Lissabon
September 25 in Portugal ⋅ ☀️ 31 °C
Ich bin schon früh wach und wieder allein am Strand. Als ich aus dem Wasser steige kommen die ersten Surfer. Ich fahre an die südwestlichste Spitze farol da cabo de sao Vincent, wo ein Leuchtturm steht.
Sagres bietet als Strassendorf nicht viel Interessantes. Im Morgenlicht schaue ich mir die berühmten und wunderschönen Felsen bei Lagos, am Praia dona Anna an.
Im gewissen Abstand zur Küste führt der Weg durch viele kleine Dörfer weiter gegen Norden. Rechts und links viele Pinienbäume und Korkeichen. Zeitweise ist das Land eben so weit das Auge reicht.
Die letzten 20km in die Innenstadt von Lissabon ziehen sich wie Kaugummi, ich brauche fast 2 Stunden. In der Nähe der Altstadt, im Stadtviertel Alfama, finde ich auch einen Parkplatz.
Als das große Erdbeben von 1755 den Großteil Lissabons dem Erdboden gleichmachte, blieb Alfama als einziges Viertel stehen. Während der Rest der Stadt in einem ordentlichen Raster aus geraden Boulevards und einheitlichen Fassaden wiederaufgebaut wurde, bewahrte Alfama sein verwinkeltes maurisches Straßennetz, seine Seemannshäuser aus dem 17. Jahrhundert und die winzigen Tavernen, in denen der Fado einst von den Frauen der Fischer zum ersten Mal gesungen wurde. Dies ist das älteste und stimmungsvollste Viertel von Lissabon. Mitten hindurch rattert die gelbe Straßenbahn der Linie 28, die sich irgendwie durch Gassen fädelt, die eigentlich viel zu eng dafür wirken.
Heute sind einige Touristengruppen unterwegs, sicherlich nicht so viele wie in Sommer. Heute Abend ist Fado Abend und aus vielen Kneipen und auf Plätzen hört man diese melancholische Komposition. Man geht davon aus, dass die melancholischen Melodien des Fado aus dem Kummer jener Familien entstanden, die durch Portugals Zeitalter der Entdeckungsfahrten getrennt wurden. Die tiefsten Wurzeln der Musik liegen in Lissabons ältesten Vierteln, wo die Familien der Seeleute und Fischer lebten, während ihre Angehörigen sich den Gefahren des offenen Meeres stellten.
Einen ganz anderen Charakter hat das Stadtviertel Baixa. Durch das Erdbeben von 1755 bot sich nach der Zerstörung der Altstadt die Möglichkeit, das Stadtzentrum komplett neu zu gestalten. So konnte Lissabon als erste europäische Großstadt breite Boulevards und großzügige Plätze anlegen, die viel Licht und Ordnung ins Stadtzentrum brachten.
Die Plätze und Boulevards sind flankiert von klassizistischen Prachtbauten. Architektur und Städtebau aus einem Guss, wegweisend für viele europäische Städte, die diesem Beispiel folgten, wie auch Amsterdam. Die Baixa in Lissabon steht also exemplarisch für den Übergang von der mittelalterlichen zur modernen europäischen Stadt. In den Fußgängerzonen wo tagsüber teuer geshopt wird, wird abends edel gegessen.
Abends fuhr ein Zug mit 40 Waggons mitten über eine Kreuzung - unvorstellbar.
Ich suche mir wieder ein ruhiges Plätzchen direkt am Wasser, neben mir haben Angler noch ihre Ruten im Wasser.Read more



































Wunderschöne Bilder wieder!! Komm mal wieder nach Hause [Bärbel]