• Steinwald in Shi Lin

    March 27 in China ⋅ ☀️ 27 °C

    Das Frühstück ist übrigens in diesem Hotel sehr Deutsch-lastig. An der Wand hängt ein riesiges Plakat mit dem Reinheistsgebot des deutschen Bieres 🥴 Es gibt Wiener und Nürnberger Würstchen, frische Baguettes und Aufschnitt. Marmelade gibt es auch. Meine Lieblingssuppe sieht schon im Topf seltsam aus. Deshalb wird zur Abwechslung westlich gegessen.

    Elf Uhr steht ein VW Passat nebst Fahrer für uns bereit. Für 700¥ (knapp 90€) bringt er uns nach ShiLin, wartet so lange vor Ort, bis wir mit unserem Parkbesuch fertig sind - unabhängig von der benötigten Zeit - um uns dann wieder am Hotel abzusetzen.
    Seit Fahrstil würde ich als ruppig bezeichnen. Jeden Spurwechsel spürt man ganz deutlich. Und dann das ständige Gas geben, um kurz darauf wieder abzubremsen 🙄
    So eine Fahrweise hatten wir noch nie erleben müssen.
    Aber ich seh‘s positiv. Statt die prophezeiten anderthalb Stunden Fahrt sind wir schon in knapp einer Stunde am Ziel.
    Er bringt uns noch zum sehr versteckten Kassenhaus und verabschiedet sich.
    Der Eintritt für uns beide Senioren kostet 178¥ (22.45€). Und dass wir Senioren sind, müssen wir nicht einmal sagen. Man muss sich hier eh überall ausweisen. Dann wird automatisch darauf geachtet.

    Zum ersten Mal erleben wir chinesische Reisegruppen en masse.
    Es ist eigentlich nicht das Laute, das etwas aufdringlich ist. Schließlich sind auch wir manchmal als Gruppe unterwegs. Und auch wir sind laut.

    Nein. Es ist das Drängeln. Je älter desto schlimmer. Da denke ich, der alte Opi neben mir ist so alt, der fällt gleich um - von ihm geht keine Gefahr aus. Und dann, als die Schranke geöffnet wird, drängelt er, als ob es kein Morgen gäbe.
    Aber so sind sie und wir wollen ja sehen wie das Land tickt.

    Mit einem Shuttle fahren wir erst an den eigentlichen Eingang des Parks. Ab hier spazieren wir einen Kilometer entlang eines See’s und hoffen nun einen Buggy zu bekommen - der übrigens zusätzlich gekauft werden musste - der uns weit weg vom hustle & bustle bringen soll.
    Aber Nix ist.
    Niemand versteht uns und einen Shuttleservice, wie er auf der Map eingezeichnet ist, gibt es nicht.
    Wir irren etwas lost hin und her. Der eine sagt, wir sollen da oder da gehen… Boa. Ich bin bedient.
    Das ist nicht, was ich im Park sehen und erleben wollte.
    Eine Frau zeigt mir einen riesigen Stein und sagts im perfekten Englisch: „I advise you to see this Stone“dass wir da unbedingt hin müssen. Der Stein ist beschriftet. So kam der wohl vor Millionen Jahren nicht aus der Erde geschossen…Näääh

    Wir geben es auf, den richtigen Shuttle zu nehmen, sondern nehmen irgendeinen. Nichts wie weg hier.

    Wir fahren erst zu weit. Anscheinend sehen wir so bemitleidenswert aus, dass man uns zurück fährt. Den hilflosen Ausländern muss doch geholfen werden😉

    An Station 2 sind wir die Einzigen und wandern los. Aber das Ziel der Begierde ist …? Viel zu weit entfernt.
    Dann gehen wir den Hauptweg eben weiter.
    Die erste Aussichts-Plattform ist nicht schlecht. Aber noch immer bin ich nicht zufrieden. Ich habe doch bei der Recherche andere Aufnahmen gesehen. Das sah viel sensationeller aus.
    Ich bin aber manchmal auch schwierig. Oder?
    An Station 3 will Rainer nun mit dem Shuttle weiter fahren. Aber ich mag nicht so auf Allerweltsstrecken unterwegs zu sein.
    Ich laufe!
    Ein schmal gepflasterter Weg - ganz ohne Hinweisschild - führt Richtung einer Ansammlung von Steinen. Hier ist fast niemand. Wie begegnen nur noch drei anderen Paaren.
    Das kann nur gut werden.
    Wir laufen ganz nah und dann auch mitten zwischen den Säulen. Das ist, was ich erleben wollte.
    Endlich kommt eine Beschilderung.
    „Pond“ steht da. Klingt nach dem, was ich im Netz gesehen habe.
    Am Ziel angekommen, erwartet uns ein besonderer Teil des Parks. Hier ragen die SteinSäulen direkt aus dem Wasser. Es gibt einen Rundweg mit Geländer. Sensationell. Auf Fotos nicht darstellbar. Das muss man mit den eigenen Augen sehen.
    Wir sind nicht ganz allein hier. Aber es ist ok. Hier verbringen wir mehr Zeit.
    Dann finden wir den Weg zurück. Wieder zu Station 2. Der Shuttle bringt uns zur Endstation. Bis zum Exit-Shuttle sind’s noch etwa zwei Kilometer. Und während wir unterschiedlicher Meinung darüber sind, ob nun alle Wege zum Pond führen, steht da eine Tafel mit einem Wegeplan. Nee. Nicht alle Wege führen zum Pond. Aber das hier ist der Zugang zu einer weiteren Sensation. Die werden wir wohl nicht mehr schaffen. Oder doch?
    Wieder geht es treppauf und treppab. Mein Knie will nicht mehr. Aber es muss hier durch. Ich will den tiefsten Slot sehen. Tatsächlich sehe ich ihn. Aber die vielen Treppen nach unten und wieder hoch schafft nur Rainer.

    Fix und foxy blechen wir nochmals 30¥ (etwa 3.80€), um nicht mehr laufen zu müssen. Dafür fahren wir in einem blumengeschmückten „Zug“ zur Shuttle Station, die uns zum Ausgang bringt.

    Unser Fahrer bringt uns wieder in Lichtgeschwindigkeit nach Kunming.
    Schön war‘s. Aber zu kurz. Man hätte am Park übernachten können, um das Areal intensiver zu nutzen. Na ja. Beim nächsten Mal.

    Zum Abend gehen wir nochmals Richtung Jinbin Plaza. Beim Vietnamesen gibt es eine leckere Pho. Und… zwei Dosen gezuckerte vietnamesische Kondensmilch. Meine mitgebrachte neigt sich nämlich dem Ende.
    An einem Gemüsestand kaufen wir dann noch Vitamine in Form von Weintrauben. Also wenn das welche sind 🤷‍♀️ Denn eine Traube hat einen Durchmesser einer 2-Euro - Münze….
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