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  • Day182

    Masai Mara National Reserve II/II

    September 13, 2018 in Tanzania

    Maggi fluchte zwar noch öfter über die Situation und den unzurechenbaren Ranger. Trotzdem liessen wir uns den Tag nicht vermiesen. Unsere Tickets waren 24 Stunden lang gültig, d.h. bis 10 Uhr morgens des nächsten Tages. Wir cruisten lässig durch den Park, denn hier brauchte man keine Sorge zu haben, keine Tiere zu Gesicht zu bekommen. Die „große Wanderung“ der Tiere fand vor Kurzem von Tansanias trockener Serengeti in Richtung Kenias üppigerer Masai Mara statt. Das bedeutete hier aktuell Tiere aller Art soweit das Auge reichte. Unsere Ausbeute in der Mara war der Knüller: furchteinflößende und sich so unheimlich leise anschleichende Löwen (nicht nur die, die uns in Schwierigkeiten brachten) und Löwinnen in Gruppen beim Fressen ihrer Beuten (wobei man sich nochmal besonders glücklich schätzen darf, wenn man Wildtiere auf ihren Raubzügen zu sehen bekommt), majestätische Geparden (die ebenfalls immer im Fresskoma unter schattigen Bäumen wie für uns auf dem Präsentierteller lagen), immer wieder Familien von Elefanten mit ihren verspielten Babyelefanten (Big Five #4 ✅), ständig mampfende Giraffen, tollpatschige Pumbas, in Wasserpools „röhrende“ und neckisch kämpfende Nilpferde, lustige Erdmännchen, schüchterne Hyänen, listige Affen, unzählige Vogelarten wie u.a. Strausse, Adler und Geier, sowie hunderte von Gnus, Topis, Gazellen und Antilopen in riesigen Scharen. Stundenlang beobachteten wir eine Gruppe hunderter tapferer Zebras wie sie sich zu überwinden versuchten einen Fluss zu überqueren, in dem zig harmlose Nilpferde badeten. Doch an den Ufern lauerten immer mehr Krokodile, die geduldig auf einen dummen Schachzug der Zebras warteten. Immer wieder traute sich ein Zebra ans Ufer, checkte die Lage, schaute einem Krokodil tief in die Augen und drehte wieder um. Und so ging es über Stunden zu. Wir fühlten uns wie im Autokino.
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    Gegen Dämmerung steuerten wir den Seiteneingang von heute Morgen an, um in unser Camp zurückzukehren. Doch der Ausgang blieb uns verwehrt. Ein netter Wächter an der Schranke gab uns zu verstehen, dass hier etwas faul sei. Schnell kam der „Hiwi Wachhund“ von Davis angefahren, der uns in unsere Unterkunft begleiteten solle (nur einen Steinwurf entfernt), weil man befürchtete wir könnten den Park ohne Begleichung unserer Strafe verlassen. Nun setzte man noch den Manager unserer Unterkunft unter Druck, er solle uns das Bargeld aus der Kasse zahlen, was wir via Kreditkarte begleichen würden. Doch er weigerte sich, weil auch ihm das Verhalten der Ranger dubios schien. Der „Anstandswauwau“ rief ratlos den Bad Cop Davis an. Er kam mit folgendem Deal um die Ecke: Wir haben bis 10h morgens Zeit (Ablauffrist unseres Tagestickets) uns an einem ca. 3-Sunden entfernten Stützpunkt am südlichsten Punkt des NP zu melden (unser Camp war im Nordwesten). Dort würde man uns einen Freifahrtschein erteilen, um den Nationalpark auf direktem Wege (d.h. ohne Game Drive) zu einem wiederum 2 Std. entfernten Ausgang am nordöstlichsten Punkt des Parks zu kreuzen. Dort, im Dorf namens Talek, gäbe es den einzigen Geldautomaten weit und breit. So könnten wir unsere Schulden endlich begleichen und wären die Ranger los. Die Wächter an allen Stützpunkten seien über unseren Fall instruiert und würden kooperieren.

    Mit diesem Deal verabschiedeten wir uns, und gingen mit einem guten Bauchgefühl ins Bett. Was für eine Gefühlsachterbahn dieser Tag doch war! Doch der Thriller sollte sich am nächsten Tag verschärfen. Bonnie & Clyde on the run.. to be continued...! 😎👸🏼
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