Ans Ende von Norwegen
June 13 in Norway ⋅ 🌬 14 °C
Nach einem verregneten Abend gestern und einer erstaunlich ruhigen Nacht freuen wir uns heute besonders auf unser Tagesziel: Es geht ans Ende Norwegens – nach Grense Jakobselv.
Grense Jakobselv gilt als der östlichste bewohnte Ort Norwegens und liegt tatsächlich weiter östlich als Istanbul. Gleichzeitig ist dies der östlichste Punkt des norwegischen Festlands, den man mit dem Wohnmobil erreichen kann. Entsprechend gespannt sind wir – und hoffen natürlich, einen der begehrten Parkplätze direkt am Meer zu ergattern.
Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Zunächst erreichen wir den Grenzübergang zwischen Norwegen und Russland und beobachten eine Weile, wie Autos die Grenze passieren. Es ist der einzige legale Grenzübergang zwischen beiden Ländern – ein seltsames Gefühl, hier mitten im hohen Norden an einem so geopolitisch besonderen Ort zu stehen.
Weiter geht es entlang kleiner Fjorde, vorbei an rauer Landschaft und immer wieder mit fantastischen Ausblicken auf Meer, Berge und Weite. Überall entdecken wir kleine Häuser, die offenbar als Wochenendhäuschen genutzt werden – vor vielen Einfahrten stehen Autos, obwohl die Gegend sonst fast menschenleer wirkt. Und tatsächlich: An einigen Stellen liegt sogar noch Schnee vom vergangenen Winter.
Die Strasse ist überraschend gut befahrbar. Es gibt nur wenige Schlaglöcher, dafür aber immer wieder einspurige Abschnitte mit Ausweichstellen. Die letzten zehn Kilometer verwandeln sich schließlich in eine gut ausgebaute Schotterpiste – passend zum Gefühl, immer weiter ans Ende der Welt zu fahren.
Die letzten Kilometer verlaufen direkt entlang der Jakobselva, dem Grenzfluss zu Russland, der schließlich in die Barentssee mündet. Kurz vor unserem Ziel taucht plötzlich die kleine Kapelle auf – eigentlich eher ein Grenzsymbol als eine Dorfkirche. Die Kapelle zu Ehren von König Oscar II. wurde bereits 1869 aus lokalem Naturstein erbaut und steht nur rund 500 Meter von der russischen Grenze entfernt. Klein, schlicht und irgendwie perfekt passend zu dieser abgelegenen Landschaft.
Und dann haben wir tatsächlich Glück: Ein Parkplatz direkt in erster Meereslinie wird frei – besser geht es kaum. Der Wind bläst kräftig, fast schon stürmisch, aber das gehört hier irgendwie dazu. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, zur Kapelle zu spazieren, die Klippen zu erkunden und auch den Strand zu besuchen. Das Wetter passt perfekt – rau, wild und gleichzeitig unglaublich schön.
Ein Ort, der sich wirklich anfühlt wie das Ende Europas.Read more



























Traveler
Sehr schöne Kirche 👍
TravelerWunderschöne und eindrückliche Gegend und Natur!
TravelerWunderbare Ausblicke…