Auf nach China, nach Guangzhou
March 16 in China ⋅ ☀️ 26 °C
Dreiviertel Sechs schrillt der Wecker. Wie hässlich. Kurz vor halb sieben stehen wir abfahrbereit in der Lobby.
Planmäßig 6:35Uhr verlässt der Airport-Shuttle das Hotelgelände. Eine Viertelstunde später stehen wir am Checkin.
Wir haben wieder LH Meilen investiert, um nun in der Royal Silk Class, der BC von Thai Airlines, zu fliegen. Am Schalter des Checkin stehen gepolsterte Hocker. Zum Hinsetzen. Was für ein Service!
Der Fasttrack für diese Klasse ist wirklich „fast“. Der hält uns kaum auf. So sind wir in NullkommaNix in der Lounge.
Das Frühstück… na ja. Ist nicht ganz unsers. Rainers gewohnte Müsli ist ziemlich grobstückig und besteht aus kleinen Küchelchen 🤣 Ich esse ein Löffel Eierreis. Dazu wollte ich Kaffee. Aber der schmeckt furchtbar. Das frische Kokosnusswasser direkt aus der Kokosnuss 🥥, das ist dagegen lecker. Mal sehen was mein Darm dazu sagt…
Wir haben etwas Skepsis, was das Essen in China betrifft. Wir kennen es bisher nur aus Hongkong und Tibet. Beide sind so verschieden. Das Chinesische in Singapore ist definitiv nicht unsers. Ich hoffe ja, dass mich ein Land der Nudelsuppen-Esser erwartet. Nudelsuppen kann ich dreimal täglich essen. Aber Rainer - der ist Brotesser….
Die TG662 hebt fast pünktlich ab. Der Kapitän hat irgendetwas an den Reifen auszusetzen. Hab ich das richtig verstanden? 🙈
Der Flug ist ziemlich wacklig. Ich versuche ihn wegzuschlafen. Nach einer Stunde lasse ich mich mit Lambchops verwöhnen. Aber irgendwie ist mein Magen halb Elf noch nicht ganz in Lunch-Stimmung. Dafür ist der Port super. So ist auch der Wackelflug erträglicher.
Wir fliegen erst über die Insel Hainan. Und später dann, westlich von HKG. Ich sitze auf Sitz K12. Also rechts. Der Blick auf HKG, Lantau und später Szenhzen ist leider nicht ganz wolkenfrei. Beide Ziele sollten eigentlich in unser Programm. Aber trotz 62 Tagen - was sich viel anhört - mussten sie aus dem ursprünglichen Plan wieder gestrichen werden. China ist halt groß. Unvorstellbar groß. Vielleicht ein anderes Mal.
Die Immigration hätte ein Zwei-Minuten-Ding sein können. Schließlich ist man als BC-Passagier einer der ersten am Schalter. Aber vollkommen überzeugt davon, dass ein Visum alles abdeckt, müssen wir wieder zurück und die EntryCard ausfüllen. Die macht man an einem der vielen Pads oder am eigenen Handy, nachdem man vorher den QR Code gescannt hat. Na ja.
Nun stellen wir uns wieder ganz hinten an😐 Die Beamte hat wohl alle Infos auf ihrem Bildschirm. Nur nicht, wo genau wir sein werden. Das will sie noch wissen. Ich zeige ihr meine Numbers-Tabelle und höre nur: „Cool - wow - cool …“ Es folgt ein „Have fun in China“
Draußen wartet unser Fahrer, den wir bei trip.com schon von Zuhause bestellt haben. Das Namensschild klemmt an der Reling. Er nimmt uns zwei Koffer ab und wir folgen ihm zum Auto. Eine edle, lederbestuhlte Hightech- Sänfte, deren Sitze individueller eingestellt werden können als die Sitze im Flieger.
Eine Stunde brauchen wir bis zum Vaperse Hotel. Das liegt im östlichen Stadteil Tianhe. Es ist das moderne Geschäftsviertel.
Nach dem professionellen checkin bitten wir die Angestellte um Hilfe beim Einrichten von WeChat. Noch immer hat Rainer ein Problem mit dieser App. Aber sie kriegen es auch nicht hin.
Das Zimmer in der 29. Etage ist sehr groß. Und obwohl die Einrichtung auf den ersten Blick etwas altbacken wirkt, hat es sehr moderne Features. Da gibt es zum Beispiel gar keine traditionellen Schalter. Es gibt nur noch Drucktasten.
Auf der einen im Bad steht „Curtain“. Aber Curtains gibt es im Bad nicht. Es ist die voll verglaste Scheibe zum Hauptraum, die plötzlich milchig wird.
Auch die Toilette ist intelligenter als unser japanisches Washlet zu Hause. Die spült gleich nach dem Geschäft. Ich warte vorsichtshalber, ob da irgendwo noch ein Laborbericht erscheint - nein, so intelligent ist die Toilette dann doch noch nicht 😉Schön finde ich auch das dezent positionierte Bündel an Kabeln zum Aufladen elektronischer Geräte. Alles in allem gefällt es uns hier. Am besten natürlich die Aussicht.
Nach einer kleinen Ruhepause - ich frag mich jedesmal, was einen an solchen Tagen so müde macht - ist die Sonne schon untergegangen und die Wolkenkratzer nebst dem schlanken Canton Tower, dem Wahrzeichen der Stadt, werden bunt.
Wir brechen auf zu einem kurzen Erkundungsgang. Draußen erwarten uns um die 25 Grad. Nur ein paar weniger als in BKK. Doch so viel angenehmer. Denn die Luft ist eher trocken.
Die Straße vor unserem Hotel ist sauber. Obwohl sie so gut befahren ist wie die heute früh noch in Bangkok, ist irgend etwas seltsam:
Es ist extrem ruhig. Fast wie in einem Stummfilm. Meine Watch meldet eine sehr gute Luftqualität.
Die Menschen auf der Straße, diese Menschen, die uns alle auf Reisen durch ihre aufdringlich laute Sprache und ihr Gehabe oft zur Weißglut bringen, sprechen ruhig. Wahrscheinlich - das ist jetzt meine Theorie - sind sie unsere laute Umgebung nicht gewohnt.
Auf dem riesigen Huacheng Platz hört man sogar eine Katze miauen. Das ist fast schon gruselig.
Wir spazieren bis fast zum Pearl River, vorbei an modernen Gebäuden. Bis zur Opera. Dann kehren wir um.
Gegenüber des Hotels haben wir uns ein kleines Restaurant ausgesucht. Ein Nudelsuppen-Restaurant.
Den QR scanne ich mit Alipay, bestelle da gleich das Essen und bezahle es auch. Fertig. Kostenpunkt: etwa 6€. Kurze Zeit später werden unsere Suppen serviert.
Was für ne Welt…Read more
























TravelerDa schließe ich mich der Beamten doch an: Cool - Wow - Cool, bin gespannt, wie es weitergeht 👍
Traveler👍🏻😃❤️
TravelerIch schließe mich Gerd an! Aber ... Frage: vielleicht hast Du es auch schon vorher erklärt: wie / warum hast Du diesen Ort ausgesucht? Wonach bist Du ùberhaupt an die Auswahl der Orte / Strecke gegangen?
TravelerWir haben vor Jahren eine Sendung bei ZDF gesehen: Megacities Chongqing (findet man immer noch). Diesen Ort wollte ich unbedingt selbst besuchen. Das war neben Peking und Shanghai mein Grundgerüst. HKG sollte auch dabei sein. Dann „sammle“ ich bei Insta immer interessante Punkte der Welt, die ich mit eigenen Augen sehen will. So kam die Runde zusammen Und als dann klar war, dass wir direkt aus BKK anreisen und für HKG dann doch keine Zeit war, ist Shenzhen wegen der fehlenden Flugverbindung aus BKK auch ausgefallen. So blieb Guangzhou als Start. Im Grunde genommen kennen wir außer HKG gar nichts. Und alles ist eine Bereicherung
Traveler👍 Die Reportage(n) habe ich auch gesehen.