• Beach for the soul

    3. september 2022, Grækenland ⋅ 🌙 23 °C

    Schwups - und dann sind wir am Meer. Nur sieht man es gar nicht. Sonnenschirme und Ballermann soweit das Auge reicht. Klar, das sind immerhin die Strände von Rimini. 200 Kilometer Radweg der Strandpromenade entlang. Am Anfang eine lustige Abwechslung. Mit 50km pro Tag dauert der Rambazamba aber geschlagene vier Tage. Stop and go, zwischen Bierbäuchen, aufblasbaren Riesengummiflamingos, Topmodels, Supermen und solchen, die es gerne wären. Wie eine grosse Hähnchenfabrik kommt uns das vor, auf der einen Seite die gestressten Batteriehühner rein, auf der anderen Seite knusprig braun gebratene Poulets raus. Sollte uns in Zukunft jemand erzählen, er gehe nach Rimini in die Ferien, werden wir ihm wünschen, dass sein Urlaub schnell vorbeigeht. Das Einzige, mit dem wir uns anfreunden können, ist das Frühstücksbuffet, das wir im Hotel aufgetischt bekommen. Ja, wir bleiben tatsächlich deswegen zwei Nächte in der Stadt. Unsere Zwillinge baden das erste Mal im Meer und wir holen uns den täglichen Rüffel ab, weil wir die beiden auf einem Liegestuhl wickeln, den wir nicht bezahlt haben. Raus aus Rimini, durch die Hügel des Parco Naturale Monte San Bartolo. Alte Pinienwälder, steil abfallende Küste. Ein kleiner Sandstrand weit unten, wie er sein sollte. Dann nochmal Strand-Wahnsinn, eingequetscht zwischen Autobahn, Zuggleisen und Meer. Die Campingplätze direkt an den Schienen. Müsste man das Zelt abspannen, könnte man die Schnüre ans Gleis knoten. Endlich: Ancona. Die Fähre trägt uns über Nacht nach Patras. Ein Stück weg von Europa: Weniger Verkehrsregeln, weniger Schnickschnack, mehr Siesta, mehr Abfall, mehr Meer. Ein Schild an der alten Küstenstrasse: Beach for the Soul. Genau das brauchen wir nun, ein bisschen Seelenbaden. Ein schmaler Kiesstrand am glasklaren Wasser. Ein Ort, wo der Liegestuhl noch zusammen mit dem Kaffee kommt. Ein paar Tage Pause, nach einem Monat Unterwegssein.Læs mere