Mt. Michel, Cherbourg
October 6 in France
⛅ 20 °C
Für heute morgen hatte ich mir fest vorgenommen schwimmen zu gehen, aber es ist leider kein Wasser da. Das sind die besten Voraussetzungen um Saint Mont Michael zu besuchen. Vor einigen Jahrzehnten konnte man nur bei Ebbe dorthin hinlaufen.
Bei der Ankunft wird 19 Euro für ein Parkplatz für 3 Stunden verlangt. Ich fahre weiter und finde in einem, einige Kilometer entfernten Seelendorf, eine Parkmöglichkeit. Auf das Fahrrad geschwungen, führt der nächste Weg querfeldein über Wiesen, vorbei an Schafen, die auch nicht jeden Tag einen Fahrradfahrer sehen. Nach 10 Minuten kommt die Brücke in Sicht, die jetzt zur Insel führt. Es sind noch nicht zu viele Touristen unterwegs. Ein Weg, vorbei an vielen Souvenirläden und Restaurants führt zur Abtei, oben angekommen soll man auch 16 Euro Eintritt bezahlen. Viele Touristen denken, jetzt bin ich die Gassen bis hier oben gelaufen, dann muß es sich doch gelohnt haben und bezahlen den Eintritt. Die Ursprünge des Heiligtums gehen auf das Jahr 708 n.Chr. zurück. Aubert, der Bischof von Avranches, errichtete auf dem Felsen ein Heiligtum, nachdem ihm der Erzengel Michael der Legende nach drei Mal erschienen war. Die Abtei des Mont Saint-Michel überragt die unendliche Weite der Bucht. Der Tidenhub beträgt hier 12-14 Meter, der höchste Unterschied von Ebbe und Flut in Europa. Jährlich besuchen 2,3 Millionen Menschen diesen Ort.
Ich fahre weiter Richtung Norden nach Cherbourg. Die künstlich angelegte Reede der Stadt ist die größte Europas, und hier legte die Titanic ihren vorletzten Zwischenstopp ein, bevor sie unterging.
Ich besuche die Regenschirm-Manufaktur von Cherbourg. Diese Manufaktur bewahrt das handwerkliche Können und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der traditionellen Regenschirmherstellung. Hier kann man die verschiedenen Phasen des Entstehungsprozesses beobachten, vom Aufbau der Holz- oder Metallstruktur über das Anbringen der Leinwand bis hin zur Anfertigung der Walzen, 37 Schritte. Das sturmfeste Modell hält Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 km/h stand. Mehr als 10.000 Regenschirme verlassen jedes Jahr die Manufaktur, davon 15 % für den Export. Ich hätte mir gerne einen gekauft, aber 280 Euro aufwärts......
Ich fahre mit dem Fahrrad an der gotischen Basilika Sainte-Trinité, erbaut zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert, dann an den Werften vorbei und durch die Altstadt.
Hier und an weiteren Orten wird die Landung in der Normandie touristisch sehr vermarktet. Ich spare mir einen Besuch an einem Landungsstrand, wo es nicht sehr viel zu sehen gibt.
Auf der Fahrt nach le Havre halte ich in Bayeux. Bekannt geworden ist der Ort durch einen besonderen Teppich, aber eigentlich handelt es sich um eine Stickerei, die wie ein Comic eine Geschichte erzählt. Auf fast 70 Metern Länge und rund 50 Zentimetern Höhe schildert die Tapisserie de Bayeux die Eroberung Englands im Jahr 1066 durch Wilhelm der Eroberer, Herzog der Normandie. Das Werk gilt als herausragendes Beispiel romanischer Kunst. Vermutlich wurde es von seinem Halbbruder, Bischof Odo, in Auftrag gegeben, um die 1077 geweihte Kathedrale von Bayeux zu schmücken. Leider wird das Museum zur Zeit renoviert und die Stickerei kann nicht besichtigt werden. So schlendere ich durch einige sehr schöne Gassen der Altstadt.
Auf der weiteren Fahrt treffe ich auf eine beeindruckende Zahl von Fachwerkhäuser. Die ältesten Fachwerkhäuser gehen auf das 14. Jahrhundert zurück, doch die meisten stammen aus der Renaissance sowie dem 18. und 19. Jahrhundert.
In Frankreich gibt es die Aktion Oktober Rose. BHs ist rosafarbene Schleifen werden dekoriert als Zeichen gegen den Brustkrebs.
Le Havre liegt an der Mündung der Seine, die Anfahrt führt über eine beeindruckende Brücke. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Bevölkerung der Stadt damals auf weniger als die Hälfte reduziert, und die Überlebenden waren obdachlos. Die Deutschen und vor allem die Alliierten, insbesondere die Amerikaner, haben die Stadt im September 1944 zu 80 % in Trümmer gebombt. Unter der Leitung des Architekten Auguste Perret entstand eine neue Stadt aus den Trümmern. Es entstanden eine Reihe von Gebäuden, die durch ihre klaren Linien, geometrischen Formen und funktionale Eleganz auffallen. Sein Stil wird häufig als "Betonbrutalismus" beschrieben. Bei der Durchfahrt fällt der moderne „le Volcan“ auf. Ein Gebäude in Form zweier abgeflachter Kegel, die an Vulkane erinnern. Der höchste Kegel beherbergt ein Theater, einen Kinosaal, Tanzsäle und ein Aufnahmestudio. Im kleineren befindet sich eine Mediathek.
Östlich von le Havre liegt der Ort Étretat. Er ist vor allem für seine weißen Klippen bekannt. Sie sind Teil der Alabasterküste, wo die hohen Klippen aus Kreide bestehen. In Étretat gibt es mehrere Bögen und Formationen.
Ich übernachte in Fecamp. Der Ort wirkt verschlafen, nur wenige Restaurants haben geöffnet. Die Preise in den Restaurants sind auch hier deutlich erhöht, eine Pizza Margarita kostet 18 Euro, Salat 16 Euro. Ein Glas Wein 0,1 l kostet 4,5 Euro.Read more





































