• Kunst, Kochen und Kuchen

    July 21 in Finland ⋅ ☁️ 15 °C

    Nachdem wir das BED- Mobil nach dem kompletten Ver- und Entsorgungsservice startklar und sauber hatten, verließen wir Rastila ( 44€/ Ü , klare Empfehlung allgemein und für Helsinki erst recht). Schon gestern Abend fielen die Temperaturen spürbar und seit heute Morgen regnete es richtig. Ich hatte gestern Abend noch einmal Artikel zu Tove Jansson gelesen. Sie ließ auf einer kleinen Schäreninsel ein Sommerhaus bauen und diese Insel gehört zu Porvoo. Die Bilder waren vielversprechend und die Stadt nur 45 km entfernt. Die zweitälteste Stadt Finnlands hat reichlich 50 T Einwohner und ist Bischofssitz. Kopfsteinpflaster- Gassen verbinden malerisch pastellfarbene Holzhäuser mit kunstvollen Eingangstüren, die sich im Fluß spiegeln. Da es regnete und die gefühlte Temperatur weiter sinken ließ, brauchten wir heute ein eher „überdachtes Programm“. Der Kapitän, der akribisch JEDES Schild an der Straße sieht und in Windeseile durchscannt, meinte, da gäbe es wohl eine Art Kunstfabrik. Taidetehdas stellte sich als ein Kunstzentrum in einem alten Fabrikkomplex heraus, was neben Büroräumen und Ateliers auch wechselnde Ausstellungen kuratiert und ein gut besuchtes Restaurant beherbergt. Weder Parkplatz noch Zutritt waren kostenpflichtig. Aktuell war eine Foto- Ausstellung aus der Fotografiska Helsinki zu sehen von Simen Johan. Die Werke waren mit verschiedenen digitalen Techniken aus der Filmproduktion bearbeitete und neu zusammengesetzte Fotografien. Täuschend echt, aber man konnte durch die eigene Allgemeinbildung klar feststellen, dass es keine realen Situationen waren. Eine weitere Ausstellung zeigte die private Kunstsammlung von Yrjö A. Jäntti, die er 1984 seiner Heimatstadt Porvoo vermachte. Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie wohl das private Haus des Stifters damit eingerichtet ausgesehen hat. Oder anders: wo hätte ich denn das Schaf hingestellt?
    Der Regen blieb hartnäckig und wir mussten entscheiden, ob wir einfach weiterfahren oder doch dem morgigen Tag eine Chance geben. Ich erinnerte mich an den neuen Backofen, den wir an Bord hatten und der Hunger meldete sich auch. Also stehen wir am Yachthafen und haben gekocht und den ersten im Camper auf einer Gaskartusche gebackenen Apfelkuchen fabriziert. Morgen regnet es nämlich nicht und natürlich wollen wir sehen, ob die Bilder im Reiseprospekt stimmen. Bleibt gespannt!
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