Joined November 2016
  • Day11

    101 Reykjavík

    June 12 in Iceland ⋅ ⛅ 11 °C

    Rund 60% der Bevölkerung Islands leben im Grossraum Reykjavíks. Zählt man in den Sommermonaten die Touristen dazu, so ist das eine beachtliche Menschenmenge - zumindest im Vergleich zu den menschenleeren Gegenden, welche wir die letzten Tage bereist haben.
    Doch Touristen hin oder her, Reykjavík ist ein malerisches Plätzchen. Wir verlassen die Giftshop-Autobahnen und flanieren durch Quartierstrassen mit liebevoll bunt bemalten Häuschen, vor welchen uns gelegentlich ein Flohtiger begrüsst. Auch der alte Fischerhafen vermag dieses gemütliche Flair vermitteln. Die Isländer sind im Allgemeinen ein kreatives Volk. Das sieht man nicht nur an den Massen an eindrücklichen StreetArt-Motiven, sondern auch an der Vielfalt an guter Musik.
    Uns zieht es in den „12 Tónar“, DER legendäre Musikladen Reykjavíks. Zum Anhören der CD’s (Totgesagte leben länger) werden wir in einen kleinen Raum mit einem Sofa und gemütlichen Sesseln gebeten. Ob wir einen Kaffee möchten, fragt uns der Besitzer. Während Claudia sich ungestört dem ersten Album zuwendet, durchwühlt Michel die herumliegenden Widmungsbücher. Tatsächlich findet er seinen Eintrag aus 2013. Der Besitzer kommt mit Kaffee und weiteren CD‘s zurück. Wir hören uns durch fünf Alben von denen wir tatsächlich drei kaufen. Beim bezahlen bekommen wir aber noch weitere Empfehlungen zum reinhören.
    Mittlerweile ist es Abend geworden und nach einem erneut traumhaft schönen Sommertag ziehen Wolken auf. Zufrieden gehen wir zurück ins Hotel, geniessen noch ein Bier an der Bar und machen uns bereit für die morgige Abreise.
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  • Day10

    Island von oben

    June 11 in Iceland ⋅ ⛅ 13 °C

    Der Mývatn sagt uns bei strahlend blauem Himmel guten Morgen und leider auch schon auf Wiedersehen. Unser Weg führt uns fürs erste zurück nach Akureyri. Als wir den aus dem Mývatn abfliessenden Laxa überqueren, prasselt ein letztes Mal ein Meer von Mücken auf unsere Windschutzscheibe, dann geht’s wieder in mückenfreiere Gebiete.
    In Akureyri verabschieden wir uns von unserem kleinen Suzuki, der uns für rund 10 Tage auf jeglichen Arten von Strassen ein treuer Begleiter war. Die weitere Reise führt uns in ein kleines Flughafengebäude. Es könnte genauso gut ein Provinzbahnhof sein. Ein Schalter, ein Bistro, ein Gepäckband. Security: nada. Für das Boarding wird ein Tischchen vor die Tür geschoben, welche uns aufs Rollfeld bringt. Das Boarding selbst gleicht eher der Tätigkeit einer Kassiererin in einem Billigdiscounter, einschliesslich der selben Motivation und des selben Gesichtsausdrucks.
    Der Flug ist da schon weitaus beeindruckender. Wir überfliegen das Hochland mit seinen unzähligen Flüssen, die sich in den sonderbarsten Formen durch die Landschaft schlängeln. Wir entdecken auch Orte welche wir Tage zuvor mit dem Auto bereisten. So überfliegen wir beispielsweise auch das Hotel, in welchem wir am allerersten Abend logierten. Nach rund 45 Minuten in der Luft setzen wir mitten in Reykjavik auf und finden uns erneut in einem kleinen „Provinzbahnhof“ wieder. Die „Heuschrecken“ machen sich am Förderband über ihr Gepäck her. Wir warten etwas abseits des Getümmels. Schon bald sind wir die einzigen am Flughafen. Das liegt jedoch auch daran, dass sich der im Voraus organisierte Taxi-Transfer nirgends blicken lässt. Es gibt im Flughafengebäude zwar ein Taxi-Telefon, das ist jedoch tot. Ein Hoch auf das Handyzeitalter.
    Als wir endlich im Hotel sind, bleibt zum Glück noch immer der grösste Teil des Nachmittags um die Stadt zu erkunden.
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  • Day9

    Ich versteh' bloss "Mývatn"

    June 10 in Iceland ⋅ ☀️ 9 °C

    Manchmal ist es sinnvoll etwas von der Landessprache zu verstehen. Beispielsweise „Mývatn“. Der Name des Sees an dem wir uns zur Zeit aufhalten bedeutet nämlich grob übersetzt „Mückensee“. Das ist kein bisschen übertrieben. Wir fahren für ein Foto rechts ran und augenblicklich ist unser Auto in einem Schwarm Mücken eingehüllt. Erst jetzt fällt uns auf, dass der Fischer neben uns aussieht, als hätte er die Imkerausrüstung dabei. Wir fahren ohne Foto weiter. Der heutige Ausflug führt uns weg vom See und ins Zentrum des aktiven Vulkans Krafla. Er ist nicht ganz so aktiv wie White Island (siehe unser New Zealand Blog), aber aktiv genug, dass es zischt & dampft und gehörig nach faulen Eiern riecht. Zuerst umrunden wir den tiefblauen Kratersee Víti, anschliessend bewandern wir die Lavafelder des zuletzt 1984 ausgebrochen Leirhnjukur. Aus den Erdspalten steigen noch immer gehörig Dampfschwaden dem Himmel entgegen. Eine Infotafel informiert uns, dass 3 Kilometer unter uns eine Magmakammer liegt, welche auch das ehemals grösste Geothermalkraftwerk Islands speist. Wir bestaunen noch einmal die schier endlosen Lavafelder und fahren wieder zurück an den Mückensee und hoffen, dass sich die fliegenden Biester verzogen haben. Die vorherrschenden 18 Grad bei fast wolkenlosem Himmel laden nämlich zum Apero auf der Veranda unseres Hotels.Read more

  • Day8

    Auf zu den Vulkanen

    June 9 in Iceland ⋅ ⛅ 9 °C

    Heute ist fahren angesagt. Das ist nicht so schlimm, denn das Wetter hat umgeschlagen. Aber auch das ist nicht so schlimm, denn die Landschaft bleibt auch wenn sie wolkenverhangen ist eindrücklich. Wir durchqueren den Norden auf direktem Weg und ohne grosse Stops. Am Mittag halten wir rasch auf einen Kaffee in Akureyri, der zweitgrössten Stadt Islands. Doch mit der Stadt werden wir nicht warm. Die Aussenquartiere sind keine Augenweide und der Stadtkern wirkt irgendwie unecht, wenn nicht schon fast künstlich.
    Wir fahren weiter in Richtung Mývatn, unserem Tagesziel. Am Goðafoss machen wir halt, da es ein eindrücklicher Wasserfall ist. Doch der Ort zeigt aber leider auch wie der Tourismus das Land verändert. Vor 6 Jahren gab es hier bloss Trampelpfade, und um an das Flussufer unterhalb des Wasserfalls zu gelangen, musste man eine steile Böschung runter kraxeln. Jetzt säumen links und rechts grosse Parkplätze das Ufer, zum Goðafoss hin führen geteerte Wege zu Aussichtsplattformen und bei der steilen Böschung führt nun eine Steintreppe zum Fluss, welche auch für jede chinesischen Sandalette tauglich ist. Entsprechend ist der ehemalige „Geheimtipp“ mit asiatischen Selfie-Touristen übersät.
    Uns reicht‘s und wir fliegen weiter in Richtung unserem Reiseziel. Wir sehen das grossartige Vulkanpanorama bereits von weitem. Unser Hotel hat eine geniale Lage gleich am See. Wir haben Zimmer mit Bergsicht. Nach kurzem überlegen machen wir einen Upgrade und geniessen nun den grossartigen Blick über den See und die Vulkankegel.
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  • Day7

    Knochenarbeit

    June 8 in Iceland ⋅ ☀️ 5 °C

    Seit Stykkishólmur verfolgen uns zwei gemeinsam reisende Ehepaare aus Bern. Selbe Sehenswürdigkeiten, selbe Kaffees, selbe Restaurants. Man grüsst sich, scherzt etwas und jeder geht wieder seinen eigenen Weg. Heute sehen wir sie von weitem an einer Tankstelle. Sehen sie bei einem Aussichtspunkt davon fahren und sind beim nächsten erstaunt, dass wir sie schon lange nicht mehr gesehen haben. Kaum haben wir dies ausgesprochen, entdecken wir ihren Wagen in der Ferne am Strassenrand. Wir wundern uns noch, was es denn in dieser verlassenen Einöde zu fotografieren gibt, bis wir die Koffer auf der Schotterpiste entdecken.
    Platten und zwar so richtig. Keine Frage, wir helfen mit. Nach anfänglichem Gelächter, wo wir uns überall über den Weg laufen, helfen wir mit anpacken. Wagenheber zusammensetzen, Ersatzrad abmontieren, aufbocken und Radwechsel. Zuletzt werden die Telefonnummern ausgetauscht und jeder fährt wieder seinen eigenen Weg.
    Gegen Abend klingelt das Telefon. Wir haben es uns gerade auf der Veranda der Pferdelodge gemütlich gemacht, wo wir die heutige Nacht verbringen. Wie es der Zufall will, nächtigen die Berner auf einem Bauernhof keinen Kilometer Luftlinie von uns. So verabreden wir uns zum Nachtessen. Es ist ein unterhaltsamer Abend. Wir hören Geschichten von einem reiseaktiven Leben und fühlen uns inspiriert auch mit 70 noch so zu reisen, wie unsere neuen Bekannten das tun.
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  • Day6

    Touristen sind doof

    June 7 in Iceland ⋅ ☀️ 7 °C

    Gewisse Menschen verstehen nicht, was es bedeutet, Gast in einem Land zu sein. Hier ein paar Fremdschämmomente unserer bisherigen Reise:
    Die Zechpreller - unser Landlord in Hnjótur hat für uns und zwei weitere Gäste Abendessen gekocht. Für die Franzosen ein klarer Fall von all-inclusive. Sie verlassen das Guesthouse am nächsten Tag ohne das Nachtesse zu bezahlen.
    Die Taktlosen - Litlibær war über Jahrhunderte ein kleiner Hof. Heute kann man das Heim isländischer Bauern bei Kaffee und Waffeln bewundern. Das eine deutsche Pärchen hat weder begriffen, dass sie nicht alleine im Haus sind noch, dass man nicht durch‘s Häuschen stampfen sollte, als wäre es ein Plattenbau aus Ost-Berlin.
    Die Höhlenbewohner - Ein Bus hält vor dem vollbesetzten Restaurant in Ísafjörður. Reisegruppe Heineken auf Betriebstemperatur. Einer nach dem anderen kommt rein, keiner schliesst die Tür. Wir weisen sie zurecht, sie entschuldigen sich, verlassen das Restaurant wieder, weil eben vollbesetzt und die Tür bleibt wieder offen.
    Die Heuschrecken - Das Hotel in Laugarhóll bietet ab 19 Uhr Buffet mit Salat, Suppe und Hauptgang. Es ist kaum 19 Uhr sitzen die Kanadier hinter uns bereits mit aufgetürmtem Hauptgang auf dem Teller am Tisch. Die Holländer und Dänen tun es ihnen gleich. Wir gehen uns ans Salatbuffet fremdschämen...
    Island ist ein wunderschönes Naturjuwel, dass es mit Respekt zu behandeln gilt. So wird beispielsweise auf der Reykjanes Halbinsel mit Geothermik Meersalz produziert, auf das sie zu recht stolz sein dürfen. Etwas mehr Anstand als Tourist wäre also nicht zu viel verlangt.
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  • Day5

    Close encounter

    June 6 in Iceland ⋅ ☀️ 8 °C

    In manch einer unvergesslichen Geschichte, hat Gerstensaft eine zentrale Nebenrolle.
    Wir sitzen seit knapp einer Stunde im selben Restaurant, wie schon gestern. Es ist ausgebucht und wir taten gut daran zu reservieren. Gerade werden Gäste, welche 15 Minuten zu früh da sind, höflich gebeten zu warten. Das Service-Personal - keine Isländer - wird sichtlich nervös. Man bekommt fast den Eindruck, als hätte man sich bei den Reservationen gröber verkalkuliert.
    Wir werden nach Kaffee oder Dessert gefragt und - oh Schreck! - wir bestellen tatsächlich noch je einen Kaffee.
    Mittlerweile ist es 20 Uhr. Weitere Gäste warten. Wir trinken Kaffee.
    Jetzt kommt die eine Kellnerin auf die Idee uns auf‘s Sofa hinter der Theke zu versetzen. Uns soll‘s recht sein. Auf dem Sofa sitzen bereits Brynjar und „Franz“ - und vor ihnen zwei volle Pints. Brynjar verwechselt Claudia mit einer Bekannten und beginnt sie sogleich auf Isländisch vollzutexten. Das Missverständnis ist schnell geklärt - zur Belustigung von „Franz“, der zum ersten Mal im Leben einen Mann mit dem Vornamen „Michel“ trifft. Wir kommen sogleich in den Genuss von isländischen Witzen, einem Schnelldurchlauf durch die isländische Herkunftsgeschichte und selbstverständlich darf auch der ESC nicht als Gesprächsthema fehlen („eine Band, die von Kindern gewählt wurde, deren Handyrechnungen von den Eltern bezahlen werden...“).
    Wer den Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ gesehen hat; das ist die Szene mit dem Helikopterpiloten in Echt. Wir spendieren den beiden noch je einen Bierstiefel und machen uns auf den Heimweg. Draussen erwartet uns - wie bereits am Abend davor - Kater „Knut“ und wünscht uns von seinem Hochsitz herab eine gute Nacht.
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  • Day5

    Einfach mal nichts tun

    June 6 in Iceland ⋅ ☀️ 8 °C

    Der heutige Tag ist dem Nichtstun gewidmet. Dem Nichtstun im generellen.
    Uns hatte kürzlich ein Litauischer Barkeeper erzählt, das die Isländer im Service grundsätzlich faul seien. Wir haben heute festgestellt: nicht nur im Service.
    Wir haben eine Empfehlung für eine Bootstour gelesen. Die Dame an der Rezeption verweist uns höflich an das örtliche Touriinfozentrum, denn sie habe keine Ahnung. Im Touriinfozentrum werden wir von einer Dame, der optisch das Nichtstun schon auf den Körper geschrieben ist, ins Büro um die Ecke verwiesen, denn sie habe keine Ahnung. Im Büro um die Ecke haben sie zwar Ahnung, was die Tour betrifft, aber nicht, ob sie tatsächlich durchgeführt wird. Wir sollen mal buchen, die Telefonnummer hinterlassen und um halb 2 Uhr beim Bootssteg warten. Um 2 Uhr stehen wir wieder im Büro um die Ecke, lassen uns den bezahlten Betrag rückvergüten. Die Dame hinter dem Tresen entschuldigt sich. Sie wollte eigentlich anrufen, aber...
    Fünf Leute im Büro. Alle kennen Facebook in- und auswendig, keiner kommt auf die Idee uns eine andere Tour anzubieten. Wir unterstützen darum die hiesige Gastronomie und für euch gibt’s ein paar Fotos von Ísafjörður.
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  • Day4

    Durch die Westfjorde

    June 5 in Iceland ⋅ ☀️ 5 °C

    In den Westfjorden führen die Strassen entweder als Küstenstrassen den steilen Klippen entlang oder dann über Pässe mit mindestens 10%igem Gefälle. Dazwischen ein paar Dörfer, Hot Pools und ganz viel Schafe. Auf einem der Pässe, der uns auf rund 500 M.ü.M. bringt, meldet der Bordassistent Bodenfrost und das Thermometer zeigt 2 Grad. Etwas weiter in der Ferne sind die Berge weiss bezuckert. Island hatte einen super Frühling, doch nun sei ein aussergewöhnlicher Kälteeinbruch, meinte unser Landlord heute früh. Und doch vermag die Sonne immer wieder gegen die Wolken ankämpfen und spätestens am Nachmittag fahren wir durch strahlenden Sonnenschein.
    Wir verbringen den Tag mehrheitlich im Auto. Um den Mittag rum erklimmen wir den Fuss des Dynjandi, einem eindrücklichen Wasserfall (und man sieht hierzulande einige...), am späteren Nachmittag gönnen wir uns in Þingeyri eine Portion Waffeln. „Highlight“ des Tages ist jedoch die Fahrt durch einen mehrere Kilometer langen Tunnel, in dessen Mitte es tatsächlich eine Abzweigung gibt. Die Isländer sind halt ein pragmatisches Volk.
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  • Day3

    Fliegende Clowns & Schotterstrassen

    June 4 in Iceland ⋅ ⛅ 5 °C

    Heute überqueren wir mit der Fähre den Breiðafjörður. Unser Tagesziel ist der westlichste Punkt Islands und die sich dort befindenden Papageientaucher Kolonien.
    Die Südseite der Westfjorde scheint uns rauer und karger, als das was wir bisher von Island gesehen haben. Die Rauheit bemerken wir auch, als der Strassenbelag auf einmal von Asphalt zu Schotter wechselt. Rüttelpiste ist angesagt und zwar erst einmal über einen Pass mit steilem Abstieg. Für die Strapazen werden wir bei Rauðisandur mit einem enorm schönen Sandstrand belohnt. Leider müssen wir den selben Weg wieder zurück und der Strassenzustand wird nicht besser. Unser Suzuki düst über Stock & Stein (und Schlaglöcher) hinweg und bringt uns letztendlich zum Latrabjarg, wo uns der stürmische Wind fast über die Klippen weht. Im Gegensatz zu uns scheinen dies die dort nistenden Vögel toll zu finden.
    Wir sind wegen des Clowns der Lüfte gekommen, dem Papageientaucher, aber wo wir auch hinblicken: Möwen. Wie damals, als wir in Neuseeland die Pinguine beobachten wollten, taucht der Star erst nach „stundenlangem“ Warten auf. Und auch diesmal sind wir verzückt ab einem kleinen Vogel.
    Zufrieden geht’s zurück zum Guesthouse, wo unser Gastgeber mit einem feinen Abendessen auf uns wartet.
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