• Kuressaare

    July 15 in Estonia ⋅ ☁️ 25 °C

    Ausschlafen, Frühstück draußen bei angenehmen Sommertemperaturen unter dem Sonnensegel. Mit den Rädern brauchen wir knapp 10 Minuten und stehen im kleinen, gemütlichen Innenstädtchen. Niedrige Häuser unterschiedlichster Art, aber erkennbar nordisch, reihen sich aneinander in kleinen Gassen. Die Autos dürfen max . 30 km/h fahren. Auf die Einwohner gerechnet hat Kuressaare die höchste Anzahl Kurplätze weltweit! An jeder Ecke ein Spa- Hotel. Wir stellen die Räder vor der Touristeninfo ab und laufen auf kleine Marktstände zu. Heidelbeeren und Pfifferlinge aus den Wäldern, Kartoffeln, Knoblauch, eingelegte Gurken. Dazwischen immer wieder Holzlöffel, gestrickte Wollhandschuhe und Socken in den typischen Mustern. Nein, ich brauche keine, denn zuhause liegen schon 2 Paar aus Haapsalu, denke ich und widerstehe tatsächlich. Ein Gewürzladen hat unfassbar viele duftende Gewürze aus aller Welt und regionale Spezialitäten wie Fichtennadel- Sirup, Wacholder- Essig oder Wein von der Insel. Wir stoppen in der orthodoxen St. Nikolai- Kirche, die am Eingang für die Sanierung sammelt und das nicht ohne Grund. Über den zahlreichen Ikonen und goldenen Heiligenbildern hängt die Farbe lose in Form kleiner heller Segel von der Decke. Eine ältere Dame zündet unentwegt Kerzen an und nickt uns immer freundlich zu. Es ist leider kein gemütlicher Ort zum Verweilen, daher setzen wir den Weg fort Richtung Arensburg (deutscher Name von K.), einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen im gesamten Baltikum. Hier ist das Stadtmuseum zu finden und im Sommer finden große Konzerte und Theateraufführungen auf dem weitläufigen Gelände statt. Direkt an den Schloßpark grenzt ein Stadtstrand und das Hafengelände. Hier stehen die berühmten Figuren von Suur Töll & Piret. Einem Riesen- Pärchen, welches der Sage nach den Inselbewohnern durch ihre Kraft in schwierigen Situationen geholfen hat. Er ist etwas plump dargestellt, sie kurvig, stark und in Bewegung. Was aber wichtiger ist: beide lachen und scheinen Spaß zu haben😀. Wir bleiben am Strand hängen, der Kapitän badet freiwillig. Ich liege nur da und beobachte die Menschen, höre ein wenig in ein neues Hörbuch rein, leider nicht so toll. Mir war gar nicht klar, dass digitale Stimmen auf Dauer so sehr unangenehm zu hören sind. Es fehlen Emotionen, Ausdruck und Leben. Es klingt unnatürlich. Am späten Nachmittag haben wir von der Insel noch nicht viel mehr gesehen. Aber das ist egal, wir sind im Urlaub und dürfen alles, was WIR wollen. Auf dem Rückweg noch ein schönes Erlebnis zum Thema Sprache. Ich kaufe eine Zucchini, die gewogen werden muss. Aus den Schildern in estnisch lässt sich durch gar nichts herleiten, welches die richtige Taste sein soll. Wir googeln: Zucchini = suvikõrvits. Und das bedeutet Sommerkürbis. Sprache kann wirklich faszinierend sein.Read more