• Muhu

    July 16 in Estonia ⋅ ☀️ 23 °C

    Da wir gestern spontan unsere Fähre nach Helsinki für morgen Mittag gebucht haben (Ekeröline 130€), war heute unser letzter Tag auf den Inseln und der gehörte Muhu. Hier hat es mir fast besser gefallen als auf Saaremaa. Im historischen Dorf Koguva ist ein kleines, aber feines Freilichtmuseum zwischen noch aktiv bewohnten Privathäusern entstanden. Kernstück ist der Tooma- Bauernhof, der Geburtshaus des estnischen Schriftstellers Juhan Smuul ist. Er zeigt das Leben und Arbeiten der Menschen vor über 100 Jahren und gibt einen Einblick in die farbenprächtige textile Handwerkskunst der Frauen. Hier dominierten die Farben Gelb und Orange, letzteres wird das „Muhu- Rot“ genannt. Das Gelände ist gut in 1,5 h zu Fuß zu erkunden und der Besuch die 7€ pro Ticket absolut wert. Auch die unweit gelegene St. Katherinen- Kirche hat nicht nur ein besonderes Erscheinungsbild, sondern auch eine besondere Geschichte. Im Krieg 1941 abgebrannt, stand sie über 20 Jahre ohne Dach da und die Mauern sind entsprechend feucht und sanierungsbedürftig. Ein Dach gibt es wieder, einen Turm aber nicht. Im Kirchgarten findet man die Reste einer über 300 Jahre alten Esche, die ein paar Tage vor Weihnachten 2014 umgefallen ist. Wir fahren weiter an den Strand. Dort wächst Wacholder in rauen Mengen und wir finden eine der 30 wilden Orchideenarten der Insel. Zu guter Letzt mussten wir das typische schwarze Muhu- Brot probieren. Ein Roggen- Sauerteigbrot, innen weich, außen rundum knusprig und deutlich süßlich. Es schmeckt mit herzhaftem Belag richtig lecker. Der Bäcker muss gar keine Werbung machen, weil der Laden nie leer ist und immer wieder nachgebacken werden muss. Wir hatten auch erst beim zweiten Mal das Glück. Die Fährüberfahrt aufs Festland genossen wir bei herrlichem Wetter auf dem Sonnendeck. Überhaupt ist das Wetter perfekt bisher. Wir übernachten heute auf einem Parkplatz in Tallinn in der Nähe des Fährterminals nach Helsinki ( 6€/Ü) . Vielleicht erleben wir ja sogar noch einen schönen Sonnenuntergang so wie gestern Abend auf unserer späten Radrunde, mal schauen. Ja und morgen hat unsere Reise dann ihren Namen endlich zurecht und es geht yksi- kaksi- kolme nach Finnland.Read more