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  • Day 39

    jugendlicher Elan vs. erfahrene Weisheit

    October 11, 2018 in Indonesia ⋅ 🌧 24 °C

    Der zweite Tag in Medan begann doch eher bescheiden. Da wir nicht bereit waren 80.000 IDR für das Frühstück zu bezahlen, ziehen wir auf eigene Faust los um Brötchen und Kaffee zu holen. Das mit dem Brötchen klappt wie geplant, schliesslich gibt es hier überall Bakery-Stores (bei uns währen es zwar eher Konditoreien, aber etwas Schokolade zum Frühstück passt schon). Der Kaffee ist schon eher ein Problem und so kehren wir nach 20min rumirren ins Hostel zurück und bestellen hier einen Kaffee, der dann nochmals 10min auf sich warten lässt, in denen es schliesslich noch zu regnen beginnt 🙈

    Normalerweise wäre der Tag damit eher zum Vergessen deklariert worden. Das sollte sich jedoch schon bald ändern.

    Nach dem wir unsere Weiterreise für morgen fertig geplant haben, ist uns nach Bewegung - Scheiss auf den Regen, den gibts bei uns auch.

    Also schnappten wir uns ein Tuk-Tuk (hier auf Sumatra ein Motorrad mit überdachtem Seitenwagen für zwei [wenn die sich lieb haben]) und fuhren zur Grand Mosque von Medan und dem Sultanspalast gleich daneben.

    Kaum angekommen, werden wir aus einer Schülergruppe heraus angerufen für ein Foto. Zuerst wussten wir gar nicht wer uns fragte, da alle sich nervös wegdrehten und nur verstohlen immer wieder zu uns zurück schauten. Beim zweiten Mal wurde es aber offensichtlich. Die Schülerin lief uns nach und begann direkt ein Gespräch auf englisch mit uns, sogar die Lehrerin wirkte erstaunt.
    Natürlich standen wir Rede und Antwort und auch zum Foto sagten wir nicht nein.

    Damit schien der Bann für den Rest des Tages gebrochen zu sein. Beim Palast wie auch bei der Mosche kamem immer neue Leute, sprachen uns (angepasst an ihre Englisch- und unsere Indonesischkenntnisse) an uns fragten nach einem Foto.
    Im Frauenteil der Mosche wurde Annatina von einer fast komplett verhüllten Frau ausgefragt, ob sie Muslimin sei und wie sie und die Schweiz zum Islam stünden. Allgemein wurde von unseren jüngeren Gesprächpartner viel Betonung auf die Friedfertigkeit und die Toleranz gelegt, welche die Kulturen in Indonesien einander entgegenbringen.

    Mal wieder positiv beeindruckt von der freundlichen Offenheit der meisten Indonesier suchten wir uns etwas zum Mittagessen.
    Im Warung unserer Wahl durften wir das Essen gleich selbst auf den Teller stappeln, da wir wegen der Sprachbarriere nicht wirklich bestellen konnten.

    Bis zum Abend verbrachten wir umsere Zeit mit Wäsche abholen, vorpacken, einkaufen und rumhängen.

    Nach dem Abendessen schauen wir versprochen bei Hans dem sprachbegabten Local von Gestern vorbei und meine Güte war das Gespräch cool:

    Hans ist in seinen 59 Jahren bereits ziemlich herumgekommen. Er spricht englisch, französisch, italienisch, etwas deutsch, spanisch und chinesisch und kennt die wichtigsten Vokabeln aller Länder unserer restlichen Südostasien Reise.
    Wegen seiner ehemaligen Arbeit als Reiseführer kann er uns aus dem Gedächtnis genau beschreiben, wie wir unsere provisorische Reiseroute auf Sumatra am besten und am günstigsten bewältigen können (inklusive Bus-Nr/Name, Preis, Abfahrtsort und Fahrdauer).
    Er arbeitet inzwischen nicht mehr irgendwo festangestellt. Stattdessen erteilt er Jugendlichen aus ärmeren Familien unterricht in den Sprachen die er beherrscht (So auch der Tochter des Parkguys von Gesternabend).
    Mit ihm sprechen wir über das politishe System in Indonesien und erfahren, dass es doch nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen ist zwischen den Kulturen (allen voran den Christen und Muslimen). Wir erfahren ebenfalls seine Meinung zur Schulbildung in Indonesien und erzählen ihm wie es bei uns abläuft.

    Der Abend verfliegt und am Ende schlendern wir gemütlich zu unseren Betten, Stephan mit einem etwas erschöpften Kopf, wegen all der Infos und der Unterhaltung in allen möglichen Fremdsprachen, Annatina völlig erwacht und glücklich, sich einmal mehr am Wissen von Locals bereichern zu können (eben doch eine gute Studentin 🎓).
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