• Richtung Calais

    October 7 in France ☁️ 19 °C

    Heute morgen fehlt schon wieder das Wasser im Meer zum Schwimmen.
    In einer Metzgerei möchte ich etwas Wurst kaufen. 95% des Angebots bezieht sich auf Fleisch, u.a. gibt es viel Leber und Nieren. "Wurst" beschränkt sich auf einige Pasteten, meist sehr fett aussehend, 1x Presskopf, gelbe Wiener Würstchen und Salami.
    Die Fahrt führt weiter Richtung Osten. Veules les Roses gehört zu den schönsten Orten der Normandie und ist eines von 7 normannischen Dörfern mit dem Label „Schönste Dörfer Frankreichs“. Es hat seinen ganz eigenen Charme aus reetgedeckten Fachwerkhäusern und Steinhäusern aus Feuerstein und roten Ziegelsteinen.
    In Varengeviller sur mer besuche ich den Friedhof. „Ich möchte im Einklang mit der Natur sein und sie nicht nur kopieren.“
    Diese Worte des Malers Georges Braque stehen auf der Mauer des kleinen Meeresfriedhofs, der hoch über dem Meer liegt. In diesem Ort soll Claude Monet einige Bilder gemalt haben. Im diesem Ort gibt es sehr große Anwesen mit herrschaftlichen Häusern, eines ist berühmt für seine immensen Bestände an Rhododendren, Azaleen und Magnolien.
    Umwerfend ist Mers les Bains. Im späten 19. Jahrhundert erlebten die Küsten der Normandie und Picardie dank der Eisenbahn einen enormen Aufschwung, und Fischerdörfer wandelten sich zu eleganten Badeorten. 1872 erhielt auch Mers einen Bahnhof – und nennt sich seitdem Mers-les-Bains. Damals gab es noch keinen bezahlten Urlaub, und nur Aristokratie und Bourgeoisie konnte sich einen solchen Urlaub leisten. Vom Boom des Badewesens zeugen heute ihre prachtvollen Villen. Fast 600 Belle-Époque-Villen entstanden mit Blick auf den Kieselstrand und die Klippen der Küste, eine schöner als die andere.
    Es gibt hier riesige Supermärkte mit 30 Kassen und einen überwältigendem Angebot.
    Calais wurde, genau wie Le Havre, wegen seiner strategischen Lage im 2. Weltkrieg stark zerstört. Vor dem Rathaus steht eine Skluptur von Rodin. Die sechs Bürger von Calais – Les Bourgeois de Calais – ist Auguste Rodins berühmtestes Werk im öffentlichen Raum. Die Bronzegruppe erinnert an eine Begebenheit aus dem Jahr 1347: Als die englische Armee Calais nach elf Monaten Belagerung eingenommen hatte, bot König Edward III. an, die Stadt zu verschonen, wenn sich sechs angesehene Bürger mit dem Strick um den Hals auslieferten. Die sechs Männer traten freiwillig vor, wurden jedoch auf Bitten von Königin Philippa von England begnadigt.
    Rodin schuf die Skulptur 1889. Heute stehen mehrere Abgüsse weltweit – das Original steht in Calais, weitere in London (Victoria Tower Gardens), Paris, Washington und Tokio. Ich übernachte in Grand Fort Philippe.
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