Viehscheid am Riedbergpass
October 3 in Switzerland
☁️ 18 °C
Ob es eine gute Idee ist, Anfang Oktober noch eine Motorradreise zu unternehmen, wird sich in den nächsten Tagen weisen. Jedenfalls: Norbert und ich haben uns entschlossen, an einer einwöchigen Rundfahrt durch das Piemont teilzunehmen. Das Ganze findet statt im Rahmen des Tourenprogramms des IFMR (International Fellowship of Motorcycling Rotarians).
Startpunkt ist in Orsières in der Schweiz. Das liegt im Wallis, auf der Ostseite des Mont-Blanc. Da müssen wir zunächst einmal hin, von Sonthofen aus startend, denn dort hat Norbert gestern sich und sein Motorrad (per Hänger) hin transportiert. Wir planen für diese Ost-West-Quaerung der Alpen zwei bummelige Anreisetage ein.
Los geht's heute am Samstag um kurz nach 9:00 Uhr bei besten Bedingungen. Wunderbare Herbststimmung. Allerdings wird unser Tatendrang schon nach wenigen Kilometern hinter Obermaiselstein gestoppt. Der Riedbergpass ist bis 10:00 Uhr gesperrt: Viehscheid! Zum Glück müssen wir nur einige wenige Minuten warten und sind dann Zeugen dieses immer wieder beeindruckenden Spektakels, bei dem so viel mitschwingt: Brauchtum und Tradition, Verbundenheit von Mensch und Tier, Aufregung und Stolz der Treiber. Kurz gesagt: Ein wuchtiges Ereignis, das in seinen Bann zieht.
Allerdings hinterlässt ein solcher Almabtrieb nicht nur tiefe Eindrücke bei seinen Beobachtern, sondern auch sehr deutliche Spuren auf dem Asphalt, denn der Output einer ausgewachsenen Kuh ist gleichermaßen beträchtlich wie rutschig. Der Kurvenspaß muß angesichts der reduzierten Reibung der Vorsicht weichen, was besonders schade ist, da Deutschlands höchster Pass bei trockenen Bedingungen besonders harmonisches Schwingen zulässt … Hinzu kommt, dass unsere frisch geputzten Krafträder bereits nach einer Stunde Fahrzeit maximal verferkelt aussehen und streng riechen.
Wir traversieren den Bregenzerwald, gelangen nach Dornbirn und quälen uns im Stop-and-Go parallel zur Autobahn durch unzählige kleine industriegeprägte Orte, etwa 60 km lang, bis wir endlich das Fürstentum Liechtenstein erreichen, das - niemand wird überrascht sein - schnell durchfahren ist. Erst danach wird es fahrerisch wieder attraktiver; wir passieren Lenzerheide und gelangen schließlich zur Via Mala, der schroffen Graubündener Schlucht mit 300 Meter hohen Steilwänden und vollgestopft mit Mythen und Legenden.
Im Anschluss geht es aus der deutschsprachigen Schweiz in den italienischen Teil, und zwar über den San Bernardino, der sich ab Hinterrhein in hartem Zickzack auf 2.066 Meter hochschlängelt. Dementsprechend werden wir oben mit Temperaturen konfrontiert, die üblicherweise im Kühlschrank herrschen, also etwa 10 Grad, um dann in der langen Abfahrt in Richtung Bellinzona wieder 2.000 Höhenmeter zu verlieren und 15 Grad dazuzugewinnen.
Das Hotel La Perla kurz nach Bellinzona ist keine Sensation, liegt aber günstig auf dem Weg und verfügt über ein gut nachgefragtes Restaurant, in dem wir den letzten Tisch ergattern, um dann stilecht Zürcher Geschnetzeltes zu essen.Read more














TravelerOh wie schön! Ich bin fertig und du fängst an. Also… Verlängerung der Morgende im Bett mit Reisebericht! Sehr gut!! Hab eine tolle Zeit trotz Kuhfladen!!!!
TravelerIch wünsche Dir/ Euch eine tolle Tour und bestes Wetter ☀️😎🌞
TravelerGute Fahrt, trockene Straßen und viel „Dolce Vita“🇮🇹🏍️🍝