Dali - The Ancient City
March 29 in China ⋅ ☁️ 17 °C
Am Ankunftstag geht es mir nicht gut. Das mit meinem Ohr, das wird einfach nicht besser. Also schlafe ich so viel nur geht.
Rainer geht dann am frühen Abend nochmals die Gegend erforschen. Zum Abendbrotessen können wir uns dann beide aber nicht aufraffen.
Am nächsten Tag ist es bewölkt und über der Bergkette hängt ein fettes Wolken-UFO. Ganz anders als es die zwei WetterApps noch gestern angezeigt haben. Da war von purer Sonne die Rede 😐
Eine der Hauptattraktion Dali‘s sind die über 1000 Jahre alten „Drei Pagoden von Chongsheng“.
Die befinden sich praktischerweise in erlaufbarer Nähe.
Und weil wir etwas verplant unterwegs sind, dauert es bis wir den richtigen Eingang finden.
Ganz ehrlich gesagt, haben wir gedacht, wir schauen uns die „drei Türmchen“ an und gut ist‘s. Dass die Pagoden aber in einem riesigen Tempelareal stehen, haben wir nicht geahnt. Auch beim Bezahlen des Eintritts (Seniorenpreis 74¥=etwa 9.40€) gibt es keinen Lageplan.
also spazieren wir los.
Als wir schon ein beträchtliches Stück bergauf gelaufen und zig Treppen aufgestiegen sind, stellt sich heraus, dass es einen Shuttlebus für den weiteren Weg gibt. Die Tickets aber ganz am Anfang gekauft werden müssen… Für weitere 70¥.
Die Fahrt ist eine echte Erleichterung. Denn es geht stetig berghoch. Wir steigen nicht an jedem Tempel aus. Nur am Letzten. Selbst hier gibt noch gefühlt zig weitere Gebäude. Wir gucken uns nur einige davon an.
Zurück zur Unterkunft geht es mit Taxi. Mit Taxi geht es auch abends auf eine Stippvisite in den historische Teil Dali‘s.
Hier tobt das Leben. Unglaublich viele Menschen schlendern zwischen den herrlichen alten Gebäuden. Jedes ist entweder ein Shop oder ein Restaurant.
Es gibt unzählige Tee-Geschäfte. Und das hat seinen Grund. Dali liegt auf der einstigen, etwa 3.000 Kilometer langen Tee-Pferde-Route. Die Route verband seit etwa dem 7. Jh. Teeanbaugebiete in Yunnan & Sichuan mit dem Tibet-Plateau. Hier wurden chinesischer Tee gegen tibetische Pferde getauscht.
Zum Abschluss des Tages wollen wir in einem für Pilzgerichte spezialisiertes Restaurant essen. Die Gegend ist bekannt für verschiedenste Pilzsorten, die im Cang Shan Gebirge (also hier wo wir wohnen) wachsen und im Ausland - insbesondere in Japan - ein Vermögen kosten.
Nun. Solche Auskenner sind wir dann doch nicht - wir wären schon mit einer netten Speise zufrieden. Zitronenhuhn mit Pilzen und wie immer viel „Grün“ bestellen wir mit Hilfe einer englischsprachigen Frau von Nebentisch. Natürlich weisen wir immer wieder darauf hin, dass es nicht scharf sein soll.
Was da aber serviert wird, verschlägt uns den Atem. Das ist blankes Feuer. Rainer pickt etwas im Essen rum, um Genießbares zu finden. Ich finde mich mit dem blanken Reis ab. Etwas enttäuscht sind wir schon. Aber offensichtlich ist das nun mal, wie man hier isst.
Meine Ohrenschmerzen werden nicht besser. Ich ringe mich durch und wir gehen am nächsten Morgen in die Notaufnahme des Städtischen Krankenhauses. Eigentlich fürchte ich die lange Wartezeit. Wer kennt es nicht aus Deutschland? Da kann schon mal ein Tag draufgehen.
An der Anmeldung müssen wir zuerst die Behandlung bezahlen. Die kostet 4.40¥. Das sind knapp 60Cent
Am längsten dauert das Finden der HNO Station. Wir stellen uns etwas an. Die Wartezeit bis zur Behandlung beträgt etwa fünf Minuten. Die Untersuchung mittels Kamera ergibt eine Mittelohrentzündung. Es gibt Tropfen und Tabletten. Keine Antibiotika. Vierzig Minuten später sind wir raus.
Ja und nun? Bettruhe ? Ist das notwendig? Ich weiß es nicht. So schlecht fühle ich mich nicht.
Mein Ohr kommt unter mein Bandeau und wir spazieren durch die Altstadt. Essen lecker Pilzreis und beobachten das Treiben auf den Straßen.
Am frühen Nachmittag geht’s zurück in unser Domizil, wo auf der Terrasse endlich die Sonne scheint.
Am Abend recherchiere ich ein wenig die Transportmöglichkeiten der weiteren Reise. Denn nicht jeder Ort auf unserer geplanten Route ist mit dem Zug erreichbar…
Schon unser morgiges Ziel nach Shaxi, hat uns die Rezi organisiert. Der Fahrer meldet sich prompt über WeChat bei mir und bestätigt seinen Auftrag.
Wahrscheinlich werden wir dann öfter auf ein Taxi zurückgreifen müssen. Mal sehen…Read more


























TravelerDie Tempel sind klasse 👍. Den läppischen Preis für die Behandlung braucht man nicht einreichen. Hoffentlich wirkt die Arznei schnell.
Traveler
👏
TravelerHallo Sylwia, ich hoffe, dass es Deinem Ohr mittlerweile besser geht und Du die Reise wieder unbeschwert genießen kannst. Musste auch schonmal in Indonesien (Jakarta) zum HNO wg. Ohrenschmerzen. Hatte schlimmes erwartet - bekam eine absolut hochwertige Untersuchung mit Kamera, Erklärung auf riesigem Monitor und in Englisch…danach Medikamente gegen die Mittelohrentzündung und alles für umgerechnet ca. 17 €…nach 4 Tagen bin ich zum Tauchen geflogen, habe dort vorsichtshalber noch 2 Tage gewartet und hatte danach einen wunderschönen Tauchurlaub.
TravelerDanke. Es ist leider nach fünf Tagen nur ein wenig besser. In drei Ragen sind wir in einer größeren Stadt. Ich werd‘ mich dort nochmals zum Arzt begeben - müssen.
TravelerOh ne, dass ist ja echt doof.