• Cascais, Sintra, Obidos, Porto

    September 26 in Portugal ⋅ ☀️ 24 °C

    Cascais war einst eine der Sommerresidenzen der portugiesischen Königsfamilie und der reichen Oberschicht. Daher findet man in der Altstadt viele schöne Prachtbauten. Cascais war einst eine der Sommerresidenzen der portugiesischen Königsfamilie und der reichen Oberschicht.
    Der Palast von Sintra ist ein fantastischer, unwirklicher Ort – so schön wie in einem Märchen. Ein prächtiges Schloss auf einem Berg, dazu eine Prise dicht bewachsener Zauberwald, ein majestätisch wirkendes Anwesen, ein Atlantikblick, plus ein exotischer Schlossgarten und fertig ist die perfekt zusammengemischte Fabelwelt, wie man sie in Sintra vorfindet. Hier gibt es einen Übertourismus, wie man ihn selten bisher gesehen habe. Der Weg zum Schloss ist vollgestopft mit Touristen aus aller Welt neben den stauenden Autos, Bussen oder Tuctucs auf den engen Straßen, gibt es auch lange Menschen-Schlangen vor den beliebtesten Sehenswürdigkeiten, in denen man oft mehrere Stunden warten muss. Ich beschließe daher das Schloss nur aus der Entfernung anzuschauen.
    Eine Pause wird versüßt mit Nata, einem kleinen Puddingtörtchen mit knuspriger, blätterteigartige Kruste und einer cremigen, leicht süßen Füllung, die in der Mitte leicht karamellisiert ist. Die Ursprünge der Pastéis de Nata lassen sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Wie viele andere berühmte Desserts in Portugal, wurden auch diese Törtchen ursprünglich von Mönchen und Nonnen in Klöstern kreiert. In einer Zeit, in der Eier häufig zur Klärung von Wein und zur Stärke Herstellung verwendet wurden, blieben große Mengen an Eigelb übrig. Anstatt dieses wertvolle Lebensmittel zu verschwenden, entwickelten die Klosterbewohner verschiedene Rezepte, um das Eigelb zu nutzen, darunter auch die berühmten Pastéis de Nata.
    Ca. eine halbe Stunde entfernt ist Mafra.
    Der Palast ist die Hauptattraktion (und im Grunde die einzige), das gigantische Gebäude stellt den Rest der Stadt völlig in den Schatten. Die Vorderfassade erstreckt sich über mehr als 250 Meter. Ein Palast mit 1.200 Zimmern. Eine 90 Meter lange Bibliothek, die von einer dort ansässigen Fledermauskolonie geschützt wird. Sechs Pfeifenorgeln, die dafür konzipiert wurden, von sechs Organisten gleichzeitig gespielt zu werden. Der Palácio Nacional de Mafra ist die Art von Gebäude, bei der jede Statistik wie eine Übertreibung klingt, und doch entspricht jede einzelne davon der Wahrheit. Dies ist kein Palast im herkömmlichen Sinne, sondern eine Kombination aus Palast, Kloster und Basilika in einem Ausmaß, das man mit eigenen Augen gesehen haben muss, um es zu begreifen.
    Was als Gelübde von König João V. begann, ein bescheidenes Kloster für 13 Mönche zu errichten, entwickelte sich dank der gewaltigen Goldzuflüsse aus Brasilien im 18. Jahrhundert zu einem der extravagantesten Bauprojekte der europäischen Geschichte. Die Anlage wurde so riesig, dass ihr Bau den Staat beinahe in den Bankrott trieb und bis zu 25.000 Arbeiter erforderte. Das Ergebnis ist ein Bauwerk, das einen noch heute in Staunen versetzt und das ich zu den beeindruckendsten königlichen Palästen in ganz Portugal zählt.
    Unterwegs sind viele Melonenfelder und Fabriken, die Backsteine herstellen.
    Eine halbe Stunde entfernt ist das Dorf Obidos. Es zählt zu den schönsten Dörfern in ganz Portugal. Die historische Innenstadt ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, auf der man sogar die komplette Stadt umrunden kann. Dies habe ich schon beim letzten Besuch gemacht. Heute findet in der Kirche auch eine Trauung statt. Das Hochzeitsauto ist ein alter Renault 4.
    Ein Highlight ist das Stadttor. Von außen kommt das Stadttor Porta da Vila eher unscheinbar daher. Doch im Inneren befindet sich eine kleine Kapelle, die mit den typisch blau-weißen Kacheln, den Azulejos, verziert ist. Heute zeigt sich auch die besonders gute Akustik durch das Duo, das live singt.
    Ich fahre kurz durch Nazare. Es ist bekannt durch gigantische Wellen, aber die beste Zeit für einen Besuch in Nazaré ist die Wintersaison. Gerade in dieser Zeit bildet der Ozean hier Rekordwellen, die Surfer aus aller Welt anziehen. Der Rekord wird hier von einer Welle gehalten, die unglaubliche 26,2 Meter erreichte.
    Eine Überraschung bietet Aveiro. Sie wird wegen seiner drei Kanäle als “Venedig Portugals“ bezeichnet. Die Stadt ist auch bekannt für ihre bunten Häuser und die Jugendstilfassaden. Einst war Aveiro für seine Salzgewinnung bekannt. Heute sind hier wichtige Wirtschaftszweige wie Metallverarbeitung, Porzellan-, Keramikproduktion, Papierherstellung und Korkverarbeitung ansässig.
    Gegen Abend erreiche ich Porto und finde einen ruhigen Parkplatz in Vila Nova de Gaia, der drittgrößten Stadt Portugals, gegenüber der Altstadt von Porto. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Altstadt von Porto.
    Ich stürze mich den Berg nach unten und überquere den Douro über die Brücke Ponte Dom Luís I. Sie ist ein Wahrzeichen von Porto, 385 Meter lang, bis zu 60 Meter hoch und wurde im Jahr 1886 eröffnet, oben fahren die Züge und unten die Autos. Ich erkunde die Altstadt von Porto, die Ribeira, die entlang der Uferpromenade Cais de Ribeira zu den weiter oben gelegenen Straßen führt.

    Warum
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