Reus, Valencia
September 15 in Spain ⋅ ☁️ 29 °C
Was hat Reus bekannt gemacht? Es ist nicht der Fußballer gemeint 🤣.
Es ist der Geburtsort von Antoni Gaudi. Er wurde hier am 25.6.1832 als jüngstes Kind von fünf Geschwistern geboren. Sein Vater war in dritter Generation Kupferschmied. Bei ihm hat er gesehen, wie man aus zwei Dimensionen drei macht und wie man Volumen und Formen bildet. Dieses ihm vertraute Handwerk hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass er später für seine Bauten viel Kunsthandwerk verwendete.
Den Eltern war wichtig, dass die Kinder nicht diesen Beruf ergreifen, sondern studieren. Als Kind hatte er oft rheumatischen Krankheiten, blieb der Schule fern und verbrachte viel Zeit im Landhaus der Familie in Riudoms, wo er intensiv Pflanzen und Tiere beobachtete. Diese Zeit hat ihn so stark geprägt, dass er wie kein anderer die Natur in seine Architektur integrierte. Antoni beschloss, Architekt zu werden. Drei (!) Jahre aber mussten vergehen, bis er an der Architekturschule aufgenommen wurde. Er galt nie als guter Schüler und zu schwer fiel es ihm, sich auf Fächer zu konzentrieren, die er für den Eintritt belegen musste.Auch als Student war Gaudí eigen und widmete sich eher geschwungenen Linien, organischen Figuren und schier unmöglichen Strukturen als dem, wie man heute sagen würde, Gesamtmanagement der Projekte. So sagte der Direktor zum Abschluss des Studiums den berühmten Satz: „Wer weiß, ob wir das Diplom einem Verrückten oder einem Genie gegeben haben – nur die Zeit wird es uns sagen.
Er heiratete nie und blieb kinderlos. Beste Voraussetzungen hingegen, sich ganz der Architektur zu widmen!
Mit den Jahren wurde er zum streng gläubigen und praktizierenden Katholiken, der jeden Tag zur Beichte ging. Seit dem Jahr 2000 läuft sogar ein Seligsprechungsverfahren für Gaudí. Ausgang noch Ungewiss!
Mit nur 31 erhält er den Auftrag, die Sagrada Familia zu bauen. Ganze 42 Jahre seines Lebens widmete er sich seinem wichtigsten Werk, die letzten 12 davon exklusiv. Er war so fasziniert von der Errichtung der Kirche, dass er beschloss, ins Bauatelier der Sagrada Familia zu ziehen und in diesem Meer von Plänen und Modellen zu leben. Er trug die gleichen Kleider Tag ein Tag aus, bis sie zerrissen waren, war ungepflegt und sah aus wie ein armer Mann. So vernachlässigt sah er aus, dass ihn der Fahrer der Straßenbahn, die ihn an jenem schicksalshaften 7. Juni 1926 anfuhr, einfach von der Straße wegzog und liegen ließ. Gaudí war schwer verletzt und starb drei Tage später, auch weil er sich weigerte, in eine Privatklinik eingewiesen zu werden. Er bevorzugte es, in einem Krankenhaus für Bedürftige behandelt zu werden. Zu seiner Beerdigung strömten die Massen – ein Zeichen dafür, dass Gaudí schon zu Lebzeiten ein viel beachteter Architekt und eine verehrte Person war. Er wurde in der Krypta der Sagrada Familia beigesetzt, einer der wenigen Bereiche, die er bereits vollendet sehen konnte.
Gaudi zu Ehren wurde in Reus ein Museum eingerichtet. Reus, mit 111 000 Einwohnern, ist die 2. größte Stadt Kataloniens und kulturell sehr aktiv, sie gilt als shopping Eldorado.
Nach einer halben Stunde Fahrt wieder an der Küste angekommen, bin ich plötzlich im Ebro Delta. Das 320 Quadratkilometer große Delta ist ein Landschaftsspektakel. Es bietet ungewöhnlichste Szenerien. Bilder, wie man sie in Europa selten findet. Es ist flach wie eine Pizza und pitschepatschenass. Wasser gibt es hier nicht nur im Meer und in Lagunen, sondern auch in Sümpfen, Kanälen und in von Schilf umgebenen Seen. Und natürlich in den überfluteten Reisfeldern. Fast der gesamte katalanische Reis wird an der Ebromündung geerntet, getrocknet und gereinigt.
Über Vinaroz, Peniscola erreiche ich gegen Abend Port Saplaya, ein Vorort von Valencia. Etwas abseits des Trubels stehe ich mit dem Camper direkt am Meer, der erste Weg führt in die Wellen.Read more





















Traveler
Sehr schöne Bilder wieder! Irgendwie bist du mir abhanden gekommen!