Dauphiné - Bike and Hike

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June - July 2020
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  • Day17

    Höchste Zeit ist´s! Reise, reise!

    July 8 in Germany ⋅ 🌧 12 °C

    Wilhelm Busch soll das letzte Wort haben. Sein Verslein verziert die Lobby in dem von uns in Freiburg gewählten Hotel. Und - wie Ihr wisst - sind wir dieser Haltung sehr zugeneigt. Dass wir heute (wetterbedingt) in aller Frühe nach Solingen aufbrechen und trotzdem nass werden - Schwamm drüber. Aber wie immer: wir fühlen uns angefüllt mit schönen Eindrücken.

    Danke für Eure Begleitung dieses Blogs. Wir wünschen allen Lesern ebenfalls herrliche zukünftige Reisen und lesen dann unsererseits gerne mit.
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  • Day16

    Chillout in der Pfalz

    July 7 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    "Trinkt ein Beerli im Cafe Solo!" Kirstens Empfehlung ist grandios. Wer erwartet schon in der Pfalz einen chilliges Gartenparadies mit lässiger Cafe-Del-Mar-Musik und Pool? Die Szenerie könnte auf Ibiza spielen, wenn nicht die Darreichungsgröße der Getränke eindeutig auf die Pfalz verwiese: Das Beerli ist ein halber Liter Prosecco mit Himbeeren.

    Die gleiche Menge bekommt Rike, nachdem sie auf dem Kirchplatz in Wachenheim eine Roséschorle bestellt hat. Manche Dinge ändern sich in der Pfalz nie. Zum Glück. Wie schön, dass hier vieles - wenngleich nicht alles - wieder "uff" ist. Wir übernachten im Weingut Manz mit typischem Innenhof.

    Zuvor führt uns die Fahrt von Freiburg zunächst durch den Schwarzwald, dann nach Überquerung des Rheins noch einmal kurz nach Frankreich. Ein letztes Merengue-Törtchen in Beinheim an der Sauer, und ohne wirklichen Übergang überqueren wir in Scheibenhardt die mitten durch den Ort laufende Grenze nach Deutschland. Europa lebe hoch!
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  • Day15

    Deutschland im Verbotswahn

    July 6 in Germany ⋅ 🌙 9 °C

    Carsten Knop, Herausgeber der FAZ, leitet seinen heutigen Kommentar mit der Frage ein: "Warum finden es derzeit so viele Menschen gut, wenn Dinge verboten werden sollen?" Hintergrund: Tausende von Motorradfahrern hatten in Deutschland am Wochenende gegen drohende Fahrverbote für Biker protestiert. Auch wir begegnen dem Thema heute im Schwarzwald: Schon seit 1984 dürfen Biker am Wochenende die Schauinslandstrecke nicht mehr befahren. Das ist ein Jammer, denn die etwa 18 km Kurven bereiten Fahrfreude, ohne dass jemand dabei gestört würde, da der fragliche Streckenabschnitt im Grunde unbesiedelt ist. Doch Knops Frage ist grundsätzlicher, geht über die Bikerfrage hinaus und fokussiert auf das immer bedeutsamer werdende Thema der fortschreitenden EInschränkung von Freiheiten. Es ist höchste Zeit, dagegen die Stimme zu erheben und wieder für mehr Liberalität und Selbstverantwortung einzustehen!

    Motorrad gefahren sind wir heute auch. Zunächst nachThun, das sich als hübsches Örtchen am See präsentiert, mit blumengeschmücktem Wehr und gefegtem Rathausplatz. Doch selbst in der regelwütigen Schweiz ist Platz für etwas Guerilla-Knitting: ein gehäkeltes Äffchen turnt die Regenrinne hoch und steht in erfreulichem Kontrast zur Schweizer Ordnungsliebe. Im Weiteren kommen wir vorbei an Käse (Emmentaler) und Hunderassen (Entlebuch). Schließlich überschreiten wir in Bad Säckingen sowohl den Rhein als auch die Grenze nach Deutschland. Über die Schwarzwaldhöhen bläst ein böiger Wind und kühlt die Luft auf 11 Grad ab. Doch unser Zielort Freiburg versöhnt mit angenehmen Temperaturen, einem hoch aufragenden Münster und in den Schaufenstern der insolvenzbedrohten Galeria Kaufhof auch mit Schwarzwälder Kuckucksuhren.
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  • Day14

    Rothorn

    July 5 in Switzerland ⋅ ☀️ 14 °C

    Es ist ein Traumtag. Vera hat eine Wanderung auf das Rothorn herausgesucht. Über 1.000 Höhenmeter und eine Landschaft wie gemalt warten auf uns. Nach 3,5 Stunden stehen wir am Gipfelkreuz, links davon sind Eiger, Mönch und Jungfrau zu sehen. In der anderen Richtung funkelt der Thuner See. Vielleicht ist es an der Ostsee auch schön, dort scheint sich halb Deutschland zu versammeln, sofern man den Nachrichten Glauben schenken mag. Aber ganz ehrlich: Wir würden nicht tauschen wollen.Read more

  • Day13

    Geburtstagsfeier im Berner Oberland

    July 4 in Switzerland ⋅ ☁️ 12 °C

    Der französiche Charme des Unvollkommenen weicht dem Genfer Prunk und Protz. Wir reihen uns am Südufer in eine endlose Schlange überwiegend teurer Fahrzeuge ein. In Thonon-les-Bains haben wir vom Kolonnefahren genug und schwenken in Richtung Morzine nach Süden. Dann geht es über den Pas de Morgins und es öffnet sich der Blick auf die Dents du Midi, die sich zum Fotostopp aber in Wolken verhüllen. Hinab an die Rhone, dann ab Aigle wieder hinauf in den Naturpark Gruyere und an Gstaad vorbei durch das Simmental an den türkis leuchtenden Thuner See.

    In Schwanden (Sigriswil) oberhalb des Thuner Sees endet ein langer Fahrtag. Der Blick vom Balkon unseres Berghotels ist wunderbar, Eiger und Mönch sind zwar vom Rothorn verdeckt, aber die schneebedeckte Jungfrau ist gut zu sehen. Wir treffen Geburtstagskind Vera sowie Willi und Sabine und verbringen einen äußerst lustigen Abend. Natürlich mit Rösti, das es heute auf das Titelbild des Footprints schafft, aber ohne Wally Schneider, die ihr Unterhaltungsprogramm glücklicherweise erst am 8. August zum Besten gibt.
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  • Day12

    La vie en rose

    July 3 in France ⋅ ⛅ 23 °C

    Das Rosenzimmer in der Auberge "zum weichen Nest" (le doux nid) könnte kaum schwülstiger sein. Am besten hierzu direkt Edith Piaf "La vie en rose" hören. Die gesamte Szenerie spielt in Chanaz. Das kleine Örtchen haben wir schon auf der Hinfahrt gestreift. Es gefiel uns so gut, dass es sich nun für eine Übernachtung auf der Rückfahrt aufdrängt.

    Zumal es an einem Kanal zwischen Rhone und dem Lac Bourger liegt, der eine kleine Bootspartie nahelegt. Auch wenn Rike aussieht, als würde sie ein Schnellboot pilotieren (hierzu am besten "Crockets theme" aus Miami Vice), die Elektrojolle treibt nur mit 7 km/h dahin ... und verschafft uns ein sehr ruhiges zweistündiges Vergnügen.

    Motorrad fahren wir vormittags auch, nämlich entlang der (heute windigen und kühlen) Westflanke des Vercors und durch ein kilometerlanges Anbaugebiet von Walnüssen. Wir nehmen einen Beutel mit für Rikes (erwachsenes) Patenkind Vera. Samt Eltern wollen wir sie morgen in der Nähe von Fribourg in der Schweiz treffen.
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  • Day11

    Lavendelroute

    July 2 in France ⋅ 🌙 16 °C

    Wir folgen im wesentlichen der Lavendelroute und fahren nordwestlich durch den Parc naturel regional des Baronnies provoncales. Ich hatte eine gemütliche Fahrt durch lilagefärbte Felder, Pinienwälder und sanfte Hügellandschaften erwartet. Im Prinzip erfüllen sich diese Erwartungen auch, aber plötzlich finden wir uns auf einer klitzekleinen Passstrasse mit Rollsplitt und Spitzkehren wieder. Rike meistert die anspruchsvolle Route mit Bravour. Zur Bewältigung des kurzzeitigen Schreckens trägt der Erwerb eines leichten Sommerkleids auf dem Wochenmarkt in Bourdeaux bei.

    Unser Tagesziel liegt in der Nähe von Plan-de-Baix. Die Moulin-de-la-Pipe ist hübsch anzusehen und hat sich auf Forellen spezialisiert. Die Betreiber erweisen sich als gebildete Musikliebhaber (man erinnert sich vielleicht: In einem Bächlein helle ... Forelle), die faktische Zubereitung lässt jedoch durchaus Platz für Verbesserung. Ingesamt stellt sich das Ganze als ziemlicher Touristentempel heraus, aber die Lage ist großartig. Der kurze Spaziergang zum 70 Meter abstürzenden Wasserfall "Chute de la Druise" hilft, unserem Motto "Bike und Hike" gerecht zu werden, ohne dass wir uns überanstrengen.
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  • Day10

    Fêtons le retour a la vie

    July 1 in France ⋅ 🌙 18 °C

    Irgendwo zwischen Briancons und unserem heutigen Zielort Orpierre legen wir am späten Vormittag eine Kaffeepause ein. Das Lokal heißt Bar du Pont. Die wenigen Gäste trinken Pastis oder lesen Zeitung. Es geht gemächlich zu. Nur Nadia, die Inhaberin, ist quirlig. Sie hat lange in Chamonix gearbeitet, aber dort wäre wohnen zu teuer. Vor zwei Jahren hätte man sie gefragt, ob sie die Brückenbar übernehmen wolle, und sie hätte "sans reflechir" zugesagt. Ein wenig Schuldeutsch gibt sie auch zum besten, es ist zu vermuten, dass ihr lebhafte Art das ganze Dorf zusammenhält. Heute, am 1. Juli, nimmt sie mit ihrem Lokal natürlich teil an der Aktion "Terrassenfest", zu der die Region Süd aufgerufen hat. Mit dem treffenden Untertitel: Lasst uns die Rückkehr des Lebens feiern!

    Ob dies in Orpierre auf Dauer möglich ist? Es riecht nach Lavendel, und von weitem sieht alles sauber und idyllisch aus. Doch laut Rother Wanderführer war das Örtchen schon einmal weitgehend verlassen. In den 80ern konnte ihm durch Neupositionierung als Kletter-Hotspot wieder Leben eingehaucht werden. Gleichwohl wirkt der alte Dorfkern unbewohnt. Wir können uns nicht vorstellen, dass Herr und Frau Claverot Francois und ihre Kinder noch hier leben, wenngleich das Klingelschild dies behauptet.

    Statt der geplanten Umrundung des Kletterfelsens schaffen wir es nur bis zu den Kaskaden. Ich nehme Rikes Aufforderung zu posieren an, das Ergebnis erinnert allerdings an ein Celeste Barber - Feature auf Instagram ...
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  • Day9

    Auf dem Podest

    June 30 in France ⋅ ⛅ 15 °C

    Alpe d´Huez ist wahrlich kein schöner Ort. Aber da wir heute an dieser Retortenstadt quasi zwangsläufig vorbeikommen, nehmen wir die 20 Haarnadelkurven in Angriff und klettern dort hinauf, wo üblicherweise eine Tagesetappe der Tour de France endet. Rike steigt sogar noch etwas weiter, nämlich auf das vorbereitete Podest, und das völlig zu Recht: Nach zwanzig Jahren Motorradpause muss man hier erst einmal hochkommen.

    Doch der Reihe nach: Von Gresse aus starten wir in Richtung Westen und queren - mit noch etwas wandermüden Knochen, aber dafür heute bequem auf den Bikes sitzend - das Ecrins-Massiv. Am Col d'Orrnon bietet uns die Auberge le Chamois mit fragwürdigen Maketingmethoden ihre Dienste an, weshalb wir uns für den Selfservice aus den Motorradkoffern entscheiden. Ihr wisst ja, wir haben noch beachtliche Käsevorräte ... Der Col du Lautaret lässt uns später auf 2.000 m steigen und gibt herrliche Blicke auf schneebedeckte Gipfel frei, die im Ecrins 4.000 m überschreiten können.

    Unser Zielort Briancon hat eine hübsche, festungsbewehrte Altstadt. Fünf Täler laufen hier zusammen, was Frankreichs höchstgelegene Stadt einst bedeutsam machte. Wie so oft in Frankreich wurde Herr Vauban mit dem Festungsbau beauftragt, was Briancon zu einer besonderen Mischung aus Ski- und Wanderort einerseits und historischem Verteidigungsbollwerk andererseits macht. Hinzu kommt ein fast mediterranes Klima, begleitet von entsprechender Lebensart. Wir folgen der Empfehlung des Lonely Planet und übernachten im Hotel Edelweiss, dessen Name so gar nicht hierher passen will, das aber wohl schon seit 1890 so heißt und - soweit wir das beobachten und beurteilen können - von einigen jüngeren Inhabern peu a peu auf aktuelles Niveau gebracht wird. Insofern es der Cashflow erlaubt.

    Vor dem Abendessen in der Rue Central stolpern wir per Zufall in die Bar "Le Tonneau". Das Fass entpuppt sich als Treffpunkt einer lokalen Szene, die wir irgendwo zwischen Kommune 1 und Kletterfreaks verorten. Das Bussi-Bussi Schauspiel lässt Cororna vergessen und wir meinen, in einem der Kommunarden Rainer Langhans wieder zu erkennen. Aber vielleicht geht hier nur unsere Panaché- und Pastis-befeuerte Phantasie mit uns durch.
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  • Day8

    Umrundung des Unbegehbaren

    June 29 in France ⋅ 🌙 16 °C

    Wandertag! Schon um 7.30 stehen wir am Käsestand des Marktes in Gresse, denn wir brauchen Proviant für die für heute geplante Umrundung des Mont Aiguille. Rike steht nicht im Verdacht, verschwenderisch einzukaufen, aber es werden aus irgendeinem Grund 800 Gramm Käse aus der Region. Diese Menge könnte eine hungrige Schulklasse ernähren. Wir sind aber keine Schulklasse, weshalb ein nicht unerheblicher Teil unserer Käsevorräte heute gut 20 km über 1.000 Höhenmeter und etwa 7 Stunden lang um die markante Felsnadel getragen wird.

    Los geht´s etwa 7 km südlich von Gresse in Les Pellas. Wir erreichen das Örtchen um 9 Uhr bei wolkenverhangenen Himmel. Es geht auf den Col de l'Aupet auf der Westseite des Aguilles. Oben angelangt treffen wir auf zwei nicht mehr ganz junge, aber kernig aussehende französiche Kletterer, die schon wieder auf dem Rückweg sind. Man hätte nur eine Seillänge gemacht, es wäre zu kalt, ob wir Glühwein dabei hätten. Tatsächlich ist es vormittags noch recht frisch, doch von Stunde zu Stunde bessert sich das Wetter und irgendwann geben die Wolken den Berg auch zum Fotografieren frei.

    Der Rother Wanderführer erklärt uns, dass die schroff aufragende Bergformation lange Zeit als unbegehbar gilt. 1492 jedoch schickt ein französischer König einige seiner Soldaten hinauf, um klarzustellen, wer das Sagen hat. Das Unterfangen gelingt, und bis heute ist das Massiv bei Kletterern beliebt. Beeindruckend, wozu Menschen fähig sind.

    Uns genügt die Tour drumherum vollkommen. In Trezanne warnt ein selbstgebastelten Straßenschild vor freilaufenden Kindern, die hier endende Straße hat aber vermutlich seit langem kein Auto mehr gesehen. Genausowenig wie die Boulebahn Spieler, Und auf dem Friedhof gibt es nur vier verschiedene Namen.

    Ein liebevoll restaurierter Bauernhof ("La Grange aux Loups") am Zielort versorgt uns schlußendlich mit Kaffee, Gartenromantik und einem letzten herrlichen Blick auf den "Mont Inaccessible". Wir rollen zurück nach Gresse, ausnahmsweise in nicht ganz kompletter Schutzkleidung.
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