Murchison Falls
March 3, 2015 in Uganda
In Uganda entspringt der längste Fluss der Welt, der Nil. In Ägypten sind wir ihm das erste Mal begegnet, haben im Sudan sein Wasser aus den kühlen Tonkrügen im Schatten der Lokandas getrunken, in Äthiopien dann die Quelle des blauen Nils hinter uns gelassen. Nun schaukeln wir auf einem kleinen Motorboot in den jungen Wassern des weissen Nils. Eine lange Reise steht ihm bevor. Wir kennen sie. Nilpferde baden im Schaum, den der Wasserfall weiter oben geschlagen hat, Elefanten verpassen sich eine Morgendusche.
Kreischende Vogelschwärme, Seeadler und sogar der seltene Shoebill Storch nisten hier im Delta des Murchison Falls Nationalparks, einer weiteren Station auf unserer Velopause. Wir erleben einen magischen Morgen, als die Sonne langsam am Ende des silbrigen Wasserbandes emporsteigt und zwei Kraniche vom Ufer hinaus auf den Lake Albert fliegen. Wann haben wir das letzte Mal Kraniche gesehen? In der Mongolei muss es gewesen sein, letzten Sommer. Doch diese hier sind grösser, mit feinen Federbüscheln auf dem Kopf, das Wahrzeichen Ugandas.
Noch verbringen wir einen Tag mit den Schimpansen im Budongo Forest. Sie haben einen festen Tagesablauf: Essen, ausruhen, essen, schlafen. Dazwischen gibt es mal Action und das Alpha Männchen rennt los, um astbrechend und bodytrommelnd einen vermeintlichen Eindringling aus seinem Paradies zu vertreiben. Dann ist er der King und lässt sich von einem Weibchen lausen. Wie menschlich. So könnten wir uns unser Leben auch vorstellen. Doch für uns heisst es nach zehn Tagen Velopause wieder „fertig Flohnerleben“. Wir sind um ein paar Afrika Bilderbucherlebnisse reicher, doch auch um ein geschätztes doppeltes Monatsreisebudget ärmer. Wenn man das Afrika der TV Dokus und Hochglanzbildbände erleben will, dann braucht es ein dickes Portmonee. Und dass wir das haben, können wir unmöglich länger vorbluffen. Schnell sind wir zurück im afrikanischen Alltag, weit weg von allen Luxuslodges und den schönen Safariparks. Hier wird wieder geschwitzt und geschuftet. Die Afrikaner fürs Überleben und wir um vorwärts zu kommen.Read more




