Bordeaux, Rochefort, La Rochelle
October 3 in France ⋅ ☀️ 24 °C
Ich starte morgens nach dem Kaffeetrinken Richtung Bordeaux. Nach fast 5 Stunden, mit Stau, und 260km erreiche ich das Zentrum und finde auch gleich einen Parkplatz, nur 2 km bis zur Kathedrale. Mit 124 Metern Länge, 18 Meter Breite und 29 Meter Höhe zählt sie zu den größten Sakralbauten von ganz Frankreich. Direkt neben der Kathedrale von Bordeaux steht der Glockenturm Tour Pey-Berland. Bordeaux hat mit 1.200 Metern eine der längsten Fußgängerzonen Europas.
Länger sind nur noch die Strøget in Kopenhagen und die Einkaufsstraße in Jesolo bei Venedig. Dort gibt es auch ein Geschäft, das sich ganz und gar Harry Potter verschrieben hat, es gibt Zauberstäbe, diverse interessante Süßigkeiten und sogar den Zauberbesen Nimbus ( übersetzt Regenwolke).
Die Grosse Cloche ist ein echtes Highlight in Bordeaux. Sie ist der einzige Teil der alten Stadtmauer von Bordeaux, der übrig geblieben ist. DIe Glocke ist 7.750 Kilogramm schwer und befindet sich über einem ehemaligen Jugendgefängnis.
Die Porte Cailhau befindet sich zwischen der Altstadt und dem Fluss Garonne und war für lange Zeit der Haupteingang in die Stadt.
Die Pont de Pierre ist die älteste Brücke von Bordeaux und überquert die Garonne. Das ist übrigens der gleiche Fluss, der auch durch Toulouse fließt. Die Steinerne Bücke, wie sie auf deutsch genannt wird, besteht aus 17 Bögen und ist 487 Meter lang und nur für öffentliche Verkehrsmittel, Radfahrer und Fußgänger zugänglich.
Ein echtes Highlight ist der Wasserspiegel neben dem Place de la Bourse einem der zentralen Plätze in Bordeaux. Der Wasserspiegel, auf Französisch Miroir d’eau, befindet sich zwischen dem Place de la Bourse und dem Fluss Garonne. Er besteht aus einer Granitplatte, auf der sich eine circa zwei Zentimeter tiefe Wasserfläche befindet. Durch einen Brunnenmechanismus steigt das Wasser aus einem Wassertank auf, der sich unterhalb der Platte befindet. Dadurch entsteht eine sehr coole Spiegelung, die klasse Fotomotive ergibt.
Auf der Fahrt weiter gegen Norden sehe ich auch mal Weinfelder, irgendwo muss ja der viele Bordeauxswein angebaut werden🤔🤔.
Ich halte kurz in Saintes. Dort sind noch die Reste eines Amphitheaters zu sehen, dass im 1. Jahrhundert gebaut wurde und Platz bot für ca. 12.000 bis 15.000 Zuschauer (Kolosseum, ca. 50 000 Plätze)
In Rochefort befindet sich die letzte, 1900 in Betrieb gegangene, Schwebefähre in Frankreich. Zwei stählerne Pylone von 68 m Höhe, ein 175 m langer Brückenträger verbindet die Stützen in 50 m Höhe. Sie steht unter Denkmalschutz. Weltweit sind von ursprünglich rund 20 Schwebefähren noch acht erhalten.
La Rochelle gehört zu den schönsten Hafenstädtchen an der französischen Atlantikküste. Die Stadtoberen der inzwischen rund 80.000 Einwohner haben stets ihren eigenen Weg gewählt und, aus der Sicht der französischen Krone, stets „die Falschen“ unterstützt: die Engländer … und die Hugenotten. Das bescherte dem Atlantikhafen nicht nur eine turbulente Geschichte, sondern auch ein einzigartiges Flair und eine Geisteshaltung, die bis heute seinen einzigartigen Charme prägt. La Rochelle war im 16. und 17. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum des Protestantismus in Frankreich. Die Stadt bot den Hugenotten nicht nur wirtschaftliche Freiheiten, sondern auch einen Ort, an dem sie ihre Religion ungehindert ausüben konnten. Finanziert wurde der Widerstand nicht nur mit weltweitem Handel, sondern auch mit Freibeutern. Hugenottische Korsaren griffen spanische Schiffe an, um die Kriegskasse der katholischen Monarchie zu schwächen. Die erbeuteten Waren wurden in den Häfen von La Rochelle verkauft oder dienten als Nachschub für protestantische Armeen.
Bereits ab dem 12. Jahrhundert genoss La Rochelle die Privilegien eines Freihafens – fünf Jahrhunderte lang. Ihre direkte Lage an einem Weltmeer machte die Stadt zu einem betriebsamen Knotenpunkt für den Handel mit England und anderen europäischen Ländern. Hier fanden die protestantischen Kaufleute jene wirtschaftliche Unabhängigkeit, die sie für ihren Handel brauchten. Die relative Autonomie der Stadt und ihre Offenheit gegenüber religiösen Minderheiten machten sie zu einem Zufluchtsort für Verfolgte und zu einem Symbol des Widerstands gegen die katholische Monarchie. La Rochelle war damals der Dorn im Auge der französischen Krone. Kardinal Richelieu, der mächtige erste Minister unter Ludwig XIII., betrachtete La Rochelle als Bedrohung für die Einheit des Königreichs und setzte während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) alles daran, die Macht der Hugenotten zu brechen. Seine Strategie: eine Blockade der Stadt von Land und Meer, um die Bevölkerung auszuhungern und die Hugenotten zur Kapitulation zu zwingen. 13 Monate lang konnte La Rochelle diesem Druck widerstehen. Doch am 28. Oktober 1628 war La Rochelle am Ende, ausgehungert und ausgeblutet. Stolz eroberte Kardinal Richelieu die letzte Hochburg der Hugenotten.
In La Rochelle esse ich im La Trinquette, direkt an einem kleinen Fluss gelegen, Rindfleisch mit Kokos, Sesam und Estragon.
Bei meinem Spaziergang beginne ich mir den alten Hafen, wo man einen schönen Blick auf die Türme und die Altstadt hat. Eine Band spielt in einer der Gassen, wo heute viele Menschen unterwegs sind.
Drei Kilometer lang sind die Arkaden der Altstadt, die zum Bummeln bei jedem Wetter einladen.Read more
Donostia San Sebastián
October 2 in Spain ⋅ ☁️ 19 °C
Donostia / San Sebastián ist wirklich ein besonderes Reiseziel: Mit 180.000 Einwohnern ist es die drittgrößte Stadt des Baskenlandes versprüht aber den eleganten Charme eines wohlhabenden Kurortes aus vergangenen Tagen. Ende des 19. Jahrhunderts hat die Königin von Spanien San Sebastián als ihre Sommerresidenz auserkoren und somit den Grundstein für den gesellschaftlichen Aufschwung gelegt. Zahlreiche Bauten aus dieser Zeit zieren San Sebastián noch heute.
Ich fahre mit dem Fahrrad die 5 km in die Innenstadt am Fluss Urunea entlang. Am Ende der Bucht von La Conchs sind die modernen Skulpturen "Peine del Vento".
Die drei gigantischen Stahlskulpturen sind direkt in die Felsen integriert und bieten einen faszinierenden Anblick, besonders wenn die Wellen dagegen schlagen. Heute haben wir einen ordentlichen Wellengang.
Die Stadt ist ein absolutes Paradies für Gourmets. Sie hat die höchste Dichte an Michelin-Sternen pro Quadratmeter in Europa. San Sebastián gilt als die Wiege der Pintxo-Tradition und des Käsekuchen ( wie Chicago). Perfekt begleitet werden Pintxos von einem Glas Txakoli (sprich: Tschak-ko-lie); das ist ein sehr leichter, fruchtiger Weißwein mit etwas Kohlensäure und typisch aus dem Baskenland. Mein Txakoli wird traditionell eingeschenkt: Dafür wird die Flasche in die Höhe gereckt und der Wein landet so schwungvoll im Glas, dass er nochmal aufschäumt. Eine echte Show! Schwungvoll eingeschenkt wird übrigens auch der in der Region ebenfalls beliebte Cidre, ein Schaumwein aus Äpfeln. Er schmeckt wie Apfelwein.
Spanien ist weltweit bekannt für seine reiche kulinarische Tradition, und eines der berühmtesten Produkte des Landes ist zweifellos der Ibérico Schinken. Der Begriff Jamón Ibérico beschreibt einen luftgetrockneten Schinken, der von der iberischen Schweinerasse stammt. Diese Tiere werden traditionell in den spanischen Regionen Andalusien, Extremadura und Salamanca gezüchtet. Das Besondere an dieser Schweinerasse ist ihre Ernährung und Haltung. Viele Ibérico-Schweine wachsen in sogenannten Dehesa-Landschaften auf – weitläufigen Eichenwäldern, in denen sie sich frei bewegen können. Besonders während bestimmter Phase ernähren sich die Tiere hauptsächlich von Eicheln. Diese natürliche Ernährung verleiht dem Schinken sein unverwechselbares Aroma und die charakteristische feine Fettmarmorierung. Er ist überall sehr hochpreisig. Die Identität in ihr Land ist hier sehr groß. Überall sieht entsprechende Fahnen, meist wird alles in 2 Sprachen angeschrieben, auch die Beschreibungen und Preise.
Ich lasse mir einige Bars empfehlen, wo ich Pintxos probieren kann. Zunächst teste ich im Zaspi Terdi, im Barbereich erhält man Pintxos, im Restaurants nur Menüs. Im New Sansse hat man an der Bar eine direkte Auswahl an Pintxos. Ich entscheide mich für Tintenfisch in karamelisierten Zwiebeln, 🐖 Ohr und Schnute, weißer Thunfisch-Burger, Lachs mit Füllung und Eikreation mit Garnele. Kostenpunkt ab 2,50 Euro, ein Glas Wein 2,40 Euro.
.Read more
Madrid San Sebastian
October 1 in Spain ⋅ ☁️ 24 °C
Ich möchte mir den Palast anschauen doch die lange Schlange am Ticketoffice schreckt mich ab. Die Kathedrale ist direkt gegenüber des Palastes, beim Suchen nach dem Eingang verirre ich mich zuerst in die Crypta. Bemerkenswert sind die über 400 Säulen, deren Kapitelle alle unterschiedlich Stube und biblische Figuren, Naturmotive und das Symbol Madrids, die Bärin und der Erdbeerbaum, darstellen.
Die Krypta ist ebenso groß wie die Kathedrale und gilt als eine der größten Spaniens. Sie besteht aus fünf Schiffen und 20 Seitenaltäre.
Etwas befremdlich ist es, dass sich auf dem Boden Steinplatten mit Inschriften neueren Datums befinden, offensichtlich Gräber. An vielen Stellen wurden Vasen mit Blumensträußen aufgestellt.
Der Bau der Almudena-Kathedrale ist eng mit der Entwicklung Madrids zur Hauptstadt Spaniens verknüpft. Bereits im 16. Jahrhundert gab es erste Pläne für eine repräsentative Kathedrale. Doch erst 1883, nach langem Ringen um Standort und Finanzierung, wurde der Grundstein gelegt. Die Fertigstellung zog sich aufgrund politischer Umbrüche, Kriege und wechselnder Baustile bis ins späte 20. Jahrhundert hin. Erst 1993 wurde die Kathedrale schließlich von Papst Johannes Paul II. geweiht – ein seltener Vorgang, denn es war die erste Kathedrale in Spanien, die von einem Papst persönlich eingeweiht wurde. Ein Status vergoldete Rosen befindet sich in einer Nische.
Etwas 6km von der Altstadt entfernt befindet sich das Bernabeu Stadion von Real Madrid. Der spanische Rekordmeister ist einer der berühmtesten Fußballvereine weltweit. Mit 15 Erfolgen im Europapokal der Landesmeister bzw. der Champions League, zwei UEFA-Pokal-Siegen und 15 weiteren internationalen Titeln ist Real der erfolgreichste Verein Europas und der Welt. In Würdigung der einzigartigen Erfolgsgeschichte auf nationaler und internationaler Ebene wurde der Verein im Jahr 2000 vom Weltfußballverband FIFA als „Bester Fußballverein des 20. Jahrhunderts“ und 2020 bei den Globe Soccer Awards als „Bester Fußballverein des bisherigen Jahrhunderts“ ausgezeichnet. Auch die Basketballsektion gilt als erfolgreichster Verein Europas.
Der Verein wurde 1902 gegründet und gehört seinen Mitgliedern. Am 29. Juni 1920 wurde dem Klub durch einen Erlass des spanischen Königs Alfons XIII. die Ehre zuteil, den Zusatz Real (span. für Königlich) in den Vereinsnamen aufnehmen zu dürfen.
1943 wurde Santiago Bernabéu zum Präsidenten gewählt. Sein erster Schritt war, mit der Errichtung eines neuen Stadions zu beginnen. Nur wenige Jahre nach Baubeginn hatte die neue Heimstätte Real Madrids, die heute seinen Namen trägt, bereits ein Fassungsvermögen von 120.000 Zuschauern und war damit das größte Fußballstadion der damaligen Zeit. Heute faßt es ca. 85 000 und gilt als eines der modernsten der Welt.
Der Fanstore ist unglaublich groß, allein am 23 Kassen kann man bezahlen. Als ich aus dem Stadion komme, bemerke ich, dass mein Streetroller umgekippt ist und über das Vorderteil jemand drüber gefahren sein muß. Er lässt sich nicht mehr fahren und zusammenklappen. Notgedrungen muß ich 75 Minuten zu meinem Camper zurücklaufen. Als ich ihn später holen möchte, hängt nur noch das Schloss am Baum. Jemand konnte wohl die Reste noch gebrauchen.
Aus dieser Frustration heraus möchte ich nicht länger in Madrid bleiben und fahre gegen Norden. Die Sonne scheint und die Farben der Landschaft sind noch schöner als auf den Hinweg.
Vor Donostia-San Sebastián ist die Autobahn sehr kurvige und es geht über 25km nur bergab. Nach fast 5 Stunden erreiche ich die Stadt und finde erstmal keinen Parkplatz. Die Straßen der Innenstadt sind zu schmal und überall stehen schon 🚗. Die Temperatur ist auf 16 Grad gefallen und es ist regnerisch. Ich suche mir erstmal eine von den Billigtankstellen, da kostet der Diesel ca. 20 Cent weniger, 1, 80 Euro.
Schließlich finde ich neben einem alten Gefängnis und einem Industriebetrieb einen sehr ruhigen Parkplatz und koche ein leckeres Abendessen.Read more
Madrid
September 30 in Spain ⋅ ☁️ 23 °C
Ca. 25 km südlich von Burgos liegt das Dorf Villangomez, ein bedeutendes Zentrum der Geflügelzucht. Mag die Käfighaltung des Federviehs eher abschrecken, so sind es die über 30 großen Wandbilder sicher nicht. Bekannte Künstler:innen waren hier im Einsatz, um eine malerische Interpretation eines zeitgenössischen Romans vorzunehmen. Neben Street-Art lockt Villangómez im Sommer mit einem beliebten Folk-Festival.
Nach ca. 210 km erreiche ich Madrid.
Sie ist (ohne Vororte) mit 3.506.730 Einwohnern (Stand: 2025) nach Berlin die zweitgrößte Stadt der europäischen Union und die größte Stadt Südeuropas. Die Metropolregion Madrid zählt mit etwa 7 Millionen Einwohnern zu den größten Metropolregionen Europas. Auch in Tunneln führen 5 Fahrspuren in eine Richtung. Ich finde im Zentrum in der Nähe der Kathedrale und des Schlosses problemlos einen Parkplatz.
Die Stadt selbst begeistert mich nicht. Sie hat trotz edler Geschäfte nicht die mondäne Atmosphäre wie z.B. die Baixa in Lissabon. Auf der Plaza mayor ist eine große Demo. Zelte sind aufgebaut und junge Menschen finden sich zusammen um den Ansprachen zu lauschen. Es wird gegen Mietwucher und die Migrationspoltik demonstriert. Die Polizei sichert die tagelange Veranstaltung.
Auffällig ist, dass in vielen Städten Spaniens die Polizei in den Innenstädte patroulliiert. Sie fahren auch mit ihren Autos durch die Fußgängerzonen.
Ich besuche auch das beliebte Ausgehviertel Malasana mit den zahlreichen Bars und Restaurants. Soviele Vintageläden habe ich selten gesehen. Trotzdem das Viertel etwas herunter gekommen wirkt sind die Preise nicht als niedrig anzusehen.Read more
Bilbao, Burgos
September 29 in Spain ⋅ ☁️ 24 °C
Morgens fahre ich in Gijon am La Labral vorbei, das mit 270.000 m² größte Gebäude Spaniens. Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde das Gebäude restauriert und in eine Stadt der Kultur verwandelt, mit Hochschulen, Kunstzentren und Forschungseinrichtungen.
Besonders beeindruckend sind die größte elliptische Kirche der Welt, ein Theater in den Dimensionen des Parthenon und ein 130 Meter hoher Turm mit einem fantastischen Aussichtspunkt.
Meine erste Station sind die Bufones de Praia. Sie sind ein natürliches Phänomen, das durch die Wirkung der Erosion des Meeres und des Regens auf den Kalksteinfelsen verursacht wird und zu Rissen und Schornsteinen führt, die das Meer mit dem Land verbinden. Der Schlag der ruhigen Wellen gegen die Steilküste führt dazu, dass die komprimierte Luft in den Galerien ausgestoßen wird. An Tagen mit starkem Wellengang entweichen jedoch Luft und Wasser unter hohem Druck mit Wasserstrahlen, die große Höhen bis zu 40m erreichen, nach außen. Heute hört man nur Töne, die entstehen, wenn die Wellen in die Felsen dringen.
In Llanes gibt es ein interessantes Kunstprojekt. In Rahmen von Erweiterungsarbeiten des Hafens, die Ende des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, entwarf und realisierte ein Künstler eines seiner bekanntesten Werke mit dem Titel „Los Cubos de la Memoria“(Die Würfel der Erinnerung). Der Künstler bemalte Würfel – teils figurativ, teils abstrakt – sowohl an der Süd- als auch an der Nordseite der Mole, und heute sind mehr als 200 Betonblöcke verziert, wodurch der Hafen von Llanes zu einem großen Freilichtmuseum der Erinnerung geworden ist.
El Capricho ist eines der wenigen Bauwerke, die Antoni Gaudí außerhalb Barcelonas entworfen hat. In dem kleinen Küstenort Comillas erhebt sich das bunte Gebäude auf einem kleinen Hügel inmitten einer Grünanlage. Ein aus Comillas stammender Geschäftsmann hatte im 19. Jahrhundert seine Heimat verlassen, um in den neuen Kolonien sein Glück zu versuchen. Es gelang ihm als erfolgreicher Investor und Unternehmer nicht nur mit einer eigenen Schifffahrts- und Eisenbahngesellschaft, sondern auch mit Sklavenhandel, ein beträchtliches Vermögen zu machen und mit Taschen voller Geld in die Heimat zurück zu kehren. Er investierte das Geld u.a. in prachtvolle Prunkbauten, wie sie in Barcelona in Mode waren, für die Entwürfe wurde Gaudi engagiert. Dank dieser Investitionen in moderne Architektur entwickelte sich das Dörfchen Comillas bald zu einem beliebten Badeort der wohlhabenden Gesellschaftsschicht. Auch der spanische König hielt sich oft und gerne hier auf.
In Bilbao besuche ich die weltberühmte Brücke puente colgante. Die Biscaya-Brücke, ist eine einzigartige Konstruktion in Spanien. Ursprünglich als Hängende Brücke bezeichnet, handelt es sich bei der Biscaya-Brücke tatsächlich um eine Schwebefähre. Sie wurde bereits im Jahr 1893 eingeweiht und ist somit die älteste Schwebefähre der Welt. Diese Brücke verbindet die Orte Portugalete und Getxo im spanischen Baskenland und ermöglicht einen freien Schifffahrtsverkehr auf dem Fluss. Sie besteht aus zwei 45 Meter hohen Stahlfachwerktürmen an beiden Ufern, die durch ein 160 Meter langes horizontales Traggerüst verbunden sind. An diesem Traggerüst ist eine 14 mal 10 Meter große Transportbarke aufgehängt. Die Schwebefähre kann eine Nutzlast von bis zu 22 Tonnen transportieren und bietet Platz für bis zu sechs PKW sowie Passagiere. Eine zusätzliche Fußgängerüberführung ist im oberen Teil der Hochbrücke vorhanden und kann über einen Aufzug erreicht werden. In der Vergangenheit wurden etwa zwanzig ähnliche Brücken in Europa, Afrika und Amerika gebaut. Seit 1916 werden jedoch keine Schwebefähren mehr errichtet. Heute sind noch neun dieser einzigartigen Konstruktionen in Betrieb.
Von außen mache ich noch ein Foto vom Guggenheim-Museum. Es wurde nach 4 Jahren Bauzeit, 1997 eröffnet. Jährlich besuchen 1 Millionen Menschen die Ausstellung.
Auf der Fahrt nach Süden von Bilbao nach Burgos ändert sich die Landschaft entscheidend. Führten die Straßen nach Porto anfangs in zum Teil engen Kurven, durch viele grüne Hügel mit üppigen Bewuchs rauf und runter wurden, die Berge gegen Norden und später entlang der nördlichen Küste immer steiler. Nach Bilbao wird die Landschaft flach und nur wenig hügelig. Die dominierende Farbe ist beige oder gelblich zu nennen.
Burgos, in Kastilien und Leon und am Jakobsweg gelegen, hat ca. 177 000 Einwohner. Den Eingang in die Altstadt markiert der Arco de Santa María, ein Wahrzeichen der Stadt Burgos. Das alte Stadttor war Bestandteil der ehemaligen Befestigungsanlagen. Hinter dem Arco liegt einer der traditionellen und zentralen Plätze in Burgos. Doch der Blick richtet sich sofort auf die größte Attraktion der Stadt, die Kathedrale von Burgos. Sie zählt zu den schönsten und größten gotischen Kirchen in Spanien. Der Innenraum der Kirche ist beeindruckend. In 54 Meter Höhe erhebt sich die Kuppel, gestützt von vier Säulen. Darunter befindet sich das Grab des spanischen Nationalhelden El Cid und seiner Gattin.
Wie in vielen anderen spanischen Städten beeindruckt das Flair am Abend. Die Fußgängerzonen sind sauber und die meist hellen spiegelnden Böden erzeugen eine edle Atmosphäre. Man trifft hier auf meist kleine individuelle Geschäfte, keine Ketten, die zum Bummeln oder einfach nur Schaufenster anschauen einladen. Das Leben spielt sich in den Gassen und Winkeln ab, wo Menschen sich treffen und etwas trinken oder essen.
Beeindruckend war heute auch wieviele Touristen in kleinen Orten unterwegs waren, deren Namen ich bis dato nicht kannte. Viele dieser Orte und deren Umgebung, häufig auch Nationalparks, laden aufgrund der Schönheit zum Wiederkommen ein.Read more
A Coruna, Ferrol, Gijon
September 28 in Spain ⋅ ☁️ 22 °C
Sieht man die Orte entlang der Küste Spaniens auf der Karte erwartet man kleine Orte oder auch Fischerdörfer. Doch man bekommt spanische Städte am Meer, die eine Kombination von Großstadt und Strand bieten, ohne dass das Gefühl aufkommt, in einen Touristenrummel zu geraten. A Coruña zählt zu den Topzielen für eine Städtereise in Galicien. Die ist angesichts ihrer langen Geschichte eine alte Stadt. Eines der Wahrzeichen der Stadt ist der sagenumwobene 59 Meter hohe Torre de Hercules, aus dem 1. Jahrhundert. Der erste Leuchtturm an dieser Stelle soll einer der ältesten Leuchttürme der Welt gewesen sein. Der wichtigste spanische Kriegshafen am Atlantik und der Schiffbau prägen die Geschichte der Stadt Ferrol, die mit dem Niedergang der Werften angesichts der starken internationalen Konkurrenz zu kämpfen hat. Dort, wo jetzt die Kreuzfahrtschiffe anlegen, kamen früher die Pilger aus England an Land, um sich von hier aus auf den englischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela aufzumachen. Heute gibt es hier den ersten Stempel ins Pilgerbuch. Nördlich der Innenstadt liegt das Viertel Canido. Hier entstand auf Initiative des Künstlers Eduardo Hermida ein Kunstprojekt mit dem Ziel, den vernachlässigten Stadtteil aufzuwerten. An den Fassaden der Häuser wurden mehr als 450 Wandbilder gestaltet.
An der nördlichen Atlantikküste Spaniens gibt es einen Ort, an dem majestätische Felsen wie die Strebepfeiler einer gotischen Kathedrale emporragen und das Rauschen der Wellen wie ein uraltes Gebet klingt. Das ist Playa de las Catedrales — das in der Nähe der Stadt Ribadeo in der Provinz Lugo liegt.
Seine Bögen, Höhlen und bizarren Labyrinthe, die vom Meer über Jahrtausende hinweg geformt wurden, haben ihn zu einem echten Instagram-Star gemacht. National Geographic hat Playa de Las Catedrales in die Liste der „21 besten Strände der Welt” in der Kategorie „Geologische Wunder” aufgenommen. Und TripAdvisor hat ihn zu einem der besten Strände Europas gekürt.
Gegen Abend erreiche ich Gijon, ca. 300 000 Einwohner in Asturien gelegen. Zuerst ins Auge fällt der ca. 1,5 km lange und sehr breite Strand San Lorenzo. Dank der lebhaften Wellen ist er sehr gut für Surfer geeignet. Parallel verläuft eine Promenade mit zum Teil sehr hohen Häusern, die aber nicht erdrückend wirken. Am Ende des Strandes kann man Cimadevilla, ein altes Fischerviertel, besuchen – das älteste und charmanteste Viertel Gijóns. Gelegen auf dem Hügel von Santa Catalina, einer kleinen Halbinsel, besticht dieses Viertel mit seinen engen, Kopfsteinpflasterstraßen, in denen man sich zwischen historischen Gebäuden und malerischen Ecken verlieren kann. Heute ist nur wenig Leben in diesem Viertel, die Atmosphäre ist trotzdem sehr schön. Hier isst man Bohneneintopf oder Chorizo in Apfelwein geschmort und trinkt Apfelwein dazu.Read more
Porto, Santiago de Compostela
September 27 in Spain ⋅ ⛅ 25 °C
Ich beginne einen Rundgang in Porto mit dem São Bento Bahnhof, einem alten Eisenbahnhof. Hier fuhren bereits ab 1896 die ersten Züge, der Bahnhof selbst eröffnete aber erst 1916. Früher war in dem Gebäude ein Kloster. In der Vorhalle findet man viele bunt gestaltete und bemalte Bilder aus Keramikfliesen.
Weiter geht es zu der schönen, barocken Kirche Igreja dos Clérigos. Wenn man in der Altstadt unterwegs ist, kommt man an dem imposanten Bauwerk mit seinem 75 Meter hohen Turm kaum vorbei.
Die Igreja dos Carmelitas Descalços ist eine reich geschmückte Kirche aus dem Barock. Sie ist von außen und innen sehr schön. An der Seitenfassade finden sich kunstvolle Gemälde aus blauen Fliesen. Die Kirche ist eng mit der benachbarten Igreja do Carmo verbunden. Auf den ersten Blick erkennt man nicht, dass es sich um zwei verschiedene Kirchen handelt. Sie sind nur durch ein kleines, ein Meter breites, Gebäude voneinander getrennt. Dies war damals eine Art Trennlinie zwischen den für die Mönche und Nonnen bestimmten Bereiche.
Bei der Kapelle chapel of souls wird man schon von außen in ihren Bann gezogen. Die Außenwände sind bedeckt von blau bemalten Fliesen – insgesamt über 15.900 auf ungefähr 360 Quadratmetern.
Das Rathaus ist definitiv eines der größten Gebäude der Stadt, es besteht aus sechs Ebenen, dem Turm, 70m hoch, mit Glockenspiel sowie zwei Innenhöfen. Davor treffe ich auf neu beginnende Studenten mit ihren typischen Umhängen, die an Harry Potter erinnern.
Bevor ich Porto verlasse esse ich noch einen typischen spanischen Eintopf.
Weiter geht es nach Vigo. Sie ist mit knapp 300.000 Einwohnern die größte Stadt in Galicien. Bis ins 19. Jahrhundert hinein lebten hier nur einige Tausend Menschen, die sich hauptsächlich von der Fischerei ernährten. Der Küstenort wurde immer wieder von Piraten überfallen, sodass mächtige Festungen gebaut wurden, deren Ruinen heute noch das Stadtbild mitprägen.
Gegen Abend erreiche ich die Stadt Santiago de Compostela, die ca. 100 000 Einwohner hat. Die Stadt Santiago ist das Ziel tausender Pilger, die sich täglich auf eine beschwerliche Wanderung machen. Hinzu kommt eine große Zahl „normaler“ Touristen. Santiago ist Sitz einer der größten Universitäten Spaniens mit ca. 45.000 Studenten.
In der Altstadt treffen sich in einer Kneipe, die zum Platzen gefüllt ist mit Menschen, Musiker, die nach Lust und Laune zusammen musizieren.Read more
Cascais, Sintra, Obidos, Porto
September 26 in Portugal ⋅ ☀️ 24 °C
Cascais war einst eine der Sommerresidenzen der portugiesischen Königsfamilie und der reichen Oberschicht. Daher findet man in der Altstadt viele schöne Prachtbauten. Cascais war einst eine der Sommerresidenzen der portugiesischen Königsfamilie und der reichen Oberschicht.
Der Palast von Sintra ist ein fantastischer, unwirklicher Ort – so schön wie in einem Märchen. Ein prächtiges Schloss auf einem Berg, dazu eine Prise dicht bewachsener Zauberwald, ein majestätisch wirkendes Anwesen, ein Atlantikblick, plus ein exotischer Schlossgarten und fertig ist die perfekt zusammengemischte Fabelwelt, wie man sie in Sintra vorfindet. Hier gibt es einen Übertourismus, wie man ihn selten bisher gesehen habe. Der Weg zum Schloss ist vollgestopft mit Touristen aus aller Welt neben den stauenden Autos, Bussen oder Tuctucs auf den engen Straßen, gibt es auch lange Menschen-Schlangen vor den beliebtesten Sehenswürdigkeiten, in denen man oft mehrere Stunden warten muss. Ich beschließe daher das Schloss nur aus der Entfernung anzuschauen.
Eine Pause wird versüßt mit Nata, einem kleinen Puddingtörtchen mit knuspriger, blätterteigartige Kruste und einer cremigen, leicht süßen Füllung, die in der Mitte leicht karamellisiert ist. Die Ursprünge der Pastéis de Nata lassen sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Wie viele andere berühmte Desserts in Portugal, wurden auch diese Törtchen ursprünglich von Mönchen und Nonnen in Klöstern kreiert. In einer Zeit, in der Eier häufig zur Klärung von Wein und zur Stärke Herstellung verwendet wurden, blieben große Mengen an Eigelb übrig. Anstatt dieses wertvolle Lebensmittel zu verschwenden, entwickelten die Klosterbewohner verschiedene Rezepte, um das Eigelb zu nutzen, darunter auch die berühmten Pastéis de Nata.
Ca. eine halbe Stunde entfernt ist Mafra.
Der Palast ist die Hauptattraktion (und im Grunde die einzige), das gigantische Gebäude stellt den Rest der Stadt völlig in den Schatten. Die Vorderfassade erstreckt sich über mehr als 250 Meter. Ein Palast mit 1.200 Zimmern. Eine 90 Meter lange Bibliothek, die von einer dort ansässigen Fledermauskolonie geschützt wird. Sechs Pfeifenorgeln, die dafür konzipiert wurden, von sechs Organisten gleichzeitig gespielt zu werden. Der Palácio Nacional de Mafra ist die Art von Gebäude, bei der jede Statistik wie eine Übertreibung klingt, und doch entspricht jede einzelne davon der Wahrheit. Dies ist kein Palast im herkömmlichen Sinne, sondern eine Kombination aus Palast, Kloster und Basilika in einem Ausmaß, das man mit eigenen Augen gesehen haben muss, um es zu begreifen.
Was als Gelübde von König João V. begann, ein bescheidenes Kloster für 13 Mönche zu errichten, entwickelte sich dank der gewaltigen Goldzuflüsse aus Brasilien im 18. Jahrhundert zu einem der extravagantesten Bauprojekte der europäischen Geschichte. Die Anlage wurde so riesig, dass ihr Bau den Staat beinahe in den Bankrott trieb und bis zu 25.000 Arbeiter erforderte. Das Ergebnis ist ein Bauwerk, das einen noch heute in Staunen versetzt und das ich zu den beeindruckendsten königlichen Palästen in ganz Portugal zählt.
Unterwegs sind viele Melonenfelder und Fabriken, die Backsteine herstellen.
Eine halbe Stunde entfernt ist das Dorf Obidos. Es zählt zu den schönsten Dörfern in ganz Portugal. Die historische Innenstadt ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, auf der man sogar die komplette Stadt umrunden kann. Dies habe ich schon beim letzten Besuch gemacht. Heute findet in der Kirche auch eine Trauung statt. Das Hochzeitsauto ist ein alter Renault 4.
Ein Highlight ist das Stadttor. Von außen kommt das Stadttor Porta da Vila eher unscheinbar daher. Doch im Inneren befindet sich eine kleine Kapelle, die mit den typisch blau-weißen Kacheln, den Azulejos, verziert ist. Heute zeigt sich auch die besonders gute Akustik durch das Duo, das live singt.
Ich fahre kurz durch Nazare. Es ist bekannt durch gigantische Wellen, aber die beste Zeit für einen Besuch in Nazaré ist die Wintersaison. Gerade in dieser Zeit bildet der Ozean hier Rekordwellen, die Surfer aus aller Welt anziehen. Der Rekord wird hier von einer Welle gehalten, die unglaubliche 26,2 Meter erreichte.
Eine Überraschung bietet Aveiro. Sie wird wegen seiner drei Kanäle als “Venedig Portugals“ bezeichnet. Die Stadt ist auch bekannt für ihre bunten Häuser und die Jugendstilfassaden. Einst war Aveiro für seine Salzgewinnung bekannt. Heute sind hier wichtige Wirtschaftszweige wie Metallverarbeitung, Porzellan-, Keramikproduktion, Papierherstellung und Korkverarbeitung ansässig.
Gegen Abend erreiche ich Porto und finde einen ruhigen Parkplatz in Vila Nova de Gaia, der drittgrößten Stadt Portugals, gegenüber der Altstadt von Porto. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Altstadt von Porto.
Ich stürze mich den Berg nach unten und überquere den Douro über die Brücke Ponte Dom Luís I. Sie ist ein Wahrzeichen von Porto, 385 Meter lang, bis zu 60 Meter hoch und wurde im Jahr 1886 eröffnet, oben fahren die Züge und unten die Autos. Ich erkunde die Altstadt von Porto, die Ribeira, die entlang der Uferpromenade Cais de Ribeira zu den weiter oben gelegenen Straßen führt.
WarumRead more
Lissabon
September 25 in Portugal ⋅ ☀️ 31 °C
Ich bin schon früh wach und wieder allein am Strand. Als ich aus dem Wasser steige kommen die ersten Surfer. Ich fahre an die südwestlichste Spitze farol da cabo de sao Vincent, wo ein Leuchtturm steht.
Sagres bietet als Strassendorf nicht viel Interessantes. Im Morgenlicht schaue ich mir die berühmten und wunderschönen Felsen bei Lagos, am Praia dona Anna an.
Im gewissen Abstand zur Küste führt der Weg durch viele kleine Dörfer weiter gegen Norden. Rechts und links viele Pinienbäume und Korkeichen. Zeitweise ist das Land eben so weit das Auge reicht.
Die letzten 20km in die Innenstadt von Lissabon ziehen sich wie Kaugummi, ich brauche fast 2 Stunden. In der Nähe der Altstadt, im Stadtviertel Alfama, finde ich auch einen Parkplatz.
Als das große Erdbeben von 1755 den Großteil Lissabons dem Erdboden gleichmachte, blieb Alfama als einziges Viertel stehen. Während der Rest der Stadt in einem ordentlichen Raster aus geraden Boulevards und einheitlichen Fassaden wiederaufgebaut wurde, bewahrte Alfama sein verwinkeltes maurisches Straßennetz, seine Seemannshäuser aus dem 17. Jahrhundert und die winzigen Tavernen, in denen der Fado einst von den Frauen der Fischer zum ersten Mal gesungen wurde. Dies ist das älteste und stimmungsvollste Viertel von Lissabon. Mitten hindurch rattert die gelbe Straßenbahn der Linie 28, die sich irgendwie durch Gassen fädelt, die eigentlich viel zu eng dafür wirken.
Heute sind einige Touristengruppen unterwegs, sicherlich nicht so viele wie in Sommer. Heute Abend ist Fado Abend und aus vielen Kneipen und auf Plätzen hört man diese melancholische Komposition. Man geht davon aus, dass die melancholischen Melodien des Fado aus dem Kummer jener Familien entstanden, die durch Portugals Zeitalter der Entdeckungsfahrten getrennt wurden. Die tiefsten Wurzeln der Musik liegen in Lissabons ältesten Vierteln, wo die Familien der Seeleute und Fischer lebten, während ihre Angehörigen sich den Gefahren des offenen Meeres stellten.
Einen ganz anderen Charakter hat das Stadtviertel Baixa. Durch das Erdbeben von 1755 bot sich nach der Zerstörung der Altstadt die Möglichkeit, das Stadtzentrum komplett neu zu gestalten. So konnte Lissabon als erste europäische Großstadt breite Boulevards und großzügige Plätze anlegen, die viel Licht und Ordnung ins Stadtzentrum brachten.
Die Plätze und Boulevards sind flankiert von klassizistischen Prachtbauten. Architektur und Städtebau aus einem Guss, wegweisend für viele europäische Städte, die diesem Beispiel folgten, wie auch Amsterdam. Die Baixa in Lissabon steht also exemplarisch für den Übergang von der mittelalterlichen zur modernen europäischen Stadt. In den Fußgängerzonen wo tagsüber teuer geshopt wird, wird abends edel gegessen.
Abends fuhr ein Zug mit 40 Waggons mitten über eine Kreuzung - unvorstellbar.
Ich suche mir wieder ein ruhiges Plätzchen direkt am Wasser, neben mir haben Angler noch ihre Ruten im Wasser.Read more
Faro, Albufeira, Lagos
September 24 in Portugal ⋅ ☀️ 24 °C
Ich habe den Strand für mich allein, nur ein paar Wellenreiter sind schon im Wasser.
Mit Blick über die Lagune genieße ich die morgendliche Stimmung. Es herrscht noch Ruhe auf der Insel.
In Faro angekommen suche ich das Stadttor Arco da Vila auf. Das Bauwerk wurde an der Stelle eines mittelalterlichen Stadttors, das beim Erdbeben von 1755 zerstört wurde, im Stil des Neoklassizismus errichtet und 1812 eingeweiht. Über dem Portal steht eine Marmorstatue von Thomas von Aquin, dem Schutzheiligen der Stadt. Ist man durch das Tor getreten, beginnt die Altstadt mit ihren weiß getünchten Häuser. Nicht weit entfernt befindet sich die Kathedrale. Sie wurde im 13. Jahrhundert nach dem Ende der Reconquista an der Stelle einer Moschee errichtet. Die Kirche trug schwere Schäden von zwei Erdbeben in den Jahren 1722 und 1755 davon. Aufgrund wiederholter Wiederaufbauarbeiten ergibt sich ein Mix verschiedener Baustile. Elemente der Gotik, des Barock und Manierismus sind zu erkennen.
Auf meinem Stadtrundgang komme ich auch an der Igreja do Carmo vorbei. Die imposante Kirche im nördlichen Teil der Altstadt wurde zwischen 1719 und 1807 im Barockstil erbaut.
Von außen besticht die Kirche mit ihrer barocken Fassade sowie den beiden Glockentürmen. Im Innenraum beeindrucken der mit vergoldeten Schnitzereien verzierte Hauptaltar und die reich dekorierten Nebenkapellen.
Im kleinen Klostergarten der Kirche befindet sich die berühmte Knochenkapelle Capela dos Ossos, die von über 1000 Mönchen des Karmeliterordens gebaut und im Jahr 1816 eingeweiht wurde.Die rund 1.245 Schädel verstorbener Mönche sowie die Inschrift über dem Eingang soll an die menschliche Vergänglichkeit erinnern.
Faro erscheint etwas vernachlässigt und wirkt daher nicht als Touristenmagnet.
Auf dem Weg liegt Loulé. Man spürt sofort den Kontrast zwischen dem ursprünglichen Portugal und der touristisch geprägten Algarve-Küste. Hier dominiert kein Massentourismus, sondern das authentische Leben: kleine Handwerksläden, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und alte Herrenhäuser mit bunten Fliesenfassaden.
Ich erreiche Albufeira. Von dem kleinen Ort, den ich vor 40 Jahren kennengelernt habe, ist nichts mehr wieder zu erkennen. Menschenmassen drängen sich durch die typischen Gassen eines beliebten Ferienortes.
Über Carvoeira erreiche ich am Nachmittag Lagos. Die Altstadt von Lagos ist von Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert umgeben. Beim Spaziergang durch die Gassen entdecken Besucher weiße Häuser, Kopfsteinpflaster und Plätze mit Cafés und Restaurants. Die Altstadt kombiniert verschiedene architektonische Einflüsse und zeigt Spuren der maurischen und portugiesischen Geschichte. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählt der Mercado de Escravos. Dieses Gebäude gilt als einer der ersten Orte in Europa, an dem versklavte Menschen aus Afrika verkauft wurden. Die Gassen erscheinen nicht so überfüllt von Touristen zu sein, wie andere Orte. Sie wirken sehr entspannt.
Ich esse im caso do prego, einer Tapasbar, marinierten Thunfisch, angebraten, mit einer phantastischen Käutersauce. Als Nachtisch karamelisierte Kondensmilch mit Bananen und Sahne. Alles sehr 😋.
Als Strand zum Übernachten hatte ich mir den ponta ruiva beach an der Westküste ausgesucht. Die Straße dorthin wird immer ruppiger, die ist mit vielen Schlaglöchern versehen. Auf den letzten Metern, einen steilen Hang hinauf mit sehr tiefen Querrillen, muss ich kapitulieren. Ich übernachte an einem schönen Strand in Lagos mit Blick auf die Steilküste.Read more
nach Faro
September 23 in Portugal ⋅ ☀️ 27 °C
Ich habe den Stand und das Meer heute morgen für mich allein.
Ich durchfahre den Nationalpark Doñana mit den bedeutendsten Feuchtgebieten Europas, weiten, unbebautenAtlantikstränden, grünen Bergwäldern und einer dichten Geschichte. Von den Häfen dieser Küste stach Christoph Kolumbus 1492 in See.
Nur ca. 20 Minuten entfernt liegt der Muelle de las Carabelas, ein historisches Wahrzeichen in Huelva, das die bedeutende Rolle der Stadt in der Entdeckung Amerikas würdigt. Hier können Besucher die Nachbildungen der berühmten Karavellen Santa María, Pinta und Niña besichtigen, die Kolumbus auf seiner ersten Reise nach Amerika verwendete.
Einige Minuten entfernt liegt das Kloster Rabida. Hier dreht sich fast alles um die Entdeckung Amerikas. Und tatsächlich wurden in dieser Gegend die Erkundungsfahrten vorbereitet, die dann schließlich vor mehr als 500 Jahren das Wissen über die Welt grundlegend veränderten. Christoph Kolumbus, den die Spanier Cristóbal Colón nennen, zählt zu den historischen Figuren, die in Spanien fast allgegenwärtig sind. Der Seefahrer, 1451 in Genua geboren, war besessen von der Idee, dass die Entdeckung eines direkten Seeweges nach Indien ihm selbst und seinen möglichen Finanziers Reichtum und Ruhm bescheren würde. Doch dafür benötigte er Geld und politischen Schutz. Und um dies zu erreichen, erforderte in erster Linie eine Menge Geduld und Hartnäckigkeit in der Überzeugungsarbeit.
Der portugiesische König ließ ihn abblitzen. Daher lag es nahe, sich an die direkte Konkurrenz zu wenden, und dies waren die Spanier. 1486 traf Kolumbus in dem Franziskanerkloster La Rábida ein, wo er die Unterstützung der dortigen Mönche wie Francisco Jiménez de Cisnero fand. Dieser war Beichtvater der spanischen Königin Isabel.
Die benachbarte Stadt Huelva bietet nicht viel zum Besichtigen, ich schaue mir kurz die Kathedrale an.
Ca. 40 km befindet sich die Grenze, nach dem Überqueren des Grenzflusses Guadiana zu Portugal. In dem Grenzort Ayamont bietet sich die letzte Gelegenheit noch für unter 2 Euro zu tanken.
Das letzte Ziel des Tages ist Faro bzw. ein Platz am Strand. Wenn man die Brücke vom Festland zum Praia de Faro überquert, lässt man die Stadt hinter sich und betritt eine andere Welt. Praia de Faro gilt weithin als der beste Strand der Region und zeichnet sich durch herrlich weichen, goldfarbenen Sand aus, der sich über 5 km entlang der Küste erstreckt. Praia de Faro liegt im Naturpark Ria Formosa. Richtung Faro ist das geschützte Lagunensystem ein Paradies für Vögel und Meerestiere. Auf der Meerseite tummeln sich viele Wellenreiter. Der Flughafen grenzt an das Lagunensystem.Read more
Sevilla, Matalascanas
September 22 in Spain ⋅ ☀️ 31 °C
Heute morgen empfinde ich das Wasser kälter als im Mittelmeer.
Ich frühstücke wieder in meiner Bar neben dem Camper, knuspriges flaches Brötchen und einen Kaffee für 5 Euro.
Ca. 20 Minuten entfernt ist die Destillerie Osborne. Sie wurde 1772 gegründet. Mit den berühmten Marken „Veterano“ und „103“ macht sich Osborne später weltweit einen Namen. 1956 wird der Stier zum Markenzeichen. Salvador Dalí, einer der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts kann als Werbeträger für die Marke Veterano gewonnen werden. Für 26 Euro kann man eine Besichtigung machen und 5 Sherrys versuchen. Da ich noch weiterfahren möchte, verzichte ich darauf.
Ca. 80 Minuten später erreiche ich Sevilla. Es ist wieder ein großes Problem einen Parkplatz zu finden. Im einem Wohngebiet werde ich fündig. Wenige Meter entfernt befinde ich mich schon inmitten der zahlreichen Keramikläden. Auf der anderen Seite des Flusses Guadalquivir befindet sich die Altstadt. Mein erster Weg führt zur Kathedrale. Laut den Ticketportalen gibt es keine Eintrittskarten mehr. An der Kasse bekomme ich noch ein Ticket und sogar zum Seniorentarif, mehr als die Hälfte billiger, 7 Euro. Die Kathedrale von Sevilla ist die drittgrößte christliche Kirche der Welt — nach dem Petersdom in Rom und der Paulskathedrale in London — und das größte gotische Bauwerk nach Volumen. Das Hauptschiff ist 135 m lang, 82 m breit, und die Gewölbedecke erreicht an ihrem Scheitelpunkt 56 m Höhe. Das entspricht ungefähr der Höhe eines 15-stöckigen Gebäudes. Man kann sich nicht vorstellen, dass man sich in einer Kirche verlaufen kann, hier ist es möglich. Die Kirche hat soviele Seitenaltäre und Räume, die nacheinander angeordnet sind. Auch ist es nicht möglich die Größe des Gebäudes in einem Blick zu erfassen, auch der Hauptraum ist mehrfach unterteilt.
Der Hochaltar ist der größte der Welt: 13,6 m breit, 28 m hoch, mit 45 Szenen aus dem Leben Christi und der Jungfrau in geschnitztem polychromem Holz. Er wurde 1481 in Auftrag gegeben und 1564 fertiggestellt — 83 Jahre Arbeit von mehreren Künstlern. Die Vergoldung verwendet schätzungsweise 2,5 kg Blattgold.
Das Grab des Christoph Kolumbus im südlichen Querschiff wird von vier gekrönten Bronzefiguren getragen.
Der Aufstieg zum Turm, Giralda, erfolgt über 35 Rampen — keine Treppen — es sollte so möglich sein mit Pferden zur Spitze des Turms zu reiten. Nur am Ende befinden sich 20 Stufen. Der Ausblick von der Spitze (70 m) ermöglicht den Ausblick über die Altstadt.
Ich schlendere durch das ehemals jüdische Viertel Santa Cruz. Es ist der verwinkeltste Teil der Altstadt von Sevilla und eine Sehenswürdigkeit für sich. Durch die bunten Gassen kommst man von einer kleinen Plaza zur nächsten.
Nicht weit davon entfernt ist der Metropol Parasol. Der Erbauer ließ sich bei der Kreierung dieses Wahrzeichens von den Säulen der Kathedrale von Sevilla inspirieren und arbeitete zugleich den Anblick der Birkenfeigenbäume des nahe gelegenen Plaza del Cristo de Burgos ein. Das Resultat dieser außergewöhnlichen Symbiose ist ein Prachtbau aus organischen Strukturen, der als größte Holzkonstruktion weltweit gilt.
Sonnenschirme in Form von Pilzen.
Äußerlich ähnelt die Konstruktion einem Gebilde aus sechs Sonnenschirmen, die in ihrer Form zugleich an Pilze erinnern. Teilweise sind einzelne Teile des Metropol Parasol zu einem Sonnenschutz miteinander verbunden. Maße, wie die Höhe von 26 Metern, die Länge von 150 Metern sowie die Breite 70 Metern beeindrucken die Besucher.
Für 18 Uhr habe ich eine Flamencovorführung gebucht. Man hat mir einen Platz direkt an der Bühne reserviert. Die 3 Künstler sind phantastisch.
Um der Großstadt zu entfliehen fahre ich weiter Richtung Norden und finde in Matalascanas wieder einen ruhigen Platz mit Blick aufs Meer.Read more
Cadiz
September 21 in Spain ⋅ 🌬 29 °C
Heute ist das Meer wieder sehr ruhig. In diesem Urlaub habe ich höchstens eine handvoll Menschen im Meer schwimmen gesehen.
Ich stehe mit dem Camper direkt vor einer gemütlichen Bar, die heute geöffnet hat, las Viandas. Ein belegtes Brötchen und ein Milchkaffee kosten 5,10 Euro.
Ich fahre die Uferpromenade entlang Richtung Westen, vorbei an der Kathedrale. Das markanteste Merkmal ist die goldene Kuppel, die sich stark gegen die weiße Fassade der Kirche und der Häuser in der Altstadt von Cádiz abhebt.
Kurz danach erreiche ich die Festung
San Sebastián. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes die letzte Bastion von Cádiz, denn sie liegt inmitten des Meeres, nur durch eine Promenade mit der Altstadt verbunden.
Die Ursprünge der Festung sind kaum zu glauben: Venezianische Seefahrer strandeten auf dem Felsvorsprung und da sie mit der Pest infiziert waren, erlaubte man ihnen nur, dort zu bleiben. Aus den Ruinen eines Leuchtturms erbauten sie das, was später einmal die Verteidigungsanlage von Cádiz werden sollte. Ein besonderes Merkmal ist der 41 Meter hohe Leuchtturm, der bereits von weitem erkennbar ist. Wenn man den James-Bond-Film “Stirb an einem anderen Tag” gesehen hat, kommt einem die Kulisse der Festung vielleicht bekannt vor.
Ich fahre weiter an der Promenade entlang und erreiche den Park Genovése. Er ist der größte Park in Cádiz. Ebenso wie der Park Jardines de Alameda Apodaca liegt er direkt am Meer. Die Gärtner legen sich hier wirklich ins Zeug, denn die Bäume und Büsche sind akribisch zurechtgeschnitten, sehr gepflegt und nehmen teilweise sogar Spiralformen an. Im nächsten Park sind die größte Attraktion die riesigen Ficus-Bäume. Die aus Indien stammenden Bäume wurden im Park im Jahr 1903 gepflanzt.
Auf dem Weg zurück, durch die engen Gassen der Altstadt, halte ich kurz an einem engen Durchblick auf das römische Theater. Vor ungefähr 30 Jahren entdeckte man in Cádiz die Überreste dieses Theaters. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich sogar um eines der größten seiner Art in Europa handelte. Rund 10.000-20.000 Personen fanden darin Platz. Leider kann der historische Fund nicht komplett freigelegt werden, da mittlerweile schon Häuser darüber gebaut wurden.
Ich schlendere noch kurz durch die Markthalle, bin aber enttäuscht, da nur wenige Stände besetzt sind.
Abends gehe ich wieder in der Tapasbar laudril essen. Ich bestelle einen Pulposalat, schmeckt wie Kartoffelsalat mit kleinen Pulpostücken, ein Steak aus Kurzflossen- Makohai, eingelegter Thunfisch mit Käse und kleine Tintenfische. Alles sehr 😋. Auf dem Rückweg treffe ich auf einige Bands, die an verschiedenen Orten im Freien proben.Read more
Gibraltar, Cadiz
September 20 in Spain ⋅ 🌬 30 °C
Heute morgen ist es schwierig ins Meer zu gehen, die Wellen sind zu hoch. Ich finde eine durch Felsen geschützte Stelle.
Ich fahre an der Küste entlang Richtung Torremolinos. Die Touristenorte gehen ineinander über und sind kaum voneinander zu unterscheiden. Gegen Mittag erreiche ich die britische Enklave Gibraltar. Sie hat eine Fläche von 6,8 km² und kann grundsätzlich in zwei Bereiche aufgeteilt werden: Die Stadt Gibraltar (westlich des Felsens) und den Felsen von Gibraltar. Gibraltar ist Luftlinie nur ca. 20 Kilometer von Afrika entfernt. Bei gutem Wetter sieht man bis zum anderen Kontinent. Der Felsen von Gibraltar ist 426 Meter hoch und nimmt flächentechnisch den größten Teil der britischen Kolonie ein. Das Wahrzeichen von Gibraltar wird von zahlreichen Berberaffen bewohnt, weshalb der Beiname “Affenfelsen” entstand. Eine schmale Straßen, die teilweise nur einspurig befahrbar ist, führt durch einen Tunnel zur südlichsten Spitze von Gibraltar, dem Europa point. Den Weg dorthin weist das schlanke Minarett der Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, ein „Geschenk“ des ehemaligen Königs von Saudi-Arabien, Fahd.
Ich nutze die niedrigen Dieselpreise und mache mein Tank wieder voll £ 1,43 pro Liter. Ca. 50 km Richtung Westen liegt der südlichste Ort von Spanien, Tarifa. Umgeben ist die Altstadt von einer Stadtmauer. Innerhalb von knapp 2 Stunden ist man komplett durch alle Gassen gelaufen. Tarifa hat einen der längsten und schönsten Strände. Die Stadt gilt auch als Windhauptstadt in Südeuropa. Selbst in der Nebensaison kann man hunderte Kites am Himmel beobachten. Durch die Länge der Bucht verteilt sich die Menge aber über viele Kilometer. Mehr als 50 Kite-Schulen gibt es vor Ort.
Von hieraus fahre ich jetzt Richtung Norden, die Atlantikküste entlang. Nach 20 Minuten erreiche ich Bolonia Claudia. Sie ist die am vollständigsten erhaltene römische Ruinenstadt auf der iberischen Halbinsel und wurde benannt nach dem römischen Kaiser Claudius (41- 45 n.Chr.). Sie war zu der Zeit der wichtigste Mittelmeerhafen in der Region. Ende des 2. Jahrhunderts wurde Baelo Claudia von einem Erdbeben erschüttert. Der sich anschließende wirtschaftliche Niedergang führte zur Aufgabe der Stadt im 6. Jh.
Die ehemalige römische Stadt liegt heute direkt an einem Strand mit einem Sand so fein wie Puderzucker. Mit über 30 Metern hoch in den Himmel überragt eine Düne auf spektakuläre Art das weitläufige Dünensystem, zu dem sie gehört. Mit einer Breite von über 200 m bewegt sie sich langsam im Rhythmus der Winde vorwärts, die von der Straße von Gibraltar her wehen. Heute weht der Wind sehr stark, ca. 7-8 .
Ca. 90 Minuten später erreiche ich Cadiz. Die Stadt des Lichts am blauen Meer, zählt zu den interessanten Hafenstädten an der spanischen Atlantikküste. Der weltweite Handel brachte Reichtum in die Stadt. Cádiz gilt als die älteste Stadt auf europäischem Boden. Das Cádiz der Neuzeit liegt auf einer Landzunge, an deren nordwestlichen Spitze die historische Altstadt liegt. Das alte Zentrum wird fast vollständig von Stadtmauern umgeben, dazwischen befindet sich das Gewirr von Gassen und Plätzen.
Ich besuche noch den Turm Tavira. Er ist die höchste Stelle der Altstadt. Von der 45 m über dem Meeresspiegel liegenden Turmspitze, erbaut im Jahre 1778, wurde der Hafen und die Schiffsbewegungen überwacht. Weitere Wachtürme lagen in Sichtweite. Die Bewegungen der Schiffe auf dem Meer wurden mit der Hilfe von Signalflaggen zwischen den Türmen übermittelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die oben installierte Camera obscura, mit einer 360 Grad Rundumsicht auf die Stadt und die Bucht von Cádiz.
In der Altstadt treffe ich auf eine Gruppe junger Menschen die ein Gestell nach einer Musik tragen, vermutlich üben sie für eine Prozession.
Ich schlendere durch die Gassen der Altstadt auf der Suche nach einer Taperia. In der Bar Laudril werde ich fündig, an der Bar ist neben einem Australier noch ein Platz frei. Er reist in 6 Wochen durch Europa und ist schon eine Woche in Cadiz. Ich esse 3 Tapas und trinke ein Glas Weißwein für 16 Euro. Es ist angenehm warm, so dass man ärmellos noch draußen sitzen kann.Read more
Mojacar, Almeria, Malaga
September 19 in Spain ⋅ ☀️ 26 °C
Wie immer nach dem Aufstehen ist der erste Gang ins Meer. Es ist heute morgen sehr ruhig, ohne Wellen.
Weiter geht es Richtung Süden. Kurz nach der Ortsausfahrt stoße ich auf einen lokalen Markt. Man kann Gemüse und Obst kaufen, aber auch Kleidung, die man vorher in die Kleidercontainer geworfen hat.
Ich fahre an der Geoda de Pulpí vorbei. Sie gilt als eines der spektakulärsten Naturwunder Europas, wenn nicht gar der Welt. Sie ist die größte öffentlich zugängliche Kristallhöhle der Erde und verbirgt sich in einer stillgelegten Mine tief im Inneren eines kargen Gebirgszuges nahe der Ortschaft Pulpi. Die Geode fasziniert mit gigantischen, nahezu transparenten Gipskristallen. Leider ist der Zutritt für die nächsten Tage ausgebucht. So fahre ich weiter nach Mojacar. Das historische Zentrum des Städtchens Mojácar liegt auf einem Hügel direkt an der Küste. Die kubischen, weißen Häuser schmiegen sich auf der Meerseite an den Hang und ziehen sich hinauf bis zur Spitze. Mojácar zählt zu den schönsten Urlaubsorten an der andalusischen Mittelmeerküste Costa de Almería.
Ich durchquere den Naturpark Cabo de Gata. Er liegt am südöstlichen Ende der Provinz Almería. Der Küstenstreifen ist von Steilküsten, Buchten und Stränden geprägt.
Die Gebirgskette Sierra de Cabo de Gata ist vulkanischen Ursprungs und ihr Relief ist durch Vulkankegel, Lavadämme, Vulkankrater, Felsvorsprünge und Kuppeln gekennzeichnet. Je näher ich Almería komme um so mehr wird die Landschaft durch Gewächshäuser geprägt. Almería gilt als eines der wichtigsten Zentren für den Gemüseanbau in Europa. Mit einer beeindruckenden Fläche von etwa 30.000 Hektar, ca. 150km, an Gewächshäusern produziert die Region jährlich Millionen Tonnen an frischem Gemüse für den Export. Almería wird oft als „Mar de Plástico“ bezeichnet, da die Landschaft von Gewächshäusern aus Kunststoffplanen geprägt ist.
Durch Almeria fahre ich nur durch und weiter nach Nerja. Nerja ist auch bekannt geworden durch eine Tropfsteinhöhle mit einer 32 m hohen Riesensäule, die als die größte natürliche Säule der Welt gilt. Ich fahre an einem Aquaedukt vorbei mit seinen 37 Bögen, er entstand erst 1870 bis 1880 durch einen privaten Unternehmer. In Nerja herrscht reges Treiben durch die Touristen.
Gegen Abend erreiche ich Malaga. Es ist wieder schwierig einen Parkplatz zu finden. Mit ca. 300 Sonnentage im Jahr und Wintertemperaturen von 17–20 Grad ist Málaga das ganze Jahr über bereisbar.
Nicht zu übersehen ist die Alcazaba. Die alte arabische Festung ist direkt in die Altstadt – gebaut, als die Mauren in Andalusien regierten. Sie liegt direkt über dem Römischen Theater. Erst 1951 wurde das Theater wiederentdeckt und ausgegraben.
Die Kathedrale von Málaga ist das Wahrzeichen der Stadt – und sie hat eine kleine Besonderheit: Einer der beiden Türme fehlt. Einfach so. Im 18. Jahrhundert hat das Geld nicht mehr gereicht und der Turm wurde nie fertiggestellt. Seither heißt sie im Volksmund „La Manquita“ – die Einarmige. Der Plaza de la Constitución ist der historische Hauptplatz von Málaga. Hier schlägt das ❤️ der Stadt. Die Malagueños sitzen gerne draußen und genießen das Leben. Heute ist hier die Höhle los. Wenige Meter entfernt ist die Calle Larios, die bekannteste Straße von Málaga und quasi das Zentrum der Altstadt. Hier ist immer was los – Cafés, Boutiquen, Straßenmusiker, flanierende Leute. Heute sind Artisten in Aktion, die schnell von einer Menschentraube umgeben sind.
Ich fahre noch 15 Minuten weiter Richtung Torremolinos und finde einen sandigen Parkplatz direkt am Strand.Read more
Alicante, Cartagena
September 18 in Spain ⋅ ☀️ 25 °C
Ein absolutes Must-See in Alicante ist die wunderschöne, mit Palmen gesäumte Promenade Explanada de España, die parallel zur eigentlichen Hafenpromenade verläuft. Im Hafen liegen viele "kleine Boote " mindestens so teuer wie Einfamilienhäuser. Ich besuche noch das schönste und ursprünglichste Viertel von Alacant, das Barrio Santa Cruz. Enge Gassen, mit Blumen geschmückten Häusern, schmiegen sich an den Hang. Mein Weg nach Süden führt entlamg der Seen von Santa Pola, die der Salzgewinnung dienen. Das Wasser ist manchmal auch rosa/ bräunlich verfärbt. Viele Wasservögel, auch Flamingos kann man wieder hier antreffen.
Nach fast 2 Stunden erreiche ich Cartagena. Sie liegt an einer tiefen Bucht an der Costa Cálida („Warme Küste“). Sie ist einer der bedeutendsten Handelshäfen Spaniens und die größte Marinebasis am Mittelmeer. Die Stadt mit dem klingenden Namen zählt zu den ältesten Siedlungen an der spanischen Mittelmeerküste. 3.000 Jahre Stadtgeschichte sind eine lange Zeit, in der vieles einfach im Boden verschwindet, überbaut und so vergessen wird. Da war es eine Sensation, als im Jahre 1988 bei Bauarbeiten für ein Einkaufszentrum, direkt neben der im spanischen Bürgerkrieg zerstörten Kathedrale, die Ruinen eines römischen Theaters entdeckt wurden. Das im Jahre 44 v. u. Z. erbaute Teatro Romano bot Platz für bis zu 7.000 Menschen und zählt damit zu den größten auf der iberischen Halbinsel.
Heute steht die Stadt Kopf, viele "Römer" sind in der Stadt unterwegs. In der zweiten Septemberhälfte startet über 10 Tage das große mittelalterliche Fest Carthagineses y Romanos (Karthager und Römer). Diese Fiesta erinnert an die Eroberung der karthagischen Stadt Qart Hadasht im Jahre 209 v.u.Z. durch die Römer im zweiten Punischen Krieg. Die Menschen haben sich verkleidet, trinken ausgiebig Bier und es wird Musik mit Trommeln und Dudelsäcken gemacht. Bei Einbruch der Dunkelheit wird auf dem Berg, auf historischem Grund, die Geschichte der Eroberung nachgestellt. Den Abschluss bildet ein 🎆 Feuerwerk. Cartagena hat mich sehr beeindruckt und zählt zu den Highlights der bisherigen Reise.
Ich fahre noch 80 km durch die Berge weiter nach Aguilas und suche mir wieder ein schönes Plätzchen am Strand.Read more
Valencia, Alicante
September 17 in Spain ⋅ ☀️ 28 °C
Der camper ist heute morgen sauber wie nach einer Fahrt durch die Waschanlage. Man sieht auf den Wegen und Straßen noch die Spuren des Sturms vom letzten Abend.
Ich habe für heute morgen Tickets für die ciudad de las artes y de las ciencias,
und oceangraphics gekauft. Bei der Stadt der Künste und der Wissenschaften, so lautet der Name ins Deutsche übersetzt, handelt es sich genaugenommen um eine Art Park mit verschiedenen Unterhaltungsangeboten. Das L’Hemisfèric, umgeben von Wasser, symbolisiert ein überdimensional großes Augenlid – deklariert als Auge der Weisheit. Denn im Inneren befindet sich ein 3D-Kino, ein Planetarium sowie ein Laserium, um die visuellen Sinne des Menschen zu faszinieren. Ebenfalls extravagant anzusehen ist das Museo de las Ciencias – auf drei Stockwerken erhalten Besucher einen Einblick in die wissenschaftlichen Naturgesetze.
Auf die Ohren gibt es hingegen etwas im Palau de las Arts Reina Sofia – einem sagenhaften Operngebäude mit Aufführungen des Gesangs, des Balletts und des Theaters. Ich besuche das Wissenschaftsmuseum und das größte Aquarium Europas.
Am Nachmittag fahre ich weiter Richtung Alicante. Rechts und links der Straße stehen Orangenbäume, grüne Früchte hängen dran. Die Straße führt abseits der Küste, hohe Felsen sind teilweise bis in die Spitzen bebaut. Auf dem Weg streife ich Denia mit einer großen Burganlage und Benidorm. In Benidorm übernachten die meisten Urlauber in 77 Hochhäusern, 27 Wolkenkratzer wachsen mit mehr als 100 Meter Höhe in den Himmel.
Die höchsten Gebäude sind der Apartmentturm Intempo mit 200 Metern und das Gran Hotel Bali mit 186 Metern. Damit besitzt Benidorm weltweit die höchste Dichte an Hochhäusern pro Einwohner. Im Jahre 2017 zählt die Statistik für Benidorm 16,4 Millionen Übernachtungen. Der Vorteil dieser Bauweise liegt auf der Hand. Der Flächenverbrauch und die Baukosten werden minimiert, sodass in Folge ein relativ preiswertes Urlaubsangebot gerade auch für Gering- und Durchschnittsverdiener geschaffen wurde.
Vor Alicante finde ich am Hafen einen Parkplatz.Read more
Valencia
September 16 in Spain ⋅ ☀️ 29 °C
Valencia ist mit ca. 840 000 Einwohnern nach Madrid und Barcelona die drittgrößte Stadt in Spanien. Sie ist zu Fuß kaum zu bewältigen, daher schwinge ich mich aufs Fahrrad und fahre damit die 8 Kilometer in die Stadt. Die erste Station ist die Kathedrale. Sie ist eines der auffälligsten Gebäude in der Altstadt und ein Must-See. Sie ist von außen wirklich sehr sehenswert und auch ein Besuch im Inneren lohnt sich, denn da wartet noch ein echtes Highlight: der Heilige Gral! Na gut, ganz sicher ist das nicht, denn so richtig weiß niemand, was der Heilige Gral überhaupt ist. Da gibt es verschiedene Theorien. Relativ sicher ist aber, dass der in der Kathedrale von Valencia ausgestellte Kelch von Jesus höchstpersönlich beim Letzten Abendmahl benutzt wurde 😜.
Nicht weit entfernt befindet sich die Markthalle, der mercado central. Sie ist mit einer Fläche von 8.000 m² nicht nur zu den größten europäischen Märkten gehörig, die im valenzianischen Jugendstil erbaute und sehr ansehnliche Markthalle zählt außerdem zu den ältesten Europas. Die Jugendstilmarkthalle wurde 1928 eröffnet und ist wirklich ein Schmuckstück. Im Inneren findet man über 300 Verkaufsstände, an denen es frischen Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und viele weitere Leckereien zu kaufen gibt. 250 g Krabben kosten 3,50 Euro. Schräg gegenüber liegt die Seidenbörse Lonja de la Seda. Sie ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Valencias und die einzige Unesco Weltkulturstätte in der Stadt. Ich streife noch durch die Gassen El Carmen in der Altstadt Valencias. In dem Viertel im Norden der Altstadt findet man viele individuelle Geschäfte, Boutiquen und viele gute Restaurants, Cafés und Bars. Besonders ins Auge fällt die viele Streetart.
Am Abend bricht die Welt um uns herum zusammen. Über 2 Stunden tobt ein Gewitter, wie ich es vielleicht noch nie in dieser Heftigkeit erlebt habe. Winde in Orkanstärke und massive Regenfälle lassen auch Gegenstände durch die Luft fliegen und das Wasser rund um mich steigen. Ich parke den Camper während des Sturms in den Windschatten eines großen Gebäudes.Read more
Reus, Valencia
September 15 in Spain ⋅ ☁️ 29 °C
Was hat Reus bekannt gemacht? Es ist nicht der Fußballer gemeint 🤣.
Es ist der Geburtsort von Antoni Gaudi. Er wurde hier am 25.6.1832 als jüngstes Kind von fünf Geschwistern geboren. Sein Vater war in dritter Generation Kupferschmied. Bei ihm hat er gesehen, wie man aus zwei Dimensionen drei macht und wie man Volumen und Formen bildet. Dieses ihm vertraute Handwerk hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass er später für seine Bauten viel Kunsthandwerk verwendete.
Den Eltern war wichtig, dass die Kinder nicht diesen Beruf ergreifen, sondern studieren. Als Kind hatte er oft rheumatischen Krankheiten, blieb der Schule fern und verbrachte viel Zeit im Landhaus der Familie in Riudoms, wo er intensiv Pflanzen und Tiere beobachtete. Diese Zeit hat ihn so stark geprägt, dass er wie kein anderer die Natur in seine Architektur integrierte. Antoni beschloss, Architekt zu werden. Drei (!) Jahre aber mussten vergehen, bis er an der Architekturschule aufgenommen wurde. Er galt nie als guter Schüler und zu schwer fiel es ihm, sich auf Fächer zu konzentrieren, die er für den Eintritt belegen musste.Auch als Student war Gaudí eigen und widmete sich eher geschwungenen Linien, organischen Figuren und schier unmöglichen Strukturen als dem, wie man heute sagen würde, Gesamtmanagement der Projekte. So sagte der Direktor zum Abschluss des Studiums den berühmten Satz: „Wer weiß, ob wir das Diplom einem Verrückten oder einem Genie gegeben haben – nur die Zeit wird es uns sagen.
Er heiratete nie und blieb kinderlos. Beste Voraussetzungen hingegen, sich ganz der Architektur zu widmen!
Mit den Jahren wurde er zum streng gläubigen und praktizierenden Katholiken, der jeden Tag zur Beichte ging. Seit dem Jahr 2000 läuft sogar ein Seligsprechungsverfahren für Gaudí. Ausgang noch Ungewiss!
Mit nur 31 erhält er den Auftrag, die Sagrada Familia zu bauen. Ganze 42 Jahre seines Lebens widmete er sich seinem wichtigsten Werk, die letzten 12 davon exklusiv. Er war so fasziniert von der Errichtung der Kirche, dass er beschloss, ins Bauatelier der Sagrada Familia zu ziehen und in diesem Meer von Plänen und Modellen zu leben. Er trug die gleichen Kleider Tag ein Tag aus, bis sie zerrissen waren, war ungepflegt und sah aus wie ein armer Mann. So vernachlässigt sah er aus, dass ihn der Fahrer der Straßenbahn, die ihn an jenem schicksalshaften 7. Juni 1926 anfuhr, einfach von der Straße wegzog und liegen ließ. Gaudí war schwer verletzt und starb drei Tage später, auch weil er sich weigerte, in eine Privatklinik eingewiesen zu werden. Er bevorzugte es, in einem Krankenhaus für Bedürftige behandelt zu werden. Zu seiner Beerdigung strömten die Massen – ein Zeichen dafür, dass Gaudí schon zu Lebzeiten ein viel beachteter Architekt und eine verehrte Person war. Er wurde in der Krypta der Sagrada Familia beigesetzt, einer der wenigen Bereiche, die er bereits vollendet sehen konnte.
Gaudi zu Ehren wurde in Reus ein Museum eingerichtet. Reus, mit 111 000 Einwohnern, ist die 2. größte Stadt Kataloniens und kulturell sehr aktiv, sie gilt als shopping Eldorado.
Nach einer halben Stunde Fahrt wieder an der Küste angekommen, bin ich plötzlich im Ebro Delta. Das 320 Quadratkilometer große Delta ist ein Landschaftsspektakel. Es bietet ungewöhnlichste Szenerien. Bilder, wie man sie in Europa selten findet. Es ist flach wie eine Pizza und pitschepatschenass. Wasser gibt es hier nicht nur im Meer und in Lagunen, sondern auch in Sümpfen, Kanälen und in von Schilf umgebenen Seen. Und natürlich in den überfluteten Reisfeldern. Fast der gesamte katalanische Reis wird an der Ebromündung geerntet, getrocknet und gereinigt.
Über Vinaroz, Peniscola erreiche ich gegen Abend Port Saplaya, ein Vorort von Valencia. Etwas abseits des Trubels stehe ich mit dem Camper direkt am Meer, der erste Weg führt in die Wellen.Read more
Tarragona
September 14 in Spain ⋅ ☀️ 28 °C
Augen auf und erste Blick ist das Meer. Es hat eine angenehme Temperatur, eine Dusche steht auch am Strand. Gegen Mittag habe ich Zeit die Stadt zu erkunden. Die römische Geschichte ist hier an der Costa Dorada allgegenwärtig. Im 1. und 2. Jahrhundert war Tarragona (oder römisch Tarraco) eine der wichtigsten römischen Städte auf der iberischen Halbinsel. Kaum zu glauben, wie groß der Circus im antiken Tarragona war! Auf einer Fläche von 325 Metern Länge und zwischen 100 und 115 Metern Breite fanden hier Wagentennen statt, eines der größten Spektakel überhaupt. Direkt am Meer gelegen fanden zu Zeiten der Römer im Amphitheater Gladiatorenkämpfe und blutige Hetzen mit wilden Tieren statt, die zur Belustigung der Zuschauer ihr Leben lassen mussten.
Auf dem Platz vor der Kathedrale von Tarragona findet sonntags oft auch eines der absoluten Highlights statt: Hier kann man den verschiedenen Gruppen der Castellers zuschauen, wie sie in einer Kombination aus Teamwork und Akrobatik ihre schwindelerregenden Türme, die Castells, bauen. Alle zwei Jahre gibt es dann einen großen mehrtägigen Wettbewerb, in dem dann die beste Gruppe gekürt wird. Allein in Tarragona gibt es vier verschiedene Vereine, die diese Tradition mit viel Hingabe pflegen. Besonders beeindruckend ist, wie viel Zusammenhalt (im wahrsten Sinne des Wortes) für einen Turm nötig ist: Da kommen schon mal hunderte Castellers in einer genau ausgeklügelten Formation zusammen! Auch unter den Gruppen herrscht keine wirkliche Konkurrenz; man hilft sich sogar gegenseitig beim Umwickeln der ultralangen Bauchbinden, die für die nötige Stabilität im Lendenbereich sorgen.Read more
Carcassonne, Andorra la Vella
September 12 in France ⋅ ☀️ 25 °C
Hat man gestern noch viele Obdachlose und Müll in den Nebenstraßen gesehen, so ist die Stadt heute früh schon rausgeputzt worden. Die Straßen wurden mit Wasser gereinigt und die Müllberge beseitigt. Ich besuche zunächst die Notre dame Basilika, später die Jakobinerkirche. Ihre Ursprünge reichen zurück ins 13. Jahrhundert, als sie als Hauptkirche des Dominikanerordens in Toulouse gegründet wurde. Im Mittelalter war die Jakobinerkirche ein wichtiges Zentrum der theologischen Lehre und des religiösen Lebens in Toulouse. Sie spielte eine zentrale Rolle in der Verbreitung der Ideen des Dominikanerordens und wurde zu einem wichtigen Treffpunkt für Gelehrte und Theologen. Ihre Bedeutung als geistiges Zentrum wurde durch die Anwesenheit von Thomas von Aquin, einem der bedeutendsten christlichen Philosophen, weiter erhöht.
Heute ist Sonntag und Flohmarkttag, ich treffe auf mehrere Flohmärkte. Ab 11 Uhr wird es voll in der Stadt und ich fahre weiter Richtung Südwesten nach Carcassonne, ca. 100km entfernt. Bei der Anfahrt sieht man schon von weitem die Festungsstadt auf einem Hügel. Besser gesagt: Zu sehen sind vor allem die imposanten Festungsmauern, die mit sage und schreibe 52 Türmen gespickt sind. Die meterhohen Mauern umschließen die gesamte Altstadt, die lediglich über zwei Eingangstore zugänglich ist. Damit gilt die Cité de Carcassonne als größte ummauerte Festung Europas. Bis ins Jahr 1947 war Carcassonne Start- und Zielort der Tour de France.
Meine Fahrt führt weiter in die Pyrenäen, in das ca. 170 km entfernte Andorra la Vella, die Hauptstadt von Andorra.
Die Auffaltung der Pyrenäen begann wie jene der Alpen vor rund 100 Millionen Jahren
Mit rund 430 Kilometer Länge sind die das Grenzgebirge und der Übergang von der Iberischen Halbinsel zum restlichen Europa. Im Osten sind die Pyrenäen teils gerade einmal zehn Kilometer breit; im zentralen Abschnitt erreichen sie eine Breite von 150 Kilometern. Höchster Pyrenäengipfel – und dritthöchster Gipfel Spaniens – ist der Pico de Aneto (3404m) in Aragon.
Die Straße führt in vielen Serpentinen wiederholt rauf und runter, teilweise ähnelt die Landschaft dem Allgäu, nur sind die Berge hier etwas runder. Die Grenze nach Andorra überquert man fast unbemerkt. Auf den folgenden Kilometer findet man 6 Tankstellen, wo hat man schon mal solche eine Dichte an Tankstellen gesehen🤔🤔. Jeder Autofahrer ist begierig das billige Benzin zu tanken, fast 70 Cent billiger als in Frankreich.
Die folgenden Skiorte ähneln denen in Frankreich, Menschenmassen müssen im Winter aufgenommen werden. Die Bauten kleben an den Hängen, sind modern oder auch futuristisch zu nennen.
Nach 170km und 3,5 Stunden erreiche ich die Hauptstadt des Fürstentums Andorras, Andorra la vella, gegen 19 Uhr. Sie liegt eingebettet in einem Tal der Pyrenäen, nur wenige Kilometer von der spanischen Grenze entfernt. Die Stadt ist bekannt für ihre Lage auf rund 1.000 Metern Höhe, ihre moderne Architektur und vor allem ein beliebtes Duty-free-Shoppingziel. Sie hat rund 24.000 Einwohner. Andorra la Vella liegt auf rund 1.000 m Höhe und zählt zu den höchstgelegenen Häuptstädten in Europa.
Jeder, der ein wenig Sinn für Kunst hat, braucht keinen Blick auf die kleine Schautafel zu werfen, um zu wissen, von wem das Kunstwerk an der Plaça de la Rotonda stammt. Die geschwungene Uhr allein lässt kaum Zweifel: Bei der surrealen Bronzeskulptur handelt es sich um ein Werk des katalanischen Künstlers Salvador Dalí. Das Kunstwerk ist eine Anspielung darauf, dass die Zeit über den Menschen herrscht.
Das nächste Highlight ist das Centre Termolúdic Caldea, das 18-stöckige Wellnessresort gilt als größtes Thermalbadzentrum Südeuropas. Die Preise sind auch entsprechend, für 3 Stunden 53 Euro.
Die Parkplätze in dieser Stadt sind rar und unbezahlbar, jeder Quadratmeterist ist vergeben. Ich kurve sehr lange umher bis ich einen Parkplatz gefunden habe, der auch von Wohnmobilen benutzt werden darf, Kostenpunkt 56 Euro bis morgen früh 8 Uhr. Ich finde einen Parkplatz am Straßenrand und erkunde kurz die Stadt. Da ich kein Internet habe, entschließe ich mich weiter Richtung Küste zu fahren. Gegen 23:30 Uhr erreiche ich, nach 180km, Tarragona und finde einen Parkplatz mit Blick auf die Bucht, sogar von meinem Bett aus🤣.Read more
Weg nach Toulouse
September 12 in France ⋅ ☀️ 25 °C
Gleich nach dem Aufwachen stürze ich mich in die Wellen des kleinen Baches Dordogne. Mein Stellplatz entpuppt sich bei Tageslicht als sehr idyllisch. Hier hat man am Dorfrand, direkt am Bach schöne kostenlose Stellplätze für Wohnmobile mit Strom und Mülltonnen eingerichtet.
In 20 km Entfernung Richtung Westen liegt Collonges la rouge. Collonges la rouge erlebte Ende der 1970er-Jahre ein Schicksal, das viele kleine Orte teilten: Es besaß ein beachtliches historisches Erbe, leere Kassen – und litt unter dem Fortzug der Jungen und der Überalterung der Daheimgebliebenen. Anfang der 1980er-Jahre war Charles Ceyrac, der von 1977 bis 1998 in Collonges amtierte, nach Paris gereist. In einer Buchhandlung entdeckte er ein Buch von Reader’s Digest mit dem Titel Les Plus Beaux Villages de France. Ceyrac schrieb sämtliche vorgestellten Bürgermeister an. Sein Aufruf: Gründen wir einen solchen Verein – und retten wir so unsere Dörfer. 66 Bürgermeister folgten seinem Aufruf. Am 6. März 1982 gründeten sie das Netzwerk Les Plus Beaux Villages de France - die schönsten Dörfer Frankreichs. Ein Ort, der in die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs aufgenommen werden will, darf nicht mehr als 2000 Einwohner haben und muss über eine geschützte Zone oder denkmalgeschützte Bauwerke verfügen. So wie Collonges-la-Rouge. Tiefrot leuchtet das alte Dorf rund zwanzig Kilometer weit. Von seiner Vergangenheit als Zwischenstation für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela hat das Dorf eine romanische Kirche bewahrt, deren Wurzeln bis in das Jahr 1060 zurückreichen. In einer Markthalle wurde Wein und Nussöl von den umliegenden Walnussfeldern angeboten.
Weiter geht es durch Walnussbäume so weit das Auge reicht nach Martel. Mit seiner Auszeichnung als eines der schönsten Dörfer Frankreichs hat Martel den Status eines Geheimtipps verloren. Die alte Stadt entstand durch den regen Handel mit dem Salz des Atlantiks und Wein aus Aquitanien. Hier kreuzt bis heute eine Ost-West-Achse und eine alte Nord-Süd-Achse. Eine zweite Blütezeit erlebte Martel im 19. Jahrhundert dank des Trüffelhandels. Landesweit gibt es mehr als 70 solcher besonderen Geschmacksorten. Ein Hingucker ist in Martel die Markthalle, deren gewaltiger Dachstuhl aus Kastanienholz besteht. Getragen wird er nur von den äußeren Steinpfeilern. In einige von ihnen sind die offiziellen Maße für Brot und Getreide eingeritzt. Heute ist Markttag und ich kaufe hiesigen Käse und ein Walnusskuchen.
20 Minuten später erreiche ich Rocamadour.
Wie die Wurzeln eines Baumes klammert sich Rocamadour an eine Felswand im Haut-Quercy. Die mittelalterliche Stadt im Département Lot von Okzitanien ist ein berühmter katholischer Wallfahrtsort. Einhundertzwanzig Meter trennen die Höhen der Festung aus dem 14. Jahrhundert von den Häusern am Fuße der Klippe. Dazwischen liegt das Heiligtum voller Oratorien und Kapellen. Schon die Lage ist spektakulär. Noch erstaunlicher sind die Wunder, die dem Felsennest am Jakobsweg zugeschrieben wurden. Jedes Wunder soll die Glocke im Gewölbe der Chapelle Notre-Dame durch selbsttätiges Läuten kundgetan haben.
Rocamadour ist mit jährlich mehr als einer Million Besucher einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Frankreichs.
Nach 3 Stunden Fahrt und 160 km erreiche ich Toulouse – die rosafarbene Stadt mit den typischen rosaroten Backsteinen. Über die Brücke pont neuf, ein Wahrzeichen der Stadt erreiche ich die quirlige Innenstadt. Es sind Massen von Menschen unterwegs, unglaublich.
Ich besuche zuerst die Basilika. Sie wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als die größte existierende romanische Kirche. Diese Kirche ist 115 m lang, 64 m breit am Querschiff, das ihr die Form eines lateinischen Kreuzes verleiht und 20 m hoch.
Das Kapitol ist das wohl bekannteste Gebäude in Toulouse und zusammen mit der Altstadt meist der erste Anlaufpunkt bei einem Urlaub in Toulouse. In dem prächtigen Gebäude befindet sich sowohl das Rathaus der Stadt als auch ein Theater. In den letzten Tagen fand hier eine Messe für Senioren statt, habe ich leider verpasst, die Zelte sind noch aufgebaut.
Heute Abend versuche ich die französische Küche mit Entenkasserolle und Bohnen. Bier ist mit 6 Euro pro 0,25l sehr teuer. Mit 19 Euro für das Essen soll es ein eher preiswertes Restaurant sein.
Die beleuchteten Brücken pont neuf und pont St. Pierre verwandeln den Fluss Garonne in eine malerische Szenerie. Die Ufer des Flusses sind ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen.Read more
Vulkanlandschaft der Auvergne
September 11 in France ⋅ ⛅ 21 °C
Die Menschen kommen in die Stadt Vichy zum Kuren und alles in der Stadt ist der Schönheit verschrieben. Die Sauberkeit und Eleganz, die die Stadt ausstrahlt unterstreicht diese Atmosphäre.
Neben den berühmten, teilweise auch alten Thermalbädern befinden sich Straßen mit einem erstaunliches Mosaik aus Villen mit Architekturen verschiedener Inspirationen: Neo-Mittelalter, Jugendstil, Renaissance, Neo-Flamandie, etc..
An diesem Morgen muss ich eines der Thermalbäder, das einem Tagestouristen offen steht, besuchen. Die anderen Bäder bietet nur Pakete für eine ganze Woche, inklusive Anwendungen, an.
Man betritt eine große mehrstöckige Eingangshalle in moderner Architektur. Es reihen sich sehr viele Behandlungsräume aneinander. Das runde Becken mit Thermalwasser ist ca. 9m im Durchmesser groß und das Wasser 32 bis 34 Grad warm. Es gibt 2 Saunen für Männer und Frauen getrennt von immerhin ca. 1,8x1,8m Größe. Einige Frauen müssen sich nach dem "heißen" Wasser im Thermalbecken in der Sauna wieder aufwärmen. Ein Hamman, das den Namen auch nicht ganz verdient, ist auch vorhanden. Der Halbtagesbesuch für 40 Euro hat sich nicht gelohnt.
ih starte Richtung Toulouse. Der Weg führt durch die Chaine des Puys, eine Vulkanlandschaft, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Sie besteht aus einer Bergkette mit mehr als 80 Vulkanen, die in Nord-Süd-Richtung aneinandergereiht sind. Sie erstreckt sich auf einer Länge von 45 km und einer Breite von 3 bis 5 km. Diese Vulkane sind noch sehr jung. Die erste Eruption erfolgte vor 95 000 Jahren und die letzte vor 8600 Jahren. Der höchste Vulkan ist der Puy de Dôme (1465 m).
Mein erster so ist in Clermont Ferrand. Clermont-Ferrand ist eine der ältesten Städte Frankreichs, mit Wurzeln, die auf die alte gallische Siedlung zurückgehen. Heute ist Clermont-Ferrand nicht nur das pulsierende Herz der Auvergne, sondern auch eine Stadt voller Geschichte und Kultur. Besonders fällt überall die Verwendung von dunkelgrauem Lavastein auf, der von den nahegelegenen Vulkanen des Chaîne des Puys stammt. Dieser Stein verleiht der Stadt ihre charakteristische Farbe und ihren einzigartigen Charakter.
Nach 160 km erreiche ich Beaulieu sur Dordogne, einen kleinen Ort aus dem Mittelalter mit 1300 Einwohnern und einem ehemaligen Benediktinerkloster.Read more
Vichy
September 10 in France ⋅ ☁️ 18 °C
Heute hat die Markthalle geöffnet. Viele Stände sind nicht besetzt. Die Preise sind teilweise astronomisch.
Ich streife durch die sauberen Gassen von Dijon, die zusammen mit den Gebäuden in weiß erstrahlen und sammle viele Eindrücken. Neben Fachwerkhäusern findet man Häuser oder Prachtbauten unterschiedlicher Baustile. Die Größe der Altstadt ist beeindruckend, man könnte viele Tage hier verbringen ohne, dass es langweilig wird.
Gegen Mittag starte ich zum ca. 170 km entfernten Vichy. Ich folge der Weinstraße Gran Crus. Die Weinstraße führt durch den prestigeträchtigsten Teil des burgundischen Weinbaugebiets. 37 malerische Weindörfer der Côte de Nuits und Côte de Beaune, zwischen Dijon, der Hauptstadt Burgunds und Beaune und weiter, insgesamt einer Länge von 60 km. Es handelt sich um einen schmalen Streifen, der sich auf einer Nord-Süd-Achse erstreckt und nicht breiter als 2 km und nicht höher als 300 bis 400 m ist und ein besonderes Klima hat. Hier werden mit die teuersten Weine Frankreichs und vielleicht auch der Welt angebaut.
Die Weindörfer an der Route des Grands Crus bezaubern mit der besonderen Architektur der Winzerhäuser. Es sind die glitzernden Sterne, die auf den glasierten Dachziegeln der Schlösser und Kirchen glänzen und auch der weiße Stein aus Burgund, der die Gassen erleuchtet. Es ist vor allem dieser typische Charme eines französischen Dorfes mit seinen traditionellen Handwerkern und Händlern.
In Beaune halte ich kurz um Senf in der Senfmühle Fallot, die sich seit ca. 100 Jahren in Familienbesitz befindet, zu kaufen. Sie ist die letzte von ehemals hunderten von burgundischen Senfmühlen, die unabhängig geblieben ist.
Nach 2,5 Stunden erreiche ich Vichy und schlage mein Quartier am Fluss Allier, einem Zufluss der Loire, auf.
Die bereits seit der Römerzeit für ihre wohltuenden und heilenden Quellen bekannte, elegante Stadt Vichy, deren Heilbäder schon von berühmten Persönlichkeiten wie Napoleon III. besucht wurden, hat von dem Prunk der damaligen Zeit zahlreiche architektonische Schätze bewahren können. Besonders sehenswert ist der Park und die Hallen von Sources und das Casino. In der Hall von Sources kann man auch das Mineralwasser trinken.
In der Nähe des Parks befindet sich die von außen unscheinbare St. Blasius Kirche. Beim Betreten ist das Innere der Kirche dunkel. In den Moment als ich sie schon verlassen möchte wird die Kuppel für einige Minuten erleuchtet, so dass ich die schönen Bemalungen der Decke der Art deco Kirche fotografieren kann.Read more
Dijon, eine wunderschöne Kulisse
September 9 in France ⋅ ☀️ 30 °C
Morgens erkunde ich die Stadt mit dem Fahrrad. Entspannt führt die Strecke am Fluss Doubs, entlang, vorbei am Parc de la gare d'eau bevor die Stelle Auffahrt zur 100m höher gelegenen Zitadelle beginnt. Eine Besichtigung des Inneren spare ich mir. Uhrenindustrie zusammen.
Die Fahrt nach unten führt an der astronomische Uhr der Kathedrale von Saint-Jean vorbei. Sie ist ausgestattet mit einem präzisen und komplexen Mechanismus, bestehend aus mehr als 30.000 Teilen und 11 Uhrwerken.
In der Nähe befindet sich das Geburtshaus von Victor Hugo.
Knapp 100km westlich von Besançon entfernt liegt Dijon, 166 000 Einwohner, bekannt durch den gleichnamigen Senf.
Dijon Senf ist eine besondere Art von Senf, der aus braunen oder schwarzen Senfkörnern hergestellt wird. Die Definition von Dijon Senf umfasst sowohl seine Zutaten als auch seine spezifischen Herstellungsverfahren.
Er wird traditionell anstelle von Essig mit Verjus, dem Saft unreifer Tauben, zubereitet.
Die Stadt liegt eingebettet zwischen Weinbergen, Flusstälern und sanften Hügeln.
Die Stadt Dijon blickt auf eine lange, bewegte Vergangenheit zurück. Ihre Ursprünge reichen bis in die gallo-römische Zeit, als sie als befestigte Siedlung an der wichtigen Route nach Lyon diente. Unter der Herrschaft der Herzöge von Burgund im Mittelalter erlebte Dijon eine kulturelle Blütezeit – dies prägt das Stadtbild bis heute. Die zahlreichen Patrizierhäuser, Altäre, gotischen Kirchen und das prachtvolle Palais der Herzöge zeugen vom einstigen Reichtum.
Geht man gegenüber dem jardin darcy durch das Stadttor Portemonnaie Guillaume taucht man ein in die Gassen der Altstadt.
Schlendert man durch die teilweise eng stehenden Häuser fühlt man sich wie in einer Filmkulisse. An jeder Ecke wartet eine neue architektonische Sensation. Die Fülle an wunderschönen, sehr unterschiedlichen Häusern und individuellen Geschäften, keine Ladenketten, ist beeindruckend. Die Preise von manchen Dingen ist entsprechend hoch. Gemüse ist auf dem Markt kaum bezahlbar, die Flasche Wein kostet im Durchschnitt 45 Euro.
Besonders eindrucksvoll ist die Eule von Dijon – ein kleines, in die Steinmauer der Kirche Notre-Dame gemeißeltes Tier, das als Glücksbringer der Einwohner Dijons gilt.
Die Markthalle Dijon – ein Highlight der Stadt – wurde nach Plänen von Gustave Eiffel erbaut.Read more




































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































