• Ein "entspannter" Tag

    September 11, 2024 in Spain ⋅ ☀️ 22 °C

    Eine einigermaßen erholsame Nachtruhe geht zuende, als Max auf Zehenspitzen durch mein Schlafzimmer ins Bad geht. Zugegeben, er hat sich bemüht. ;-) Und als er wieder raus kommt, ist es auch schon sieben Uhr, so spät! Obwohl ich mich schon noch gern ein oder zwei Mal umgedreht hätte, wird nicht lange gefackelt; bis Max gefrühstückt hat, bin ich auch startklar.

    Wir sind uns einig, dass wir jetzt am ersten "richtigen" Urlaubstag nicht gleich mit einer großen Wanderung starten - stattdessen wollen wir entspannt ein wenig ins Blaue hinein Richtung Norden erkunden, wo uns unsere Nasen hin verschlagen. So viel zum Plan....

    Durch unseren "Heimatort" Tijarafe fahren wir erst einmal direkt durch bis Puntagorda, der nächsten Stadt nördlich. Wir laufen ein wenig durch den Ortskern, so klein er ist. Eigentlich, so stellen wir im Tagesverlauf fest, hat kaum ein Ort hier so richtig ein Zentrum, sondern ist eher zersiedelt. Es gibt einen netten Aussichtspunkt mit astronomischem Hinweis zum Polarstern, das finden wir später noch häufiger. Und eine nette kleine Tapas-Bar, die geöffnet hat - gerade rechtzeitig für mein Frühstück! Tapas von "carne con mojo" und Tortilla schmecken super, sättigen gut, dazu Kaffee für mich und Colakao für Max, das ganze für acht (!) Euro - perfekt! Da will ich noch öfter hin!

    Weiter nach Norden führt unser Weg. In Las Tricias sehen wir die erste alte Windmühle mit angeschlossenem Gofio-Museum. Wollen wir uns auf jeden Fall anschauen, auch wenn wir nicht wissen, was "Gofio" ist. Eigentlich hatte ich an einen Maler oder so gedacht; weil ich vergessen hatte, was ich im Reiseführer schon gelesen hatte: Gofio ist ein Mehl aus geröstetem Getreide oder Hülsenfrüchten oder auch einer Mischung, das eine Spezialität La Palmas ist. Muss ich unbedingt mal ausprobieren, hoffentlich wird es mal irgendwo angeboten. Das Museum ist klein und sehr liebevoll gemacht, empfehlenswert.

    Nächster Ort ist dann schon Santo Domingo de la Garafia an der Nordküste. Da treffen wir am Ortseingang auf die nächsten Überreste einer Windmühle, nicht sonderlich gepflegt, also nichts neues. Aber dahinter verläuft ein Fußweg hinunter zum Hafen, das klingt machbar, nur etwa 300 Höhenmeter. Ein wenig kürzen wir ab und fahren noch zum Friedhof, der etwas tiefer liegt. Abwärts läuft es sich echt entspannt mit meinen Zehenschuhen, bin sehr zufrieden. Wir steigen weiter hinunter als bis zum Aussichtspunkt, fast wirklich bis auf Meereshöhe. Etliche der abgelegenen Häuschen dort unten sind renoviert, teils bewohnt, teils zeitweise wohl sogar als Kioske in Betrieb. Hübsch!

    Ganz zum Wasser gehen wir nicht runter, schließlich muss jeder Meter auch wieder nach oben gegangen werden. Nun ja, wenig überraschenderweise komme ich da schon ins Schnaufen und Schwitzen, aber es ist machbar, braucht gar nicht sehr viele Pausen, vielversprechend. Aber auch schön in der Sonne, das zeigt sich dann später durch gesunde Rotfärbungen...

    Solche Bewegung macht hungrig, da es jetzt erst zwei Uhr ist, wollen wir noch kein großes Essen einlegen. Weiter geht's gen Norden, die nächste Ortschaft ist Santo Domingo de Garafía. Dort werden wir nicht enttäuscht, obwohl das erste Café geschlossen ist und der Spar uns die Tür vor der Nase zusperrt. Die freundliche Verkäuferin weist uns den Weg zu einem Café am Dorfplatz, das geöffnet hat. Es gibt kalten Colakao (löst sich eher schlecht) bei starkem Wind (der mir sogar den Kaba vom Löffel in die Hand pustet) und Wassereis mit Schokogeschmack, auch mal was Neues (aber nichts Besonderes ;-) ).

    Dergestalt gestärkt fahren wir noch ein Stückchen weiter nach Norden in den Weiler El Tablado, der malerisch auf einem Bergrücken liegen soll. Nun ja ... die Aussicht auf die Steilküste ist hübsch, das malerische hält sich in Grenzen. Aber jetzt kriegen wir langsam Hunger und beschließen die Rückfahrt und Einkehr in eines der empfohlenen Lokale auf dem Weg. Schließlich war es mittlerweile 17 Uhr. Trotzdem nichts - an Miercoles, wie der Mittwoch auf Spanisch heißt, haben die alle Ruhetag. Vielleicht bedeutet Miercoles deshalb auch "Mist!" ;-)

    Letztlich rettet uns in Tijarafe eine Pizzeria, die uns ihrer Öffnungszeiten wegen sogar auch dort noch zu einem kleinen Rundgang um die Kirche verhilft. Auch schön, obwohl die Hauptsehenswürdigkeit versteckt ist hinter einer Marienstatue in einem Blumenmeer - mutmaßich wegen des jüngst vergangenen "Teufelsfestes". Nach einer schmackhaften Pizza und mit frisch gekauftem Wein ausgestattet fahren wir dann gar nach Hause. Und ich hüpfe erst einmal in den Pool zur Erfrischung. Sehr schön, aber bei tief stehender Sonne auch fast schon ein wenig frisch. Ausklingen darf der Abend dann auf unserer Terrasse mit ein paar Gläschen Rotem. Also ganz am Ende des Tages war es tatsächlich entspannt .... ;-)
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