• Bugøynes - Finnland trifft auf Norwegen

    June 14 in Norway ⋅ 🌬 7 °C

    Gestern Abend hatten wir noch richtig Glück: Direkt vor uns zeigten sich Schweinswale und sogar Delfine. Eine ganze Weile konnten wir die Tiere beobachten, wie sie immer wieder aus dem Wasser auftauchten. Was für ein perfekter Abschluss des Tages – solche Momente bleiben einfach in Erinnerung.

    Die Nacht danach war herrlich ruhig. Kein Wind, der am Wohnmobil rüttelte, kein Regen auf dem Dach – wir haben tief und fest geschlafen. Nach all den Eindrücken tat diese Ruhe richtig gut.

    Heute haben wir etwas Strecke vor uns: 150 Kilometer. Klingt zunächst nicht viel, doch hier oben in Norwegen ticken die Uhren anders. Luftlinie wären es gerade einmal 50 Kilometer, aber eine Fähre gibt es nicht. Also führt der Weg in grossen Bögen entlang der Fjorde.

    Bevor es losgeht, machen wir noch einen letzten Stopp auf dem Wohnmobilstellplatz in Kirkenes direkt am Schiffsanleger. Die Ent- und Versorgungsstation ist top – sehr guter Wasserdruck, unser Tank ist schnell gefüllt, und das Ganze auch noch kostenlos. So etwas erlebt man gerne. Danke dafür!

    Die Strassen sind heute kurvig und oft eng, immer wieder schmiegen sie sich an die Fjorde. Hinter jeder Kurve öffnet sich ein neuer Blick auf das Wasser, die Berge und die raue Landschaft. Das Wetter zeigt sich allerdings eher nordisch-grau. Wenigstens bleibt es trocken, auch wenn die Aussichten für die nächsten Tage nicht gerade vielversprechend sind.

    Unser Ziel für die nächsten zwei Tage heißt Bugøynes – ein winziges Fischerdorf in Finnmark am Varangerfjord, weit oberhalb des Polarkreises und nahe der finnischen Grenze. Gerade einmal rund 200 Menschen leben hier. Wegen der vielen finnischen Wurzeln seiner Bewohner wird der Ort oft auch „Little Finnland“ genannt. Die finnische Kultur ist bis heute spürbar.

    Früher war Bugøynes fast nur per Boot erreichbar, erst seit 1962 gibt es eine Strassenverbindung. Schon die Anfahrt fühlt sich ein wenig wie eine Reise ans Ende der Welt an: windige Küstenlandschaften, kaum Bäume und mit etwas Glück sogar Rentiere am Straßenrand.

    Besonders spannend: Bugøynes gehört zu den wenigen Orten in Finnmark, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden. Deshalb stehen hier noch einige historische Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die dem Dorf seinen besonderen Charakter verleihen.

    Bekannt ist in Bugøynes ausserdem für die riesigen roten Königskrabben aus der Barentssee. Morgen wollen wir diesen beeindruckenden Tieren etwas näherkommen – wir sind gespannt.

    Und dann gibt es hier tatsächlich auch noch einen kleinen Strand. Ja, richtig gelesen: Strand. Manche gehen hier sogar im Nordmeer baden. Als wir auf dem Stellplatz ankamen, wagte tatsächlich jemand ein Bad im eiskalten Varangerfjord. Uns hat schon das Zuschauen gereicht.
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