffen wurde er vom Künstler Veijo Rönkkönen, der hier über fast 50 Jahre hinweg in seinem eigenen Garten eine völlig eigene Welt erschuf.

    Heute stehen rund 560 Betonskulpturen auf dem Gelände – viele lebensgroß, manche skurril, andere fast schon verstörend. Besonders bekannt ist die Gruppe von mehr als 200 Yoga-Figuren, inspiriert von Rönkkönens eigener Yoga-Praxis.

    Eigentlich sind wir keine großen Skulpturenfans – doch dieser Ort hat uns sofort gepackt. Irgendwo zwischen faszinierend und ziemlich „creepy“. Die teils bizarren Gesichtsausdrücke, verwitterten Figuren und sogar echte Zahnprothesen in manchen Skulpturen sorgen für eine Atmosphäre, die gleichzeitig kurios und leicht unheimlich wirkt. Genau diese Mischung macht den Park aber so besonders.

    Fast noch spannender als der Ort selbst ist die Geschichte seines Schöpfers. Rönkkönen war kein klassisch ausgebildeter Künstler, sondern Autodidakt und Vertreter der finnischen ITE-Kunst („itse tehty elämä“ – übersetzt etwa „selbstgemachtes Leben“), einer Form von Outsider Art oder Volkskunst. Hauptberuflich arbeitete er in einer Papierfabrik im nahegelegenen Simpele – seine Kunst entstand über Jahrzehnte hinweg nach Feierabend, Stück für Stück, direkt in seinem Garten.

    Er galt als extrem zurückgezogen und scheu, reiste kaum und sprach wenig über sich selbst. Manche sehen in diesem Skulpturenpark seine ganz persönliche Art, mit der Welt in Kontakt zu treten: Statt selbst hinauszugehen, ließ er die Menschen zu sich kommen.

    Falls ihr in dieser Region Finnlands unterwegs seid, können wir euch einen Zwischenstopp hier definitiv empfehlen. Der Park ist außergewöhnlich, etwas schräg und bleibt garantiert in Erinnerung – ganz egal zu welcher Jahreszeit.
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