Augen auf und erste Blick ist das Meer. Es hat eine angenehme Temperatur, eine Dusche steht auch am Strand. Gegen Mittag habe ich Zeit die Stadt zu erkunden. Die römische Geschichte ist hier an der Costa Dorada allgegenwärtig. Im 1. und 2. Jahrhundert war Tarragona (oder römisch Tarraco) eine der wichtigsten römischen Städte auf der iberischen Halbinsel. Kaum zu glauben, wie groß der Circus im antiken Tarragona war! Auf einer Fläche von 325 Metern Länge und zwischen 100 und 115 Metern Breite fanden hier Wagentennen statt, eines der größten Spektakel überhaupt. Direkt am Meer gelegen fanden zu Zeiten der Römer im Amphitheater Gladiatorenkämpfe und blutige Hetzen mit wilden Tieren statt, die zur Belustigung der Zuschauer ihr Leben lassen mussten.
Auf dem Platz vor der Kathedrale von Tarragona findet sonntags oft auch eines der absoluten Highlights statt: Hier kann man den verschiedenen Gruppen der Castellers zuschauen, wie sie in einer Kombination aus Teamwork und Akrobatik ihre schwindelerregenden Türme, die Castells, bauen. Alle zwei Jahre gibt es dann einen großen mehrtägigen Wettbewerb, in dem dann die beste Gruppe gekürt wird. Allein in Tarragona gibt es vier verschiedene Vereine, die diese Tradition mit viel Hingabe pflegen. Besonders beeindruckend ist, wie viel Zusammenhalt (im wahrsten Sinne des Wortes) für einen Turm nötig ist: Da kommen schon mal hunderte Castellers in einer genau ausgeklügelten Formation zusammen! Auch unter den Gruppen herrscht keine wirkliche Konkurrenz; man hilft sich sogar gegenseitig beim Umwickeln der ultralangen Bauchbinden, die für die nötige Stabilität im Lendenbereich sorgen.Read more